Für alle, die am Sonntag noch unentschlossen sind, wen sie wählen sollen, hier ein paar Vorschläge:
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Samstag, 22. Februar 2025
Sonntag, 4. Juli 2021
'Der Hauch des Todes' - Eine Fan-Theorie
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| Cellokasten im Motormuesum in Beaulieu |
Das war eigentlich ein beachtliches Novum in einem Bondfilm, dass eine 'Gespielin' von Bond nach ihrer Begegnung eine große Karriere macht. Die berühmte Cellistin Jaqueline du Pré hatte sich in den 1960er Jahren in dieser Männerdomäne behauptet und starb interessanterweise in genau dem Jahr, in dem der Film herauskam, fast vergessen. Seitdem gab es nicht viele Cellistinnen, die so berühmt waren, dass sie auf Welttourneen gingen. Maria Kliegel kommt noch in den Sinn, oder Hildur Guðnadóttir, die für ihre Filmmusik für JOKER mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Eins der vielen Details, die die Dalton-Bondfilme über den Durchschnitt hinausheben. Es ist allerdings auch in einer weiteren Hinsicht interessant.
Samstag, 27. Juni 2020
Agentenrente
Ein Gedankenspiel: Mal angenommen, die Filme eines bestimmten Bonddarstellers bilden ein eigenes, abgeschlossenes Filmuniversum, in dem es keinen Bond davor und danach gab - wie hätte die Karriere des jeweiligen Darstellers nach dem Ende seiner Ära ausgesehen? Mit diesem Gedanken möchte ich mich hier mal beschäftigen.Bei Sean Connery sah man erstmals, wie der Ruhestand eines Darstellers konkret aussieht. (Wenn man David Niven im Klaumaukfilm CASINO ROYALE von 1967 mal ausklammert.) In NEVER SAY NEVER AGAIN (Sag niemals nie,1983) hat er sich mit Domino (Kim Basinger) auf den Bahamas zur Ruhe gesetzt und genießt jeden Tag um 17 Uhr einen Martini im Pool.
Montag, 14. September 2015
Brücke mit Aussicht
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| A Vertigo View To A Voyage Home |
Montag, 29. Dezember 2014
Das finale Feuerwerk
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| Nachhaltige Vergangenheitsbewältigung in SKYFALL |
Eine gewisse Ironie birgt dabei der Umstand, dass durch das große Feuerwerk am Ende oft ein noch viel größeres, meist atomares Feuerwerk verhindert wird. Im ersten Bondfilm DR. NO schaffte man diese klare Trennung noch nicht ganz, denn bei bei genauerer Betrachtung verursacht Bond durch den GAU von Dr. Nos Atomreaktor die Verseuchung eines Großteils der Karibik.
Meist schließt der Plan des Schurken die Verwendung von leicht brennbaren und explosiven Stoffen mit ein. So hat Max Zorin in A VIEW TO A KILL ein paar Stangen des für seinen Plan erforderlichen Dynamits auch an Bord seines Luftschiffs, so dass es auch ohne dem seit dem Hindenburg-Unglück verbotenen Wasserstoff als Traggas explodieren kann. Blofeld hat praktischerweise ein Faible für grundsätzlich explosible Orte, wie Vulkane und Ölbohrstationen. Und Franz Sanchez benutzt ausgerechnet Benzin zum Drogenschmuggel.
In einer Vielzahl der Filme ergibt sich die finale Destruktionsorgie einfach aus einer militärischen Großinitiative zur Vereitlung des antagonistischen Plans oder zur Zerstörung des Schurken-Verstecks. Dazu zählen GOLDFINGER, THUNDERBALL, ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE, DIAMONDS ARE FOREVER, THE SPY WHO LOVED ME, MOONRAKER, NEVER SAY NEVER AGAIN, THE LIVING DAYLIGHTS und TOMORROW NEVER DIES.
Eine Variation des Feuerwerks ist die Verwendung von Wasser als zerstörendem Element, vorzugsweise in leckgeschlagenen und untergehenden Räumlichkeiten, wie etwa THE SPY WHO LOVED ME, THE WORLD IS NOT ENOUGH oder CASINO ROYALE.
