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Samstag, 21. Dezember 2019

Das erste Jahr der Zukunft


Zurück in die Zukunft 2 und Filme von 19891989... George Bush leitet das Ende der Ära Reagan ein, sowjetische Truppen rücken endgültig aus Afghanistan ab, Nintendo bringt den Game Boy auf den Markt, in Berlin startet die erste Love Parade unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ und in vielen Staaten der sogenannten zweiten Welt gehen Menschen in Massen für mehr Freiheit auf die Straßen. Veränderungen und die Lust auf etwas Neues liegen in der Luft.

Das ist auch in der Film- und Fernsehlandschaft von 1989 zu spüren. Nicht nur BACK TO THE FUTURE II (Zurück in die Zukunft II) - der vor 30 Jahren in die deutschen Kinos kam - wagte einen erstaunlichen Blick in die Zukunft, auch andere Trends und Ideen wirken vorausschauend und visionär – in guter wie weniger guter Hinsicht. Vom ersten postmodernen Bondfilm über einen der größten Meilensteine des Superheldengenres bis hin zum Urknall der Indie-Bewegung, dem Beginn der Disney-Renaissance und wegweisenden TV-Erfindungen.

Lust auf einen kleinen Rückblick auf die Zukunft? "How far we go? - About thirty years..."

Mittwoch, 6. März 2019

Die unheimliche Macht der Fans

Hier möchte ich einen Film eines Freundes vorstellen, bei dem ich am Drehbuch mitgewirkt habe. Es geht ausnahmsweise mal nicht um Bond, sondern um die faszinierende Folge USS Callister der britischen Anthologieserie Black Mirror. Eine Serie, die sich zu meinem Favoriten in der jüngeren TV-Landschaft gemausert hat. Da auf diesem Kanal noch mehr erscheinen wird, würden wir uns über ein Like oder auch ein Abonnement freuen! Viel Spaß!







Der Film enthält ein paar Spoiler.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Das Imperium hat gewonnen

Als STAR WARS vor 40 Jahren in die Kinos kam, war es ein ebenso mutiges wie innovatives Projekt. Ein Film, an den niemand in der Filmindustrie wirklich glaubte. Eine Liebeserklärung an trashige Space Operas, gesehen mit den Augen eines Kindes, das den Trash als epische Größe wahrnimmt. Es war somit eine Ode an das kindliche Staunen, inmitten des Pessimismus und der Paranoia des New Hollywood.

Doch unschuldig und weltfremd war STAR WARS deshalb noch lange nicht. George Lucas wurde für seine Geschichte durch den Vietnamkrieg inspiriert, und das Vorbild für Imperator Palpatine war Richard Nixon. Damit behandelte der Film ähnliche Themen wie die Thriller und Dramen des New Hollywood, nur auf eine völlig andere Weise.

Obwohl der mittlerweile achte Film um die Skywalker-Familie optisch und dramaturgisch an die alten Filme anknüpft, wirkt er aus filmgeschichtlicher Sicht mittlerweile wie eine Pervertierung des ursprünglichen Gedankens.




Ende der 1960er Jahre befand sich das alte Studiosystem Hollywoods in kreativer Erstarrung. Es produzierte dieselben Western, Musicals und Monumentalfilme, mit denen es seit Jahren Geld gemacht hatte, und war unfähig, sich verändernden Zuschauer-Interessen anzupassen. Wie ein Fluß, der sich kurz vor der Mündung in ein Delta verzweigt und sich scheinbar mit überbordender Weite gegen die endende Länge zu wehren versucht, pumpten die Studios immer mehr Geld in immer längere und pompösere, aber letztlich belanglose Filme. (Ironischerweise ereilte das New Hollywood ein gutes Jahrzehnt später mit Filmen wie HEAVEN'S GATE dasselbe Schicksal.)

Was wäre passiert, wenn es einen gleichbleibend riesigen Markt für all die Western, Musicals und Monumentalfilme selbst in ihrer lächerlichsten Form gegeben hätte; wenn die Zuschauer der 1970er Jahre dieser Art Film nie müde geworden wäre, sondern sich im Gegenteil in einem vernetzten Fankult scheinbar endlos daran ergötzt hätte? Die nach Meinung vieler Kritiker fruchtbarste Phase der Filmgeschichte mit Werken wie THE GODFATHER, TAXI DRIVER oder CHINATOWN hätte vermutlich nie stattgefunden. Und damit auch nicht erneute Gegenströmungen wie eben... STAR WARS.

Diese Situation existiert heute jedoch. Bereits vor Jahren kritisierten Filmemacher wie Steven Spielberg und Steven Soderbergh die aktuelle Filmindustrie, die nicht mehr nur in Trilogien denkt, sondern in Franchises mit Phasen von zehn bis zwanzig Filmen. Spielberg prophezeite eine Implosion der Industrie ähnlich dem des Studiosystems, die aber auszubleiben scheint. Eine starr kapitalistische Industrie hat mit Marvel und Star Wars die perfekten, ewig zu funktionieren scheinenden Goldesel gefunden. Eigentlich ein Albtraum: Der perfekte Todesstern, der jede Konkurrenz plattmacht. Eigentlich...

