Sonntag, 28. Juni 2015

Patrick Macnee verstorben

Da ich die letzten beiden Wochen im Urlaub war ist die Meldung nicht mehr wirklich aktuell, aber ich möchte ihm hier trotzdem meinen Respekt erweisen: Daniel Patrick Macnee verstarb am Donnerstag im Alter von 93 Jahren. In A VIEW TO A KILL spielte er den Pferdesportexperten Sir Godfrey Tibbett. Wesentlich bekannter wurde er durch die britische Kultserie The Avengers (in Deutschland Mit Schirm, Charme und Melone), in der er neben den späteren Bondgirls Honor Blackman und Diana Rigg auftrat. Mit Roger Moore verband ihn eine langjährige Freundschaft. In SHERLOCK HOLMES IN NEW YORK von 1976 verkörperten sie Holmes und Dr. Watson.

Sonntag, 14. Juni 2015

Commander Jamaica


Wie aus 007 beinahe eine Fernsehserie wurde

Der neue James-Bond-Roman Trigger Mortis - Der Finger Gottes, der in Deutschland am 8. September erscheint (siehe hier), basiert zum Teil auf unveröffentlichtem Material von Ian Fleming. Es handelt sich um die Folge Murder on Wheels (Mord auf Rädern), die Fleming in den 1950ern für eine geplante Fernsehserie schrieb. Was war das für eine Serie, was genau schrieb Ian Fleming dafür und was wurde aus diesen Entwürfen?



Donnerstag, 11. Juni 2015

Sir Christopher Lee verstorben

Sir Christopher Frank Carandini Lee ist im Alter von 93 Jahren in London an Herzversagen verstorben. Lee verkörperte 1974 in THE MAN WITH THE GOLDEN GUN einen der ikonischsten Bondwidersacher, den berühmten Auftragskiller Francisco Scaramanga. Berühmt wurde der Brite vor allem durch seine zehnmalige Dracula-Darstellung. Zudem veredelte er zahlreiche andere Franchises, wie STAR WARS, LORD OF THE RINGS und THE HOBBIT. Der fast zwei Meter große, charismatische Brite spielte seit Mitte der 1940er Jahre in mehr als 280 Filmen und TV-Episoden mit. Er verkörperte neben Dracula auch Frankensteins Kreatur und die Mumie, Sherlock Holmes, dessen Bruder Mycraft sowie insgesamt fünfmal Dr. Fu Manchu (Fu Manchu war das Vorbild für Dr. No, und Lees Cousin Ian Fleming schlug ihn auch für die Rolle des No vor).

Der ausgebildete Opernsänger lieh seine markante Stimme auch zahlreichen Filmen und Computerspielen, darunter GoldenEye: Rogue Agent. In Around the World in 80 Days spielte er neben Pierce Brosnan, in THE GOLDEN COMPASS neben Daniel Craig.

Sonntag, 7. Juni 2015

Keine Sternstunde für das Empire

"Verrat an den Kosaken bei Lienz" (Sergej Korolkoff)
Vor sechzig Jahren ereignete sich die Lienzer Kosakentragödie, bei der die Briten über 20.000 Kosaken samt Familien nahe des österreichischen Lienz durch Verrat an die stalinistische Sowjetunion auslieferten und damit den grausamen Tod von Männern, Frauen und Kindern ermöglichten. Ein wenig bekanntes Kapitel des zweiten Weltkriegs, das ausgerechnet durch einen James-Bond-Blockbuster erstmalig filmisch thematisiert wurde und damit Eingang in die Populärkultur fand: Im 17. von Eon produzierten Bond-Abenteuer GOLDENEYE entpuppt sich der Gegenspieler als Sohn eines Lienzer Kosaken, der nach dem Verrat kollektiven Selbstmord beging. Ein Schicksal, das es so tatsächlich mehrfach gab.




