Sonntag, 19. Juli 2020

Mission: Konkurrenz

Teil 1: 1996 - 2006

Mission: Impossible BluRaysDer schärfste Konkurrent für die James-Bond-Filme ist zur Zeit das MISSION-IMPOSSIBLE-Franchise von und mit Tom Cruise. Die großen atemberaubenden Stunts und ausgeklügelte Actionszenen, die die Bondreihe einmal ausgezeichnet haben, bietet MISSION: IMPOSSIBLE mittlerweile nicht nur in vergleichbarer Qualität, sondern teilweise sogar noch etwas besser. Und das auf einem stetig steigenden Niveau. Auch beim Aspekt der Gadgets präsentiert die Reihe Innovationen und faszinierende Verspieltheit, während das in den jüngeren Bondfilmen eher wie eine lästige Pflichtübung wirkte.

Grund genug für einen genaueren Blick auf die insgesamt sechs Filme in zwei Teilen. Kobra, überholen Sie!


Freitag, 3. Juli 2020

Das Besetzungs-Paradoxon

Mitte der 1980er Jahre: Die Hauptrolle in einem hochkarätigen A-Film soll besetzt werden. Der Favorit der Macher ist jedoch vertraglich an eine Fernsehserie gebunden. Ironischerweise eben jene Serie, die ihn zum Star und Publikumsliebling gemacht hat. Man findet einen Ersatzmann, der die Rolle allerdings ungewöhnlich ernsthaft angeht, und damit nicht jeden überzeugt.

Back to the Future Eric Stoltz / Pierce Brosnan as Bond 1987Bondfans werden hier sofort an THE LIVING DAYLIGHTS (Der Hauch des Todes, 1987) denken, für den erst Pierce Brosnan gecastet wurde. Nachdem er bereits offiziell der Presse vorgestellt worden war, musste er dann wieder seinen Vertrag für die Serie Remington Steele (1982-87) erfüllen und die Rolle abgeben, die dann Timothy Dalton übernahm. Aber auch bei der Vorproduktion des Blockbusters BACK TO THE FUTURE (Zurück in die Zukunft, 1985), der heute vor 35 Jahren in die US-Kinos kam, gab es eine sehr ähnliche Situation: Michael J. Fox war durch die Serie Family Ties (Familienbande, 1982-89) vertraglich gebunden, und man engagierte stattdessen Eric Stoltz. Trotz dieser vergleichbaren Umstände verlief die Produktion beider Filme dann aber völlig anders.


Samstag, 27. Juni 2020

Agentenrente

Ein Gedankenspiel: Mal angenommen, die Filme eines bestimmten Bonddarstellers bilden ein eigenes, abgeschlossenes Filmuniversum, in dem es keinen Bond davor und danach gab - wie hätte die Karriere des jeweiligen Darstellers nach dem Ende seiner Ära ausgesehen? Mit diesem Gedanken möchte ich mich hier mal beschäftigen.

Bei Sean Connery sah man erstmals, wie der Ruhestand eines Darstellers konkret aussieht. (Wenn man David Niven im Klaumaukfilm CASINO ROYALE von 1967 mal ausklammert.) In NEVER SAY NEVER AGAIN (Sag niemals nie,1983) hat er sich mit Domino (Kim Basinger) auf den Bahamas zur Ruhe gesetzt und genießt jeden Tag um 17 Uhr einen Martini im Pool.


Sonntag, 14. Juni 2020

Bestenliste, Teil 2

Bond Bluray BoxHier geht es um Rankings einzelner Aspekte der Bondfilme. Im einzelnen: Regisseure, Darsteller, Gegenspieler, erste und zweite weibliche Hauptrolle, Henchmen, Verbündete, Felix-Leiter-Darsteller, Gunbarrel-Szenen, Vortitel- und Titelsequenzen, Song zum Film, Filmmusik, einzelne Filmmusik-Tracks, Einführungen der Darsteller,  Q- und Moneypenny-Szenen, Schauplätze, Set-Bauten,  Actionszenen und Kämpfe, Dienstwagen, Gadgets, Uhren, Schurken-Behausungen, Todesfallen, Erotische Szenen, Unterwasserszenen, Zugszenen, Eis-und-Schnee-Szenen, Spielerische Duelle, Oneliner, Todesszenen von Gegenspielern und Henchmen, Finale, Schluss-Szenen und Filmplakate.



Sonntag, 7. Juni 2020

Die Bestenliste

Was für eine Liste ergibt sich aus dem Bewertungssystem meines Bondmarathons? Dem will ich in diesem Beitrag mal nachgehen. Größtenteils entspricht die Liste auch meiner vom Bauchgefühl her erstellten Bestenliste. Aber es gibt auch überraschende Gewinner und Verlierer. Verlierer ist beispielsweise QUANTUM OF SOLACE, den ich eigentlich weiter oben ansiedle. Gewinner dagegen SPECTRE, den ich weniger mag als QUANTUM, der aber durch seine einzelnen Elemente punktet.

Insgesamt ist kein Film schlechter als Note 3, die meisten haben eine 2. Interessant ist auch, dass jeder Bondfilm mindestens einen Aspekt hat, der 14 oder 15 Punkte bekommen hat. Trotzdem gibt es einige Abweichungen zu meiner "Bauchliste", die ich im Anschluss noch angefügt habe.


Sonntag, 31. Mai 2020

Gestern stirbt nie


                                                              "A million shards of glass
                                                          That haunt me from my past."
                                                                                                                        (Writings on the Wall, Sam Smith)
 


Bond-Marathon #25: SPECTRE (2015)


James Bond 007 - Spectre MartiniNach dem historischen Erfolg von SKYFALL versuchte man dringend, sowohl Daniel Craig als auch Sam Mendes für einen weiteren Bondfilm zu gewinnen. Für Mendes ließ man sogar ein Extra-Jahr verstreichen, um ihn an Theaterprojekten arbeiten zu lassen, und so ließ er sich noch einmal überreden.