Natürlich war Star Wars schon seit dem unerwarteten Mega-Erfolg des ersten Films dieser Widerspruch in sich. Das Hippie-Märchen, das wie Karl Marx auf LSD vom letzten Gefecht der Unterdrückten gegen das faschistische System träumte, entwickelte sich durch sehr cleveres Merchandising schnell selbst zum Imperium. Schien Lucas damals noch kühn, als er andeutete, dass sein Film eigentlich nur der Auftakt eines Neunteilers sein sollte, wirkt er heute schon fast rührend bescheiden, wenn Disney bereits die nächsten 15 Jahre mit einen Star-Wars-Film jedes Jahr verplant hat, oder die nächste Marvel-Phase mit 20 Filmen. Star Wars ist das neue Weihnachten, Marvel das neue Ostern, Pfingsten und Allerheiligen.

Dieser imperiale Gestus erschöpft sich leider nicht nur in diesem industriell-maschinell wirkenden Film-Output und dem allgegenwärtigen Extrem-Marketing, sondern auch in der kompletten Ausbeutung von Kinobetreibern. Disney verlangt für die neue Episode statt der bisherigen 55 bis 60 % der Ticket-Erlöse unverschämte 70 %, und fordert dazu noch eine vierwöchige Laufzeit im größten Saal. Eine Firmenpolitik, die mit einer erschreckenden Arroganz den wirtschaftlichen Ruin kleiner Kinos in Kauf nimmt. Eben jene Kinos, die vor langer Zeit einmal die billigen Weltraumopern zeigten, die Star Wars überhaupt erst inspirierten. Die wahren Rebellen sitzen mittlerweile nicht mehr in X-Wings, sondern in den Kinos, die sich gegen diese Politik zur Wehr setzen.

Die Filmgeschichte wurde immer vorangetrieben von Zuschauern, die nach etwas Neuem verlangten, und von Visionären, die sich von den Fesseln des Zeitgeistes lösen konnten. George Lucas war einmal einer von ihnen. Doch wo sind die heute? Ist es Hollywood tatsächlich gelungen, sich die perfekten Popcorn-Konsumenten heranzuzüchten? Kritiker dieser Entwicklung werden schnell ausgebuht und als Spielverderber hingestellt. Wenn ein James Cameron, der weit mehr für den modernen Blockbuster getan hat als Abrams und Co., die vermeintlich fortschrittliche Frauenfigur von WONDER WOMAN kritisiert, erntet er einen Shitstorm, als wäre er irgendein Provinzkritiker.

Mittlerweile fühle ich mich seltsam fremd in dieser Kinolandschaft, und das nicht als Arthouse-Cineast, sondern als Liebhaber gut gemachter Blockbuster-Unterhaltung. Natürlich könnte man einwenden, dass auch die Bondserie zu diesen scheinbar perfekten Goldeseln gehört, und vielleicht fühlten sich manche Kritiker angesichts des unfassbaren Erfolges der Bondfilme Mitte der Sechziger und des unermüdlichen Zwei-Jahres-Rhythmus über Jahrzehnte hinweg ebenso befremdet. Allerdings beherrschte die Bondmania selbst in ihrer Hochzeit von gerade mal 5 bis 6 Jahren nicht die komplette Filmindustrie und verwandelte sie nicht in eine Monokultur.

Samstag, 11. März 2017

Bond vs. King Kong

Mit KONG: SKULL ISLAND startet eine neue Verfilmung um die Figur King Kong in den Kinos, die schon im Jahr 1933 ihren ersten und bis heute beeindruckenden Auftritt hatte. Die diversen Verfilmungen des Stoffes spiegeln ihre Entstehungszeit jeweils sehr gut wider - vom Beginn der Tonfilm-Ära über die Katastrophenfilme der Siebziger als Vorläufer moderner Blockbuster, die Möglichkeiten moderner, digitaler Tricktechnik im neuen Jahrtausend bis hin zur Umarbeitung aller möglichen Stoffe zu Franchise-Vehikeln in der Gegenwart.

Und so gibt es natürlich auch einige bemerkenswerte Überschneidungen mit dem Bond-Universum, auf die hier aus Anlass des neuen Kong-Films näher eingegangen werden soll.





Von Skull Island nach Las Vegas

Was heute 'Cinematic Universes' sind, waren in den 1930er Jahren Monster. Sie garantierten Kasse, und jeder wollte ein paar davon sein Eigen nennen. Dracula, Frankensteins Monster, Wolfsmenschen, Mumien und Unsichtbare sowie deren Bräute und Söhne hielten die Welt in Atem, und machten Bela Lugosi und Boris Karloff zu Stars.

