Donnerstag, 12. März 2020

Ergebnisse des Design-Wettbewerbs

Anlässlich des ursprünglich anvisierten Starts von Keine Zeit zu sterben Anfang April hatte Daniel Craig Fans dazu aufgerufen, selbst kreierte Poster inspiriert von seiner Bond-Ära einzureichen. Hier sind nun die Ergebnisse. Zum Teil sind sehr schöne Arbeiten dabei.

Mittwoch, 4. März 2020

KEINE ZEIT ZU STERBEN verschoben

Angesichts der aktuellen Einschränkungen in vielen Ländern durch die Ausbreitung des Corona-Virus wurde NO TIME TO DIE vom 02. April auf den 12. November 2020 verschoben:

MGM, Universal and Bond producers, Michael G. Wilson and Barbara Broccoli, announced today that after careful consideration and thorough evaluation of the global theatrical marketplace, the release of No Time To Die will be postponed until November 2020. The film will be released in the U.K. on November 12, 2020 with worldwide release dates to follow, including the US launch on November 25, 2020.

Sonntag, 23. Februar 2020

A Déjà View to an Overkill


                                                   "London calling, and I don't want to shout,
                                              But when we were talking I saw you nodding out."
                                                                                                                    (London Calling, The Clash)
 


Bond-Marathon #21: DIE ANOTHER DAY (2002)



Die Another Day, Mojito2002 traf der 20. Bondfilm der Produktionsfirma Eon Productions auf das 50jährige Jubiläum der Filmreihe. Das nahm man zum Anlass, Hommagen an frühere Filme und auch den literarischen Ursprung der Figur einzubauen. An sich keine schlechte Idee, schon THE LIVING DAYLIGHTS (Der Hauch des Todes, 1987) hatte als 15. Film zum 25jährigen Jubiläum ein paar dezente Hinweise auf frühere Filme und auch die Romane. Unter der Regie des Neuseeländers Lee Tamahori uferte diese Herangehensweise dann allerdings ebenso aus wie der Ansatz, mal wieder einen etwas phantastischer und überlebensgroß angehauchten Bondfilm zu schaffen.

Der ganze Film wirkt letztlich eher wie eine große Jubiläums-Party, die mit zunehmender Stunde aus dem Ruder läuft und den Sinn für das Angemessene verliert. Erhielt Stirb an einem anderen Tag kurz nach seinem Start noch viele wohlwollende Besprechungen, setzte dann aber schnell eine Katerstimmung ein.

Was genau ging schief mit DIE ANOTHER DAY, und wie wirkt der Film mit einem Abstand von fast zwei Jahrzehnten?


Freitag, 21. Februar 2020

Neues Poster für KEINE ZEIT ZU STERBEN

Auf der offiziellen Seiten 007.com wurde ein neues Poster zu NO TIME TO DIE (Keine Zeit zu sterben) veröffentlicht, der am 2. April 2020 in die Kinos kommt. Ob es sich um das finale Filmplakat handelt, und/oder den Gewinner des Poster-Wettbewerbs, für den Daniel Craig geworben hatte, ist noch unklar.
Mir gefällt das Motiv diesmal sehr gut. Es ist grafisch sehr interessant. Daniel Craig erinnert hier ein bisschen an Steve McQueen.

James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben offizielles Poster

Donnerstag, 13. Februar 2020

NO TIME TO DIE von Billie Eilish veröffentlicht

Und da ist er nun endlich, der Titelsong von Billie Eilish, No Time To Die:


Eine klassische Ballade im Stil von Skyfall.

Königsmord in Öl


           "There's no point in living
                                                           If you can't feel alive!"
                                                                                                                       (The World is not Enough, Garbage)
 


Bond-Marathon #20: THE WORLD IS NOT ENOUGH (1999)


Mit dem dritten Bondfilm mit Pierce Brosnan, Die Welt ist nicht genug, kehrte man nach dem kühl und actionlastig gestalteten Vorgänger wieder zurück zu einer klassischen Bond-Atmosphäre, variierte aber gekonnt Klischees der Formel. Zudem setzte man auch Motive aus Brosnans erfolgreichen Debüt GoldenEye fort, etwa mit Schauplätzen in der ehemaligen Sowjetunion, Gegenspielern aus dem Ex-KGB-Umfeld, der Freund/Feind-Thematik oder der Rückkehr von Valentin Zukovski.

Die Welt ist nicht genug markiert das Debüt für das Autorenduo Neal Purvis und Robert Wade (PLUNKETT & MACLEANE), die Bond statt Maschinengewehr wieder die altbewährte Walther gaben und ihn sowohl beruflich als auch menschlich mehr herausforderten. Dementsprechend war das Echo der meisten Kritiker und Fans zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weitgehend positiv, und Purvis & Wade schrieben seitdem an jedem Bondfilm mit. Wie wirkt THE WORLD IS NOT ENOUGH, der zahlreiche Elemente der späteren Daniel-Craig-Ära vorwegnahm, heute?


Donnerstag, 6. Februar 2020

Quotenkrieger


                                                       "The truth is now what I say!
                                                 I've taken care of yesterday!"
                                                                                                                                  (Surrender, k.d. lang)
 


Bond-Marathon #19: TOMORROW NEVER DIES (1997)


Carver ChampaignFake News, die nicht nur den Kurs von Schiffen, sondern auch den von ganzen Ländern beeinflussen; Regierungen, die durch veröffentlichte Videos zu Fall gebracht werden; China als Supermacht in einem neuen kalten Krieg, der eigentlich von Handelsinteressen gesteuert wird; Handy-Apps, die Autos steuern,  ... TOMORROW NEVER DIES (Der Morgen stirbt nie, 1997) unter der Regie von Roger Spottiswoode (UNDER FIRE, AIR AMERICA) hatte den Stoff, aus dem die Zukunft ist. Von falschen oder unterschlagenen Meldungen ausgelöste Krisen und versuchte Manipulationen über Massenmedien gehören mittlerweile zum Alltag.

Dabei spiegelt die Grundidee im zweiten Brosnan-Bondfilm, bei der eine Weltkrise wegen Quoten und Lizenzen ausgelöst wird, auch die Krise in Bonds Welt Anfang der 1990er wider. Der Medienmogul Kirk Kerkorian, der das Studio MGM wie einen Poker-Einsatz benutzte, brachte durch einen erneuten Verkauf die Rechte am Bond-Franchise in Gefahr, das wie Wai Lin im Finale an das Studio gekettet war. Bond rettete nicht nur auf der Leinwand wieder einmal die Welt, sondern durch seinen Erfolg auch das Studio. Doch die Produktionsumstände forderten einige Tribute.