SPECTRE führt zahlreiche Elemente des vorhergehenden Bondfilms fort, wie die Ereignisse aus Bonds Kindheit, das Thema der digitalen Spionage oder auch die verstärkte Einbinden britischer Drehorte. Dabei setzte man auf einen etwas lockereren Stil mit mehr Humor und klassischen Zutaten. Insgesamt tappt SPECTRE jedoch ähnlich wie QUANTUM OF SOLACE in die Fortsetzungsfalle und kann trotz vieler sehr gelungener Einfälle und Szenen nicht an den erfolgreichen Vorgänger anknüpfen. Vor allem die Geister der Vergangenheit, die in der Craig-Ära schon fast obligatorisch beschworen werden, wirken hier eher wie Halloweenfiguren.


Freitag, 22. Mai 2020

You Know My (Code-)Name

Ausweise in einer Ausstellung bei 'Bond in Motion' in London 
Von bestimmten Filmseiten wird immer wieder mal die Theorie ins Spiel gebracht, dass der Name 'James Bond' ähnlich wie die Dienstnummer 007 nur ein Code sei, der verschiedenen Agenten verliehen wurde. Damit könnte man vermeintlich eine Kontinuität in die über 50 Jahre alte Filmreihe bringen. Gegenargumente werden kunstvoll in erweiterte Theorien eingearbeitet, nach denen die Bond-Agenten selbst gar nicht wissen, dass sie nur ein Bond von vielen sind.

Obwohl auch die Produktionsfirma EON dieses Konzept nicht zu verfolgen scheint, geben die neueren Filme aber kurioserweise immer wieder Signale in diese Richtung - ob gewollt oder ungewollt. Vor allem die Ära Craig ist in gewisser Weise ein Zeitalter der großen Austauschbarkeit.


Montag, 18. Mai 2020

Auferstehung für Fortgeschrittene


                                                   "Skyfall is where we start,
                                              A thousand miles and poles apart."
                                                                                                               (Skyfall, Adele)
 


Bond-Marathon #24: SKYFALL (2012)

Ein Historiker bemerkte einmal sarkastisch, dass die US-amerikanische Nation von einem Zustand der jugendlichen Euphorie direkt in einen der Senilität übergegangen ist, ohne dazwischen den Zustand der Reife erreicht zu haben. In diesem Sinne könnte man Daniel Craig als den amerikanischen Bond bezeichnen. Nachdem er in CASINO ROYALE gerade erste Erfahrungen als Doppelnull-Agent gemacht hatte, ist er zwei Filme später schon wieder zu alt für dieses 'young men business' und muss sich unter allerlei Schmerzen und Schindereien den Weg zurück erkämpfen. Der Zustand dazwischen, in dem sowohl der Roman- als auch der klassische Filmbond seine größten und schönsten Abenteuer erlebte, interessiert in dieser Ära gar nicht mehr.

SKYFALL war der erste Bondfilm, den ich im Zuge dieses Blogs begleiteten und besprechen durfte (hier beispielsweise die Kritik nach dem Kinobesuch). Ich erinnere mich noch gut an den sehr bequemen Sessel bei der Pressevorführung im Sony Center, oder die Premiere dort mit den Mitwirkenden des Films. Im Kino 2012 habe ich den Film sehr genossen. Kann er diesem positiven Eindruck acht Jahre später noch standhalten?


Donnerstag, 7. Mai 2020

Global Play


                                                   "Another one with the golden tongue
                                               poisoning your fantasy."
                                                                                                               (Another Way To Die, Jack White & Alicia Keys)
 


Bond-Marathon #23: QUANTUM OF SOLACE (2008)



Quantum of Solace Wodka MartiniNachdem CASINO ROYALE James Bond triumphal wiederbelebt und Daniel Craig als 007 eines neuen Jahrtausends etabliert hatte, gestaltete sich dessen Fortsetzung als nicht unbedingt geringere Herausforderung. Martin Campbell wollte sie nicht annehmen, daher brachte Craig den Deutsch-Schweizer Marc Forster ins Spiel. Wesentlich erschwert wurden die Dreharbeiten noch durch einen Autorenstreik, durch den Forster und Craig improvisieren musste.

Auf QUANTUM OF SOLACE lastete ein enormer Erwartungsdruck, dem der Film durch die dramaturgischen Probleme und gewagte bis experimentelle kreative Entscheidungen aus Sicht vieler Fans nicht gerecht wurde. Bis heute polarisiert das Werk, wobei ihn viele auch als herausragend sehen. Auch in meiner Bewertung schwankt der Film stark.








Dienstag, 14. April 2020

All-In


                                      "Arm yourself because no-one else here will save you.
                                                 The odds will betray you!"
                                                                                                               (You Know My Name, Chris Cornell)


Bond-Marathon #22: CASINO ROYALE (2006)



Vesper Martini, Casino RoyaleNach dem 11. September 2001 fand sich James Bond in einer veränderten Welt wieder. Konnte während des Kalten Krieges ein Dritter Weltkrieg stets abgewendet und der ideologische Gegner letztendlich sogar in die Knie gezwungen werden, existierten nun offenbar größenwahnsinnige Schurken, die mit ihrer monströsen Agenda einfach durchkommen. Dementsprechend verlagerte sich der Schwerpunkt im Agentenfilm weg vom Kampf gegen Superschurken hin zu einem realistischeren inneren Kampf. Wegweisend war in dieser Beziehung THE BOURNE IDENTITY (2002) von Doug Liman, der zusammen mit seinen beiden direkten Fortsetzungen deutliche Spuren in der Bondreihe hinterließ. Von einem physisch sehr präsenten Hauptdarsteller, dessen Tätigkeit seine Geliebte traumatisiert, und die er schließlich sogar verliert, über den Stakkato-Schnitt und ambivalent dargestellte Geheimdienste bis hin zu einer finalen Konfrontation auf einem abgelegenen Anwesen.