Anders als die anderen Monster - mit Ausnahme der Mumie - hatte KING KONG keine literarische Vorlage, sondern wurde direkt für die große Leinwand konzipiert. Die Geschichte hat trotzdem - oder gerade deshalb - etwas archetypisches und bis heute faszinierendes, und reflektiert in mehrfacher Hinsicht das Medium Kino an sich. Die manische Suche des Filmemachers nach immer größeren und beeindruckenderen Sensationen, deren hemmungslose Ausbeutung oder das Ritual der Eingeborenen, das das Monster besänftigen soll - Kino ist ja letztlich ebenfalls eine Art Ritual, das stellvertretend Ur-Ängste durchleben lässt und durch eine Katharsis besänftigen soll.

Der klassische Held in KING KONG war der US-Amerikaner Bruce Cabot. Die Rolle brachte ihm den Durchbruch und steht am Beginn seiner Karriere, mit Filmen wie Fritz Langs FURY, HATARI!, CAT BALLOU sowie zahlreiche Western an der Seite von John Wayne. Cabots Rollen wandelten sich langsam von Helden zu Schurken, und am Ende seiner Karriere stand schließlich sein finaler Auftritt als zwielichtiger Burt Saxby in DIAMONDS ARE FOREVER.

Saxby ist Blofelds rechte Hand im Film. Man sieht ihn zuerst in einem Casino in Las Vegas, als er mit Wint und Kidd spricht, und kurz darauf James Bond - verkörpert von Sean Connery - unbegrenzten Kredit beim Roulette einräumt. Später im Film wird er mit dem Oneliner "Tell him he's fired!" erschossen.

Kurz nach seiner Einführung sagt Plenty O'Toole: "You handle those cubes like a monkey handles coconuts". Später im Film sieht man einen Schausteller in einem Gorilla-Kostüm aus einem Käfig ausbrechen und Kinder erschrecken. Wenn man bedenkt, dass Regisseur Guy Hamilton und Autor Tom Mankiewicz einen feinen Sinn für groben Unfug hatten, könnte man diese Szenen durchaus als Anspielung auf Cabots berühmteste Rolle sehen.


iZeitlgeich zu KING KONG drehte Regisseur Ernest B. Schoedsack den Dschungel-Kulissen den Thriller THE MOST DANGEROUS GAME, in dem Fay Wray und andere auf der Insel eines Menschenjägers landen. Diese Geschichte lieferte die Inspiration für die Jagd auf Bond in OCTOPUSSY.


Mit THE SON OF KONG kam sensationelle sechs Monate später eine Fortsetzung in die Kinos, die zwar sowohl O'Brien als Trick-Techniker als auch Robert Armstrong als Carl Denham, Frank Reicher als Kapitän Englehorn und Noble Johnson als Eingeborenen-Häuptling gewinnen konnte, aber in Deutschland nie in die Kinos kam. Deutsche Uraufführung war erst 1993.

Armstrong und O'Brien sowie ein junger Ray Harryhausen wirkten 1949 auch an MIGHTY JOE YOUNG mit, der offiziell nichts mit King Kong zu tun hat, obwohl er in Deutschland unter dem Titel Panik um King Kong erschien.


Big in Japan

KING KONG war eine der Inspirationen für GODZILLA (ゴジラ, Gojira, 1954), und so dauerte es auch nicht lange, bis dieses ikonische Monster auf den Riesen-Gorilla traf. In KING KONG VS. GODZILLA (キングコング対ゴジラ Kingu Kongu Tai Gojira) begegnen sich diese beiden Urzeit-Monster, ebenso wie die beiden späteren Bondgirls Mie Hama und Akihiko Wakabayashi aus YOU ONLY LIVE TWICE (Man lebt nur zweimal, 1967). Mie Hama wandelt hier auf den Spuren von Fay Wray und ist Kongs 'love interest'.

Nach ihrem internationalen Erfolg mit James Bond spielte Mie Hama noch einmal in einer japanischen King-Kong-Verfilmung mit, KING KONG ESCAPES! (deutscher Titel: King Kong, Frankensteins Sohn, 1967), in der der Riesengorilla auf einen ziemlich lächerlich aussehenden Roboter trifft. Hama spielt hier eine schurkische Agentin namens Madame Pyranha.

Trotz zahlreicher Rollenangebote aus Hollywood zog sich Mie Hama aus dem Filmgeschäft zurück und lebt heute auf einer Farm im ländlichen Japan.


Kong '76

Mitte der 1970er Jahre produzierte Dino De Laurentiis ein Remake des 1933er Originals. Ursprünglich wollte man den Film ebenfalls in den Dreißigern ansiedeln, was sich allerdings als zu teuer erwies. Deshalb entwickelte man lieber eine Neu-Interpretation, die aus heutiger Sicht ein interessantes Zeit-Dokument ist. Vor allem das Finale auf und im World Trade Center hat einen nostalgischen und melancholichen Touch. 