Donnerstag, 30. Januar 2020

Eine neue Welt


                                                   "You'll never know how I watched you
                                                 From the shadows as a child!"
                                                                                                               (GoldenEye, Tina Turner)
 


Bond-Marathon #18: GOLDENEYE (1995)


Anfang der 1990er Jahre trafen drei Faktoren zusammen, die voneinander unabhängig waren, aber alle dazu beitrugen, dass James Bond als Franchise in Frage gestellt wurde: Die stetig sinkenden Zuschauerzahlen der 80er Jahre und die finanzielle Enttäuschung von Lizenz zum Töten - vor allem in Verbindung mit dem Aufstieg anderer Actionfranchises. Dazu kamen ein Gerichtsstreit um die Rechte an den Bondfilmen und schließlich der Fall der Mauer und das Ende des Kalten Krieges. Zum ersten Mal seit Ende der 1960er Jahre schien es nicht mehr selbstverständlich, dass es einen neuen Bondfilm geben wird, oder überhaupt geben sollte.


Aber wie so oft sind Krisen auch Chancen. Manchmal lernt man etwas erst zu schätzen, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist. In dieser bondlosen Zeit wurde ich erst zum Fan. Auch viele andere Zuschauer besannen sich ihrer Kindheitserinnerungen, und zahlreiche Fanclubs wurden gegründet. Nicht zuletzt bedeutete die Krise auch für Pierce Brosnan einen Glücksfall, nachdem er als 1986 bereits der Presse vorgestellter Bond nun eine zweite Chance erhielt. Dementsprechend lasteten enorme Erwartungen und Hoffnungen auf GOLDENEYE, dem ersten Bondfilm der 1990er Jahre. Konnte der Film einer veränderten Welt - filmisch wie politisch - gerecht werden?

Sonntag, 19. Januar 2020

Agent im Ausnahmezustand


                                               "Think you need a friend to stay here by your side?
                                                         Yes, you do!"
                                                                                                               (Licence To Kill, Gladys Knight)
 


Bond-Marathon #17: LICENCE TO KILL (1989)

Lizenz zum Töten, Q-GadgetsWas ist James Bond ohne 007? Ohne seine Lizenz zum Töten? Ist es nur eine Nummer oder ein Teil seiner Identität, die ihn von anderen Actionelden abhebt? Bonds Erlaubnis, das Unerlaubte zu tun, war von Anfang an eine der Attraktionen der Reihe. Schon der erste Bondfilm DR. NO warb damit auf dem Plakat: The double "O" means he has a license to kill when he chooses...where he chooses...whom he chooses! In Italien hieß DR. NO sogar übersetzt Lizenz zum Töten, weshalb LICENCE TO KILL dort den (passenderen) Titel Vendetta Privata erhielt.

Die Frage stellt sich auch angesichts des kommenden Bondfilms NO TIME TO DIE, der Bond im Ruhestand und eine Nachfolgerin in der Doppelnull-Abteilung zeigt. Vor etwas mehr als 30 Jahren hatte mit LICENCE TO KILL (Lizenz zum Töten) erstmals ein Bondfilm den Mut, die etablierte Bondformel kräftig zu schütteln, Bond einfach mal seine Lizenz zu entziehen und einen gewagten Genre-Mix zu präsentieren - irgendwo zwischen Buddy-Movie, Neo-Western und 'Rape and Revenge'-Thriller. War Lizenz zum Töten ein zu später und missglückter Modernisierungsversuch oder seiner Zeit zu weit voraus?


Montag, 13. Januar 2020

Offiziell: Hans Zimmer komponiert die Musik zu KEINE ZEIT ZU STERBEN

Es wurde bereits vermeldet, nun hat es die offizielle Seite 007.com bestätigt: Hans Zimmer to score No Time To Die:

Hans Zimmer, Komponist des Soundtracks zu 'Keine Zeit zu sterben'
(wikipedia)
“It’s a dream come true to be working with the legendary composer Hans Zimmer on our twenty- fifth James Bond film, No Time To Die,” said producers Michael G. Wilson and Barbara Broccoli. While director Cary Joji Fukunaga echoed their statement, “I’m beyond excited that Hans is scoring No Time To Die. The music of Bond has always been iconic and I’ve already witnessed Hans adding his touch of genius to the Bond legacy.”

Bisher wurde spekuliert, dass Dan Romer die Musik zum Film beisteuert, da er mehrmals mit Regisseur Cary Fukunaga zusammengearbeitet hatte. Die Wahl des gebürtigen Frankfurters Hans Zimmer, der zu den etabliertesten und meist beschäftigten Komponisten in Hollywood gehört, überrascht viele Fans. Zimmer erhielt erstmal eine Oscar-Nominierung für RAIN MAN (1989) und gewann den Preis dann für THE LION KING (1995). Seit BACKDRAFT (1991) gilt er als Spezialist für Actionfilme.

EDIT: Bestätigt wurde nun US-Singer-Songwriter Billie Eilish für den Titelsong. 


Dienstag, 31. Dezember 2019

Neues Jahrzehnt - neues Glück

Bond & Beyond wünscht allen Lesern und Bondfans einen angenehmen Jahresausklang und alles Gute im Bondjahr 2020!



Sonntag, 29. Dezember 2019

Der vierte Mann


                                      "Comes the morning and the headlights fade away,
                                                 Hundred thousand people, I'm the one they blame."
                                                                                                                                            (The Living Daylights, a-ha)
 

Bond-Marathon #16: THE LIVING DAYLIGHTS (1987)


The Living Daylights, 1987 - Symbolbild Champagner in der OperMit dem Waliser Timothy Peter Dalton betrat ein Bonddarsteller die Bühne, der wie kein anderer vor und nach ihm den Fokus auf die literarische Ursprünge der Figur richtete. Dalton faszinierte der Charakter, der in den Büchern von Ian Fleming beschrieben ist, und von dem man sich in den Filmen inzwischen oft weit entfernt hatte. Er wollte Bond wieder mehr zu dieser Ernsthaftigkeit und Widersprüchlichkeit zurückführen, weg vom selbstironischen Superhelden.

Doch diesem Ansatz stand der Mythos, den die Filme über 25 Jahre mittlerweile selbst geschaffen hatten, im Weg. Beanstandeten die Kritiker seinerzeit Connerys frauenverschleißendes Machismo und Moore augenzwinkernde Ironie, vermissten viele nun beides in der Darstellung von Timothy Dalton - obwohl Dalton von genau diesen Dingen bewusst Abstand nehmen wollte. Sein fulminantes Debüt als 007 schwankt in der heutigen Wahrnehmung daher zwischen Geheimtipp und "Netter Versuch".