Und so erfand sich James Bond vier Jahre nach dem seltsam aus der Zeit gefallenen finalen Brosnan-Bond DIE ANOTHER DAY buchstäblich neu. Der erste Bondroman von Ian Fleming aus dem Jahre 1954 - dessen Rechte erst 1999 im Austausch gegen Spiderman an MGM gingen - bildete die Vorlage für einen Reboot, der das Franchise selbst für Zielgruppen interessant machte, die bis dato einen großen Bogen um den Spion gemacht hatten. Mit CASINO ROYALE entstand ein instant classic - ein modernes Gegenstück zu Im Geheimdienst Ihrer Majestät, und Daniel Craig, den die Boulevardpresse mit Spott überzogen hatte, wurde zum gefeiertsten Bonddarsteller seit Sean Connery. Doch der Preis dafür waren einige Prinzipien des Gründers des Franchise, Albert R. Broccoli.


Donnerstag, 12. März 2020

Ergebnisse des Design-Wettbewerbs

Anlässlich des ursprünglich anvisierten Starts von Keine Zeit zu sterben Anfang April hatte Daniel Craig Fans dazu aufgerufen, selbst kreierte Poster inspiriert von seiner Bond-Ära einzureichen. Hier sind nun die Ergebnisse. Zum Teil sind sehr schöne Arbeiten dabei.

Mittwoch, 4. März 2020

KEINE ZEIT ZU STERBEN verschoben

Angesichts der aktuellen Einschränkungen in vielen Ländern durch die Ausbreitung des Corona-Virus wurde NO TIME TO DIE vom 02. April auf den 12. November 2020 verschoben:

MGM, Universal and Bond producers, Michael G. Wilson and Barbara Broccoli, announced today that after careful consideration and thorough evaluation of the global theatrical marketplace, the release of No Time To Die will be postponed until November 2020. The film will be released in the U.K. on November 12, 2020 with worldwide release dates to follow, including the US launch on November 25, 2020.

Sonntag, 23. Februar 2020

A Déjà View to an Overkill


                                                   "London calling, and I don't want to shout,
                                              But when we were talking I saw you nodding out."
                                                                                                                    (London Calling, The Clash)
 


Bond-Marathon #21: DIE ANOTHER DAY (2002)



Die Another Day, Mojito2002 traf der 20. Bondfilm der Produktionsfirma Eon Productions auf das 50jährige Jubiläum der Filmreihe. Das nahm man zum Anlass, Hommagen an frühere Filme und auch den literarischen Ursprung der Figur einzubauen. An sich keine schlechte Idee, schon THE LIVING DAYLIGHTS (Der Hauch des Todes, 1987) hatte als 15. Film zum 25jährigen Jubiläum ein paar dezente Hinweise auf frühere Filme und auch die Romane. Unter der Regie des Neuseeländers Lee Tamahori uferte diese Herangehensweise dann allerdings ebenso aus wie der Ansatz, mal wieder einen etwas phantastischer und überlebensgroß angehauchten Bondfilm zu schaffen.

Der ganze Film wirkt letztlich eher wie eine große Jubiläums-Party, die mit zunehmender Stunde aus dem Ruder läuft und den Sinn für das Angemessene verliert. Erhielt Stirb an einem anderen Tag kurz nach seinem Start noch viele wohlwollende Besprechungen, setzte dann aber schnell eine Katerstimmung ein.

Was genau ging schief mit DIE ANOTHER DAY, und wie wirkt der Film mit einem Abstand von fast zwei Jahrzehnten?


Freitag, 21. Februar 2020

Neues Poster für KEINE ZEIT ZU STERBEN

Auf der offiziellen Seiten 007.com wurde ein neues Poster zu NO TIME TO DIE (Keine Zeit zu sterben) veröffentlicht, der am 2. April 2020 in die Kinos kommt. Ob es sich um das finale Filmplakat handelt, und/oder den Gewinner des Poster-Wettbewerbs, für den Daniel Craig geworben hatte, ist noch unklar.
Mir gefällt das Motiv diesmal sehr gut. Es ist grafisch sehr interessant. Daniel Craig erinnert hier ein bisschen an Steve McQueen.

James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben offizielles Poster

Donnerstag, 13. Februar 2020

NO TIME TO DIE von Billie Eilish veröffentlicht

Und da ist er nun endlich, der Titelsong von Billie Eilish, No Time To Die:


Eine klassische Ballade im Stil von Skyfall.

Königsmord in Öl


           "There's no point in living
                                                           If you can't feel alive!"
                                                                                                                       (The World is not Enough, Garbage)
 


Bond-Marathon #20: THE WORLD IS NOT ENOUGH (1999)


Mit dem dritten Bondfilm mit Pierce Brosnan, Die Welt ist nicht genug, kehrte man nach dem kühl und actionlastig gestalteten Vorgänger wieder zurück zu einer klassischen Bond-Atmosphäre, variierte aber gekonnt Klischees der Formel. Zudem setzte man auch Motive aus Brosnans erfolgreichen Debüt GoldenEye fort, etwa mit Schauplätzen in der ehemaligen Sowjetunion, Gegenspielern aus dem Ex-KGB-Umfeld, der Freund/Feind-Thematik oder der Rückkehr von Valentin Zukovski.

