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Mittwoch, 2. September 2026

Wo Bond auf Ashenden trifft


Thrilling Spy City Genf

Das schweizerische Genf ist neben Berlin oder Wien einer der weltweiten Spionage-Hotspots, mit einer über hundertjährigen ungebrochenen Geschichte.

1911 siedelte Joseph Conrad hier seinen politischen Roman Mit den Augen des Westens an. Im Ersten Weltkrieg wurde der britische Autor William Somerset Maugham vom MI6 als Agent nach Genf beordert und setzte seine Erfahrungen später in der Geschichtensammlung Ashenden, oder Der britische Geheimagent um. 1920 wurde Genf zum Sitz des Völkerbundes, was Nachrichtendienste aller Welt zusätzlich anzog. Im Hotel Intercontinental nahe der UNO trafen sich in den 80ern Reagan und Gorbatschow. Nach dem Mauerfall siedelte John Le Carré seinen Night Manager hier an, und im neuen Jahrtausend Stella Rimington, ehemalige MI5-Chefin und Vorbild für M. in GOLDENEYE, ihren Roman The Geneva Trap. Edward Snowden war in Genf stationiert und verglich die Entwicklung von Spionagesoftware hier später mit Frankensteins Monster, das 1818 ebenfalls mit Blick auf den Lac Léman entstanden war.

Umso mehr verwundert es, dass Genf bisher nie ein Schauplatz eines James-Bond-Filmes wurde. Aber James Bond war trotzdem hier. Sein Schöpfer Ian Fleming, der in Genf Psychologie studiert hatte, ließ Bond 1959 im Roman Goldfinger hier vorbeischauen. 

Dienstag, 14. Juli 2026

Gardner, übernehmen Sie!

Vor 45 Jahren wurde für den literarischen Bond eine neue Ära eingeläutet

Buch "Countdown für die Ewigkeit"
1981 markierte einen Neubeginn für James Bond 007 in dem Medium, in dem er geboren wurde: Den Romanen. Bis dahin gab es die originalen Bücher und Kurzgeschichtensammlungen von Ian Fleming, einen recht gelungenen Nachfolgeroman von Kingsley Amis und, noch relativ frisch dazugekommen, zwei Novelisierungen von Bondfilmen aus der Feder von Christopher Wood. 

Als Fleming-Nachfolger ausgewählt wurde der britische Thriller-Autor John Edmund Gardner, der einen ähnlichen Ansatz verfolgte wie die Bondfilme bis dato: Bond wird einfach in die jeweilige Gegenwart versetzt und seine früheren Abenteuer in rückwirkender Kontinuität angepasst. Und so konfrontierte John Gardner seinen James Bond mit typischen 80er-Jahre-Themen wie Cyberterrorismus oder Anti-Atomkraftbewegung, während er klassische Fleming-Elemente beibehielt oder variierte. Obwohl sich Gardner einiger Kritik ausgesetzt sah, boten die Romane für jugendliche Bondfans eine dankbare Ergänzung zu den Filmen - so auch für mich.

Freitag, 2. September 2022

Das Buch zum Film

Romane zu Bondfilmen
Vor 45 Jahren begann eine Tradition, die vor 20 Jahren wieder endete: Roman-Adaptionen von James-Bond-Filmen. Hintergrund war, dass für den 10. Bondfilm THE SPY WHO LOVED ME (Der Spion, der mich liebte, 1977) nur der Titel des entsprechenden Romans von Ian Fleming aus dem Jahre 1962 zur Verfügung stand. Handlung und Charaktere mussten vollständig neu erdacht werden, da der Roman eher experimentell und minimalitisch ist und von Fleming nicht als verfilmbar angesehen wurde. Also beauftragte man Christopher Wood mit einer Adaption des von ihm gemeinsam mit Richard Maibaum erstellten Drehbuches. 