Samstag, 21. Dezember 2019

Das erste Jahr der Zukunft


Zurück in die Zukunft 2 und Filme von 19891989... George Bush leitet das Ende der Ära Reagan ein, sowjetische Truppen rücken endgültig aus Afghanistan ab, Nintendo bringt den Game Boy auf den Markt, in Berlin startet die erste Love Parade unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ und in vielen Staaten der sogenannten zweiten Welt gehen Menschen in Massen für mehr Freiheit auf die Straßen. Veränderungen und die Lust auf etwas Neues liegen in der Luft.

Das ist auch in der Film- und Fernsehlandschaft von 1989 zu spüren. Nicht nur BACK TO THE FUTURE II (Zurück in die Zukunft II) - der vor 30 Jahren in die deutschen Kinos kam - wagte einen erstaunlichen Blick in die Zukunft, auch andere Trends und Ideen wirken vorausschauend und visionär – in guter wie weniger guter Hinsicht. Vom ersten postmodernen Bondfilm über einen der größten Meilensteine des Superheldengenres bis hin zum Urknall der Indie-Bewegung, dem Beginn der Disney-Renaissance und wegweisenden TV-Erfindungen.

Lust auf einen kleinen Rückblick auf die Zukunft? "How far we go? - About thirty years..."

Dienstag, 3. Dezember 2019

Der große Abschied


                                                   "Dance into the fire
                                               To fatal sounds of broken dreams."
                                                                                                          (A View To A Kill, Duran Duran)
 


Bond-Marathon #15: A VIEW TO A KILL (1985)


A View To A Kill, Iceberg Submarine
Mit seinem siebten Bondfilm A VIEW TO A KILL (Im Angesicht des Todes, 1985) verabschiedete sich Sir Roger Moore nach 12 Dienstjahren von der Rolle des James Bond 007. Auch für Lois Maxwell, die als Miss Moneypenny mit drei verschiedenen Bonddarstellern flirtete, war es der letzte Auftritt. In gewisser Weise endete damit eine Kontinuität der Filme seit 1962.

Mit Roger Moore nahm aber nicht nur ein Gentleman-Spion seinen Hut, sondern auch eine gewisse augenzwinkernde Überlebensgröße, die ich mit dem nostalgischen Gefühl von Samstag-Abenden vor dem Fernseher verbinde. Zudem hatte man mit Roger Moore einen eigenständigen Bond geschaffen, der dem der 1960er ebenbürtig ist, mit eigener Automarke, Gewohnheiten und Auslegung. Nach Roger Moore orientierte sich wieder jeder Darsteller an Sean Connerys Darstellung. Obwohl der Konkurrenz-Bond Sag niemals nie an der Kinokasse unterlag, trug er so in gewisser Weise doch auf lange Sicht einen Sieg davon, indem der connery-eske Bond auch in der Eon-Filmreihe als der Bessere gefeiert wurde.


Sonntag, 10. November 2019

R wie Rache

                                                    "Forget about long-range plans
                                                 'Cause this man's got his own."
                                                                                                               (Never Say Never Again, Lani Hall)
 


Bond-Marathon #14: NEVER SAY NEVER AGAIN (1983)


NEVER SAY NEVER AGAIN (Sag niemals nie, 1983) ist ein Unikum in der Filmgeschichte: Ein James-Bond-Film, der unabhängig von der Produktionsfirma EON Productions entstand. (CASINO ROYALE von 1967 zählt nicht wirklich als ernsthafter Bondfilm.) Womöglich wird er das aber nicht bleiben, wenn in ein paar Jahrzehnten die Buchrechte öffentlich verfügbar werden, wie jetzt schon in Kanada.

Durch intensive und langjährige Rechtsstreitigkeiten musste der Film einerseits auf viele Elemente verzichten, die mittlerweile bondtypisch waren, weshalb er es bei vielen Fans auch recht schwer hat. Andererseits musste er sich eng an die Handlung des Romans Feuerball halten, der 1965 mit THUNDERBALL schon kongenial verfilmt worden war. Somit ist es auch schwierig, ihn in seinem Außenseiterstatus möglichst unvoreingenommen zu bewerten. Was ich hiermit aber trotzdem versuchen möchte.


Samstag, 19. Oktober 2019

Tod eines Clowns

                                                   "So hold on tight,
                                                 Let the flight begin."
                                                                                                    (All Time High, Rita Coolidge)
 


Bond-Marathon #13: OCTOPUSSY (1983)


Nachdem John Glen mit seinen Einstand FOR YOUR EYES ONLY in gewisser Weise die Anti-These zu MOONRAKER geliefert hatte, folgte mit seiner zweiten Bond-Regie OCTOPUSSY nun der Versuch der Synthese. Die Verschmelzung zweier sehr unterschiedlicher Welten: Die des Klamauks und der unbeschwerten Unterhaltung mit der des gnadenlosen Agenten-Alltags im Krieg der Systeme. Der Agent sozusagen als Clown in der internationalen Manege.

Ein Ansatz, ebenso gewagt wie der Titel des Films an sich. John Glen schuf damit den erfolgreichsten Film seiner gesamten Karriere, und einen der beliebtesten Roger-Moore-Bondfiilme. Aber funktioniert die explosive Mischung auch heute noch?







Samstag, 12. Oktober 2019

Der ewige Joker


Batman wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Zelebriert wird das Jubiläum mit einem Film, der einen ähnlich phänomenalen Erfolg hat wie Christopher Nolans THE DARK KNIGHT 2008: JOKER, unter der Regie von Todd Phillips. Der Film erhielt den Goldenen Löwen der diesjährigen Filmfestspiele von Venedig, was für einen im Superhelden-Comic-Universum angesiedelten Film ebenso ungewöhnlich ist wie der Oscar für Heath Ledger. Auch Joaquin Phoenix wird für seine Darstellung als Oscar-Kandidat gehandelt.

Mittlerweile hat man ein bisschen den Eindruck, dass die Schurken das Batman-Universum übernommen haben. Batman selbst, beziehungsweise sein Alter Ego Bruce Wayne, ist dabei oft nur noch Gast und Nebendarsteller in seiner eigenen Welt. Wie in SUICIDE SQUAD, der Serie Gotham und jetzt in JOKER. Auch in den DC-Ensemblefilmen, die Marvel nacheifern, ist Batman als einziger Normalo unter echten Superhelden eher geduldeter Außenseiter. Was paradox ist, denn eigentlich ist er der größte Trumpf von DC.

Ein Schicksal, das auch dem über fünfzigjährigen Bond-Franchise in Zukunft widerfahren kann? Oder wären Origin-Filme für Gegenspieler wie Blofeld, Goldfinger oder Silva auch hier eine Chance?