Obwohl der Film teils zu Recht eher negative Besprechungen erhielt, gibt es aber auch viele positive Aspekte an dem Remake. 

Für Bondfans am interessantesten ist sicher die Filmmusik von John Barry. KING KONG ist einer von Barrys ersten Scores, die die eher majetätische, von Streichern getragene Musik in der späteren Phase seines Schaffens repräsentieren. Diese eher ruhigere Musik brachte ihm zwei seiner Oscars ein - für OUT OF AFRICA und DANCES WITH WOLVES - wurde aber auch oft kritisiert. So erhielt er für THE LEGEND OF THE LONE RANGER 1981 sogar eine goldene Himbeere, und einige seiner Arbeiten wurden abgelehnt und ersetzt. Für mich ehrlich gesagt unverständlich. Es gibt keinen schlechten Barry-Soundtrack, und auch KING KONG gewinnt durch seine Musik ungemein an Atmosphäre.


Ausstellung im Empire State Building
Durch das nautische und das leicht mythologische Element des Soundtracks kann man auch eine ungefähre Vorstellung davon entwickeln, wie ein Barry-Score für THE SPY WHO LOVED ME ein Jahr später geklungen hätte. 1982 lieferte John Barry einen weiteren, wunderbaren Soundtrack für einen Film mit Jessica Lange ab - FRANCES - der ihr schauspielerisches Potential mehr ausschöpfte.

Ein weiterer Bondbezug ergibt sich durch Drehbuch-Autor Lorenzo Semple junior, der sieben Jahre später das Buch für NEVER SAY NEVER AGAIN schrieb. Ein Meisterwerk, das ihn unbedingt für Bond empfiehlt, ist seine Kong-Version nicht gerade. Dwan ist als Rolle ziemlich eindimensional, und in ihrer Unbedarftheit und Freizügigkeit auch leicht sexistisch. Dass dafür Britt Ekland aus THE MAN WITH THE GOLDEN GUN im Gespräch war, verwundert daher nicht wirklich. Immerhin haben KING KONG und NEVER SAY NEVER AGAIN gemeinsam, dass sie einer sehr attraktiven Blondine zu Weltruhm verhalfen - Jessica Lange und Kim Basinger.

Überhaupt ist in Semples KING KONG vieles eine Nummer profaner und dreckiger. Aus dem schüchternen, arbeitssuchenden Mädchen wird hier eine naive Pornodarstellerin (was zumindest angedeutet wird), aus dem heroischen Matrosen ein dem Alkohol zugetaner Hippie und aus dem visionären Filmemacher ein schäbiger Öl-Magnat. Und Kong wird nicht mehr am Time Square ausgestellt, sondern auf irgendeinem Freigelände in einer riesigen Tanksäule.

Aber das Script hat auch einige sehr schöne Ideen. Etwa, dass Skull Island ständig von einer Wolkenformation verhüllt ist, die durch den Atem riesiger Tiere entsteht. (Was mich als Kind ziemlich fasziniert hat, und auch in SKULL ISLAND verwendet wird.) Trotz ihrer Naivität bekommt Dwan durch ihre angedeutete Wehrhaftigkeit ("Du blöder Affe!"), ihre Sympathie und ihren Einsatz für Kong am Ende auch eine aktive Seite, wo Fay Wray nur Objekt und 'Scream-Queen' war. Das erinnert zum Teil schon an Peter Jacksons Version von 2005.

Und schließlich gibt es im 1976er KING KONG auch einen Auftritt von 'Mr. Tee Hee' Julius W. Harris aus LIVE AND LET DIE

1986 entstand eine Fortsetzung dieses Films mit dem Titel KING KONG LIVES und Linda Hamilton in der weiblichen Hauptrolle, der Kritiker und Fans jedoch noch weniger überzeugen konnte.


Beauty killed the Beast

2005 entstand schließlich mit Peter Jacksons KING KONG eine Neuverfilmung, die dem Original am ehesten das Wasser reichen kann und eine enorme Liebe zum Detail aufweist - wenn sie auch keine nennenswerten Bondbezüge hat.

Interessant sind die Veränderungen in den verschiedenen Geschlechterrollen und der Handlung im Verlauf von über 80 Jahren: Die weibliche Hauptrolle vom anfänglich buchstäblichen Opfer hin zur aktiv handelnden und selbstbewussten Frau; und der Held, der sich vom zwar auch eher simpel gestrickten, aber trotzdem zupackenden und mutigen Seemann zum langhaarigen Umweltschützer und schließlich zum intellektuellen Schriftsteller wandelt. 


