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Donnerstag, 2. November 2023

Im Geheimdienst von James Bond

Buch "Im Geheimdienst von James Bond"
Die dunkle Jahreszeit ist für viele Bondfans traditionell die Zeit von Im Geheimdienst Ihrer Majestät, ein Bondfilm, der um Weihnachten herum und größtenteils in den Schweizer Alpen spielt und für seine wegweisende Ski-Action berühmt ist. Rasante Szenen in Schnee und Eis sind seither ein Markenzeichen der James-Bond-Filme. Der Name Stefan Zürcher ist ein wiederkehrendes Qualitätsmerkmal dieser Szenen und daher den meisten Bondfans ein Begriff. Der Schweizer wirkte als Stuntman an Im Geheimdienst Ihrer Majestät mit und wurde von Eon Productions seither für viele weitere Bondfilme engagiert, wo er die Auswahl der Drehorte und die Realisierung der umfangreichen und riskanten Actionszenen koordinierte und überwachte. 

Seiner Arbeit in der Filmindustrie über fünf Jahrzehnte hinweg mit Größen wie Steven Spielberg, Marlon Brando oder John Le Carré widmet sich nun das Buch Im Geheimdienst von James Bond. Es bietet einen spannenden Einblick in die Dreharbeiten von insgesamt neun Bondfilmen - Im Geheimdienst Ihrer Majestät, Der Spion, der mich liebte, Im Angesicht des Todes, Der Hauch des Todes, GoldenEye, Der Morgen stirbt nie, Die Welt ist nicht genug, Ein Quantum Trost und schließlich Spectre (dazu kommen die Locationsuche für In tödlicher Mission und Stirb an einem anderen Tag)  - und die privaten Seiten der Bonddarsteller.

Mittwoch, 22. Juni 2022

Der a-ha-Effekt

Vor 35 Jahren, am 22. Juni 1987, wurde der Titelsong für THE LIVING DAYLIGHTS von der norwegischen Gruppe a-ha veröffentlicht. Auch das Musikvideo dazu erschien an dem Tag, das in der legendären 007-Stage in Pinewood gedreht wurde. Obwohl die Zusammenarbeit zwischen dem norwegischen Trio und Bond-Altmeister John Barry von beiden Seiten als äußerst schwierig beschrieben wird und Kritiker den Song nicht mögen, ist es einer meiner Lieblings-Titelsongs des Franchise.

Der Dokumentarfilm A-HA - THE MOVIE von 2021 gibt ein paar Einblicke in die Entstehung des Songs.


Sonntag, 4. Juli 2021

'Der Hauch des Todes' - Eine Fan-Theorie

Cellokasten from The Living Daylights
Cellokasten im Motormuesum
in Beaulieu
Das Ende des Bondfilms THE LIVING DAYLIGHTS (Der Hauch des Todes, 1987) zeigt ein Konzert der tschechischen Cellistin Kara Milovy (Maryam d'Abo) in Wien, dass neben Bonds Chef M auch der ehemalige KGB-Chef General Anatol Gogol (Walter Gotell) und eine Gruppe Mujaheddin mit ihrem Anführer Kamran Shah (Art Malik) besuchen. Es handelt sich um eine Welt-Tournee von Kara als Solo-Künstlerin, worauf ein Plakat an ihrer Garderobentür hinweist.

Das war eigentlich ein beachtliches Novum in einem Bondfilm, dass eine 'Gespielin' von Bond nach ihrer Begegnung eine große Karriere macht. Die berühmte Cellistin Jaqueline du Pré hatte sich in den 1960er Jahren in dieser Männerdomäne behauptet und starb interessanterweise in genau dem Jahr, in dem der Film herauskam, fast vergessen. Seitdem gab es nicht viele Cellistinnen, die so berühmt waren, dass sie auf Welttourneen gingen. Maria Kliegel kommt noch in den Sinn, oder Hildur Guðnadóttir, die für ihre Filmmusik für JOKER mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Eins der vielen Details, die die Dalton-Bondfilme über den Durchschnitt hinausheben. Es ist allerdings auch in einer weiteren Hinsicht interessant.

Sonntag, 4. April 2021

Hymnen für Helden

Bis auf GoldenEye haben die Titelsongs zu den jeweiligen Debüts der Bonddarsteller einige Gemeinsamkeiten: Sie sind jeweils von männlichen Interpreten gesungen, nehmen die Perspektive von James Bond ein und erzählen von seinem Innenleben. Selbst From Russia With Love passt da als erster Titelsong der Connery-Filme rein.