Die Welt ist nicht genug markiert das Debüt für das Autorenduo Neal Purvis und Robert Wade (PLUNKETT & MACLEANE), die Bond statt Maschinengewehr wieder die altbewährte Walther gaben und ihn sowohl beruflich als auch menschlich mehr herausforderten. Dementsprechend war das Echo der meisten Kritiker und Fans zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weitgehend positiv, und Purvis & Wade schrieben seitdem an jedem Bondfilm mit. Wie wirkt THE WORLD IS NOT ENOUGH, der zahlreiche Elemente der späteren Daniel-Craig-Ära vorwegnahm, heute?


Donnerstag, 6. Februar 2020

Quotenkrieger


                                                       "The truth is now what I say!
                                                 I've taken care of yesterday!"
                                                                                                                                  (Surrender, k.d. lang)
 


Bond-Marathon #19: TOMORROW NEVER DIES (1997)


Carver ChampaignFake News, die nicht nur den Kurs von Schiffen, sondern auch den von ganzen Ländern beeinflussen; Regierungen, die durch veröffentlichte Videos zu Fall gebracht werden; China als Supermacht in einem neuen kalten Krieg, der eigentlich von Handelsinteressen gesteuert wird; Handy-Apps, die Autos steuern,  ... TOMORROW NEVER DIES (Der Morgen stirbt nie, 1997) unter der Regie von Roger Spottiswoode (UNDER FIRE, AIR AMERICA) hatte den Stoff, aus dem die Zukunft ist. Von falschen oder unterschlagenen Meldungen ausgelöste Krisen und versuchte Manipulationen über Massenmedien gehören mittlerweile zum Alltag.

Dabei spiegelt die Grundidee im zweiten Brosnan-Bondfilm, bei der eine Weltkrise wegen Quoten und Lizenzen ausgelöst wird, auch die Krise in Bonds Welt Anfang der 1990er wider. Der Medienmogul Kirk Kerkorian, der das Studio MGM wie einen Poker-Einsatz benutzte, brachte durch einen erneuten Verkauf die Rechte am Bond-Franchise in Gefahr, das wie Wai Lin im Finale an das Studio gekettet war. Bond rettete nicht nur auf der Leinwand wieder einmal die Welt, sondern durch seinen Erfolg auch das Studio. Doch die Produktionsumstände forderten einige Tribute.


Donnerstag, 30. Januar 2020

Eine neue Welt


                                                   "You'll never know how I watched you
                                                 From the shadows as a child!"
                                                                                                               (GoldenEye, Tina Turner)
 


Bond-Marathon #18: GOLDENEYE (1995)


Anfang der 1990er Jahre trafen drei Faktoren zusammen, die voneinander unabhängig waren, aber alle dazu beitrugen, dass James Bond als Franchise in Frage gestellt wurde: Die stetig sinkenden Zuschauerzahlen der 80er Jahre und die finanzielle Enttäuschung von Lizenz zum Töten - vor allem in Verbindung mit dem Aufstieg anderer Actionfranchises. Dazu kamen ein Gerichtsstreit um die Rechte an den Bondfilmen und schließlich der Fall der Mauer und das Ende des Kalten Krieges. Zum ersten Mal seit Ende der 1960er Jahre schien es nicht mehr selbstverständlich, dass es einen neuen Bondfilm geben wird, oder überhaupt geben sollte.


Aber wie so oft sind Krisen auch Chancen. Manchmal lernt man etwas erst zu schätzen, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist. In dieser bondlosen Zeit wurde ich erst zum Fan. Auch viele andere Zuschauer besannen sich ihrer Kindheitserinnerungen, und zahlreiche Fanclubs wurden gegründet. Nicht zuletzt bedeutete die Krise auch für Pierce Brosnan einen Glücksfall, nachdem er als 1986 bereits der Presse vorgestellter Bond nun eine zweite Chance erhielt. Dementsprechend lasteten enorme Erwartungen und Hoffnungen auf GOLDENEYE, dem ersten Bondfilm der 1990er Jahre. Konnte der Film einer veränderten Welt - filmisch wie politisch - gerecht werden?

Sonntag, 19. Januar 2020

Agent im Ausnahmezustand


                                               "Think you need a friend to stay here by your side?
                                                         Yes, you do!"
                                                                                                               (Licence To Kill, Gladys Knight)
 


Bond-Marathon #17: LICENCE TO KILL (1989)

Lizenz zum Töten, Q-GadgetsWas ist James Bond ohne 007? Ohne seine Lizenz zum Töten? Ist es nur eine Nummer oder ein Teil seiner Identität, die ihn von anderen Actionelden abhebt? Bonds Erlaubnis, das Unerlaubte zu tun, war von Anfang an eine der Attraktionen der Reihe. Schon der erste Bondfilm DR. NO warb damit auf dem Plakat: The double "O" means he has a license to kill when he chooses...where he chooses...whom he chooses! In Italien hieß DR. NO sogar übersetzt Lizenz zum Töten, weshalb LICENCE TO KILL dort den (passenderen) Titel Vendetta Privata erhielt.

Die Frage stellt sich auch angesichts des kommenden Bondfilms NO TIME TO DIE, der Bond im Ruhestand und eine Nachfolgerin in der Doppelnull-Abteilung zeigt. Vor etwas mehr als 30 Jahren hatte mit LICENCE TO KILL (Lizenz zum Töten) erstmals ein Bondfilm den Mut, die etablierte Bondformel kräftig zu schütteln, Bond einfach mal seine Lizenz zu entziehen und einen gewagten Genre-Mix zu präsentieren - irgendwo zwischen Buddy-Movie, Neo-Western und 'Rape and Revenge'-Thriller. War Lizenz zum Töten ein zu später und missglückter Modernisierungsversuch oder seiner Zeit zu weit voraus?