Der visionäre Filmemacher Denham ist im Original ebenfalls ein heroischer Charakter, der auch am Schluß noch bewundert wird und den klassischen Schluss-Satz liefert. In ihm spiegeln sich die beiden Macher Merian C. Cooper und Ernest Schoedsack, die wie Denham Afrika bereisten und Dokumentarfilme mit Spielfilm-Elementen drehten. Sie haben im Original einen Kurzauftritt als Piloten, die auf Kong schießen. Dieser Charakter wandelte sich zum gierigen Kapitalisten ohne besondere Visionen im 1976er Film, der zur Strafe von Kong getötet wird. Was sicher der Nixon-Ära geschuldet ist. In der 2005er Version hat er schließlich komödiantische und schlitzohrige Elemente, die seine Skrupellosigkeit zwar abmildern, ihn aber auch nicht mehr als Macher und Erfolgsmenschen kennzeichnen.

King Kong wurde dagegen nicht nur rein optisch älter und abgekämpfter, sondern auch emotionaler und realistischer. Es wird interessant werden, wie sich KONG: SKULL ISLAND in diese Entwicklung einfügt.

Montag, 25. November 2013

Wo Agenten einsam sterben

In diesem Beitrag geht es ausnahmsweise mal nicht um die Drehorte eines Bondfilms, dafür aber eines der Klassiker des Agententhrillers schlechthin, WHERE EAGLES DARE (Agenten sterben einsam) von 1968. In dem Film dringen Richard Burton und Clint Eastwood in das Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes ein, das sich in einer unzugänglichen Alpenfestung befindet. Ihr Auftrag ist, einen gefangenen US-General zu befreien, bevor dieser Details über die geplante Invasion der Alliierten preisgeben kann. Doch in diesem Film ist nichts so, wie es scheint.

Action auf einem schneebedeckten Alpengipfel, der nur per Seilbahn oder Helikopter zugänglich ist - damit nahm der Film viel von dem ein Jahr später erscheinenden Bondfilm ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE vorweg. Zu viel?



Where Eagles Dare - Location Festung HohenwerfenTreibende Kraft hinter der Entstehung des Films war der Stiefsohn von Richard Burton, der den Schauspieler gern mal in einem klassischen Abenteuerfilm sehen wollte. Burton wandte sich daraufhin an Produzent Elliott Kastner, der wiederum Bestsellerautor Alistair MacLean mit dem Verfassen eines Drehbuches beauftragte. MacLean, von dem auch die Vorlagen zu THE GUNS OF NAVARONE und ICE STATION ZEBRA stammen, schrieb das Drehbuch und eine entsprechende Romanfassung dazu innerhalb von nur sechs Wochen. (Womit er mein persönlicher Held ist)

Agenten sterben einsam - Festung HohenwerfenDer ungewöhnliche Filmtitel ist ein Zitat aus Shakespeares Drama Richard III"The world is grown so bad, that wrens make prey where eagles dare not perch." (Auf deutsch: "Ich weiß es nicht - die Welt ist so verderbt, Zaunkön'ge hausen, wo's kein Adler wagt.")

Für die Rolle des amerikanischen Lieutenant Schaffer konnte man Clint Eastwood gewinnen, der gerade durch die Dollar-Trilogie von Sergio Leone zum Star geworden war. Eastwood zögerte erst, die zweite Hauptrolle nach Burton zu übernehmen, konnte aber durch eine entsprechende Gage überzeugt werden. Später nannte Eastwood den Film oft scherzhaft "Where Doubles Dared", da für Richard Burton aufgrund seines Alkoholkonsums in vielen Szenen Stuntmen einspringen mussten. So auch in der Szene, als Smith und Schaffer an der Außenwand des Schlosses hoch klettern. Hier wirkt Eastwood weniger fit, allerdings nur, weil er im Gegensatz zu Burton selbst kletterte.

Where Eagles Dare - Agenten sterben einsam - Clint EastwoodFür das fiktive Schloss Adler diente die reale Festung Hohenwerfen als Drehort, nahe dem Dorf Werfen im österreichischen Salzachtal. Gedreht wurde auch in Werfen selbst, unter anderem am Bahnhof. In der geschichtlichen Wirklichkeit gab es dagegen keinen SS-Stützpunkt in einem Schloss, nur ein Gefangenenlager für alliierte Offiziere - auf Schloss Colditz in Sachsen. Die Flucht eines Offiziers von diesem Schloss während eines Orchesterspiels inspirierte Fleming zu seiner Kurzgeschichte The Living Daylights (siehe Berlin Escape).

Wenn man die Festung Hohenwerfen besucht, wird man allerdings etwas enttäuscht nach der entsprechenden Seilbahn suchen. Anders als im Film ist die Festung alles andere als unzugänglich und nur für Adler erreichbar. Ein breiter und gemütlicher Weg führt hinauf, sowie eine Zahnradbahn. Dem Originaltitel des Films macht die Festung aber trotzdem alle Ehre, denn es gibt dort eine sehr sehenswerte Flugshow mit Geiern, Weißkopfadlern und anderen Greifvögeln.
Where Eagles Dare - Schloss Adler

Die Festung war nach dem Film auch Drehort für die Kinderserie Frankensteins Tante, dem Mehrteiler THE 10TH KINGDOM sowie der Komödie JUST MARRIED.