Roman-Adaptionen von Filmen waren bis in die 80er Jahre eine sehr erfolgreiche Vermarktungsmöglichkeit, da sie vor Entwicklung der Heim-Video-Systeme eine willkommene Möglichkeit boten, zwischen Kino- und Fernsehaufführung noch einmal in die Welt des Films einzutauchen. Ihre Tradition reicht bis weit in die Stummfilm-Ära zurück. Oft arbeiteten Autoren zeitgleich an Drehbuch und Roman, wie Edgar Wallace für KING KONG (1932) oder Alister MacLean für WHERE EAGLES DARE (Agenten sterben einsam, 1968), und Franchise-Schöpfer wie Gene Roddenberry oder George Lucas nahmen dafür die Feder sogar persönlich in die Hand.

Christopher Wood begnügte sich allerdings nicht mit der meistens üblichen sprachlichen Ausschmückung der Filmhandlung, sondern er brachte eine eigene Tonalität ein, setzte einige seiner äußerst phantasievollen Ideen um, die es nicht in den Film geschafft hatten - manche davon recycelte man für spätere Filme - und wandte einen Kniff an, der einen Trend in Gang setzte.

Freitag, 22. Juli 2022

Die Welt hat nicht genug

Verschmutzte, überfüllte Städte, Menschen mit Atemschutzmasken, brutale Räumkommandos der Polizei, ... Die Bilder des Films SOYLENT GREEN (Jahr 2022... die überleben wollen...) von 1973, die das Jahr 2022 zeigen sollen, erinnern tatsächlich auf eine fast schon gespenstische Weise an unsere Gegenwart. Und auch einige andere herausragende Science-Fiction-Filme vor allem aus der ersten Hälfte der 1970er Jahre verweisen mit ihren dystopischen Vorausschauen mehr oder weniger direkt in unsere Zeit. 

Einer der Gründe für diesen Trend war die Studie Die Grenzen des Wachstums, die der Club of Rome, finanziert von der Volkswagenstiftung, Anfang 1972 veröffentlichte. Die Simulation eines Computers unter Leitung des MIT-Ökononem Dennis Meadows regte ernsthafte Diskussionen darüber an, ob die Straße des stetigen Wachstums - statt zu immer größerem Wohlstand und Fortschritt, wie noch in den goldenen Sechzigern angenommen - auch in den Untergang führen könnte. So sagte etwa der Nobelpreisträger Linus Pauling 1976 auf einer Tagung, dass in etwa 50 Jahren "die größte Katastrophe in der Menschheitsgeschichte eintreten werde". 

Selbst in den ungebremst eskapistischen Abenteuern der James-Bond-Reihe der 1970er findet sich etwas von dieser Besorgnis wieder, und sie inspirierte in Der Spion, der mich liebte einen neuen Typus von Bondgegenspieler.

Dienstag, 1. Dezember 2020

Bond Noir

Was wäre, wenn man die Bondromane von Ian Fleming zeitnah nach ihrer Veröffentlichung im Stil des Film Noir, auch Schwarze Serie genannt, vorlagengetreu umgesetzt hätte? Auf dieses Gedankenspiel möchte ich hier mal eingehen, vor allem in Bezug auf mögliche Besetzungen. Wirklich ungewöhnlich wäre das gar nicht gewesen, denn Fleming orientierte sich bei seinen Büchern teilweise stark an den Hardboiled-Krimis von Dashiell Hammett, Raymond Chandler oder Mickey Spillane. 


Wie das ungefähr ausgesehen hätte, kann man schon etwas an der TV-Verfilmung von Casino Royale aus dem Jahr 1954 sehen. Mit dem US-Amerikaner Barry Nelson und dem deutschen Emigranten Peter Lorre spielten hier bereits zwei typische Vertreter des Film Noir mit. 


Montag, 18. Dezember 2017

Was von Fleming übrigbleibt

Der jüngste Bondfilm SPECTRE war in gewisser Weise ein Novum. Ähnlich wie FOR YOUR EYES ONLY, der erste Filmtitel nach einer Kurzgeschichte, oder NEVER SAY NEVER AGAIN, der erste selbst-ausgedachte Titel ohne Fleming-Bezug, ist SPECTRE eine Kapitel-Überschrift im Roman Thunderball.* Ursprünglich war es auch ein Arbeitstitel dieses Romans. Nach den Kurzgeschichten von Ian Fleming wären die Kapitel und Arbeitstitel eine weitere Quelle für mögliche Filmtitel.