Montag, 13. Januar 2020

Offiziell: Hans Zimmer komponiert die Musik zu KEINE ZEIT ZU STERBEN

Es wurde bereits vermeldet, nun hat es die offizielle Seite 007.com bestätigt: Hans Zimmer to score No Time To Die:

Hans Zimmer, Komponist des Soundtracks zu 'Keine Zeit zu sterben'
(wikipedia)
“It’s a dream come true to be working with the legendary composer Hans Zimmer on our twenty- fifth James Bond film, No Time To Die,” said producers Michael G. Wilson and Barbara Broccoli. While director Cary Joji Fukunaga echoed their statement, “I’m beyond excited that Hans is scoring No Time To Die. The music of Bond has always been iconic and I’ve already witnessed Hans adding his touch of genius to the Bond legacy.”

Bisher wurde spekuliert, dass Dan Romer die Musik zum Film beisteuert, da er mehrmals mit Regisseur Cary Fukunaga zusammengearbeitet hatte. Die Wahl des gebürtigen Frankfurters Hans Zimmer, der zu den etabliertesten und meist beschäftigten Komponisten in Hollywood gehört, überrascht viele Fans. Zimmer erhielt erstmal eine Oscar-Nominierung für RAIN MAN (1989) und gewann den Preis dann für THE LION KING (1995). Seit BACKDRAFT (1991) gilt er als Spezialist für Actionfilme.

EDIT: Bestätigt wurde nun US-Singer-Songwriter Billie Eilish für den Titelsong. 


Dienstag, 31. Dezember 2019

Neues Jahrzehnt - neues Glück

Bond & Beyond wünscht allen Lesern und Bondfans einen angenehmen Jahresausklang und alles Gute im Bondjahr 2020!



Sonntag, 29. Dezember 2019

Der vierte Mann


                                      "Comes the morning and the headlights fade away,
                                                 Hundred thousand people, I'm the one they blame."
                                                                                                                                            (The Living Daylights, a-ha)
 

Bond-Marathon #16: THE LIVING DAYLIGHTS (1987)


The Living Daylights, 1987 - Symbolbild Champagner in der OperMit dem Waliser Timothy Peter Dalton betrat ein Bonddarsteller die Bühne, der wie kein anderer vor und nach ihm den Fokus auf die literarische Ursprünge der Figur richtete. Dalton faszinierte der Charakter, der in den Büchern von Ian Fleming beschrieben ist, und von dem man sich in den Filmen inzwischen oft weit entfernt hatte. Er wollte Bond wieder mehr zu dieser Ernsthaftigkeit und Widersprüchlichkeit zurückführen, weg vom selbstironischen Superhelden.

Doch diesem Ansatz stand der Mythos, den die Filme über 25 Jahre mittlerweile selbst geschaffen hatten, im Weg. Beanstandeten die Kritiker seinerzeit Connerys frauenverschleißendes Machismo und Moore augenzwinkernde Ironie, vermissten viele nun beides in der Darstellung von Timothy Dalton - obwohl Dalton von genau diesen Dingen bewusst Abstand nehmen wollte. Sein fulminantes Debüt als 007 schwankt in der heutigen Wahrnehmung daher zwischen Geheimtipp und "Netter Versuch".


Samstag, 21. Dezember 2019

Das erste Jahr der Zukunft


Zurück in die Zukunft 2 und Filme von 19891989... George Bush leitet das Ende der Ära Reagan ein, sowjetische Truppen rücken endgültig aus Afghanistan ab, Nintendo bringt den Game Boy auf den Markt, in Berlin startet die erste Love Parade unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ und in vielen Staaten der sogenannten zweiten Welt gehen Menschen in Massen für mehr Freiheit auf die Straßen. Veränderungen und die Lust auf etwas Neues liegen in der Luft.

Das ist auch in der Film- und Fernsehlandschaft von 1989 zu spüren. Nicht nur BACK TO THE FUTURE II (Zurück in die Zukunft II) - der vor 30 Jahren in die deutschen Kinos kam - wagte einen erstaunlichen Blick in die Zukunft, auch andere Trends und Ideen wirken vorausschauend und visionär – in guter wie weniger guter Hinsicht. Vom ersten postmodernen Bondfilm über einen der größten Meilensteine des Superheldengenres bis hin zum Urknall der Indie-Bewegung, dem Beginn der Disney-Renaissance und wegweisenden TV-Erfindungen.

Lust auf einen kleinen Rückblick auf die Zukunft? "How far we go? - About thirty years..."

Dienstag, 3. Dezember 2019

Der große Abschied


                                                   "Dance into the fire
                                               To fatal sounds of broken dreams."
                                                                                                          (A View To A Kill, Duran Duran)
 


Bond-Marathon #15: A VIEW TO A KILL (1985)


A View To A Kill, Iceberg Submarine
Mit seinem siebten Bondfilm A VIEW TO A KILL (Im Angesicht des Todes, 1985) verabschiedete sich Sir Roger Moore nach 12 Dienstjahren von der Rolle des James Bond 007. Auch für Lois Maxwell, die als Miss Moneypenny mit drei verschiedenen Bonddarstellern flirtete, war es der letzte Auftritt. In gewisser Weise endete damit eine Kontinuität der Filme seit 1962.