Blofeld bringt seinen Vulkan in YOU ONLY LIVE TWICE durch gezielte Sprengungen gleich selbst zum ausbrechen. Kanangas Versteck wird in LIVE AND LET DIE überhaupt nicht zerstört, was als Ausnahme von der Regel auch sehr gut funktioniert.
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| Ice Bucket Challenge für Fortgeschrittene: THE MAN WITH THE GOLDEN GUN |
Im bereits erwähnten LICENCE TO KILL ist der entscheidende Zündfunke ebenfalls sehr schön umgesetzt. Ein Techniker demonstriert die Brennbarkeit des Benzins und damit die mögliche Beseitigung der Beweise für den Drogenschmuggel, was Bond wiederum nutzt, um sich der Aufmerksamkeit des Handlangers Dario zu entziehen.
In GOLDENEYE stellt sich die grundsätzliche Frage, wie die Steueranlage einer Radarschüssel, die zudem durch dutzende Hektoliter Wasser versteckt wird, explodieren kann. Für den Betrieb sind scheinbar Tonnen von Treibstoff notwendig, die Bond mit Zündern versieht. Die Zündung an sich spielt dann sehr schön mit den Erwartungen. Trevelyan deaktiviert den Zünder, indem er Bond alle Gadgets abnimmt. Der fahrlässige Umgang mit einem dieser Gadgets löst sie dann unbeabsichtigt doch wieder aus.
In DIE ANOTHER DAY nutzt man für die Zerstörung des Eispalastes sowie der Antonov die Weltraumwaffe des Schurken. Innerhalb der Reihe durchaus innovativ und ökonomisch.
Der Untergang eines Hauses in Venedig in CASINO ROYALE ist eine sehr kreative und wirkungsvolle Variation der finalen Zerstörung. Das genaue Gegenteil findet sich im Nachfolger QUANTUM OF SOLACE. Wie könnte hier ein Hotel mitten in einer Wüste zerstört werden? Ein Untergehen in einem Sandsturm wäre vielleicht eine neue Idee gewesen. Stattdessen wird dem Zuschauer auf wenig elegante Art vermittelt, dass das Hotel über Brennstoffzellen mit Energie versorgt wird. Man hört die Anlage anspringen, der Polizeichef erklärt die Tatsache, und Medrano fügt noch hinzu: "Klingt sehr instabil." Unauffälliges 'information dropping' sieht anders aus. (Im Theater gab es früher ähnliche Dialoge zwischen Butler und Dienstmädchen, deren alleiniger Zweck war, dem Zuschauer handlungswichtige Details mitzuteilen.)
Die Brennstoffzellen erweisen sich dann auch als dermaßen instabil, dass es bereits genügt, mit einem Auto aus Versehen dran zu fahren - und schon ist das gesamte Hotel in Flammen. Für mich der bisher am unbefriedigendsten umgesetzte Auslöser für das finale Feuerwerk. Die Kreativität eines Films zeigt sich eben auch (oder vor allem?) in solch kleinen Details. (Dafür berücksichtigt Greene allerdings clevererweise Nr. 10 der Liste: "I will not interrogate my enemies in the inner sanctum -- a small hotel well outside my borders will work just as well.")
Der dritte Craig-Bond SKYFALL erweist sich in dem Punkt als solide. Wenn man in einem Bondfilm einen Hubschrauber sieht, kann man relativ sicher sein, dass er kurz darauf in einem Feuerball enden wird. So setzt auch hier ein Helikopter die Skyfall Lodge wirkungsvoll in Brand. Und selten sah das Feuerwerk auch so schön aus wie hier.