Freitag, 27. September 2019

007 XXS - 50 Jahre James Bond - Im Geheimdienst Ihrer Majestät

007 XXS - 50 Jahre James Bond 007: Im Geheimdienst Ihrer Majestät
Der Braunschweiger James-Bond-Experte Danny Morgenstern präsentierte am vergangenen Wochenende den zehnten Band der Reihe 007 XXS, diesmal zum 50jährigen Jubiläum von ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (Im Geheimdienst Ihrer Majestät) von 1969. Begleitend zum Buch-Release gab es den Film auf der großen Leinwand zu erleben, der visuell und vor allem sound-technisch nie besser wirkte. Dazu ein sehr gelungenes Rahmenprogramm mit gleich drei Gaststars: Terence Mountain und Derek Lyons, zwei Schauspiel-Veteranen, die im Film mitwirkten, sowie Brigitte Millar, die in SPECTRE eine Spectre-Agentin spielte, die an Irma Bunt erinnert.





Talkrunde mit Terence Mountain,
Derek Lyons und Brigitte Millar
Terence Mountain ist in Im Geheimdienst Ihrer Majestät als Raphael zu sehen, ein vermeintlicher Killer, der sich später als einer der Guten erweist. Auch im darauffolgenden Diamantenfieber war er wieder mit dabei.

Derek Lyons hat neben Auftritten in Bondfilmen eine sehr beachtliche Karriere vorzuweisen, angefangen mit der finalen Szene in STAR WARS über Indiana-Jones- und Superman-Filme.

Brigitte Millar als Dr. VogelBrigitte Millar wird als Dr. Vogel Gerüchten zufolge auch in NO TIME TO DIE mitwirken.

Die drei Gäste erzählten im Interview sehr interessante Erinnerungen und Anekdoten zu den Dreharbeiten. Nach der Vorführung gab es eine Autogrammstunde sowie eine After-Show-Party mit Live-Musik. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die wieder Lust macht auf nächstes Jahr und die noch folgenden mindestens 15 Events!

Das Buch präsentiert wie immer im handlichen Format eine beeindruckende und faszinierende Sammlung von Informationen und Wissenswertem rund um ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE.

Samstag, 31. August 2019

Die neue Sachlichkeit

                                                    "You can see so much in me.
                                                 So much in me that's new."
                                                                                                         (For Your Eyes Only, Sheena Easton)
 


Bond-Marathon #12: FOR YOUR EYES ONLY (1981)


'Time to face gravity' - Nach seinem Ausflug in die Schwerelosigkeit musste sich Bond nun wieder mit den irdischen Konflikten des Kalten Krieges auseinandersetzen. Regie führte dabei ein Regisseur, dessen Name an einen Astronauten erinnert. John Glen arbeitete als Cutter bereits am Film-Noir-Klassiker THE THIRD MAN (Der dritte Mann, 1949) und zahlreichen Bondfilmen mit, darunter ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (Im Geheimdienst Ihrer Majestät, 1969).

Obwohl er als Regisseur der Second Unit bereits ganze Sequenzen in Bondfilmen inszeniert hatte - darunter die ikonische Vortitelsequenz von THE SPY WHO LOVED ME (Der Spion, der mich liebte, 1977) - engagierte Albert R. Broccoli ihn erst auf Empfehlung von Geheimdienst-Regisseur Peter Hunt. FOR YOUR EYES ONLY ist somit der bisher einzige Bondfilm, der ein Kino-Regie-Debüt darstellt. John Glen überzeugte den Produzenten schließlich derart, dass er auch die Regie für die vier darauffolgenden Bondfilme übernehmen durfte und damit das gesamte Jahrzehnt der 1980er prägte.

Aber kann der Film auch in der Craig-Ära noch überzeugen?


Sonntag, 25. August 2019

Zukunft, schwarz

Für den Titel des neuen Bondfilms, NO TIME TO DIE, wählte Eon Productions eine ungewöhnliche Schriftart, die Futura Black. Sie erinnert vor allem an Platten- und Serientitel aus den 1970er Jahren, obwohl sie tatsächlich genau 90 Jahre alt ist und von einem Deutschen entwickelt wurde. Paul Renner wurde 1878 in Wernigerode geboren und war in Berlin und Frankfurt tätig. Futura Black designte er 1929 als Variante der Futura. Obwohl Renner nicht direkt mit der Bauhaus-Bewegung verbunden war, wird seine Schriftart oft mit diesem Design und der Zeit des Modernismus assoziiert. (Tatsächlich gibt es mit Dessau Stenzil sogar eine sehr ähnliche Schriftart, die auf den Sitz des Bauhauses verweist.) Insofern ist der Titel auch eine schöne Anspielung auf die Bauhaus-Bewegung, die in diesem Jahr hundertjähriges Jubiläum hat.

In Verbindung mit dem Wort 'Time' ist Futura Black im Wortsinn recht passend. Es ist zudem eine Schablonenschrift, die schnell aufgesprüht werden kann und daher sehr häufig vom Militär benutzt wird. Auch das passt zu Bonds Rückkehr in den aktiven Staatsdienst. Auffällig ist zudem, dass die Worte 'NO' und 'TO' eigentlich förmlich danach schreien, ähnlich wie bei CASINO ROYALE und QUANTUM OF SOLACE zum klassischen 007-Logo verbunden zu werden, die Schriftart diese Assoziation aber unterbindet. Wenn man bedenkt, dass die Codenummer 007 im Film eine andere Agentin erhält, könnte auch das Absicht sein.

Sonntag, 11. August 2019

Anflug auf die Meta-Ebene

                                                    "Where are you? When will we meet?
                                             Take my unfinished life and make it complete!"
                                                                                                                                         (Moonraker, Shirley Bassey)
 


Bond-Marathon #11: MOONRAKER (1979)


Vor vierzig Jahren gelang es einem Bondfilm zum letzten Mal, zum weltweit erfolgreichsten Film des Jahres zu werden.* Davor schafften das nur drei Bondfilme mit Sean Connery. Und tatsächlich ist MOONRAKER wie eine Messe für Spezialeffekte und Stunts. 1979 gab es in puncto Aufwand und Sensationen nichts vergleichbares im Kino zu bestaunen. Seitdem dominieren andere Franchises das Box Office, gegen die selbst Event-Bonds wie CASINO ROYALE oder SKYFALL nicht mehr ankommen.

Nach MOONRAKER wurden die Bondfilme realitätsnaher und wieder getreuer der literarischen Vorlage. Sie wurden tiefsinniger und anspruchsvoller, überraschender und action-reicher, aber eins wurden sie nie wieder: Größer!



Samstag, 10. August 2019

James Bond jagt 007

Nachdem sich die Aufregung um die (noch unbestätigte) Meldung etwas gelegt hat, dass die britische Schauspielerin Lashana Lynch im Film als Agentin die Nummer 007 bekommen hat, da sich Bond im Ruhestand befindet, gibt es neue Gerüchte um Titel und Handlung des 25. EON-Bondfilms. Um was handelt es sich dabei, und welche Rückschlüsse lässt das auf den Film zu?

