Posts mit dem Label Sir Roger Moore werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sir Roger Moore werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. März 2026

Auferstehung eines Heiligen

Anfang und Mitte der 1990er Jahre entstanden einige gelungene und erfolgreiche Wiederbelebungen von Sixties-Ikonen. Im Fernsehen erforschte Star Trek mit Serien-Spin-offs neue Dimensionen des Erfolgs. Im Kino starteten Filmversionen von 60er-Straßenfegern, wie Addams Family (1991), Auf der Flucht (The Fugitive, 1993), das Steinzeit-Revival Die Flintstones (1994) und schließlich als Höhepunkt die Neustarts der Agentenklassiker James Bond mit GoldenEye (1995) und Mission: Impossible (1996). 1997 gesellte sich dazu ein weiterer erfolgreicher Held der 60er: Simon Templar. Obwohl der Charakter schon Ende der 1920er vom Briten Leslie Charteries geschaffen wurde, war seine erfolgreichste Inkarnation die Darstellung von Roger Moore in der TV-Serie Simon Templar (The Saint) von 1962 bis 1969. 

The Saint machte aus Simon Templar - ursprünglich eine Mischung aus Privatdetektiv und modernem Robin Hood - einen Meister der Maskierungen, und wilderte damit etwas in der Domäne von Mission: Impossible. Tatsächlich plante Hauptdarsteller Val Kilmer, ähnlich wie Tom Cruise mit Mission: Impossible, aus The Saint eine Filmreihe zu machen und als Produzent zu agieren. Was nicht ohne eine gewisse Ironie ist - waren Cruise und Kilmer im Blockbuster Top Gun erbitterte Rivalen. Doch aus einer Filmreihe à la Mission: Impossible oder James Bond wurde letztlich nichts, obwohl der Film ein Erfolg war und vieles richtig machte.

Montag, 29. Dezember 2025

Operation Mainstrike

In diesem Jahr feierte der 14. EON-James-Bond-Film A VIEW TO A KILL (Im Angesicht des Todes, 1985) sein 40. Jubiläum. Drehort war neben Paris, San Francisco und Island das Amberley Museum in West Sussex. Es diente für Außenaufnahmen an der sogenannten Mainstrike-Mine, die sich im Film in Kalifornien befindet. James Bond (Roger Moore) und Stacey Sutton (Tanya Roberts) kommen hier nach einer nächtlichen Verfolgungsjagd in San Francisco mit einem Feuerwehr-Leiterwagen an und infiltrieren die Mine. Später finden hier die Flucht von Max Zorin (Christopher Walken) per Luftschiff, der Tod von May Day (Grace Jones) sowie die Entführung von Stacey statt. Zusammengeschnitten mit Aufnahmen in Kalifornien und dem riesigen Set von Peter Lamont in Pinewood liefert das britische Freiluftmuseum die Illusion einer US-Location. Ein für den amerikanischen Westen typisches Windrad wurde aufgestellt und steht dort bis heute. 

Das Amberley Museum ist einer der Bond-Drehorte, die stolz auf ihre filmische Umsetzung sind und dem Besucher in dem Punkt einiges zu bieten haben. So ist unter anderem noch das originale Mainstrike-Schild über dem Tunneleingang angebracht, und eine Ausstellung zeigt die Loren sowie Szenen aus dem Film. Neben der Geschichte des Kalkbergwerks aus dem 19. Jahrhundert und den Filmbezügen widmet sich das Museum auch anderen Bereichen wie der Geschichte der Elektrizität oder der Motorkraft. Im Sommer 2014 hatte ich das Amberley Museum besucht und möchte anlässlich des Jubiläums einige Eindrücke davon teilen.

Sonntag, 26. November 2023

'50 Jahre Leben und sterben lassen' in Braunschweig

Mission Bond 50 Jahre Leben und sterben lassen in Braunschweig
Mittlerweile schon zum zehnten Mal hieß es in Braunschweig 'Mission Bond'. Seit 2012 und '50 Jahre Dr. No' gab es mit Ausnahme der Corona-Zeit jedes Jahr einen Bondklassiker im Kino zu sehen, zusammen mit Rahmenprogramm und After-Show-Parties. In diesem Jahr war Leben und sterben lassen, das Debüt von Sir Roger Moore als James Bond aus dem Jahr 1973, auf der mit 24 mal 11 Metern größten Leinwand Niedersachsens im Astor Filmtheater zu bestaunen. 

