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Mittwoch, 5. August 2020

Mission: Konkurrenz (2)

Teil 2: 2011 - 2018

Mission Impossible BluraysGerade hat Norwegen die Dreharbeiten für den sechsten Teil der Reihe MISSION: IMPOSSIBLE genehmigt, wo auch schon FALLOUT gedreht wurde. Im Frühjahr mussten die Dreharbeiten in Venedig aufgrund der Corona-Maßnahmen unterbrochen werden. Der siebte Franchise-Beitrag mit dem Arbeitstitel Libra wird wieder von Christopher McQuarrie (JACK REACHER) inszeniert und soll am Stück mit Teil 8 entstehen. Für den Film soll eine komplette Brücke gesprengt werden, wie Medien derzeit berichten.

Nach den ersten drei eher heterogenen MISSION-IMPOSSIBLE-Filmen steigerte sich die Reihe mit jedem Film in Bezug auf Spannung, Action und Aufwand. Teil 2 meiner Besprechung von MISSION: IMPOSSIBLE.


Sonntag, 19. Juli 2020

Mission: Konkurrenz

Teil 1: 1996 - 2006

Mission: Impossible BluRaysDer schärfste Konkurrent für die James-Bond-Filme ist zur Zeit das MISSION-IMPOSSIBLE-Franchise von und mit Tom Cruise. Die großen atemberaubenden Stunts und ausgeklügelte Actionszenen, die die Bondreihe einmal ausgezeichnet haben, bietet MISSION: IMPOSSIBLE mittlerweile nicht nur in vergleichbarer Qualität, sondern teilweise sogar noch etwas besser. Und das auf einem stetig steigenden Niveau. Auch beim Aspekt der Gadgets präsentiert die Reihe Innovationen und faszinierende Verspieltheit, während das in den jüngeren Bondfilmen eher wie eine lästige Pflichtübung wirkte.

Grund genug für einen genaueren Blick auf die insgesamt sechs Filme in zwei Teilen. Kobra, überholen Sie!


Donnerstag, 7. März 2019

A Nightmare on Bond Street

                                           "The formula is safe with old double-o-seven.
                                       He's got a red-head in his arms."
                                                                                      (Herb Alpert, Casino Royale)


Bond-Marathon #005,5: CASINO ROYALE (1967)

8-mm-Schmalfilm-Version von CASINO ROYALE
CASINO ROYALE von 1967 gilt für den Großteil der Zuschauer und Fans nicht als echter James-Bond-Film. Und das, obwohl die einzelnen Zutaten sehr hochwertig sind. James Bond 007 wird hier vom oscar-prämierten David Niven verkörpert, der als britischer Gentleman schlechthin galt. Niven wurde von Ian Fleming persönlich für die Rolle vorgeschlagen und sogar in einem seiner Romane verewigt. Und er diente im Krieg in einer Spezialeinheit und war an der Rettung von Marlene Dietrich beteiligt. Den Gegenspieler gibt kein Geringerer als Orson Welles, der auch als Goldfinger im Gespräch war, aber sich als zu teuer erwies. Dazu kommt eine selten übertroffene Riege an Stars, eine wunderschöne Moneypenny, M und Q samt futuristischer Gadgets. Ein Song, der eine Oscar-Nominierung erhielt und nicht zuletzt eine Plakat-Kampagne, die an Kreativität die der letzten drei Bondfilme zusammen übertrifft. Der Film ist völlig übertrieben und eher eine Parodie, aber sind das etwa MOONRAKER oder DIE ANOTHER DAY nicht auch?

Ein zweiter Blick auf den verrücktesten Bondfilm aller Zeiten.


Sonntag, 29. April 2018

Parodien und Hommagen: CONDORMAN (1981)

CONDORMAN DVDVor 25 Jahren wurde ich zum Bondfan, als ich eine CD mit den Bond-Titelsongs anhörte, die zum 30jährigen Jubiläum 1992 erschienen war. Beim Hören kamen mir all die kultigen Szenen aus den Bondfilmen wieder in den Sinn. Eine Szene jedoch, die ich YOU ONLY LIVE TWICE oder THE SPY WHO LOVED ME zuordnete, konnte ich beim Ansehen der Filme nicht wiederfinden: Der Superspion ist mit seiner Begleitung in einem klapprigen Lastwagen unterwegs. Als Verfolger auftauchen, drückt er einen Knopf - die beiden rutschen nach unten in die Sitze eines Sportwagens, der daraufhin die Front des Lastwagens durchbricht.

Erst später stellte ich fest, dass die Szene zu der Bond- und Superhelden-Parodie CONDORMAN von 1981 gehört. Eine Disney-Produktion, die auch heute noch Spaß macht und zu den amüsantesten Bondparodien gehört.