Welche Möglichkeiten gibt das Werk von Fleming noch her?




Mittwoch, 29. November 2017

Quo Vadis, 007?

Bis auf den Umstand, dass Daniel Craig für den 25. EON-Bondfilm als James Bond zurückkehren wird, und dieser 2019 in die Kinos kommen soll, gibt es bisher nicht viele offiziell bestätigten Neuigkeiten. Produzentin Barbara Broccoli klärte das letztens: “So, to me, that’s the crucial thing… We’ve got our Daniel; we’ve got to find the director. We’re working on the script and we’ll see…" (Express), und fügte hinzu: "Hopefully by the beginning of the year we’ll have more news on all those fronts.”

Einige Meldungen deuten diese Aussage dahingehend, dass es Anfang des neuen Jahres einige große Ankündigungen bezüglich Bond 25 geben wird. Im günstigsten Falle wohl Regisseur, Hinweise zur Handlung oder vielleicht sogar schon ein Titel. Barbara Broccoli machte die Aussage anlässlich der Premiere des von ihr produzierten Thrillers THE RYTHM SECTION. Auf die Frage hin, ob auch 007 mal in Irland im Einsatz sein könnte, sagt sie: “Let’s see, maybe we’ll try and get Bond here at some point. I must say, having experienced it, I would love to come back.”

Welche Neuigkeiten wären hier eigentlich zu erwarten, angesichts der jüngsten Entwicklungen und Gerüchte?


Montag, 11. Mai 2015

Young-Bond-Romane mit neuen Covern

Anlässlich des im Oktober erscheinenden neuen Young-Bond-Romans bringt der Arena-Verlag die fünf bisher erschienenen Bücher der Reihe Young Bond am 1. Juli mit neuen Covern heraus, hier auf der Verlagsseite zu sehen. Die fünf Romane von Charlie Higgson erzählen von Bonds Zeit als Teenager am Eton College.

Am 22. Oktober erscheint im Fischerverlag der Roman Shoot to Kill unter dem deutschen Titel Der Tod stirbt nie. Die von Steve Cole erzählten Handlung dreht sich um den 15jährigen Bond, der nach dem Rauswurf aus Eton einer Verschwörung auf die Spur kommt, die nach Hollywood führt.

(Quelle: The Book Bond)

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Neuer Bondroman basierend auf unveröffentlichtem Fleming-Material

© IanFleming.com
Ian Fleming Publications und The Ian Fleming Estate geben bekannt, dass der britische Schriftsteller und Drehbuchautor Anthony Horowitz einen neuen James-Bond-Roman schreiben wird, der von bisher unveröffentlichten Material von Ian Fleming inspiriert sein wird. Dabei handelt es sich um Treatments, die Fleming in den 1950ern für eine geplante Bond-Fernsehserie schrieb. Einige der Episoden wandelte er in Kurzgeschichten wie The Living Daylights oder For Your Eyes Only um. Der Roman von Horowitz ist in den 50ern und in der Welt des Motorsports angesiedelt, und basiert auf einer Episode mit dem Arbeitstitel Murder on Wheels. Wie die WZ schreibt, dreht sich die Handlung um einen geplanten russischen Anschlag auf ein Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring. (Siehe auch James Bond memes) Das Buch erscheint weltweit am 8. September 2015.