Prominenter Stargast des Abends war Ludger Pistor, der in Casino Royale als Schweizer Banker Mendel auftrat und neben Bond auch schon mit Steven Spielberg und Quentin Tarantino drehte. Dementsprechend hatte der ebenso charismatische wie sympathische Schauspieler viel amüsantes zu berichten.

Sonntag, 19. November 2023

Alfred Hitchcock präsentiert: Roger Moore!

Roger Moore in Alfred Hitchcock presents: The Avon Emeralds
Sean Connery ist der einzige James-Bond-Darsteller, der mit Alfred Hitchcock arbeitete: 1964 in MARNIE, einem von Hitchcocks letzten Werken. Aber auch Roger Moore hat eine Hitchcock-Connection: Er trat in der von Hitchcock produzierten und moderierten Fernsehserie Alfred Hitchcock Presents auf. (George Lazenby trat 1989 in einer Neuauflage der Serie auf, die aber bis auf den Namen und nachcolorisierte Anmoderationen nicht mehr direkt mit dem Regisseur zu tun hat.)

Die Episode heißt The Avon Emeralds und wurde am 22. April 1959 ausgestrahlt. Im deutschen Fernsehen - für das leider nur ein Bruchteil der Folgen synchronisiert wurde - lief sie unter dem Titel Der Schmuck der Lady Avon. Sir Roger zieht alle Register als Inspector von Scotland Yard, der eine schöne Witwe davon abhalten will, mit einem Kollier nach Südfrankreich zu verschwinden - denn der britische Staat will damit Erbschaftssteuer eintreiben. Dementsprechend lässt er den Besitz einer Dame nicht mehr aus dem Auge. Der Anfang der Folge bietet so etwas wie ein Foreshadowing auf Roger Moores spätere Bondfilme.

Donnerstag, 2. November 2023

Im Geheimdienst von James Bond

Buch "Im Geheimdienst von James Bond"
Die dunkle Jahreszeit ist für viele Bondfans traditionell die Zeit von Im Geheimdienst Ihrer Majestät, ein Bondfilm, der um Weihnachten herum und größtenteils in den Schweizer Alpen spielt und für seine wegweisende Ski-Action berühmt ist. Rasante Szenen in Schnee und Eis sind seither ein Markenzeichen der James-Bond-Filme. Der Name Stefan Zürcher ist ein wiederkehrendes Qualitätsmerkmal dieser Szenen und daher den meisten Bondfans ein Begriff. Der Schweizer wirkte als Stuntman an Im Geheimdienst Ihrer Majestät mit und wurde von Eon Productions seither für viele weitere Bondfilme engagiert, wo er die Auswahl der Drehorte und die Realisierung der umfangreichen und riskanten Actionszenen koordinierte und überwachte. 

Seiner Arbeit in der Filmindustrie über fünf Jahrzehnte hinweg mit Größen wie Steven Spielberg, Marlon Brando oder John Le Carré widmet sich nun das Buch Im Geheimdienst von James Bond. Es bietet einen spannenden Einblick in die Dreharbeiten von insgesamt neun Bondfilmen - Im Geheimdienst Ihrer Majestät, Der Spion, der mich liebte, Im Angesicht des Todes, Der Hauch des Todes, GoldenEye, Der Morgen stirbt nie, Die Welt ist nicht genug, Ein Quantum Trost und schließlich Spectre (dazu kommen die Locationsuche für In tödlicher Mission und Stirb an einem anderen Tag)  - und die privaten Seiten der Bonddarsteller.

Freitag, 29. September 2023

War Bonds

Zeitschrift CINEMA von 1983
CINEMA von 1983
Vor 40 Jahren erlebte die Welt die einmalige Situation, dass in einem Jahr gleich zwei Bondfilme in die Kinos kamen und gegeneinander antraten (1967 mit der Parodie/Persiflage/Farce CASINO ROYALE zählt nicht wirklich). Unglaublich aus heutiger Sicht, wo man sich schon über zwei Bondfilme in einem Jahrzehnt freut. Seitdem bewegt die Fans die Frage, welcher der beiden Kontrahenten - OCTOPUSSY oder NEVER SAY NEVER AGAIN (Sag niemals nie) - der bessere Film sei. 

Als ich vor dreißig Jahren Bondfan wurde und alle Filme nacheinander im Fernsehen oder auf VHS sichtete, war diese Frage für mich ziemlich klar: Sag niemals nie ist dem 1983er EON-Beitrag hoffnungslos überlegen. Was mich damals zu diesem Empfinden gebracht hat, und warum sich die Präferenzen innerhalb von drei Jahrzehnten Beschäftigung mit Bond ungleich in Richtung Octopussy verschoben haben, darüber möchte ich hier ein bisschen plaudern.

