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Dienstag, 20. Juni 2023

Sommer, Sonne, 007

Sommer 1993... Ace of Base, Whitney Houston und das noch relativ neuartige Phänomen des Eurodance beherrschen die Musikszene, während mit JURASSIC PARK der Blockbuster des Sommers anläuft. Für mich bedeutete der Sommer 1993 vor allem aber das Entdecken einer neuen Leidenschaft: Der Welt von Geheimagent 007, der mich bisher zwar wie ein zuverlässiger, aber eher flüchtiger Bekannter begleitet hatte, nun jedoch zu einem treuen und wertvollen Freund wurde. Seitdem verband ich die Zeit des beginnenden Sommers mit dieser Entdeckung einer ganzen Film- und Romanwelt. Paradoxerweise war der Filmbond wohl gerade an seinem totesten Punkt angekommen, als er für mich am lebendigsten wurde. (Mehr dazu auch hier)

Aber auch unabhängig von dieser eher zufälligen Zeit des Fan-Werdens waren Bondfilme früher die Art Film, die man sich gern im Sommer im Kino angesehen hat, um sich für zwei Stunden abzukühlen und etwas unbeschwerten Spaß zu haben. Mittlerweile hat sich das fast ins Gegenteil verkehrt - Auch eine Frage der Starttermine der einzelnen Filme?

Samstag, 17. April 2021

Verlorene Bondtraditionen: Tauchgänge und Haie

Mit dieser Artikelserie möchte ich Dinge beleuchten, die innerhalb des Bond-Franchise mal Tradition hatten, aber mittlerweile (oder vorerst) verschwunden sind.


James Bond diving
Der in den Büchern von Ian Fleming beschriebene James Bond hat eine ausgeprägte nautische Ader. Genau wie sein Vorgesetzter M hat er in der Royal Navy gedient. Er liebt ausgedehnte Schwimm- und Tauchgänge sowie die Unterwasserflora- und -Fauna. Und seine Lieblingsfarbe ist marineblau. 

In den Filmen mit Daniel Craig ist davon nicht mehr viel übriggeblieben. Die letzte ausgedehnte Gerätetauch-Szene ist mittlerweile 24 Jahre her - ebenso wie ein Auftritt Bonds in seiner Navy-Uniform, größere in die Filmhandlung eingebundene Unterwasserszenen sogar 32 Jahre. Es gab zwar immer wieder mal kürzere Szenen unter Wasser, die allerdings Seemeilen entfernt sind von der submarinen Pracht eines THUNDERBALL, THE SPY WHO LOVED ME oder FOR YOUR EYES ONLY. Neben produktionstechnischen könnte das auch künstlerische Gründe haben.


Mittwoch, 17. Juli 2019

Girls und Göttinnen

Beim chronologischen Anschauen der James-Bond-Filme fällt auf, wie wenig die weiblichen Hauptrollen der Bondfilme der Sechziger Jahre dem gängigen Klischee von schutzbedürftigen Bikini-Miezen entsprechen, die viel an Körbchengröße bei einem Minimum an Köpfchen zu bieten haben. Auffallend sind dabei die jeweiligen Einführungsszenen der Darstellerinnen, die bei meinem Bond-Marathon eine eigene Bewertungskategorie bilden.

Die Auftritte der Leading Ladies sind in den Sechzigern Ereignisse, nach denen der Film nicht mehr derselbe ist. Und das selbst in einer völlig durchgeknallten Parodie wie CASINO ROYALE (1967), die Jahrzehnte vor SKYFALL eine an Attraktivität allen anderen Bondgirls mindestens ebenbürtige Moneypenny in Action zeigt. Ernüchternd sind im Vergleich vor allem die frühen Siebziger, aber auch später in der Serie wurde diese filmische Qualität selten wieder erreicht.