Montag, 24. Juni 2013
7 Dinge, die Daniel Craig als Bond noch tun muss
Es gibt Dinge, die ein Bond tun muss. Einiges davon hat Craigs Bond schon erledigt, oder sogar auf kreative Weise neu definiert - sich mit "Bond, James Bond" vorstellen, gegen einen Schurken im Casino antreten, eine Autojagd mit dem Aston Martin oder der Flirt mit Moneypenny. Bei manchen stimmt nur die Reihenfolge noch nicht ganz, aber es gibt auch Dinge, die Craigs Bond noch tun muss, um sich in die Riege der klassischen Bonds einzureihen.007 In seiner Wohnung oder Büro agieren
Nur zweimal sah man Bond bisher in seinem Londoner Domizil - Sean Connery und Roger Moore in ihrem jeweils ersten Bondfilm. Beide Male war es sehr hilfreich, um den jeweiligen Bondtyp zu definieren. Craigs Bond besuchte in SKYFALL immerhin sein Elternhaus, und man sah auch erstmalig seine Garage. Nachdem im letzten Film seine Wohnung samt Mobilar verkauft wurde, wäre jetzt eine gute Möglichkeit, seine neue Wohnung zu zeigen. Da er als Jetsetter sicher wenig Zeit für eine komplette Neueinrichtung hat, könnte man praktischerweise auch seine Haushälterin aus den Romanen einführen - die "schottische Perle" May. Ebenso interessant wie seine Wohnung ist auch sein Büro, das man nur in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE sowie als digitale Version in DIE ANOTHER DAY sah.
006 Navy-Uniform anhaben
James Bond bekleidet den Rang eines Royal Naval Reserve Commander, CMG. In bisher nur drei Filmen sah man 007 in der entsprechenden Uniform: YOU ONLY LIVE TWICE, THE SPY WHO LOVED ME und TOMORROW NEVER DIES (Interessanterweise alles Filme, deren Erschungsjahr auf 7 endet). Es ist zwar kein klassisches Element, aber es erdet die Figur nach all ihren Eskapaden immer ein bisschen. Craig in Uniform hätte was. Außerdem hätte Bond dann endlich mal wieder die Möglichkeit, eine Kopfbedeckung an einen Garderobenhaken zu werfen. (mehr zur Uniform hier)
005 Ski fahren
Die ultimativen Skiszenen enthält zwar bereits ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE, aber seitdem gab es in Bondfilmen immer wieder atemberaubende Schnee-Action. Nach George Lazenby durfte Roger Moore in drei Filmen skifahren und sogar snowboarden, Pierce Brosnan dann in THE WORLD IS NOT ENOUGH. Toll wäre natürlich noch einmal eine Mitwirkung von Willy Bogner.
004 Tauchen
Ähnlich wie bei den Skijagden wurden Unterwasserszenen bereits mit THUNDERBALL definiert. Aber zu Bonds Charakter gehört eine gewisse maritime Affinität. Fleming ließ Bond immer wieder ausgedehnte und gefährliche Tauchgänge unternehmen, wie beispielsweise in Leben und sterben lassen. Zudem wäre es auch wieder eine Möglichkeit, den Ladies Craigs muskulösen Körper zu zeigen.
003 Eine Gadget-Armbanduhr benutzten
Mittlerweile scheint das Handy die Armbanduhr als Universalgadget abgelöst zu haben. Trotzdem sind gut ausgestattete Uhren für mich ein Bestandteil der Gesamtfaszination von Bond, und letztlich ja irgendwo auch männlicher und stilvoller als Handys. Und es muss ja auch nicht gleich ein Laser oder eine Minibombe sein, vielleicht etwas dezentes.
002 Den Film mit der Leading Lady im Arm beenden
Die finale Szene mit dem Bondgirl nach der Explosion des Schurkenverstecks, die Abblende mit dem hingehauchten "Oh, James!", ist eines der Bondklischees überhaupt. Spätestens in THE WORLD IS NOT ENOUGH wirkte das irgendwie erzwungen, und man hat das in den Craig-Filmen bisher sicher absichtlich vermieden. Nachdem die Schlusszenen der letzten drei Filme jeweils feierlich betonten, dass Bond nun endlich der Alte ist, wäre es aber auch mal an der Zeit, das einfach zu zeigen. Wie sang schon Tom Jones: "It's not unusual to have fun with anyone".
001 Einen Countdown stoppen / Die Welt retten
Wie der Punkt davor ist das wohl eins dieser Klischees, die Mike Myers und andere dankbar auf's Korn nahmen. Die wahre Meisterschaft eines Autors zeigt sich meiner Meinung nach allerdings nicht darin, solche zum Klischee gewordenen Genre-Konventionen einfach wegzulassen, sondern sie auf kreative Weise zu variieren und mit neuer Bedeutung aufzuladen - Gib dem Publikum, was es will, aber nicht so, wie es will. In Bezug auf den Final Countdown und/oder ein globales Bedrohungsszenario wären die Autoren hier gefordert. Aber auch hier wäre es auf jeden Fall schön, Bond nach einer ausführlichen Neudefinitionsphase auch endlich in klassischen Gefilden ankommen zu sehen.