Anthony Horowitz ist vor allem bekannt für seine Spionageromane um den jugendlichen Alex Rider. Der erste wurde 2006 unter dem Titel STORMBREAKER verfilmt.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Neuer Young-Bond-Titel enthüllt

Am heutigen 106. Geburtstag von Ian Fleming wurde auf dem Hay Festival Titel und Cover des neuen Young-Bond-Romans offiziell bekanntgegeben: Shoot To Kill. Außerdem übergab Charlie Higson, der Autor der bisherigen Bücher, die Autorenschaft an Steve Cole. Cole schrieb unter anderen für die Serie Doctor Who und hatte seinen größten Erfolg mit der Kinderbuchreihe Astrosaurs. In Shoot To Kill besucht Bond erstmals Hollywood. Der Roman erscheint in Großbritannien am 6. November.

Hier ein Präsentationsvideo:

Donnerstag, 3. April 2014

Neu-Übersetzungen der Amis- und Gardner-Bondromane!

© Cross-Cult
Phantastische Nachrichten für deutschsprachige Bondfans: Wie der Cross-Cult-Verlag auf seiner Facebook-Seite meldet, werden nach der erstmals vollständigen Neu-Ausgabe der Bondromane und-Kurzgeschichten von Ian Fleming auch die Romane von Kingsley Amis (Colonel Sun, unter dem Pseudonym Robert Markham) und John Gardner neu übersetzt und herausgebracht. Natürlich wieder mit den kongenialen Cover-Arbeiten von Michael Gillette. Colonel Sun und der erste Gardner erscheinen im September, die nächsten beiden Bände im März 2015. Fünf Bondbücher, die Gardner in den 1990ern schrieb, erschienen bisher noch gar nicht auf deutsch. Ich freu mich drauf!

Sonntag, 5. Januar 2014

Streit um Sherlock Holmes

Sherlock Holmes und Moriarty
Holmes im Kampf mit Erzfeind Moriarty
Das könnte ein Präzedenzfall auch für James Bond werden: Ein Autor von Geschichten um den berühmten Sherlock Holmes klagt gegen die Erben des Autors Sir Arthur Conan Doyle um die Rechte an den Figuren Holmes und Watson, und hat in der ersten Instanz bereits Recht bekommen. Hintergrund war, dass in den USA die Rechte für alle vor 1923 entstandenen Holmes-Geschichten ablaufen. (siehe Handelsblatt, FAZ und RechtamBild.de) Die Conan-Doyle-Erben argumentieren dagegen: "Doyle habe die Hauptfiguren Holmes und Watson auch nach 1923 noch weiterentwickelt und damit unterlägen sie weiterhin dem Copyright" (Handelsblatt). Dabei geht es um gerade einmal 3700 € Lizenzgebühren. Auf Bond bezogen würde die Kernfrage lauten: Wurde die Figur James Bond bereits im ersten Roman Casino Royale markant und schützenswert ausformuliert, oder hat sie sich erst im Laufe von Flemings Werk bis 1964 vollständig entwickelt? Es ist im Prinzip die Gretchenfrage aller Urheberrechtsstreits - Ab wann ist eine Idee mehr als nur eine Idee.

In den USA werden die Rechte an Casino Royale 95 Jahre nach Erscheinen auslaufen, das wäre 2048. In erster Instanz entschied der Richter, dass literarische Helden quasi zweimal leben: Einmal als Bestandteil der einzelnen Geschichten und einmal als Figuren selbst. In Bezug auf Bond dürfte interessant werden, dass Fleming sich in der Beschreibung seines Helden stark zurück hielt und erst sehr spät genauere biographische Daten lieferte. Aber wenigstens lagen zwischen dem ersten Erscheinen Bonds und Flemings Tod "nur" elf Jahre.

Samstag, 12. Oktober 2013

Das 007-ABC

In einem sehr lesenswerten, für die Welt übersetzten Artikel schreibt der neue James-Bond-Autor William Boyd etwas zu seinen persönlichen Notizen zum Buchbond, anhand eines ABCs. Teils sehr interessant und gut auf den Punkt gebracht. Viele Ansichten Boyds teile ich, wie etwa: "Unter dem Aspekt der Präsenz im öffentlichen Bewusstsein schlägt der Kino-Bond den literarischen um Längen. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die Romanfigur bei Weitem faszinierender, vielschichtiger und nuancierter ist als irgendein James Bond, der je auf die Leinwand projiziert wurde."