Dienstag, 20. Juni 2023

Sommer, Sonne, 007

Sommer 1993... Ace of Base, Whitney Houston und das noch relativ neuartige Phänomen des Eurodance beherrschen die Musikszene, während mit JURASSIC PARK der Blockbuster des Sommers anläuft. Für mich bedeutete der Sommer 1993 vor allem aber das Entdecken einer neuen Leidenschaft: Der Welt von Geheimagent 007, der mich bisher zwar wie ein zuverlässiger, aber eher flüchtiger Bekannter begleitet hatte, nun jedoch zu einem treuen und wertvollen Freund wurde. Seitdem verband ich die Zeit des beginnenden Sommers mit dieser Entdeckung einer ganzen Film- und Romanwelt. Paradoxerweise war der Filmbond wohl gerade an seinem totesten Punkt angekommen, als er für mich am lebendigsten wurde. (Mehr dazu auch hier)

Aber auch unabhängig von dieser eher zufälligen Zeit des Fan-Werdens waren Bondfilme früher die Art Film, die man sich gern im Sommer im Kino angesehen hat, um sich für zwei Stunden abzukühlen und etwas unbeschwerten Spaß zu haben. Mittlerweile hat sich das fast ins Gegenteil verkehrt - Auch eine Frage der Starttermine der einzelnen Filme?

Sonntag, 2. April 2023

Die aus der Zeit Gefallenen

Artwork by Paul Mann & Richard Amsel

Die 1970er waren eine seltsame Zeit für hartgesottene Nachkriegshelden. Egal ob zynische Privatermittler wie Philip Marlowe oder kalte Krieger wie James Bond. Zwei recht ähnliche Helden, geschaffen von ehemaligen Journalisten und Weltkriegsveteranen. Der eine erblickte 1939 das Licht der literarischen Welt und wurde zu dem hardboiled detective schlechthin, der andere debütierte 1953 und wurde der berühmteste aller Geheimagenten. Die beginnenden Siebziger mit ihren politischen Umbrüchen und über den Haufen geworfenen Idealen ließen beide wie anachronistisch wirkende Klischees aussehen.  

Und so kamen vor einem halben Jahrhundert zwei Filme in die Kinos, die beide Helden mit einem ähnlichen Ansatz in dieses turbulente Jahrzehnt transportierten. Robert Altmans THE LONG GOODBYE (Der Tod kennt keine Wiederkehr) und LIVE AND LET DIE (Leben und sterben lassen). Beide beruhten auf Romanen aus den frühen 1950er Jahren, die sie mit einem kontrastierenden Hauptdarsteller und dem ironischen Spiel mit den eigenen Klischees in das Jahr 1973 übersetzten. Zum Teil ähneln sich sogar die Handlungen in gewissen Details.

Sonntag, 27. November 2022

Die versteckte Symmetrie der Roger-Moore-Bondfilme

Die Amtszeit von Sir Roger Moore als James Bond 007 ist - obwohl sie oft wenig Liebe von vielen Fans und Kritikern erfährt - die für mich vollständigste und rundeste. Und auch die, die am meisten Spaß macht. Ein interessanter Aspekt von vielen ist dabei eine gewisse Symmetrie in den fünf Filmen. Ausgehend von MOONRAKER als Mittelpunkt kann man erstaunliche Parallelen in den sich zeitlich jeweils gegenüberliegenden Filmen erkennen, auf die ich hier (mit einem kleinen Augenzwinkern) einmal näher eingehen möchte.


Symmetrie der Roger-Moore-Filme

Freitag, 2. September 2022

Das Buch zum Film

Romane zu Bondfilmen
Vor 45 Jahren begann eine Tradition, die vor 20 Jahren wieder endete: Roman-Adaptionen von James-Bond-Filmen. Hintergrund war, dass für den 10. Bondfilm THE SPY WHO LOVED ME (Der Spion, der mich liebte, 1977) nur der Titel des entsprechenden Romans von Ian Fleming aus dem Jahre 1962 zur Verfügung stand. Handlung und Charaktere mussten vollständig neu erdacht werden, da der Roman eher experimentell und minimalitisch ist und von Fleming nicht als verfilmbar angesehen wurde. Also beauftragte man Christopher Wood mit einer Adaption des von ihm gemeinsam mit Richard Maibaum erstellten Drehbuches. 