Samstag, 29. Dezember 2018

Ein Quantum Paranoia

Watergate, Vietnam, die Kennedy-Attentate - Das waren die Hintergründe des Paranoia-Kinos der 1970er. 'Denen da oben' traute man praktisch alles zu, was sich in den Filmen dieser Zeit zum Teil auf sehr phantasievolle und experimentelle Art wieder spiegelt. Vor allem das Attentat an John F. Kennedy in der Elm Street in Dallas wurde wie in Albträumen immer wieder in den verschiedensten Variantionen durchgespielt, genre- und länder-übergreifend: TARGETS (Bewegliche Ziele, 1968), DIRTY HARRY (1971), THE DAY OF THE JACKAL (Der Schakal, 1973), THE DAY OF THE DOLPHIN (Der Tag des Delfins, 1973), oder BLACK SUNDAY (Schwarzer Sonntag, 1977), um nur ein paar zu nennen. Alle diese Filme sind ziemlich pessimistisch, aber auch ziemlich ziemlich gut und sehenswert. Alles scheint hier möglich, aber nur in negativer Hinsicht. Der amerikanische Albtraum.

Auch der Mittelteil von Alan J. Pakulas sogenannter Paranoia-Trilogie - THE PARALLAX VIEW (Zeuge einer Verschwörung, 1974) - ist deutlich von dem tiefen Misstrauen gegenüber Politik und Wirtschaft gekennzeichnet. Als ich diesen Film vor kurzem wieder sah, fielen mir einige Parallelen zum 2008er Bondfilm QUANTUM OF SOLACE auf, der in diesem Jahr eine Dekade hinter sich gebracht hat. Nicht nur zu diesem Film speziell, sondern auch allgemein zu der gesamten Ära des politischen Paranoia-Kinos der 1970er.


Donnerstag, 19. April 2018

Superhelden und Agenten

Vor achtzig Jahren, im Frühjahr 1938, erschien die erste Ausgabe von Superman. Damit erblickte der erste Superheld das Licht der Welt - ein Konzept, das die Populärkultur entscheidend prägte und bis heute enorm erfolgreich ist. Dass eine relativ naiv und pathetisch wirkende Verschmelzung von fast unbegrenzter Macht mit purem Edelmut ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine goldene Ära von Superhelden einläutete, verwundert aus heutiger Sicht nicht. Unter G.I.s waren die Geschichten um den stählernen Helden ebenso beliebt wie in Japan, bis hin zu Kaiser Hirohito.

Das Erfolgsrezept von Superhelden ist dabei noch deutlich älter als 80 Jahre  und wird heimlich auch von zahlreichen anderen Helden benutzt. Auch James Bond ist eigentlich ein Superheld!


Samstag, 6. Februar 2016

Der Titelsong als Teil der Erzählung

Sam Smith: Writing's On The Wall, Titel von Daniel KleinmanIn den Fünfziger und Sechziger Jahren waren speziell animierte Einleitungssequenzen mit entsprechenden Liedern noch ein selbstverständlicher Bestandteil von Filmen. Sie informierten nicht nur über Filmtitel und Darsteller, sondern bereiteten die Zuschauer auch auf Thema und Stimmung des Filmes vor. Sofern die Zuschauer schon im Lichtspieltheater ihrer Wahl Platz genommen hatten. Falls nicht lieferte die Titelsequenz immerhin das gute Gefühl, noch nicht viel vom eigentlich Film verpasst zu haben, und die genervt zum Platz machen gezwungenen Mit-Zuschauer ebenfalls nicht. Eine Aufgabe, die heute die 45-minütige Werbung inne hat.


Montag, 14. September 2015

Brücke mit Aussicht

A Vertigo View To A Voyage Home
Den 13. Bondfilm A VIEW TO A KILL, der in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, trifft oft der Vorwurf, die Bondformel nur unbefriedigend variiert und Versatzstücke aus früheren Bondfilmen und anderen Werken der Filmgeschichte benutzt zu haben. Die Idee eines Action-Finales auf der Golden-Gate-Bridge war dagegen - ähnlich wie das Rücken-an-Rücken-Plakatmotiv - eine Idee, die seither oft kopiert wurde. Mittlerweile ist die vielleicht berühmteste Brücke in jedem zweiten Sommer-Blockbuster zu sehen, wie in diesem Jahr TERMINATOR: GENISYS, SAN ANDREAS, PIXELS oder ANT-MAN.


