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Dienstag, 14. Juli 2026

Gardner, übernehmen Sie!

Vor 45 Jahren wurde für den literarischen Bond eine neue Ära eingeläutet

Buch "Countdown für die Ewigkeit"
1981 markierte einen Neubeginn für James Bond 007 in dem Medium, in dem er geboren wurde: Den Romanen. Bis dahin gab es die originalen Bücher und Kurzgeschichtensammlungen von Ian Fleming, einen recht gelungenen Nachfolgeroman von Kingsley Amis und, noch relativ frisch dazugekommen, zwei Novelisierungen von Bondfilmen aus der Feder von Christopher Wood. 

Als Fleming-Nachfolger ausgewählt wurde der britische Thriller-Autor John Edmund Gardner, der einen ähnlichen Ansatz verfolgte wie die Bondfilme bis dato: Bond wird einfach in die jeweilige Gegenwart versetzt und seine früheren Abenteuer in rückwirkender Kontinuität angepasst. Und so konfrontierte John Gardner seinen James Bond mit typischen 80er-Jahre-Themen wie Cyberterrorismus oder Anti-Atomkraftbewegung, während er klassische Fleming-Elemente beibehielt oder variierte. Obwohl sich Gardner einiger Kritik ausgesetzt sah, boten die Romane für jugendliche Bondfans eine dankbare Ergänzung zu den Filmen - so auch für mich.

Sonntag, 19. März 2023

"Er ist an einem toten Punkt angelangt"

Starlog Artikel über Lizenz zum Töten
Kürzlich habe ich einige alte Filmmagazine aus dem Jahr 1989 erstanden, hauptsächlich wegen Artikeln zu BATMAN, mit dessen fulminanter Werbekampagne ich sehr nostalgische Gefühle verbinde (siehe dazu auch hier oder hier). Interessant sind aber auch die Artikel zu anderen Werken dieses denkwürdigen Filmjahres, darunter vor allem einer in der Zeitschrift Starlog zu Lizenz zum Töten, vom renommierten Autoren Lee Goldberg. Erstaunlich vor allem, weil Goldberg hier bereits im September 1989, als sich der vergleichsweise geringe Erfolg des Films noch nicht vollständig abzeichnete, die Mauer noch nicht gefallen war und noch niemand etwas vom folgenden Rechtsstreit ahnte, das Franchise in einer existentiellen Krise sieht.

Timothy Dalton äußerte sich ebenfalls dahingehend, dass Lizenz zum Töten seinem Bauchgefühl nach der letzte Bondfilm sein könnte. Woher kam dieses Gespür für einen gewissen 'Hauch des Todes', das Franchise betreffend, noch bevor es dann tatsächlich in seine bisher schwerste Krise stürzte?

Freitag, 2. September 2022

Das Buch zum Film

Romane zu Bondfilmen
Vor 45 Jahren begann eine Tradition, die vor 20 Jahren wieder endete: Roman-Adaptionen von James-Bond-Filmen. Hintergrund war, dass für den 10. Bondfilm THE SPY WHO LOVED ME (Der Spion, der mich liebte, 1977) nur der Titel des entsprechenden Romans von Ian Fleming aus dem Jahre 1962 zur Verfügung stand. Handlung und Charaktere mussten vollständig neu erdacht werden, da der Roman eher experimentell und minimalitisch ist und von Fleming nicht als verfilmbar angesehen wurde. Also beauftragte man Christopher Wood mit einer Adaption des von ihm gemeinsam mit Richard Maibaum erstellten Drehbuches. 

Roman-Adaptionen von Filmen waren bis in die 80er Jahre eine sehr erfolgreiche Vermarktungsmöglichkeit, da sie vor Entwicklung der Heim-Video-Systeme eine willkommene Möglichkeit boten, zwischen Kino- und Fernsehaufführung noch einmal in die Welt des Films einzutauchen. Ihre Tradition reicht bis weit in die Stummfilm-Ära zurück. Oft arbeiteten Autoren zeitgleich an Drehbuch und Roman, wie Edgar Wallace für KING KONG (1932) oder Alister MacLean für WHERE EAGLES DARE (Agenten sterben einsam, 1968), und Franchise-Schöpfer wie Gene Roddenberry oder George Lucas nahmen dafür die Feder sogar persönlich in die Hand.

Christopher Wood begnügte sich allerdings nicht mit der meistens üblichen sprachlichen Ausschmückung der Filmhandlung, sondern er brachte eine eigene Tonalität ein, setzte einige seiner äußerst phantasievollen Ideen um, die es nicht in den Film geschafft hatten - manche davon recycelte man für spätere Filme - und wandte einen Kniff an, der einen Trend in Gang setzte.

Mittwoch, 8. April 2015

Neue Gardner-Buchcover

Michael Gillette hat auf Facebook die neusten Illustrationen zu neuen Ausgaben von John Gardners Scorpius und No Deals, Mr. Bond vorgestellt. Letzterer trägt den deutschen Titel Das Spiel ist aus, was meiner Meinung nach ein guter Titel ist, im Vergleich zum recht gewöhnlichen Original. Die Cover sind wie immer wunderbar elegant und sexy. Einen Starttermin für die Bücher gibt es noch nicht. Eine Frage der Ehre und Niemand lebt ewig erscheinen am 27.07.

Apropos Grafik: Die Seite Artistic Licence Renewed hat eine sehr interessante Übersicht über Illustrationen von George Almond zu From Russia, With Love.

Donnerstag, 3. April 2014

Neu-Übersetzungen der Amis- und Gardner-Bondromane!

© Cross-Cult
Phantastische Nachrichten für deutschsprachige Bondfans: Wie der Cross-Cult-Verlag auf seiner Facebook-Seite meldet, werden nach der erstmals vollständigen Neu-Ausgabe der Bondromane und-Kurzgeschichten von Ian Fleming auch die Romane von Kingsley Amis (Colonel Sun, unter dem Pseudonym Robert Markham) und John Gardner neu übersetzt und herausgebracht. Natürlich wieder mit den kongenialen Cover-Arbeiten von Michael Gillette. Colonel Sun und der erste Gardner erscheinen im September, die nächsten beiden Bände im März 2015. Fünf Bondbücher, die Gardner in den 1990ern schrieb, erschienen bisher noch gar nicht auf deutsch. Ich freu mich drauf!