Montag, 17. Juni 2013
Biographisches Ranking der Bondfilme
Hier mal eine Aufstellung der Bondfilme nach dem Alter des jeweiligen Hauptdarstellers, zusammen mit den Originalromanen. Auffällig ist, dass die meisten Filme im Alterszeitraum 40 bis 50 entstanden sind, während der Buchbond in seinen Dreißigern am aktivsten war.
Die Altersangaben für die Bücher habe ich der Chronologie von John Griswold entnommen, mit dem Geburtsjahr 1920 aus John Pearsons Biographie. Im Roman Moonraker ist zu lesen, dass Bond noch acht Jahre hat, bis er 45 ist. Das würde heißen, dass er 1953 37 war (und immerhin schon der Dienstälteste der Doppelnull-Abteilung). Allerdings schrieb Fleming im Nachruf auf Bond im Roman You Only Live Twice, dass Bond schon einmal sein eigenes Alter nach oben korrigiert hatte.
Interessanterweise erwähnt Fleming in Moonraker auch, dass einem Agenten mit 45 automatisch der Doppelnull-Status entzogen und ihm ein Schreibtischjob zugewiesen wird. Dem Filmbond wird mit 45 auch die Lizenz entzogen, allerdings wegen einer privaten Vendetta. Rein alterstechnisch realistisch ist wohl auch das Szenario um einen beruflich nicht mehr ganz geeigneten Bond in SKYFALL. Für Roger Moore ging die Agentenkarriere mit 46 aber gerade erst los.
Für den originalen Romanbond war mit 44 tatsächlich Schluß. In Colonel Sun war er noch 45, in Christopher Woods Romanen zu THE SPY WHO LOVED ME und MOONRAKER 57 und 59. Die Romane John Gardners waren dann jenseits von Gut und Böse, mit einem Bond in den Sechzigern. Roger Moore dürfte mit A VIEW TO A KILL wohl die rote Laterne auf absehbare Zeit behalten. Selbst David Niven war als Sir Bond im Ruhestand in CASINO ROYALE von 1967 ein Jahr jünger.
Falls Bond 24 2015 erscheinen sollte, wäre Craig immer noch im selben Alter wie Moore in seinem zweiten Film. Rein statistisch läge er also noch locker im Mittelfeld.
Die Altersangaben für die Bücher habe ich der Chronologie von John Griswold entnommen, mit dem Geburtsjahr 1920 aus John Pearsons Biographie. Im Roman Moonraker ist zu lesen, dass Bond noch acht Jahre hat, bis er 45 ist. Das würde heißen, dass er 1953 37 war (und immerhin schon der Dienstälteste der Doppelnull-Abteilung). Allerdings schrieb Fleming im Nachruf auf Bond im Roman You Only Live Twice, dass Bond schon einmal sein eigenes Alter nach oben korrigiert hatte.
Interessanterweise erwähnt Fleming in Moonraker auch, dass einem Agenten mit 45 automatisch der Doppelnull-Status entzogen und ihm ein Schreibtischjob zugewiesen wird. Dem Filmbond wird mit 45 auch die Lizenz entzogen, allerdings wegen einer privaten Vendetta. Rein alterstechnisch realistisch ist wohl auch das Szenario um einen beruflich nicht mehr ganz geeigneten Bond in SKYFALL. Für Roger Moore ging die Agentenkarriere mit 46 aber gerade erst los.
Für den originalen Romanbond war mit 44 tatsächlich Schluß. In Colonel Sun war er noch 45, in Christopher Woods Romanen zu THE SPY WHO LOVED ME und MOONRAKER 57 und 59. Die Romane John Gardners waren dann jenseits von Gut und Böse, mit einem Bond in den Sechzigern. Roger Moore dürfte mit A VIEW TO A KILL wohl die rote Laterne auf absehbare Zeit behalten. Selbst David Niven war als Sir Bond im Ruhestand in CASINO ROYALE von 1967 ein Jahr jünger.
Falls Bond 24 2015 erscheinen sollte, wäre Craig immer noch im selben Alter wie Moore in seinem zweiten Film. Rein statistisch läge er also noch locker im Mittelfeld.