Samstag, 31. Januar 2015

Der verlorene politische Hintergrund von DIE ANOTHER DAY

                               "I think it was a very bold move for them to have
                            Bond captured, tortured, and stripped of any identity."
                                                                                                             Pierce Brosnan


Verrat der Operation Gold, 1955
(Bundesarchiv)
In einem Interview anlässlich der Einweihung des SKYFALL-Zuges im Februar 2013 sagte Drehbuchautor Robert Wade, dass DIE ANOTHER DAY als Drehbuch noch einen wesentlich düsteren und härteren Grundton hatte: "'Die Another Day', on the page, was fairly gritty" (Siehe beispielsweise Yahoo). Der Abdruck des Protokolls einer Drehbuchsitzung im Buch The James Bond 007 Archives bestätigt diese Aussage, die seinerzeit in den Medien eher mit Unverständnis und Ironie kommentiert wurde. Demnach hatte der zwanzigste EON-Bondstreifen auf dem Papier tatsächlich einen ambitionierteren und realistischeren Anstrich als der fertige Film. Doch warum wurde dieser aufgegeben?





Mittwoch, 17. Dezember 2014

Bonds Alp-Traum

45 Jahre OHMSS: Die Faszination des Einmaligen in der Welt des Seriellen

Der sechste Bondfilm ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE hat sich seit seiner Entstehung vom skurrilen und vermeintlich enttäuschenden Ausrutscher zum Liebling vieler Fans gemausert. Selbst Top-Regisseure wie Steven Soderbergh oder Christopher Nolan erklärten öffentlich ihre Leidenschaft für diesen Film. Soderbergh sagte: "For me there's no question that cinematically is the best Bond film and the only one worth watching for reasons other than pure entertainment. Shot to shot, this movie is beautiful in a way none of the other Bond films are." (Siehe Soderberghs Blog Extension 765) Für Nolan war der Film eine der Inspirationen für INCEPTION: "Especially 'On Her Majesty’s Secret Service', which is a wonderful balance of action and romanticism. I guess this is my 007 film." (Siehe hier) Wenn ich sonst auch wohl nicht viel mit diesen beiden Männern gemein habe, so doch wenigstens den Lieblings-Bond. Aber was ist eigentlich so toll an diesem Film?

Über Bonds Liebe, Fan-Liebe und gewisse Parallelen zu Hitchcocks VERTIGO:


Donnerstag, 19. Juni 2014

John Logan - Eine Retrospektive (Teil 2 und Fazit)

Bond 24 Screenplay by John LoganVor einiger Zeit war in den Medien zu lesen, dass John Logan das Drehbuch zu Bond 24 fertiggestellt hat und in Zusammenarbeit mit Sam Mendes Logiklöcher stopft. Im ersten Teil meiner John-Logan-Retrospektive ging es um Logans Drehbücher von BATS bis THE LAST SAMURAI. Hier möchte ich nun eine Betrachtung seiner Arbeiten von AVIATOR bis in die Gegenwart nachreichen, und die Themen und roten Fäden analysieren, die auch in den zukünftigen Bondfilm(en) aus seiner Feder zu erwarten sein dürften.




Dienstag, 1. April 2014

John Logan - Eine Retrospektive (Teil 1)

„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern", lautet eine Weisheit. Da Drehbuchautor John Logan gerade den schönsten Job auf diesem Planeten hat und das neuste James-Bond-Abenteuer schreibt - und auch das nachfolgende verfassen wird - sollte sich in diesem Sinne ein Blick zurück auf seine bisherigen Arbeiten lohnen, um Trends und Themen in der weiteren Entwicklung des Franchise auszumachen. Dabei eröffnen sich einige interessante Details!