(Nachfolgender Text beinhaltet mögliche Spoiler! Lesen auf eigene Gefahr.)


Mittwoch, 17. Juli 2019

Girls und Göttinnen

Beim chronologischen Anschauen der James-Bond-Filme fällt auf, wie wenig die weiblichen Hauptrollen der Bondfilme der Sechziger Jahre dem gängigen Klischee von schutzbedürftigen Bikini-Miezen entsprechen, die viel an Körbchengröße bei einem Minimum an Köpfchen zu bieten haben. Auffallend sind dabei die jeweiligen Einführungsszenen der Darstellerinnen, die bei meinem Bond-Marathon eine eigene Bewertungskategorie bilden.

Die Auftritte der Leading Ladies sind in den Sechzigern Ereignisse, nach denen der Film nicht mehr derselbe ist. Und das selbst in einer völlig durchgeknallten Parodie wie CASINO ROYALE (1967), die Jahrzehnte vor SKYFALL eine an Attraktivität allen anderen Bondgirls mindestens ebenbürtige Moneypenny in Action zeigt. Ernüchternd sind im Vergleich vor allem die frühen Siebziger, aber auch später in der Serie wurde diese filmische Qualität selten wieder erreicht.



Dienstag, 25. Juni 2019

Alles auf 7

                                                    "There's some kind of magic inside you
                                               That keeps me from runnin'."
                                                                                                                                         (Nobody Does It Better, Carly Simon)
 


Bond-Marathon #10: THE SPY WHO LOVED ME (1977)




Vor kurzem veröffentliche indiewire 30 Filme, die Star-Regisseur Christopher Nolan maßgeblich beeinflusst haben, darunter Der Spion, der mich liebte. Nolan nannte ihn als Musterbeispiel für die überwältigende und gleichzeitig glaubwürdig erscheinende Überlebensgröße der Bondfilme. Aus dem Grund war dieser Jahrgang auch lange Zeit mein absoluter Favorit. Aber kann er auch noch beim gefühlten 77. Mal begeistern?




Am Set von Bond 25 in Jamaika

Die offizielle 007-Seite veröffentlichte heute einen kurzen Clip mit Impressionen vom Dreh in Jamaika:


Freitag, 17. Mai 2019

Insel der dunklen Träume

                                                    "Lurking in some darkened doorway,
                                             Or crouched on a rooftop somewhere."
                                                                                                                                         (The Man with the Golden Gun, Lulu)
 


Bond-Marathon #9: THE MAN WITH THE GOLDEN GUN (1974)


Nach dem erfolgreichen Debüt von Roger Moore drängte die Produktionsfirma auf einen möglichst schnell gedrehten Nachfolgefilm. Man entschied sich für Ian Flemings letzten Roman The Man with the Golden Gun und ließ sich für die Dreharbeiten nur ein gutes Jahr Zeit.

Während das in den Sechzigern sehr gut funktionierte, macht sich hier der Zeitmangel häufig eher nachteilig bemerkbar. Aus Flemings schwächsten Roman wurde ein Film, der im Vergleich zu anderen Bondfilmen in vielen Aspekten eine Nummer kleiner wirkt.







Donnerstag, 25. April 2019

Rami Malek und weiterer Cast bestätigt

Rami Malek, the new Bond villain
Rami Malek 2015 (Quelle)
In einem live gestreamten Event im jamaikanischen Goldeneye-Ressort - dem Geburtsort des literarischen James Bond - wurden Besetzung, Stab und Synopsis des 25. EON-Bondfilms bekanntgegeben. Der Titel wurde dagegen noch nicht verraten. Die Gerüchte um Rami Said Malek haben sich bestätigt, er wird mit großer Wahrscheinlichkeit den Gegenspieler verkörpern.

Zur etablierten MI6-Crew um Naomie Harris, Ralph Fiennes, Rory Kinnear und Ben Wishaw kommen neben Malek auch wieder 'Felix Leiter' Jeffrey Wright, die Kubanerin Ana de Arnas (BLADE RUNNER 2049, WAR DOGS), Lashana Lynch, Dali Benssalah, der Schwede David Dencik (McMafia) sowie Billy Magnussen (Maniac, Black Mirror), der Gerüchten zufolge einen CIA-Agenten spielen soll.

Zur Handlung wurde folgendes veröffentlicht (Spoiler):





Bond has left active service and is enjoying a tranquil life in Jamaica. His peace is short-lived when his old friend Felix Leiter from the CIA turns up asking for help. The mission to rescue a kidnapped scientist turns out to be far more treacherous than expected, leading Bond onto the trail of a mysterious villain armed with dangerous new technology.


Bond ist am Anfang des Films in einem Haus auf Jamaika zu sehen. Felix Leiter taucht auf und bittet ihn um einen Gefallen. Eine Situation, die an das Treffen zwischen Bond und René Mathis in QUANTUM OF SOLACE erinnert. Hier ist es Mathis, der sich mit seiner Freundin am Meer zur Ruhe gesetzt hat und von Bond um Hilfe gebeten wird. Für Mathis war es das letzte Gefecht, für Bond hoffentlich nicht.

Hier das Video des Events:


Mittwoch, 24. April 2019

Bond-25-News morgen!

Morgen um 14:10 Uhr werden in einer Live-Übertragung vom Drehort in Jamaika offizielle Informationen zum neuen James-Bond-Film bekanntgegeben, vor allem die Besetzung, eventuell auch Synopsis und Titel. Nach der Bekanntgabe stehen die Schauspieler sowie Regisseur und Produzenten für Fragen von Zuschauern zur Verfügung.

Sonntag, 21. April 2019

Hochleben lassen

                                          "When you got a job to do you got to do it well,
                                                You got to give the other fella hell."
                                                                                                                                     (Live and let die, Paul McCartney & Wings)
 

Bond-Marathon #8: LIVE AND LET DIE (1973)


Immer wieder einmal gibt es Bondfilme, die stärker als andere in die Populärkultur einfließen und jugendliche Zuschauer eindringlicher prägten. LIVE AND LET DIE ist einer davon. Sowohl für Daniel Craig als auch Regisseur Sam Mendes war es beispielsweise der erste Bond im Kino, was man in der Vortitelsequenz von SPECTRE deutlich spürt. Aber auch in der Kommodo-Waran-Szene in SKYFALL.

Der Film hat nicht nur einen zum Meme gewordenen Titel - der ein berühmtes Zitat aus Schillers Wallensteins Lager variiert - und einen grandiosen Titelsong dazu, sondern auch eine einzigartige Atmosphäre und zahlreiche ikonische Einfälle, Stunts und Figuren.