In der Konferenz von Jalta im Februar 1945 wurde vereinbart, dass alle sich in westalliiertem Gewahrsam befindlichen Sowjetbürger an die Sowjetunion "repatriiert" werden sollten. Die Kosaken hatten auf Seiten der Deutschen gegen Stalin gekämpft, aber sie waren gemäß dem britischen Historiker Nicholas Bethell eigentlich gar als zu Repatriierende gemäß Jalta-Abkommen zu zählen, da sie Russland bereits um 1920 herum verlassen hatten. Bethell schreibt in seinem Buch "The Last Secret", dass sie den Briten lästig waren, weil sie ihrem Verbündeten so gefällig wie möglich sein wollten.

Die Briten entwaffneten die Kosaken mit der Lüge, dass sie für ihre Waffen keine Munition hätten. Anschließend wurden sie gewaltsam auf Lkw's und Eisenbahnwaggons getrieben und der Roten Armee ausgeliefert. Auf diesen Verrat hin spielten sich erschütternde Szenen ab. Flüchtlinge wurden von den Briten erschossen. Angesichts der zu erwartenden Vergeltung des Stalin-Regimes nahmen sich zahlreiche Offiziere samt ihrem Familien das Leben. Die Überlebenden wurden dann größtenteils tatsächlich von Exekutionskommandos hingerichtet.

Auch wenn man von einer Schuld der Kosaken-Offiziere ausgeht, da sie auf Seiten der Deutschen kämpften, nahmen die Briten unter Churchill hier aus reinem politischen Kalkül den grausamen Tod von tausenden Frauen und Kindern in Kauf. Ihr Verbündeter und Partner Stalin hatte sich zu diesem Zeitpunkt ebenso wie Hitler längst als massenmordender Psychopath entpuppt. Der in GOLDENEYE vom ehemaligen KGB-Agenten Zukovsky angefügte beschwichtigende Satz "Skrupellose Menschen, die verdient haben, was sie bekamen" trifft nicht auf Kinder zu. Es sei denn, man stimmt der stalinistischen Sippenhaftung zu.

Obwohl GOLDENEYE oft der Vorwurf eines zu glatten und steifen Blockbusters trifft, muss man sagen, dass man hier zum ersten Mal den Mut hatte, Bond mit den zahlreichen, wenig glorreichen Episoden des Empires zu konfrontieren. Bonds Reaktion "Nicht gerade eine unserer Sternstunden" zeigt eine Selbstreflexion, die man sich offenbar erst nach Ende des Kalten Krieges leisten konnte.

Leider ist der Hintergrund von Trevelyan nicht ganz schlüssig. Ursprünglich sollte er wesentlich älter und ein früherer Mentor von Bond sein. Es wäre glaubwürdiger und wirksamer gewesen, wenn Trevelyan das Massaker an der Drau als Kind selbst miterlebt hätte, und damit auch die Beteiligung der britischen Soldaten. Sean Bean ist allerdings erst 1959 geboren, 14 Jahre später. Deshalb deichselte man es so, dass Trevelyans Eltern Stalins Exekutionskommando überlebten, der Vater sich dann aber später aus Scham zusammen mit seiner Frau umbrachte. Wobei fragt man sich schon fragt, wieso Trevelyan dann nicht wenigstens einen der Satelliten über Moskau zündet.

Dienstag, 2. Juni 2015

Bond bald nicht mehr bei Sony?

Einer Meldung von Variety zufolge endet mit Erscheinen des neuen Bondfilm SPECTRE am 5. November der Vertrag zwischen Verleiher Sony Pictures und Produktionsfirma MGM. Die Rechte am Bond-Franchise wären damit auf dem Markt, und MGM könnte einen neuen Verleih den Zuschlag geben. Laut Variety könnten vor allem Warner Bros. (Heimat von Batman, Bugs Bunny und Harry Potter) durch die guten Beziehungen beider Chefs gute Chancen haben. Sony-Pictures-Chef Tim Rothman, der die kürzlich wegen des Sony-Hacks zurückgetretene Amy Pascal beerbte, bestätigte gegenüber Variety, dass man auf jeden Fall mitbieten und versuchen werden, die Rechte wiederzuerwerben. Bond ist Sonys stärktes Zugpferd zusammen mit Spiderman. SKYFALL war der bisher umsatzstärkste Film für Sony Pictures. (Siehe auch darkhorizons und Filmstarts.)