Die Seilbahnstation sowie Szenen auf der Seilbahn wurden mehr als 50 km weiter östlich am Feuerkogel nahe des Traunsee gedreht. Der Fluss, in den Burton, Eastwood an die anderen gegen Ende des Films springen, ist demnach nicht die Salzach, sondern die Traun.

Szenen, in denen die Seilbahn auf das Schloss zu fährt, sowie die in den Felsen eingearbeitete Seilbahnstation unterhalb der Festungsmauern wurden mit Hilfe eines großen Modells des Schlosses gelöst, das sich auf dem Studiogelände von MGM befand. Das Zusammenspiel von Modellaufnahmen, Kulissenbau in Originalgröße sowie Hintergrundgemälden schafft eine perfekte Illusion - vor allem in der berühmten Szene, als Burton und Eastwood von der Seilbahn aus mit Spitzhacken das Dach der Bahnstation erklimmen.


Modell von Schloss Adler bei MGM
Modell von Schloss Adler auf dem
MGM-Studiogelände*
WHERE EAGLES DARE zählt heute zu Recht zu den großen Klassikern des Kriegs- und Agentengenres. Auf die Frage nach seinen liebsten Kriegsfilmen nannte Steven Spielberg ihn an erster Stelle. Wie viele große Filme erinnert er im Kern an klassische Geschichten der Antike. Wenn die alliierten Agenten Smith und Schaffer an einem Seil die Außenmauer der Burg erklimmen und durch ein Fenster im Zimmer der in die feindliche Festung eingeschleusten Mary hereingelassen werden, wirkt das wie moderne Entsprechung der biblischen Geschichte von Rahab, die zwei israelitische Kundschafter an einem Seil aus ihrem Fenster aus Jericho entkommen ließ, bevor dieses eingenommen wurde.


Seilbahn aus "Agenten sterben einsam" - Cable car from "Where Eagles Dare"
Die Original-Seilbahnkabine aus dem
Film auf dem Feuerkogel
Viele Elemente in WHERE EAGLES DARE ähneln sehr dem ein Jahr später erschienenen Bondfilm ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE. Allen voran natürlich das unzugängliche, in den verschneiten Hochalpen gelegene Hauptquartier der deutschen Schurken. Die Szenen der ankommenden beleuchteten Seilbahn auf dem nächtlichen Berg erinnern von der Stimmung her stark an den Bondfilm. (Der im Film zu sehende Sprung eines Stuntman von einer zur anderen Seilbahn in luftiger Höhe wurde später auch in MOONRAKER ausgeführt.)

Feuerkogelbahn aus "Agenten sterben einsam"Das Schloss Adler an sich weckt auch Assoziationen an den von Ian Fleming beschriebenen Gloria-Klub im Roman, der von Schloss Mittersill inspiriert war. (Mehr dazu hier) Mit der Besetzung von WHERE EAGLES DARE hätte man auch gut einen Bondfilm bestreiten können. Richard Burton als britischer Geheimagent, Eastwood als sein blonder amerikanischer Kollege. Anton Diffring hätte einen guten Blofeld geben können, und Olga Lowe eine passable Irma Bunt. Mit Terence Mountain wirkte sogar ein Schauspieler aus ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE mit.

Agenten sterben einsam - Feuerkogelbahn-TalstationUngewöhnlich für Filme dieser Zeit ist der von der Britin Mary Ure verkörperte Charakter der Mary Ellison. Ure (die übrigens mit Robert 'Red Grant' Shaw verheiratet war) ist zu keinem Zeitpunkt ein reines Love-Interest, das beschützt werden muss, sondern nimmt aktiv an der Action teil und rettet eher die männlichen Protagonisten aus so mancher Situation.

Agenten sterben einsam - Blick auf den Feuerkogel
Blick zum Feuerkogel und Modellaufnahme
mit Blick auf das Schloss aus dem Film

Inwieweit der Film von 1968 Entscheidungen in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE beeinflusst hat, ist mir nicht bekannt. Das Innere von Blofelds Klinik wirkt zumindest weit weniger urig und traditionell alpin als im Roman beschrieben, und grenzt sich damit deutlich von einer Schloss-Atmosphäre wie in WHERE EAGLES DARE ab. Auch auf eine Blondine à la Mary Ure hat man verzichtet, obwohl Tracy im Roman blond ist und auch fast ausschließlich Blondinen gecastet wurden.












* Bild mit freundlicher Genehmigung von TheStudioTour.com

Sonntag, 4. November 2012

Übermenschen wie du und ich

Heute vor dreißig Jahren kam ein Film in die deutschen Kinos, der als der Goldfinger der Star-Trek-Filme bezeichnet werden kann: "Star Trek: Der Zorn des Khan". Nachdem die erste Kinomission von Kirk, Spock und Co. eher verhaltene Kritiken erntete, gilt der Nachfolger bis heute als unerreichter Klassiker.* Der von Ricardo Montalban verkörperte Bösewicht Khan Noonien Singh ist einer der besten im gesamten Science-Fiction-Genre. Dabei hatte Montalban, der während der Dreharbeiten noch an der Serie "Fantasy Island" arbeitete - zusammen mit Hervé Villechaize (Nick-Nack in THE MAN WITH THE GOLDEN GUN), zuvor Zweifel, die Rolle noch einmal zu übernehmen.