Dienstag, 9. April 2019

Landung in den Siebzigern

                                          "Men are mere mortals who
                                   Are not worth going to your grave for."
                                                                                                 (Diamonds Are Forever, Shirley Bassey)




Bond-Marathon #7: DIAMONDS ARE FOREVER (1971)


Diamantenfieber, Moonbuggy und SherryEON, we have a problem! Nach dem Ausstieg von Sean Connery mitten im Franchise-Höhenflug, den etwa um die Hälfte eingebrochenen Einspielergebnissen und den eher verhaltenen Kritiken zu ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE stand die Frage im Raum, ob James Bond in den 1970ern noch zeitgemäß ist. Man reagierte vor allem mit zwei Strategien auf diese partielle Verfinsterung: Zum mit einer deutlichen Fixierung auf den US-Markt. Um ein Haar wäre sogar 007 selbst amerikanisiert worden, mit John Gavin, der bereits einen unterschriebenen Vertrag hatte. Zum anderen mit einer ebenfalls deutlichen selbstironischen Distanzierung.

GOLDFINGER-Regisseur Guy Hamilton sollte 007 wieder in vertraute Sphären steuern.


Donnerstag, 4. April 2019

Bond 25 - Eine Theorie

Die Dreharbeiten zum neuen Bondfilm sind im kalten Norwegen mittlerweile in der heißen Phase angekommen (siehe hier, Spoilerwarnung!) Weitergehen soll es in Italien - hier speziell in Matera, Griechenland sowie erstmals seit LIVE AND LET DIE 1973 wieder Jamaika, dem Geburtsort von James Bond.

Die übliche Pressekonferenz zu Beginn der Dreharbeiten ist allerdings noch nicht in Sicht. Auch ein Bild mit einer Filmklappe, die es bei den Drehs der letzten Bondfilme bei jedem neuen Drehort gab, ist nicht aufgetaucht. Scheinbar hält man sich mit Details diesmal mehr zurück als sonst.

Spekulationen zur Handlung sind für eine Seite wie diese immer etwas heikel und können nach hinten losgehen, wenn sie sich als falsch erweisen. Trotzdem möchte ich hier mal eine Theorie darstellen, die ich auch für recht reizvoll halte, und für die es aus meiner Sicht auch einige Indizien gibt. Je nachdem, wie richtig sie liegt, könnte sie Spoiler enthalten.


Mittwoch, 27. März 2019

Auf dem Gipfel

                                         "Every Step off the way we'll find us,
                                   With the Cares of the World far behind us."
                                                                                                 (We Have All the Time in the World, Louis Armstrong)




Wodka Martini mit Sanduhr
Bond-Marathon #6: ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (1969)

Wenn man die Bondfilme der 1960er Jahre hintereinander sieht, dann wirkt ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE wie das, was SPECTRE sein wollte: Die epic conclusion einer ganzen Ära. Obwohl in beiden Fällen nicht im Voraus geplant, funktionieren die Anspielungen auf frühere Abenteuer sowohl innerhalb der Handlung als auch in der Titel-Animation im 1969er Film wesentlich besser.

Aber kann der Fan-Liebling in der Analyse seiner Einzelteile seine Position verteidigen?


Donnerstag, 7. März 2019

A Nightmare on Bond Street

                                           "The formula is safe with old double-o-seven.
                                       He's got a red-head in his arms."
                                                                                      (Herb Alpert, Casino Royale)


Bond-Marathon #005,5: CASINO ROYALE (1967)

8-mm-Schmalfilm-Version von CASINO ROYALE
CASINO ROYALE von 1967 gilt für den Großteil der Zuschauer und Fans nicht als echter James-Bond-Film. Und das, obwohl die einzelnen Zutaten sehr hochwertig sind. James Bond 007 wird hier vom oscar-prämierten David Niven verkörpert, der als britischer Gentleman schlechthin galt. Niven wurde von Ian Fleming persönlich für die Rolle vorgeschlagen und sogar in einem seiner Romane verewigt. Und er diente im Krieg in einer Spezialeinheit und war an der Rettung von Marlene Dietrich beteiligt. Den Gegenspieler gibt kein Geringerer als Orson Welles, der auch als Goldfinger im Gespräch war, aber sich als zu teuer erwies. Dazu kommt eine selten übertroffene Riege an Stars, eine wunderschöne Moneypenny, M und Q samt futuristischer Gadgets. Ein Song, der eine Oscar-Nominierung erhielt und nicht zuletzt eine Plakat-Kampagne, die an Kreativität die der letzten drei Bondfilme zusammen übertrifft. Der Film ist völlig übertrieben und eher eine Parodie, aber sind das etwa MOONRAKER oder DIE ANOTHER DAY nicht auch?

Ein zweiter Blick auf den verrücktesten Bondfilm aller Zeiten.


Mittwoch, 6. März 2019

Die unheimliche Macht der Fans

Hier möchte ich einen Film eines Freundes vorstellen, bei dem ich am Drehbuch mitgewirkt habe. Es geht ausnahmsweise mal nicht um Bond, sondern um die faszinierende Folge USS Callister der britischen Anthologieserie Black Mirror. Eine Serie, die sich zu meinem Favoriten in der jüngeren TV-Landschaft gemausert hat. Da auf diesem Kanal noch mehr erscheinen wird, würden wir uns über ein Like oder auch ein Abonnement freuen! Viel Spaß!







Der Film enthält ein paar Spoiler.

Donnerstag, 28. Februar 2019

Schmetterhände leben zweimal

Dr. Shatterhand in Ian Fleming 'You Only Live Twice'Zur Zeit berichten zahlreiche Filmportale, dass der Arbeitstitel von Bond 25 SHATTERHAND sein soll. Noch ist das bisher alles andere als offiziell, und dieser Titel geistert gerüchteweise schon seit geraumer Zeit durch die Medien (siehe dazu hier und hier). Trotzdem ist es ein Titel, der mehr oder weniger auf Ian Fleming zurückgeht und daher grundsätzlich eine Option für Bond 25 oder einen zukünftigen Bondfilm sein könnte.

Was spricht dafür, was dagegen?


Freitag, 22. Februar 2019

Soundtrack-Kritik: THE WORLD IS NOT ENOUGH

2019 begann mit einem dezenten 1999-Feeling. La-La Land Records schickte die Limited Edition der Filmmusik zu THE WORLD IS NOT ENOUGH. Ein 2-CD-Set mit einem sehr schön und informativ gestalteten Booklet, das Hintergründe zu Musik und Komponist liefert.

David Arnolds Musik für den 19. James-Bond-Film der Produktionsfirma EON war seine zweite Arbeit für Bond. Die auf 5000 Stück limitierte Sonderausgabe enthält einige sehr interessante Titel und auch Demoversionen, die vorher nicht veröffentlicht wurden.