Samstag, 16. März 2013
Böse Wichte
Beim schreiben von Blogbeiträgen fällt mir oft auf, dass ich für die Bösen nach passenden Begriffen suche. Bösewicht klingt durch das Wort Wicht schon etwas verniedlichend, oder zumindest verkleinernd. Überhaupt 'Böse'... Assoziert man wohl eher mit unartigen Kindern. Es klingt zumindest nicht so schön evil wie 'Evil'. Die Synonyme sind allesamt nicht viel besser: Gauner, Halunke, Schuft, Schurke, Strolch, Übeltäter. Am ehesten käme vielleicht noch Schurke in Frage, wobei das auch eher alte Mantel-und-Degen-Filme in Erinnerung ruft. "Nimm das, Schurke!" Am passendsten finde ich noch Gegner oder Gegenspieler. Allerdings auch eine Spur zu harmlos. Ersteres könnte auch eine Fußballmannschaft sein, letzteres enthält das Wort spielen, was die Beschäftigungen von Blofeld und Co. auch nicht unbedingt trifft. Feind ist eine Spur zu persönlich, Verbrecher zu allgemein und wertend, Antagonist etwas zu fachlich, außerdem altgriechisch. Ist es Zufall, dass es im Deutschen fast nur verniedlichende Begriffe für schlechte Menschen gibt?
Im Englischen ist die Sache wesentlich einfacher. Das bereits erwähnte evil klingt nicht verniedlichend, wenn man nicht gerade an Austin Powers denkt. Und dann gibt es auch noch so schön schlichte Wörter wie bad guy, enemy, arch-enemy, foe oder sogar nemesis. Oder das einfache villain, bei dem jeder weiß, was gemeint ist, ohne die unterbewußte Assoziation von Wichtelmännern oder trotzigen oder spielenden Kindern hervorzurufen. Letzteres leitet sich interessanterweise vom spätlateinischen villanus her, was von Villa = Landhaus kommt und einen Leibeigenen oder Knecht bezeichnet, oder einen allgemein in wirtschaftlicher oder allgemeiner Unfreiheit lebenden Menschen. Das Böse als Unfreiheit... das ist aus philosophischer Sicht durchaus interessant. Zumal zu den beliebtesten Villains der Filmgeschichte vor allem diejenigen gehören, die es schafften, ihre Gegner in ihrer moralischen Gebundenheit als unfrei darzustellen, wie Hannibal Lecter oder der Joker in THE DARK KNIGHT.
Im Englischen ist die Sache wesentlich einfacher. Das bereits erwähnte evil klingt nicht verniedlichend, wenn man nicht gerade an Austin Powers denkt. Und dann gibt es auch noch so schön schlichte Wörter wie bad guy, enemy, arch-enemy, foe oder sogar nemesis. Oder das einfache villain, bei dem jeder weiß, was gemeint ist, ohne die unterbewußte Assoziation von Wichtelmännern oder trotzigen oder spielenden Kindern hervorzurufen. Letzteres leitet sich interessanterweise vom spätlateinischen villanus her, was von Villa = Landhaus kommt und einen Leibeigenen oder Knecht bezeichnet, oder einen allgemein in wirtschaftlicher oder allgemeiner Unfreiheit lebenden Menschen. Das Böse als Unfreiheit... das ist aus philosophischer Sicht durchaus interessant. Zumal zu den beliebtesten Villains der Filmgeschichte vor allem diejenigen gehören, die es schafften, ihre Gegner in ihrer moralischen Gebundenheit als unfrei darzustellen, wie Hannibal Lecter oder der Joker in THE DARK KNIGHT.
Samstag, 27. Oktober 2012
Mittwoch, 13. Juni 2012
Was kostet die Welt(herrschaft)?
Witschaftsstudenten der Internetseite Centives haben sich die Evil Overlord Liste, die Peter Anspach 1997 erstellte, vorgenommen und die jeweiligen Kosten ausgerechnet. Auf der Spaßliste führt Anspach 100 Punkte an, die man als Superschurke unbedingt tun oder auch lassen sollte - und ist wohl eher an entsprechende Hollywoodautoren adressiert. Insgesamt kosten alle Punkte auf der Liste zusammen leider mehrere Millionen Dollar, weshalb die großen Filmschurken wohl auch weiterhin die üblichen, tödlichen Fehler machen werden.