Der Autor und Zeichner Woodrow Wilson ist der Schöpfer zahlreicher Superhelden, vor allem von Condorman, der sich durch den Einsatz extravaganter Gadgets auszeichnet. Da er den Spleen hat, seine Comics realitätsnah zu gestalten und entsprechende Stunts selbst auszuprobieren, verschafft ihm ein bei der CIA arbeitender Freund einen leichten Spionage-Job: Die Übergabe von Papieren in Istanbul. Dabei trifft Wilson die attraktive Russin Natalia und verliebt sich in sie. Er macht offenbar soviel Eindruck auf sie, dass sie kurz darauf überlaufen will und explizit von "Condorman" beschützt werden will.

Die CIA kann sich diese Chance nicht entgehen lassen und muss Wilsons phantastische Comic-Gadgets in die Realität umsetzen. Darunter oben erwähntes Condormobile oder ein Schnellboot mit Laserkanone.

Eine Bondparodie im Superheldenstil lag nach MOONRAKER (1979) wohl nahe, ist Bond hier doch mehr denn je fast übermenschlich cool, und eigentlich eine Parodie seiner selbst. Mit einem Budget von 14 Millionen Dollar und einem für Disney-Verhältnisse rasanten Tempo schafft CONDORMAN tatsächlich Momente, die sehr "bondig" wirken und mich und viele andere im Kindesalter sehr beeindruckten.

Nova SterlingDas Condormobile war sogar ein modifizierter britischer Luxus-Sportwagen: ein Nova Sterling mit hochfahrbarem Dach, der auch gut in einen Roger-Moore-Bond gepasst hätte. Die Stunts und Verfolgungsjagden wurden von Rémy Julienne koordiniert, der dann auch für FOR YOUR EYES ONLY arbeitete und an den weiteren Bondfilmen bis GOLDENEYE. Unter den Stunts ist ein Sprung vom Eiffelturm, ähnlich dem vier Jahre später in A VIEW TO A KILL. Gedreht wurde in Paris, Monte Carlo und Zermatt, sowie in den Pinewood Studios.

Condor-Girl Barbara Carrera hatte zwei Jahre später einen denkwürdigen Auftritt in einem Bondfilm - als Fatima Blush in NEVER SAY NEVER AGAIN. Der damalige CEO und Walt-Disney-Schwiegersohn Ron Miller bezeichnete ihren Charakter als "the sexiest in Disney history". Tatsächlich wirkt sie auf mich hier noch attraktiver als in ihrer Bondrolle.

Nova Sterling in CONDORMAN
Flammenwerfer à la SPECTRE
Ein Highlight neben der Action und der sehr aparten Miss Carrera ist außerdem Oliver Reed als Bösewicht. Anders als in derartigen Parodien üblich, spielt er ernsthaft und bedrohlich und vermeidet jegliches Over-acting, was ihn sogar angenehmer als einige 'offizielle' Bondgegenspieler macht. Reed war trotz seiner Alkoholprobleme ein Perfektionist und Profi, und erschreckte Carrera einmal sehr real, um ihr eine echte Reaktion zu entlocken. Neben Reed wirkt auch Vernon Dobtcheff (Max Kalba in THE SPY WHO LOVED ME) mit.

Die Story ist recht simpel und anspruchslos, aber nicht ohne Reiz. Auch in THE LIVING DAYLIGHTS (1987) gab es später einen russischen Überläufer, der unbedingt einen Superspion und dessen Gadgets für seine Flucht haben will. Und Bond schleust eine Dame in einem Superauto aus dem Ostblock heraus.

CONDORMAN floppte leider in den Kinos, und die von Disney bereits geplante Fortsetzung wurde damit aufgegeben. Zehn Jahre später produzierte Disney mit THE ROCKETEER wieder einen Film um einen Gadget-Superhelden, in dem auch Timothy Dalton mitwirkte, der aber leider ebenfalls an den Kinokassen enttäuschte. Erst mit der Übernahme von Marvel gelang dem Mäuse-Imperium der Durchbruch auf diesem Gebiet. (Womit man sich darüber streiten kann, ob Condorman und Rocketeer nun zum "MCU" gehören...)

Der Film wurde als VHS, Laserdisc und DVD veröffentlicht. Hierzulande leider in einer sehr dürftigen Version, ohne Extras und in sehr schlechter Bildqualität. Dazu noch mit riesigen schwarzen Balken rundherum, die den Flachbildschirm wieder zum Mäusekino machen. Eine Restaurierung im Bluray-Format wäre für diesen Disney-Klassiker sehr wünschenswert!