Sonntag, 3. Februar 2019

Bond 25 in Norwegen, Italien und Griechenland?

Der neue James-Bond-Film kommt langsam in die heiße Phase, mit noch vier Wochen bis zum Drehbeginn. Nach Norwegen taucht nun auch Italien - hier speziell Matura - gerüchteweise auf, sowie das spanische Cadiz, das bereits in DIE ANOTHER DAY (Stirb an einem anderen Tag, 2002) Havanna doubelte. Auch diesmal sollen die beiden Locations den Handlungsort Tunesien darstellen. Dazu kommt ganz frisch Griechenland, mit dem SNFCC (Stavros Niarchos Foundation Cultural Center) in Athen.

Besetzungstechnisch werden in der Presse Emma Stone und Dakota Johnson genannt, beides US-Amerikanerinnen. Emma Stone erhielt 2017 für LA-LA LAND einen Oscar und arbeitete für die Miniserie Maniac bereits mit Cary Fukunaga zusammen.

Freitag, 1. Februar 2019

Think big in Japan

                                                   "This dream ist for you, so pay the price.
                                             Make one dream come true, you only live twice."
                                                                      (You Only Live Twice, Nancy Sinatra)

Sake, das Getränk in Man lebt nur zweimal
Bond-Marathon #005: YOU ONLY LIVE TWICE (1967)


Nach Terence Young und Guy Hamilton übernahm bei YOU ONLY LIVE TWICE (Man lebt nur zweimal) mit Lewis Gilbert ein neuer Regisseur das Ruder. Am Drehbuch arbeitete statt des bond-erprobten Richard Maibaum der Schriftsteller Roald Dahl, der für Eon Productions auch Ian Flemings Kinderbuch CHITTY CHITTY BANG BANG für die Leinwand adaptierte. Seine Version von Ian Flemings 11. Bondroman weicht erstmals stark von der Vorlage ab und fügt gewagte Science-Fiction-Elemente hinzu. Ein Vorgeschmack auf künftige Eskapaden der Reihe. Für Fans ist das bis heute ein Streitpunkt.


Dienstag, 22. Januar 2019

Höhenflüge unter Wasser

                                                     "His days of asking are all gone.
                                             His fight goes on and on and on."
                                                                                   (Thunderball, Tom Jones)


Bond-Marathon #004: THUNDERBALL (1965)

Von DR. NO über FROM RUSSIA WITH LOVE zu GOLDFINGER hatte es in Bezug auf die Weiterentwicklung fast aller filmischen Mittel jedesmal einen bedeutenden Sprung gegeben. Mit THUNDERBALL erreichte man in Bezug auf Aufwand und Größe einen Höhepunkt, den man in mancherlei Hinsicht nie wieder erreichte. Für viele Kritiker war das technische Spektakel aber auch zu viel des Guten. Auch für mich ist THUNDERBALL ein Film, mit dem ich irgendwie nie so richtig warm wurde. Dabei hat er eigentlich alles: Wunderbar verspielte Ken-Adam-Kulissen und -Gadgets, John Barry, wahrhafte Überlebensgröße, Sixties-Atmosphäre und jede Menge Exotik. Und eigentlich liebe ich auch diesen ganzen Unterwasser-Stuff.

Was also stimmt nicht - entweder mit mir oder mit dem Film? Bei jeder Sichtung versuche ich, das herauszufinden. Ob es diesmal klappt?



Samstag, 29. Dezember 2018

Ein Quantum Paranoia

Watergate, Vietnam, die Kennedy-Attentate - Das waren die Hintergründe des Paranoia-Kinos der 1970er. 'Denen da oben' traute man praktisch alles zu, was sich in den Filmen dieser Zeit zum Teil auf sehr phantasievolle und experimentelle Art wieder spiegelt. Vor allem das Attentat an John F. Kennedy in der Elm Street in Dallas wurde wie in Albträumen immer wieder in den verschiedensten Variantionen durchgespielt, genre- und länder-übergreifend: TARGETS (Bewegliche Ziele, 1968), DIRTY HARRY (1971), THE DAY OF THE JACKAL (Der Schakal, 1973), THE DAY OF THE DOLPHIN (Der Tag des Delfins, 1973), oder BLACK SUNDAY (Schwarzer Sonntag, 1977), um nur ein paar zu nennen. Alle diese Filme sind ziemlich pessimistisch, aber auch ziemlich ziemlich gut und sehenswert. Alles scheint hier möglich, aber nur in negativer Hinsicht. Der amerikanische Albtraum.

Auch der Mittelteil von Alan J. Pakulas sogenannter Paranoia-Trilogie - THE PARALLAX VIEW (Zeuge einer Verschwörung, 1974) - ist deutlich von dem tiefen Misstrauen gegenüber Politik und Wirtschaft gekennzeichnet. Als ich diesen Film vor kurzem wieder sah, fielen mir einige Parallelen zum 2008er Bondfilm QUANTUM OF SOLACE auf, der in diesem Jahr eine Dekade hinter sich gebracht hat. Nicht nur zu diesem Film speziell, sondern auch allgemein zu der gesamten Ära des politischen Paranoia-Kinos der 1970er.




Was mich an Filmen aus den 1970er Jahren immer wieder begeistert, ist ihre formale Verspieltheit. Die Offenheit gegenüber neuen visuellen Erzählformen versprüht eine kreative Aufbruchstimmung, die häufig in Kontrast zu der als hoffnungslos verdorben dargestellten Welt steht. Der filmische Blick ist so innovativ und mutig wie der philosophische Blick desillusioniert und müde ist. Neuer Wein in alten Schläuchen sozusagen, der auf der Leinwand spektakulär barst.

So wirken selbst Filme mit einer eher unausgegorenen Geschichte allein durch ihre visuelle Präsentation aufregend und spannend. Bei THE PARALLAX VIEW ist das der Fall. Ein Autorenstreik der Writers Guild of America überschattete die Produktion und führte dazu, dass man ohne fertiges Drehbuch in die Dreharbeiten startete. Da Warren Beatty nur einen begrenzten Zeitrahmen hatte und so oder so bezahlt werden musste, hatte man keine andere Wahl. Beatty selbst soll zusammen mit Autor Robert Towne (CHINATOWN) während der Dreharbeiten an der Story geschrieben haben.

Drehort Bregenzer Festspielhaus mit Seebühne
Das erinnert Bondfans natürlich sofort an QUANTUM OF SOLACE, der ebenfalls unter einem Autorenstreik zu leiden hatte, und bei dem Daniel Craig zusammen mit Regisseur Marc Forster gemeinsam Szenen erarbeitete. Das führte unter anderem dazu, dass der fertige Film viel mehr zu einer Fortsetzung der Ereignisse aus CASINO ROYALE wurde, als ursprünglich geplant war.