Mit Roger Moore nahm aber nicht nur ein Gentleman-Spion seinen Hut, sondern auch eine gewisse augenzwinkernde Überlebensgröße, die ich mit dem nostalgischen Gefühl von Samstag-Abenden vor dem Fernseher verbinde. Zudem hatte man mit Roger Moore einen eigenständigen Bond geschaffen, der dem der 1960er ebenbürtig ist, mit eigener Automarke, Gewohnheiten und Auslegung. Nach Roger Moore orientierte sich wieder jeder Darsteller an Sean Connerys Darstellung. Obwohl der Konkurrenz-Bond Sag niemals nie an der Kinokasse unterlag, trug er so in gewisser Weise doch auf lange Sicht einen Sieg davon, indem der connery-eske Bond auch in der Eon-Filmreihe als der Bessere gefeiert wurde.


Sonntag, 10. November 2019

R wie Rache

                                                    "Forget about long-range plans
                                                 'Cause this man's got his own."
                                                                                                               (Never Say Never Again, Lani Hall)
 


Bond-Marathon #14: NEVER SAY NEVER AGAIN (1983)


NEVER SAY NEVER AGAIN (Sag niemals nie, 1983) ist ein Unikum in der Filmgeschichte: Ein James-Bond-Film, der unabhängig von der Produktionsfirma EON Productions entstand. (CASINO ROYALE von 1967 zählt nicht wirklich als ernsthafter Bondfilm.) Womöglich wird er das aber nicht bleiben, wenn in ein paar Jahrzehnten die Buchrechte öffentlich verfügbar werden, wie jetzt schon in Kanada.

Durch intensive und langjährige Rechtsstreitigkeiten musste der Film einerseits auf viele Elemente verzichten, die mittlerweile bondtypisch waren, weshalb er es bei vielen Fans auch recht schwer hat. Andererseits musste er sich eng an die Handlung des Romans Feuerball halten, der 1965 mit THUNDERBALL schon kongenial verfilmt worden war. Somit ist es auch schwierig, ihn in seinem Außenseiterstatus möglichst unvoreingenommen zu bewerten. Was ich hiermit aber trotzdem versuchen möchte.


Samstag, 19. Oktober 2019

Tod eines Clowns

                                                   "So hold on tight,
                                                 Let the flight begin."
                                                                                                    (All Time High, Rita Coolidge)
 


Bond-Marathon #13: OCTOPUSSY (1983)


Nachdem John Glen mit seinen Einstand FOR YOUR EYES ONLY in gewisser Weise die Anti-These zu MOONRAKER geliefert hatte, folgte mit seiner zweiten Bond-Regie OCTOPUSSY nun der Versuch der Synthese. Die Verschmelzung zweier sehr unterschiedlicher Welten: Die des Klamauks und der unbeschwerten Unterhaltung mit der des gnadenlosen Agenten-Alltags im Krieg der Systeme. Der Agent sozusagen als Clown in der internationalen Manege.

Ein Ansatz, ebenso gewagt wie der Titel des Films an sich. John Glen schuf damit den erfolgreichsten Film seiner gesamten Karriere, und einen der beliebtesten Roger-Moore-Bondfiilme. Aber funktioniert die explosive Mischung auch heute noch?







Samstag, 12. Oktober 2019

Der ewige Joker


Batman wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Zelebriert wird das Jubiläum mit einem Film, der einen ähnlich phänomenalen Erfolg hat wie Christopher Nolans THE DARK KNIGHT 2008: JOKER, unter der Regie von Todd Phillips. Der Film erhielt den Goldenen Löwen der diesjährigen Filmfestspiele von Venedig, was für einen im Superhelden-Comic-Universum angesiedelten Film ebenso ungewöhnlich ist wie der Oscar für Heath Ledger. Auch Joaquin Phoenix wird für seine Darstellung als Oscar-Kandidat gehandelt.

Mittlerweile hat man ein bisschen den Eindruck, dass die Schurken das Batman-Universum übernommen haben. Batman selbst, beziehungsweise sein Alter Ego Bruce Wayne, ist dabei oft nur noch Gast und Nebendarsteller in seiner eigenen Welt. Wie in SUICIDE SQUAD, der Serie Gotham und jetzt in JOKER. Auch in den DC-Ensemblefilmen, die Marvel nacheifern, ist Batman als einziger Normalo unter echten Superhelden eher geduldeter Außenseiter. Was paradox ist, denn eigentlich ist er der größte Trumpf von DC.

Ein Schicksal, das auch dem über fünfzigjährigen Bond-Franchise in Zukunft widerfahren kann? Oder wären Origin-Filme für Gegenspieler wie Blofeld, Goldfinger oder Silva auch hier eine Chance?


Freitag, 27. September 2019

007 XXS - 50 Jahre James Bond - Im Geheimdienst Ihrer Majestät

007 XXS - 50 Jahre James Bond 007: Im Geheimdienst Ihrer Majestät
Der Braunschweiger James-Bond-Experte Danny Morgenstern präsentierte am vergangenen Wochenende den zehnten Band der Reihe 007 XXS, diesmal zum 50jährigen Jubiläum von ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (Im Geheimdienst Ihrer Majestät) von 1969. Begleitend zum Buch-Release gab es den Film auf der großen Leinwand zu erleben, der visuell und vor allem sound-technisch nie besser wirkte. Dazu ein sehr gelungenes Rahmenprogramm mit gleich drei Gaststars: Terence Mountain und Derek Lyons, zwei Schauspiel-Veteranen, die im Film mitwirkten, sowie Brigitte Millar, die in SPECTRE eine Spectre-Agentin spielte, die an Irma Bunt erinnert.





Talkrunde mit Terence Mountain,
Derek Lyons und Brigitte Millar
Terence Mountain ist in Im Geheimdienst Ihrer Majestät als Raphael zu sehen, ein vermeintlicher Killer, der sich später als einer der Guten erweist. Auch im darauffolgenden Diamantenfieber war er wieder mit dabei.