Aber auch inklusive GoldenEye bieten alle Darsteller-Debüt-Songs einen Einblick in die Eigenheiten der jeweiligen James-Bond-Interpreten.

Montag, 18. September 2017

Schurken mit Superwaffen

Nordkoreanisches Propaganda-PlakatDieses Jahr feiern einige Bondfilme Jubiläen. Auch der wohl umstrittenste Bondfilm aller Zeiten, DIE ANOTHER DAY (Stirb an einem anderen Tag), wird 15. Neben den bizarren Übertreibungen und Fehlern, die man dem Film zu Recht anlasten kann, gibt es aber auch einige gute Ideen, Schauwerte und phänomenale Stunts, die man nicht übersehen sollte.

Und obwohl das Drehbuch letztendlich nur noch ein Schatten des ursprünglichen Konzeptes ist, wie hier erörtert, zeigt auch der fertige Film eine weltpolitische Situation, die zwar metaphorisch überhöht, aber trotzdem erstaunlich vorausschauend ist. Vor allem angesichts der Meldungen Anfang September dieses Jahres, dass Nordkorea im Besitz einer Wasserstoffbombe ist.



Montag, 21. März 2016

Der Problembeseitiger

Der vierte James-Bond-Darsteller Timothy Peter Dalton wird heute 70 Jahre. Er steuerte zwar "nur" zwei Beiträge zum Bond-Universum bei, aber es sind zwei, die es in sich haben. Dalton ist der Bond der Widersprüche. Die breite Masse der Kinozuschauer kennt oft noch nicht einmal seinen Namen, und in TV- und Filmzeitschriften fällt meist nur als Kommentar, dass er beim Publikum nicht besonders gut ankam. Er gilt eher als Fußnote, als unsicherer Übergang zwischen Moore und Brosnan. Dagegen ist sein Ansehen bei den Fans ungleich höher. Gerade der Umstand, dass er seine Rolle verhältnismäßig ernst nahm, kommt bei vielen Fans, die Bond ja ebenfalls ernster nehmen als Durchschnittszuschauer, sehr gut an. Aber auch zwischen seinen beiden Bondfilmen gibt es Widersprüche. THE LIVING DAYLIGHTS zeigt vielleicht den 'most sophisticated' Bond überhaupt. Einen, der klassische Musik genießt und gute Restaurants in Karachi kennt.


Montag, 13. Juli 2015

Beachy Head over Heels

The new James Bond... Living on the Edge, verkündete ein Filmplakat für THE LIVING DAYLIGHTS 1987. Leben am Abgrund - schon die Vortitelsequenz lieferte eine perfekte Entsprechung dieses Mottos. Nachdem ein Training für Doppelnull-Agenten auf Gibraltar sabotiert wird und zwei Kollegen von Bond sterben, jagt 007 den Attentäter und stürzt mit ihm schließlich über eine Klippe.

Sobald der Land Rover das Festland verlässt und in den freien Fall übergeht, befinden wir uns allerdings nicht mehr auf Gibraltar, sondern in good old England. Der Stunt wurde zu einem großen Teil auf Beachy Head gedreht, dem markanten Kreidefelsen am Südzipfel des Königreiches. Doch nicht nur Bond begab sich hier in Lebensgefahr, auch die Crew sah während der Dreharbeiten die "living daylights" und musste gerettet werden.


Freitag, 9. November 2012

Berlin Escape

Die Schauplätze der Kurzgeschichte "The Living Daylights" in Berlin


In den Abendstunden des 9. November 1989 wurden die Grenzübergänge in Berlin geöffnet, und die Mauer fiel praktisch über Nacht. Obwohl die Berliner Mauer das Symbol für den Kalten Krieg schlechthin war, spielte sie als Bondschauplatz nur eine Nebenrolle. Im Film war sie erst 1983 kurz in OCTOPUSSY zu sehen (siehe hier). Auch den literarischen Ur-Bond verschlug es nur in einer Kurzgeschichte hierher, nachdem für Ian Flemings James Bond die unsichtbare Front des Kalten Krieges hauptsächlich entlang exotischer Gefilde wie Jamaika, Istanbul oder Japan verlief.