Wie Forster in Interviews oft betonte, orientierte er sich für seine Sicht auf James Bond an den Politthrillern der 1970er Jahre, und das auch aus der Not heraus. Er meinte, wenn der Streik nicht rechtzeitig aufhöre, mache ich einfach einen Rachefilm im 70er-Jahre-Stil, sehr von der Action getrieben und viele Schnitte, um zu verschleiern, dass es viel Action und wenig Story gibt.“ Mit seinem Kameramann Roberto Schaefer erarbeitete er dann das visuelle Konzept des Films, das sich an Klassiker wie THE THREE DAYS OF THE CONDOR (Die drei Tage des Condor, 1975) oder FRENCH CONNECTION (Brennpunkt Brooklyn, 1971) anlehnen sollte.

Die Rückbesinnung auf die Politthriller dieser Ära war seit Spielbergs MUNICH (München, 2005) oder SYRIANA (ebenfalls 2005) allerdings auch ein Zeitgeist-Phänomen. Tom Tykwer orientierte sich für seinen Bankenthriller THE INTERNATIONAL aus dem Jahr 2009 ebenfalls an den bekannten Klassikern.

Wie bei THE PARALLAX VIEW und ähnlichen Filmen führte das Fehlen einer ausgearbeiteten Story hier zu einem recht freien Assoziieren mit filmischen Mitteln, das einen sehr eigenen Reiz entwickelt. Wobei das wohl eher subjektiv ist, denn bei vielen Bondfans hat der Film einen schweren Stand. Ich finde einige Sequenzen in QUANTUM absolut brillant und immer wieder mitreißend, allen voran natürlich die eröffnende Autojagd und die Tosca-Szenen. Mit den faszinierenden visuellen Ideen des Films hatte ich mich in diesem Beitrag schon einmal beschäftigt, den ich an dieser Stelle gern noch einmal bewerbe.

Beide Filme handeln von einer sinistren und schwer greifbaren Organisation, die jeweils nach physikalischen Begriffen benannt ist, und auf die bereits der Filmtitel anspielt: Die Parallax Corporation und der Geheimbund Quantum. Während die Parallaxe das optische Phänomen beschreibt, dass sich ein Objekt der Beobachtung von einer verschobenen Perspektive aus scheinbar ebenfalls verschiebt, gibt es in der Quantenphysik das Phänomen der Unschärferelation, laut dem sich das Verhalten des Beobachters unvermeidbar auf das beobachtete Objekt auswirkt. Beide Phänomene stellen den klassischen Filmblick des praktisch gottgleichen Beobachters in Frage, was sich in den Filmen auch in Fotografie und Schnitt wiederspiegelt.

THE PARALLAX VIEW spielt beispielsweise mit ungewöhnlich kadrierten Bildern, die dem Zuschauer den Überblick, den establishing shot, verweigern. In QUANTUM OF SOLACE wird dieser Überblick durch den stakkato-artigen Schnitt ebenfalls verweigert. Dieser experimentelle Schnitt wurde und wird immer wieder kritisiert. Zum einen, weil er nicht wirklich innovativ ist, sondern recht deutlich vom zweiten Bourne-Film THE BOURNE SUPREMACY (2004) inspiriert ist, der dafür einen Oscar bekam. Zum anderen, weil er bei in camera ausgeführten Stunts und Actionszenen eigentlich völlig kontraproduktiv ist.


Auch bei anderen Klassikern des New Hollywood führten Schwierigkeiten in der Produktion zu kreativen Improvisationen. Bei Francis Ford Coppolas THE CONVERSATION (Der Dialog, 1974) kam es zu Verzögerungen, weil der Kameramann sich nicht mehr in der Lage sah, Coppolas Intentionen für die Eröffnungssequenz umzusetzen. Auch Hauptdarsteller Gene Hackman haderte zunehmend mit seiner Rolle, die emotional sehr zurückgenommen ist. Budget und Drehzeit wurden überzogen, die Postproduktion zog sich hin und der Film wurde mehrmals drastisch umgeschnitten. Trotzdem gilt der Film vielen Kritikern als Coppolas Bester, und auch Coppola selbst tendiert dazu.

Eine große Rolle spielt im Paranoia-Kino des New Hollywood auch die Architektur. Städte erscheinen als unübersichtliche Labyrinthe, in denen Menschen isoliert sind - oft dargestellt durch lange Zooms in Stadtansichten hinein, wie in THE CONVERSATION oder DIRTY HARRY, sowie auch der Blick von oben auf ein ameisenartiges Gewimmel von Menschen. Mit dieser Sicht auf urbane Landschaften als eigentlich menschenfeindliche Labyrinthe verweisen die Paranoia-Thriller deutlich auf den Film Noir.

Häufig wird moderne Architektur als Schauplatz gewählt, deren Kälte und Abstraktheit die Protagonisten wie auf Beton geworfene Fische wirken lässt.



Das Thema der künstlichen Wasserverknappung erinnert an einen der New-Hollywood-Meisterwerke schlechthin - Roman Polanskis CHINATOWN. Auch in THE PARALLAX VIEW gibt es einen Mordanschlag auf den Protagonisten durch einen sich öffnenden Staudamm, der auch gut in einen Bondfilm gepasst hätte. Themen wie Rohstoffverknappung und Umweltzerstörung wurden auch allgemein verstärkt thematisiert, wie in SOYLENT GREEN (1973), SILENT RUNNING (1972) oder THE CHINA SYNDROME (1979).

Die Qualitäten von QUANTUM OF SOLACE sind natürlich nur sehr subjektiv zu bewerten, und der Vergleich mit den genannten Filmklassikern wird sicher auch auf Ablehnung stoßen. Für mich persönlich schafft Regisseur Mark Forster es größtenteils tatsächlich, durch einen experimentellen visuellen Stil aus einer unausgereiften Geschichte einen sehr sehenswerten Film zu gestalten - wesentlich besser als beispielsweise Sam Mendes bei SPECTRE - wie das sehr oft auch Filme der 1970er schafften. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist für mich neben den Genannten auch Dario Argentos Regie-Debüt L'UCELLO DALLE PIUME DI CRISTALLO (Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe, 1970), wo etwa ein zur Startbahn rollendes Flugzeug wie in einer Art Tanz geschnitten ist.

Während die Bondfilme der 1970er handwerklich eher konventionelle und unpolitische Blockbuster waren, kehrte das Franchise mit QUANTUM OF SOLACE stilistisch also noch einmal in die wilden Siebziger zurück - ironischerweise mit demselben Decknamen, Robert Sterling, aus THE SPY WHO LOVED ME.