Donnerstag, 9. Januar 2014

Artus, Odysseus und Bond

Bond standing on a coast with a sailing shipWann immer ein Film in den Olymp der erfolgreichsten aller Zeiten aufsteigt, stellt sich die Frage, welche universal menschlichen Themen er im kollektiven Unterbewusstsein angesprochen hat. Bei SKYFALL lohnt sich der Blick auf mythologische und klassische Erzähl-Elemente besonders, da man bei dem Film auch nach mehrmaligen Sehen immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten und versteckte Querverweise entdeckt. Manches erinnert an klassische Epen - vor allem Homers Odyssee und die Artus-Sage - anderes an Western oder den Film Noir.


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Die Dramaturgie der Bondfilme: Midpoint und Goldener Schnitt

Filme unterliegen in gewisser Weise auch der Schwerkraft. Sie haben einen interessanten Aufhänger und ein spektakuläres Finale, aber oft neigen sie dazu, in der Mitte etwas durchzuhängen und sich in die Länge zu ziehen. Um diesem langen zweiten Akt eine Stütze zu geben und die Handlung aufzulockern, gibt es im sogenannten Midpoint oft einen entscheidenden Höhe- oder Tiefpunkt, oder einen bedeutenden Richtungswechsel in der Handlung oder der Tonalität. Solch ein Wendepunkt teilt den zweiten Akt dann noch einmal in zwei Unter-Akte. Eine Untersuchung der Mittelszenen der Bondfilme birgt einige sehr interessante Erkenntnisse!


Mittwoch, 9. Oktober 2013

Das Feuer des gegnerischen Stammes

Zum Goldenen Jubiläum von FROM RUSSIA WITH LOVE

Venice in James Bond 007 - From Russia With Love
Handlungsort Venedig
Die meisten guten Geschichten sind im Prinzip eine Reise. Der Mythenforscher Joseph Campbell hat dieses reiseähnliche Grundgerüst anhand zahlreicher klassischer Geschichten untersucht und in seinem berühmten Buch Der Heros in tausend Gestalten von 1949 beschrieben. Viele antike Erzählungen beginnen mit einem Notstand in einer Gemeinschaft, sei es ein Stamm, ein Dorf oder ein ganzes Land. Eine Gruppe von jungen und starken Personen, oder auch ein Einzelner, wird auf eine Reise geschickt, um etwas zu holen, das die Gemeinschaft retten kann.


Samstag, 5. Oktober 2013

Sag niemals nie, oder: Der Kalte Krieg hinter den Kulissen

Das "inoffizielle" schwarze Schaf der Familie wird 30

Das phantastische deutsche Poster
Als Albert Broccoli und Harry Saltzman sich mit Kevin McClory zusammentaten, der die Rechte für den Fleming-Roman Feuerball inne hatte, entstand daraus der bis heute größte finanzielle Erfolg des gesamten Franchise. Doch der Erfolg hatte einen unschönen Preis: McClory sollte nach zehn Jahren das Recht haben, den Roman erneut zu verfilmen. Wahrscheinlich hatte Cubby Broccoli nie damit gerechnet, dass zehn Jahre später noch irgendjemand ein ernsthaftes Interesse an James Bond haben würde, doch als es dann soweit war, tauchte McClory mit der Unnachgiebigkeit einer Märchenfigur auf und verlangte seinen Tribut.




Montag, 26. August 2013

Zwischen Formelhaftigkeit und Reizüberflutung

Hollywood, Los AngelesNachdem in diesem Jahr einige Blockbuster floppten, die als relativ sichere Bank galten - darunter WHITE HOUSE DOWN, PACIFIC RIM und THE LONE RANGER - gibt es zunehmend Diskussionen darüber, was im aktuellen Sommer-Popcorn-Kino falsch läuft. (Siehe unter anderem SZ oder Zeit) Wenn selbst Steven Spielberg und George Lucas, die den Blockbuster in den Siebzigern aus der Taufe hoben, derzeitige Big-Budget-Produktionen kritisieren, muss wohl tatsächlich einiges schieflaufen. Stehen die Filmdinosaurier kurz davor, aufgrund ihrer übersteigerten Größe zu sterben?