Einige Zeit zuvor hatte Centives neben den Kosten für einen Todesstern die Kosten eines typischen Schurken-Hauptquartiers im Stile von Blofelds Vulkan in You Only Live Twice oder Strombergs Atlantis in The Spy Who Loved Me errechnet. Wenn man sich mit einem einigermaßen sicheren Bau wie dem MI6-Hauptquartier zufrieden gibt, ist man bereits mit 240 Millionen Dollar dabei. Ob da auch eine Abschussvorrichtung für Qs Spezialboot dabei wäre, ist allerdings fraglich. Außerdem sieht Atlantis oder Scaramangas Insel einfach mal wesentlich cooler aus als diese Lego-Burg an der Themse.
Das komplette Paket inklusive Piranhas und Lohn für einen brauchbaren Henchman kostet unter dem Strich über 17 Milliarden Dollar, plus 15 Millionen laufende Betriebskosten pro Jahr. (Und einen anständigen Henchman sollte man sich schon leisten. Was herauskommt, wenn man sparen will und seinen Cousin nimmt, sieht man in Quantum of Solace.) Umgerechnet wären das über 13 Milliarden Euro plus 12 Millionen. Immer noch weniger als ein Euro-Rettungsschirm, und immerhin 35 Privatpersonen auf der Welt könnten sich das leisten!
Es gibt allerdings auch zwei Möglichkeiten, etwas preiswerter an ein brauchbares Schurkenversteck zu kommen. Entweder man engagiert Ken Adam als Architekt, oder man erwirbt eine bereits vollständig erschlossene Immobilie, wie diese U-Bootbasis in einem Berg in Norwegen. inklusive Notstromsystem, Werkstätten und unterirdischem Tunnelsystem. Laut io9.com kann man dieses schöne Anwesen bereits für den Schnäppchenpreis von 17,5 Millionen Dollar erwerben, also umgerechnet 14 Mio. €. Für Weltherrschafts-Aspiranten könnte soetwas für den Anfang durchaus geeignet sein, wenn man mal von der allseits bekannten Lage absieht...
Einige Zeit zuvor hatte Centives neben den Kosten für einen Todesstern die Kosten eines typischen Schurken-Hauptquartiers im Stile von Blofelds Vulkan in You Only Live Twice oder Strombergs Atlantis in The Spy Who Loved Me errechnet. Wenn man sich mit einem einigermaßen sicheren Bau wie dem MI6-Hauptquartier zufrieden gibt, ist man bereits mit 240 Millionen Dollar dabei. Ob da auch eine Abschussvorrichtung für Qs Spezialboot dabei wäre, ist allerdings fraglich. Außerdem sieht Atlantis oder Scaramangas Insel einfach mal wesentlich cooler aus als diese Lego-Burg an der Themse.
Das komplette Paket inklusive Piranhas und Lohn für einen brauchbaren Henchman kostet unter dem Strich über 17 Milliarden Dollar, plus 15 Millionen laufende Betriebskosten pro Jahr. (Und einen anständigen Henchman sollte man sich schon leisten. Was herauskommt, wenn man sparen will und seinen Cousin nimmt, sieht man in Quantum of Solace.) Umgerechnet wären das über 13 Milliarden Euro plus 12 Millionen. Immer noch weniger als ein Euro-Rettungsschirm, und immerhin 35 Privatpersonen auf der Welt könnten sich das leisten!
Es gibt allerdings auch zwei Möglichkeiten, etwas preiswerter an ein brauchbares Schurkenversteck zu kommen. Entweder man engagiert Ken Adam als Architekt, oder man erwirbt eine bereits vollständig erschlossene Immobilie, wie diese U-Bootbasis in einem Berg in Norwegen. inklusive Notstromsystem, Werkstätten und unterirdischem Tunnelsystem. Laut io9.com kann man dieses schöne Anwesen bereits für den Schnäppchenpreis von 17,5 Millionen Dollar erwerben, also umgerechnet 14 Mio. €. Für Weltherrschafts-Aspiranten könnte soetwas für den Anfang durchaus geeignet sein, wenn man mal von der allseits bekannten Lage absieht...
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