Roman-Adaptionen von Filmen waren bis in die 80er Jahre eine sehr erfolgreiche Vermarktungsmöglichkeit, da sie vor Entwicklung der Heim-Video-Systeme eine willkommene Möglichkeit boten, zwischen Kino- und Fernsehaufführung noch einmal in die Welt des Films einzutauchen. Ihre Tradition reicht bis weit in die Stummfilm-Ära zurück. Oft arbeiteten Autoren zeitgleich an Drehbuch und Roman, wie Edgar Wallace für KING KONG (1932) oder Alister MacLean für WHERE EAGLES DARE (Agenten sterben einsam, 1968), und Franchise-Schöpfer wie Gene Roddenberry oder George Lucas nahmen dafür die Feder sogar persönlich in die Hand.

Christopher Wood begnügte sich allerdings nicht mit der meistens üblichen sprachlichen Ausschmückung der Filmhandlung, sondern er brachte eine eigene Tonalität ein, setzte einige seiner äußerst phantasievollen Ideen um, die es nicht in den Film geschafft hatten - manche davon recycelte man für spätere Filme - und wandte einen Kniff an, der einen Trend in Gang setzte.

Montag, 1. August 2022

Der Name ist Moore

Vor einem halben Jahrhundert - am 1. August 1972 - wurde Roger George Moore in einer Pressekonferenz im Londoner Dorchester-Hotel der Öffentlichkeit als neuer James Bond vorgestellt. Anschließend posierte er mit Zigarre und Champagnerglas vor dem Dach-Pavillon des Hotels. Das Dorchester hat eine lange Bondtradition. Auch George Lazenby wurde dort der Presse vorgestellt, für jüngere Bondfilme hielt man dort Konferenzen ab und schließlich ließ William Boyd Bond in Solo dort seinen 45. Geburtstag verbringen. Und fast 45 war Moore auch, als er die Rolle übernahm. 

Stark gemacht für ihn als Bonddarsteller hatte sich vor allem Harry Saltzman, der dann allerdings nach Moores zweitem Film als Produzent ausstieg. Kurz nach dem Pressetermin im Dorchester reisten Moore und die Filmcrew in die Vereinigten Staaten, um sein Debüt LIVE AND LET DIE zu drehen. Und es sollten noch sechs weitere wunderbare Filme folgen.

Roger Moore announced as new Bond at Dorchester in 1972


Freitag, 22. Juli 2022

Die Welt hat nicht genug

Verschmutzte, überfüllte Städte, Menschen mit Atemschutzmasken, brutale Räumkommandos der Polizei, ... Die Bilder des Films SOYLENT GREEN (Jahr 2022... die überleben wollen...) von 1973, die das Jahr 2022 zeigen sollen, erinnern tatsächlich auf eine fast schon gespenstische Weise an unsere Gegenwart. Und auch einige andere herausragende Science-Fiction-Filme vor allem aus der ersten Hälfte der 1970er Jahre verweisen mit ihren dystopischen Vorausschauen mehr oder weniger direkt in unsere Zeit. 

Einer der Gründe für diesen Trend war die Studie Die Grenzen des Wachstums, die der Club of Rome, finanziert von der Volkswagenstiftung, Anfang 1972 veröffentlichte. Die Simulation eines Computers unter Leitung des MIT-Ökononem Dennis Meadows regte ernsthafte Diskussionen darüber an, ob die Straße des stetigen Wachstums - statt zu immer größerem Wohlstand und Fortschritt, wie noch in den goldenen Sechzigern angenommen - auch in den Untergang führen könnte. So sagte etwa der Nobelpreisträger Linus Pauling 1976 auf einer Tagung, dass in etwa 50 Jahren "die größte Katastrophe in der Menschheitsgeschichte eintreten werde". 

Selbst in den ungebremst eskapistischen Abenteuern der James-Bond-Reihe der 1970er findet sich etwas von dieser Besorgnis wieder, und sie inspirierte in Der Spion, der mich liebte einen neuen Typus von Bondgegenspieler.

Sonntag, 4. April 2021

Hymnen für Helden

Bis auf GoldenEye haben die Titelsongs zu den jeweiligen Debüts der Bonddarsteller einige Gemeinsamkeiten: Sie sind jeweils von männlichen Interpreten gesungen, nehmen die Perspektive von James Bond ein und erzählen von seinem Innenleben. Selbst From Russia With Love passt da als erster Titelsong der Connery-Filme rein.

Aber auch inklusive GoldenEye bieten alle Darsteller-Debüt-Songs einen Einblick in die Eigenheiten der jeweiligen James-Bond-Interpreten.