Freitag, 5. Juli 2013

Roger, übernehmen Sie!

Vor 40 Jahren feierte der achte James-Bond-Film LIVE AND LET DIE offiziell Premiere am Londoner Odeon am Leicester Square, nachdem er in den Staaten bereits eine Woche zuvor angelaufen war. Roger Moore hatte zuvor sehr erfolgreich in einigen Fernsehserien mitgewirkt, aber der Sprung vom Fernsehen ins Kino war zu jener Zeit nicht selbstverständlich und gelang weniger Schauspielern als umgekehrt. Zudem fehlten viele Elemente, die Bond berühmt gemacht hatten – vom Smoking und Wodka Martini über Q und weltbedrohende Superschurken bis zur Musik von John Barry. Dazu kam auch noch, dass praktisch alle Schurken des Films Schwarze waren. Wie um Himmels willen sollte das gut gehen?


Dienstag, 2. April 2013

Die Dramaturgie der Bondfilme: Der Auslöser

Jede Geschichte beginnt mit einem Ereignis, das die Welt des Protagonisten aus dem Gleichgewicht bringt und eine Frage aufwirft, die im Finale des Films beantwortet wird. Bei JAWS ist es beispielsweise der grausame Tod einer jungen Frau durch einen weißen Hai, der einen kleinen Badeort in Panik versetzt und die Frage aufwirft, ob dieser Hai zur Strecke gebracht werden kann. Dieser Auslöser, oder big hook, soll den Zuschauer dazu bringen, sozusagen anzubeißen und bis zum Ende dran zu bleiben. Bei den Bondfilmen kann man im Prinzip drei Arten von auslösendem Ereignis unterscheiden.

Montag, 11. März 2013

Bondfilme als 'Kino der Attraktionen'

Der Filmwissenschaftler Tom Gunning veröffentlichte 1986 ein berühmt gewordenes Essay, The Cinema of Attractions. Early Films, Its Spectator and the Avant-Garde, in dem er sich mit dem frühen Kino bis ca. 1907 beschäftigte. Bis dahin betrachtete man die ersten Filme unter dem Aspekt des späteren narrativen Kinos (lateinisch von narrare - erzählen) eher als primitive Vorform. Gunning stellt dem gegenüber das Konzept eines Kinos der Attraktion, das auf eigenständige Weise funktionierte.



Freitag, 25. Januar 2013

Space Age Hero

                "Als der Mensch ins Atomzeitalter trat, eroberte er eine neue Welt. Welchen Gefahren 
                 wir ins Gesicht sehen müssen, kann kein Mensch voraussehen!"
                                 (THEM!, 1954)


Vor einem halben Jahrhundert kam der erste Bondfilm in die deutschen Kinos, unter dem Titel: James Bond 007 jagt Dr. No. Der Film spiegelt perfekt den Zeitgeist der 50er und 60er Jahre wider, als die Menschheit hin und hergerissen war zwischen apokalyptischen Ängsten und unbegrenzten Möglichkeiten - ausgehend sowohl vom Mikro- wie vom Makrokosmos. Die kleinsten Teilchen erwiesen sich doch nicht als unteilbar und stellten gigantische Energien zur Verfügung, während sich der Kosmos durch die Raumfahrt als potentieller Lebensraum anzubieten schien. Angesichts der gerade mühsam überwundenen Schrecken des zweiten Weltkrieges stellte sich zum ersten Mal im globalen und existentiellen Maßstab die Frage des moralischen Fortschritts. Zeit für übermenschliche Helden, die das Gleichgewicht des Schreckens auf ihren Schultern balancieren konnten.