Derek Lyons hat neben Auftritten in Bondfilmen eine sehr beachtliche Karriere vorzuweisen, angefangen mit der finalen Szene in STAR WARS über Indiana-Jones- und Superman-Filme.

Brigitte Millar als Dr. VogelBrigitte Millar wird als Dr. Vogel Gerüchten zufolge auch in NO TIME TO DIE mitwirken.

Die drei Gäste erzählten im Interview sehr interessante Erinnerungen und Anekdoten zu den Dreharbeiten. Nach der Vorführung gab es eine Autogrammstunde sowie eine After-Show-Party mit Live-Musik. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die wieder Lust macht auf nächstes Jahr und die noch folgenden mindestens 15 Events!

Das Buch präsentiert wie immer im handlichen Format eine beeindruckende und faszinierende Sammlung von Informationen und Wissenswertem rund um ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE.

Samstag, 31. August 2019

Die neue Sachlichkeit

                                                    "You can see so much in me.
                                                 So much in me that's new."
                                                                                                         (For Your Eyes Only, Sheena Easton)
 


Bond-Marathon #12: FOR YOUR EYES ONLY (1981)


'Time to face gravity' - Nach seinem Ausflug in die Schwerelosigkeit musste sich Bond nun wieder mit den irdischen Konflikten des Kalten Krieges auseinandersetzen. Regie führte dabei ein Regisseur, dessen Name an einen Astronauten erinnert. John Glen arbeitete als Cutter bereits am Film-Noir-Klassiker THE THIRD MAN (Der dritte Mann, 1949) und zahlreichen Bondfilmen mit, darunter ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (Im Geheimdienst Ihrer Majestät, 1969).

Obwohl er als Regisseur der Second Unit bereits ganze Sequenzen in Bondfilmen inszeniert hatte - darunter die ikonische Vortitelsequenz von THE SPY WHO LOVED ME (Der Spion, der mich liebte, 1977) - engagierte Albert R. Broccoli ihn erst auf Empfehlung von Geheimdienst-Regisseur Peter Hunt. FOR YOUR EYES ONLY ist somit der bisher einzige Bondfilm, der ein Kino-Regie-Debüt darstellt. John Glen überzeugte den Produzenten schließlich derart, dass er auch die Regie für die vier darauffolgenden Bondfilme übernehmen durfte und damit das gesamte Jahrzehnt der 1980er prägte.

Aber kann der Film auch in der Craig-Ära noch überzeugen?


Sonntag, 25. August 2019

Zukunft, schwarz

Für den Titel des neuen Bondfilms, NO TIME TO DIE, wählte Eon Productions eine ungewöhnliche Schriftart, die Futura Black. Sie erinnert vor allem an Platten- und Serientitel aus den 1970er Jahren, obwohl sie tatsächlich genau 90 Jahre alt ist und von einem Deutschen entwickelt wurde. Paul Renner wurde 1878 in Wernigerode geboren und war in Berlin und Frankfurt tätig. Futura Black designte er 1929 als Variante der Futura. Obwohl Renner nicht direkt mit der Bauhaus-Bewegung verbunden war, wird seine Schriftart oft mit diesem Design und der Zeit des Modernismus assoziiert. (Tatsächlich gibt es mit Dessau Stenzil sogar eine sehr ähnliche Schriftart, die auf den Sitz des Bauhauses verweist.) Insofern ist der Titel auch eine schöne Anspielung auf die Bauhaus-Bewegung, die in diesem Jahr hundertjähriges Jubiläum hat.

In Verbindung mit dem Wort 'Time' ist Futura Black im Wortsinn recht passend. Es ist zudem eine Schablonenschrift, die schnell aufgesprüht werden kann und daher sehr häufig vom Militär benutzt wird. Auch das passt zu Bonds Rückkehr in den aktiven Staatsdienst. Auffällig ist zudem, dass die Worte 'NO' und 'TO' eigentlich förmlich danach schreien, ähnlich wie bei CASINO ROYALE und QUANTUM OF SOLACE zum klassischen 007-Logo verbunden zu werden, die Schriftart diese Assoziation aber unterbindet. Wenn man bedenkt, dass die Codenummer 007 im Film eine andere Agentin erhält, könnte auch das Absicht sein.

Sonntag, 11. August 2019

Anflug auf die Meta-Ebene

                                                    "Where are you? When will we meet?
                                             Take my unfinished life and make it complete!"
                                                                                                                                         (Moonraker, Shirley Bassey)
 


Bond-Marathon #11: MOONRAKER (1979)


Vor vierzig Jahren gelang es einem Bondfilm zum letzten Mal, zum weltweit erfolgreichsten Film des Jahres zu werden.* Davor schafften das nur drei Bondfilme mit Sean Connery. Und tatsächlich ist MOONRAKER wie eine Messe für Spezialeffekte und Stunts. 1979 gab es in puncto Aufwand und Sensationen nichts vergleichbares im Kino zu bestaunen. Seitdem dominieren andere Franchises das Box Office, gegen die selbst Event-Bonds wie CASINO ROYALE oder SKYFALL nicht mehr ankommen.

Nach MOONRAKER wurden die Bondfilme realitätsnaher und wieder getreuer der literarischen Vorlage. Sie wurden tiefsinniger und anspruchsvoller, überraschender und action-reicher, aber eins wurden sie nie wieder: Größer!



Samstag, 10. August 2019

James Bond jagt 007

Nachdem sich die Aufregung um die (noch unbestätigte) Meldung etwas gelegt hat, dass die britische Schauspielerin Lashana Lynch im Film als Agentin die Nummer 007 bekommen hat, da sich Bond im Ruhestand befindet, gibt es neue Gerüchte um Titel und Handlung des 25. EON-Bondfilms. Um was handelt es sich dabei, und welche Rückschlüsse lässt das auf den Film zu?