Khan kam bereits in der originalen Fernsehserie vor, in der Folge "Der schlafende Tiger" ("Space Seed", 1966). Er ist das Produkt einer genetischen Manipulation an menschlichen Embryonen Ende des 20. Jahrhunderts. In Nietzsches Sinne sollten diese "Übermenschen" oder Augments zum Wohle der Menschheit die Macht übernehmen. Allerdings führte das 1992 zu den sogenannten Eugenischen Kriegen, in deren Verlauf ganze Völker ausgelöscht wurden und Khan und seine Nachfolger (im Film übrigens von Chippendale-Tänzern dargestellt) in den Weltraum entkamen. Zum Glück verliefen die Neunziger Jahre letztendlich etwas weniger aufregend...

Interessanterweise kreierte man für A VIEW TO A KILL ("Im Angesicht des Todes") drei Jahre später einen Antagonisten mit sehr ähnlichem Hintergrund. Auch Max Zorin - dargestellt von Oscargewinner Christopher Walken - ist das Ergebnis eines Experimenten an Embryonen, aus denen Supermenschen hervorgehen sollten. Dieses Experimente wurden während des 2. Weltkriegs von Dr. Hans Glaub (später Carl Mortner, dargestellt von Willoughby Gray) geleitet, der schwangeren Frauen Steroide injizierte.

Ähnlich wie Khan ist auch Zorin überdurchschnittlich stark und intelligent und hat ebenso größenwahnsinnige wie skrupellose Machtgelüste. Mit Hilfe eines doppelten Erdbebens will er das gesamte Silicon Valley fluten, um sich dadurch das Mikrochip-Monopol zu sichern (Ein Plan, der wiederum an den ersten Superman-Film erinnert, wo ebenfalls ein künstliches Erdbeben in der St-Andreas-Spalte verursacht werden soll). Ursprünglich war Zorins Plan auch sehr spacig: In einem frühen Drehbuch-Entwurf sollte er die Bahn des Halleyschen Kometen zu verändern versuchen. Dieser kam 1986 tatsächlich der Erde wieder nahe, und wurde von mehreren Sonden angeflogen und untersucht. Die Idee wurde jedoch schnell wieder verworfen, vielleicht weil ein Einschlag nicht nur Silicon Valley vernichten würde, oder weil es noch mehr an Star Trek erinnerte. Aber immerhin könnte man die Idee bei der nächsten Annäherung 2062 wieder verwerten - zum 100. Jubiläum mit dem ultimativen Skyfall...

* Mein persönlicher Lieblingsfilm der Franchise ist zwar "Star Trek: Der Film", aber ich liebe "Zorn..." trotzdem sehr, vor allem Spocks Sterbeszene ist grandios - "Seien Sie nicht traurig, seien Sie logisch!" ... Mit seinen Themen Alter, Tod und Wiedergeburt könnte man den Film auch den Skyfall der Kinofilme nennen...

Donnerstag, 23. August 2012

Cronenbergs "Total Recall"

Zum Kinostart des Remakes des Science-Fiction-Klassikers TOTAL RECALL hier mal der Link zu Konzept-Entwürfen von David Cronenbergs Version des Originals, die der Künstler Ron Miller vor einiger Zeit online stellte. David Cronenberg plante ursprünglich eine Verfilmung von Philip K. Dicks Kurzgeschichte Erinnerungen en gros (We Can Remember It For You Wholesale), die sich näher an der Vorlage orientiert hätte als der letztendliche Film von Paul Verhoeven. Das Projekt wurde dann jedoch vorerst eingefroren, und Cronenberg realisierte stattdessen DIE FLIEGE, welche auch auf einer Science-Fiction-Kurzgeschichte beruht. Die Entwürfe deuten auf jeden Fall auf einen ernsteren und düstereren Film hin.












Freitag, 29. Juni 2012

Der Grimm der Schwestern

Snow White and the Huntsman
USA 2012
Regie: Rupert Sanders
Darsteller: Charlize Theron, Kristen Stewart, Chris Hemsworth, Bob Hoskins

In schöner Regelmäßigkeit haben in der Filmwelt zwei oder mehrere Kreative fast zur selben Zeit fast dieselbe Idee. So kommt es dann, dass zwei oder mehr Filme zum gleichen Thema miteinander konkurrieren müssen (z.B. 1492 - Conquest of Paradise und Christopher Columbus, Red Planet und Mission to Mars, Dante´s Peak und Vulcano, Tombstone und Wyatt Earp, The Illusionist und The PrestigeArmageddon und Deep Impact - während der Produktionsphase von letzteren hatte auch Roland Emmerich zufällig die Idee von Astronauten, die einen Meteoriten zerstören müssen...)