Samstag, 5. Oktober 2013

Sag niemals nie, oder: Der Kalte Krieg hinter den Kulissen

Das "inoffizielle" schwarze Schaf der Familie wird 30

Das phantastische deutsche Poster
Als Albert Broccoli und Harry Saltzman sich mit Kevin McClory zusammentaten, der die Rechte für den Fleming-Roman Feuerball inne hatte, entstand daraus der bis heute größte finanzielle Erfolg des gesamten Franchise. Doch der Erfolg hatte einen unschönen Preis: McClory sollte nach zehn Jahren das Recht haben, den Roman erneut zu verfilmen. Wahrscheinlich hatte Cubby Broccoli nie damit gerechnet, dass zehn Jahre später noch irgendjemand ein ernsthaftes Interesse an James Bond haben würde, doch als es dann soweit war, tauchte McClory mit der Unnachgiebigkeit einer Märchenfigur auf und verlangte seinen Tribut.




Dienstag, 1. Oktober 2013

SOLO-Auftritt

Ab heute ist der neue James-Bond-Roman SOLO in deutschen Buchhandlungen erhältlich. Im Gegensatz zu anderen Ländern leider eher unspektakulär und unglamourös, wie hier am Potsdamer Platz in Berlin.

James Bond 007 SOLO von William Boyd

Dienstag, 27. August 2013

Erste Details zu SOLO

Cover: James Bond SOLO, von William Boyd, ein 007 Roman
Deutsches Cover (amazon)
US-Verleger HarperCollins und die Seite The Book Bond haben eine erste detailiertere Handlungsangabe zum neuen James-Bond-Roman SOLO von William Boyd veröffentlicht, der in Deutschland am 1. Oktober im Berlin Verlag erscheint:











Es ist 1969 und James Bond 007 hat gerade seinen 45. Geburtstag gefeiert, als er ins Hauptquartier gerufen wird und einen ungewöhnlichen Auftrag erhält. In Zanzarim, einer westafrikanischen Nation, wütet ein erbitterter Bürgerkrieg, und M erteilt Bond den Auftrag, gegen die Rebellen vorzugehen, die das bestehende Regime bedrohen.

Kaum in Afrika angekommen begibt sich Bond auf die fieberhafte Suche nach den Drahtziehern hinter diesem brutalen Krieg - wobei er schnell feststellt, dass die Situation alles andere als überschaubar ist. Schritt für Schritt kommt Bond hinter die wahre Ursache für die Gewalt in Zanzarim und stößt auf eine Verschwörung, die jede Vorstellung übertrifft.

Mit einem Handlungsbogen von den Rebellen-Schlachtfeldern in Westafrika zu den geschlossenen Türen der Geheimdienstzentralen in London und Washington ist SOLO ein fesselnder Thriller mit packender Handlung, denkwürdigen Charakteren und atemberaubenden Wendungen genauso wie eine meisterhafte Studie über Macht und ihren Gebrauch - eine brillante Bereicherung des James-Bond-Kanons.

Das Original gibt es hier. Offenbar ist die Handlung diesmal etwas politischer und gesellschaftskritischer als man von Bondromanen gewohnt ist. Ich bin gespannt!

Montag, 19. August 2013

Operation 'Bentley' beginnt!

Bentley Blower, James Bond 007 carHeute kam ein bei Amazon bestelltes Modell des Bentley 4½ Litre Supercharged „Blower“. Das ist das erste Auto, das James Bond in den Romanen fährt. Bond kaufte den schlachtschiffgrauen Wagen 1932 und lagerte ihn während des zweiten Weltkriegs ein. In Casino Royale wird er während einer Verfolgungsjagd schwer beschädigt, und in Moonraker dann vollends zerstört. In den Filmen sieht man den Wagen während Bonds Picknick mit Silvia Trench in FROM RUSSIA WITH LOVE sowie kurz in NEVER SAY NEVER AGAIN. In den kommenden Wochen werde ich über die Bauarbeiten berichten.