(Nachfolgender Text beinhaltet mögliche Spoiler! Lesen auf eigene Gefahr.)


Mittwoch, 17. Juli 2019

Girls und Göttinnen

Beim chronologischen Anschauen der James-Bond-Filme fällt auf, wie wenig die weiblichen Hauptrollen der Bondfilme der Sechziger Jahre dem gängigen Klischee von schutzbedürftigen Bikini-Miezen entsprechen, die viel an Körbchengröße bei einem Minimum an Köpfchen zu bieten haben. Auffallend sind dabei die jeweiligen Einführungsszenen der Darstellerinnen, die bei meinem Bond-Marathon eine eigene Bewertungskategorie bilden.

Die Auftritte der Leading Ladies sind in den Sechzigern Ereignisse, nach denen der Film nicht mehr derselbe ist. Und das selbst in einer völlig durchgeknallten Parodie wie CASINO ROYALE (1967), die Jahrzehnte vor SKYFALL eine an Attraktivität allen anderen Bondgirls mindestens ebenbürtige Moneypenny in Action zeigt. Ernüchternd sind im Vergleich vor allem die frühen Siebziger, aber auch später in der Serie wurde diese filmische Qualität selten wieder erreicht.



Dienstag, 25. Juni 2019

Alles auf 7

                                                    "There's some kind of magic inside you
                                               That keeps me from runnin'."
                                                                                                                                         (Nobody Does It Better, Carly Simon)
 


Bond-Marathon #10: THE SPY WHO LOVED ME (1977)




Vor kurzem veröffentliche indiewire 30 Filme, die Star-Regisseur Christopher Nolan maßgeblich beeinflusst haben, darunter Der Spion, der mich liebte. Nolan nannte ihn als Musterbeispiel für die überwältigende und gleichzeitig glaubwürdig erscheinende Überlebensgröße der Bondfilme. Aus dem Grund war dieser Jahrgang auch lange Zeit mein absoluter Favorit. Aber kann er auch noch beim gefühlten 77. Mal begeistern?




Am Set von Bond 25 in Jamaika

Die offizielle 007-Seite veröffentlichte heute einen kurzen Clip mit Impressionen vom Dreh in Jamaika:


Freitag, 17. Mai 2019

Insel der dunklen Träume

                                                    "Lurking in some darkened doorway,
                                             Or crouched on a rooftop somewhere."
                                                                                                                                         (The Man with the Golden Gun, Lulu)
 


Bond-Marathon #9: THE MAN WITH THE GOLDEN GUN (1974)


Nach dem erfolgreichen Debüt von Roger Moore drängte die Produktionsfirma auf einen möglichst schnell gedrehten Nachfolgefilm. Man entschied sich für Ian Flemings letzten Roman The Man with the Golden Gun und ließ sich für die Dreharbeiten nur ein gutes Jahr Zeit.

Während das in den Sechzigern sehr gut funktionierte, macht sich hier der Zeitmangel häufig eher nachteilig bemerkbar. Aus Flemings schwächsten Roman wurde ein Film, der im Vergleich zu anderen Bondfilmen in vielen Aspekten eine Nummer kleiner wirkt.







Donnerstag, 25. April 2019

Rami Malek und weiterer Cast bestätigt

Rami Malek, the new Bond villain
Rami Malek 2015 (Quelle)
In einem live gestreamten Event im jamaikanischen Goldeneye-Ressort - dem Geburtsort des literarischen James Bond - wurden Besetzung, Stab und Synopsis des 25. EON-Bondfilms bekanntgegeben. Der Titel wurde dagegen noch nicht verraten. Die Gerüchte um Rami Said Malek haben sich bestätigt, er wird mit großer Wahrscheinlichkeit den Gegenspieler verkörpern.

Zur etablierten MI6-Crew um Naomie Harris, Ralph Fiennes, Rory Kinnear und Ben Wishaw kommen neben Malek auch wieder 'Felix Leiter' Jeffrey Wright, die Kubanerin Ana de Arnas (BLADE RUNNER 2049, WAR DOGS), Lashana Lynch, Dali Benssalah, der Schwede David Dencik (McMafia) sowie Billy Magnussen (Maniac, Black Mirror), der Gerüchten zufolge einen CIA-Agenten spielen soll.

Zur Handlung wurde folgendes veröffentlicht (Spoiler):





Bond has left active service and is enjoying a tranquil life in Jamaica. His peace is short-lived when his old friend Felix Leiter from the CIA turns up asking for help. The mission to rescue a kidnapped scientist turns out to be far more treacherous than expected, leading Bond onto the trail of a mysterious villain armed with dangerous new technology.


Bond ist am Anfang des Films in einem Haus auf Jamaika zu sehen. Felix Leiter taucht auf und bittet ihn um einen Gefallen. Eine Situation, die an das Treffen zwischen Bond und René Mathis in QUANTUM OF SOLACE erinnert. Hier ist es Mathis, der sich mit seiner Freundin am Meer zur Ruhe gesetzt hat und von Bond um Hilfe gebeten wird. Für Mathis war es das letzte Gefecht, für Bond hoffentlich nicht.

Hier das Video des Events:


Mittwoch, 24. April 2019

Bond-25-News morgen!

Morgen um 14:10 Uhr werden in einer Live-Übertragung vom Drehort in Jamaika offizielle Informationen zum neuen James-Bond-Film bekanntgegeben, vor allem die Besetzung, eventuell auch Synopsis und Titel. Nach der Bekanntgabe stehen die Schauspieler sowie Regisseur und Produzenten für Fragen von Zuschauern zur Verfügung.