Dieses Jahr ist Schneewittchen-Zeit: Neben Snow White startete auch Tarsem Singhs Spieglein, Spieglein mit Julia Roberts als nur noch zweitklassige Pretty Woman, mal abgesehen vom Low-Budget-Trittbrettfahrer Grimm´s Snow White. Über die Auslöser solcher Ideen-Kumulationen könnte man wohl eine eigene filmwissenschaftliche Abhandlung schreiben. Das originale Märchen wurde bisher schon vielfach interpretiert, von süßer Zwergenromantik à la Disney über Comedian-Vehikel wie 7 Zwerge. Der ernsthaft-düstere Ansatz von Snow White and the Huntsman mit Anleihen bei Vampir- und anderen Mythen ist mal etwas erfrischend anderes. Die Grundthematik des Märchens - wahre Schönheit, Jugendwahn, Vergänglichkeit - ist in Zeiten von Botox, Facelifting und Stammzellentherapie wohl auch aktueller denn je.

Snow White ist das Spielfilm-Debüt des Werbefilmers Rupert Sanders. (Im Vergleich zur deutschen Filmlandschaft ist es schon erstaunlich, welche Chancen jungen Regisseuren in Hollywood geboten werden.) Der Film bietet auf jeden Fall kurzweilige Unterhaltung und solide Schauwerte. Vor allem die Kreaturen des dunklen Waldes sind sehr einfallsreich und handwerklich überzeugend umgesetzt. Hier fühlt man sich zum Teil an Herr der Ringe und Avatar erinnert. Auch die typischen Märchenklischees werden geschickt umschifft. Die sonst so knuffigen Zwerge sind hier beispielsweise rauhe und fluchende Kerle. Schön auch, Bob Hoskins mal wieder zu sehen, hier in der Rolle des Oberzwergs.

Heimliche Hauptdarstellerin ist die Oscar-Preisträgerin Charlize Theron als Königin Ravenna, die hier auch ohne entstellendes Make-up als Monster überzeugt. Kristen Stewart variiert mehr oder weniger nur einen Gesichtsausdruck, und macht als Charakter leider auch keine größere Entwicklung durch. Sie ist bereits am Anfang tough und kann allein aus ihrem Verließ entkommen, und am Ende ist sie noch tougher und führt in Jeanne-d´Arc-Manier den Angriff auf das Schloss der bösen Königin an. Dass moderne Märchenverfilmungen die weiblichen Charaktere aktiver und offensiver anlegen, ist an sich gut und notwendig, aber mittlerweile nimmt es auch seltsame Züge an, wenn die männlichen im Gegenzug zu Schwächlingen degradiert werden.

Chris Hemsworth´s "Huntsman" verdient kaum die Bezeichnung männlicher Protagonist. Ein trinkender, nicht sonderlich heller Trauerkloß, den Schneewittchen öfter retten muss als umgedreht. Am Ende bewundert er ihre Rüstung und reitet ein paar Meter hinter ihr her. Kein Wunder, dass Johnnie Depp, Viggo Mortensen und Hugh Jackman die Rolle ablehnten. Und auch die restlichen männlichen Figuren sind eher schwache, teilweise hinterlistige Pappenheimer, mal abgesehen von den buchstäblichen Zwergen. In anderen Märchenfilmen herrscht ein ähnlicher Trend. In Disneys Verwünscht beispielsweise muss die Prinzessin im Finale ihr hilflos zappelndes männliches Love Interest aus den Klauen der bösen Königin befreien. Was irgendwann mal als erfrischende Umkehrung bestehender Klischees begann, wird offenbar zum neuen Standard. Über die pädagogische Wirkung kann man sicherlich besorgt sein.

Etwas befremdlich mutet auch an, dass im Film die Protoganisten analog zum unübersetzten Filmtitel mit "Snow White" und "Huntsman" angesprochen werden, anstelle dem wohl etwas uncoolen Schneewittchen und Jäger - uncool in ersterem Falle wahrscheinlich vor allem durch den verniedlichenden Diminutiv. Etwas peinlich ist diese Entscheidung des deutschen Verleihers/Synchronstudios aber vor allem, wenn man an die Verdienste von Jakob und Wilhelm Grimm um die deutsche Sprache denkt.

Abgesehen von diesen beiden Kritikpunkten, die dem breiten Publikum sicher nicht negativ auffallen werden, bietet der Film spannende und handwerklich gut umgesetzte Unterhaltung sowie eine schön böse Charlize Theron, und ist insofern durchaus sehenswert.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Django Unchained Trailer

Und da ist er, der erste Trailer zu Tarantinos neuestem Streich. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, worauf ich mich mehr freue - auf den Film oder auf den Soundtrack...