Montag, 12. August 2013

Morgengrauen des Atomzeitalters

James Bond - Moonraker, Ian Fleming

James Bond 007 Moonraker, Ian Fleming, CoverMontage sind die Hölle für James Bond. Wenigstens in diesem Punkt ergeht es dem Doppelnull-Agenten wie den meisten von uns. Morgens durch das graue nebelige London ins Büro, nach einem Wochenende mit zuviel Alkohol und Zigaretten. Schießübungen mit dem Waffenmeister. Mittags Lunch in der MI6-Kantine. Dann die übliche Memos, Fluchtwege aus Ost-Berlin, die neuesten KGB-Waffen, etc. pp. Am Nachmittag ein bisschen herumtippen am eigenen Agentenratgeber. Und dann endlich das Klingeln des roten Telefons, der Ruf der weiten und gefährlichen Welt außerhalb des tristen London!



Dienstag, 28. Mai 2013

Ian Fleming

Vor 105 Jahren, am 28. Mai 1908, kam Ian Lancaster Fleming in London zur Welt, als zweiter von vier Söhnen des konservativen Abgeordneten Valentine Fleming und seiner Frau Eve. Durch Flemings Großvater, dem Bankier Robert Fleming, war die Familie wohlhabend geworden. 1917 fiel sein Vater an der Westfront, woraufhin Winston Churchill persönlich einen Nachruf in der Times schrieb. Ians Kindheit und Jugend standen im Schatten dieser beiden überlebensgroßen Männer, sowie auch seines großen Bruders Peter, der ein anerkannter Reiseschriftsteller war. Fleming konnte erst relativ spät aus diesem Schatten hervortreten, dafür aber umso nachhaltiger.


Wie seine spätere Schöpfung James Bond verbrachte er seine Kindheit teilweise in Schottland, auf Glenborrodale Castle (siehe hier) und wurde wegen eines "Vorfalls" mit einem Mädchen vom Eton College verwiesen. 1927 zog er nach Kitzbühel, wo er unter anderem Skifahren lernte und seine erste Liebe kennenlernte. Viele Erlebnisse aus dieser Zeit flossen in den Roman On Her Majesty's Secret Service ein. Später arbeitete er als Journalist bei Reuters und berichtete aus Moskau über einen Schauprozess. Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs trat Fleming in den Marine-Geheimdienst ein und wurde zum persönlichen Assistenten des Direktors John Godfrey, dem Fleming mit der Figur des M. ein Denkmal setzte. Nach dem Krieg erwarb er ein Haus auf Jamaika und arbeitete vorerst wieder als Journalist. 1952 schreibt er auf Jamaika schließlich seinen ersten Roman Casino Royale. (Mehr dazu hier)

Ian Fleming gab dem verbrecherischen Ernst Stavro Blofeld, der der Chef des Syndikats SPECTRE ist und Bonds Frau ermordet, dasselbe Geburtsdatum. Laut dem Roman Thunderball erblickte Blofeld am 28. Mai 1908 in Gdingen das Licht der Welt, womit er heute ebenfalls 105 werden würde.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Schloss Mittersill - Inspiration für Blofelds Alpendomizil

Innenhof des Schlosses
Im Roman On Her Majesty's Secret Service von 1963 residiert Bonds Erzfeind Ernst Stavro Blofeld in einem Gebäudekomplex auf dem Alpengipfel Piz Gloria, der zugleich Allergieklinik und Club für skifahrende Aristokraten ist. Beides ist allerdings nur Tarnung für Blofelds eigentlichen Plan, die biologische Kriegsführung gegen Großbritannien. Inspiriert wurde Ian Fleming dafür durch Schloss Mittersill, das vor und nach dem zweiten Weltkrieg ein exklusiver Sport- und Skiclub für die High-Society war. Nach 1938 wurde es jedoch von den Nazis für obskure pseudowissenschaftliche Zwecke benutzt.