Samstag, 27. Juni 2020

Agentenrente

Ein Gedankenspiel: Mal angenommen, die Filme eines bestimmten Bonddarstellers bilden ein eigenes, abgeschlossenes Filmuniversum, in dem es keinen Bond davor und danach gab - wie hätte die Karriere des jeweiligen Darstellers nach dem Ende seiner Ära ausgesehen? Mit diesem Gedanken möchte ich mich hier mal beschäftigen.

Bei Sean Connery sah man erstmals, wie der Ruhestand eines Darstellers konkret aussieht. (Wenn man David Niven im Klaumaukfilm CASINO ROYALE von 1967 mal ausklammert.) In NEVER SAY NEVER AGAIN (Sag niemals nie,1983) hat er sich mit Domino (Kim Basinger) auf den Bahamas zur Ruhe gesetzt und genießt jeden Tag um 17 Uhr einen Martini im Pool.


Dienstag, 3. Dezember 2019

Der große Abschied


                                                   "Dance into the fire
                                               To fatal sounds of broken dreams."
                                                                                                          (A View To A Kill, Duran Duran)
 


Bond-Marathon #15: A VIEW TO A KILL (1985)


A View To A Kill, Iceberg Submarine
Mit seinem siebten Bondfilm A VIEW TO A KILL (Im Angesicht des Todes, 1985) verabschiedete sich Sir Roger Moore nach 12 Dienstjahren von der Rolle des James Bond 007. Auch für Lois Maxwell, die als Miss Moneypenny mit drei verschiedenen Bonddarstellern flirtete, war es der letzte Auftritt. In gewisser Weise endete damit eine Kontinuität der Filme seit 1962.

Mit Roger Moore nahm aber nicht nur ein Gentleman-Spion seinen Hut, sondern auch eine gewisse augenzwinkernde Überlebensgröße, die ich mit dem nostalgischen Gefühl von Samstag-Abenden vor dem Fernseher verbinde. Zudem hatte man mit Roger Moore einen eigenständigen Bond geschaffen, der dem der 1960er ebenbürtig ist, mit eigener Automarke, Gewohnheiten und Auslegung. Nach Roger Moore orientierte sich wieder jeder Darsteller an Sean Connerys Darstellung. Obwohl der Konkurrenz-Bond Sag niemals nie an der Kinokasse unterlag, trug er so in gewisser Weise doch auf lange Sicht einen Sieg davon, indem der connery-eske Bond auch in der Eon-Filmreihe als der Bessere gefeiert wurde.


Samstag, 19. Oktober 2019

Tod eines Clowns

                                                   "So hold on tight,
                                                 Let the flight begin."
                                                                                                    (All Time High, Rita Coolidge)
 


Bond-Marathon #13: OCTOPUSSY (1983)


Nachdem John Glen mit seinen Einstand FOR YOUR EYES ONLY in gewisser Weise die Anti-These zu MOONRAKER geliefert hatte, folgte mit seiner zweiten Bond-Regie OCTOPUSSY nun der Versuch der Synthese. Die Verschmelzung zweier sehr unterschiedlicher Welten: Die des Klamauks und der unbeschwerten Unterhaltung mit der des gnadenlosen Agenten-Alltags im Krieg der Systeme. Der Agent sozusagen als Clown in der internationalen Manege.

Ein Ansatz, ebenso gewagt wie der Titel des Films an sich. John Glen schuf damit den erfolgreichsten Film seiner gesamten Karriere, und einen der beliebtesten Roger-Moore-Bondfiilme. Aber funktioniert die explosive Mischung auch heute noch?







Samstag, 31. August 2019

Die neue Sachlichkeit

                                                    "You can see so much in me.
                                                 So much in me that's new."
                                                                                                         (For Your Eyes Only, Sheena Easton)
 


Bond-Marathon #12: FOR YOUR EYES ONLY (1981)


'Time to face gravity' - Nach seinem Ausflug in die Schwerelosigkeit musste sich Bond nun wieder mit den irdischen Konflikten des Kalten Krieges auseinandersetzen. Regie führte dabei ein Regisseur, dessen Name an einen Astronauten erinnert. John Glen arbeitete als Cutter bereits am Film-Noir-Klassiker THE THIRD MAN (Der dritte Mann, 1949) und zahlreichen Bondfilmen mit, darunter ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (Im Geheimdienst Ihrer Majestät, 1969).

Obwohl er als Regisseur der Second Unit bereits ganze Sequenzen in Bondfilmen inszeniert hatte - darunter die ikonische Vortitelsequenz von THE SPY WHO LOVED ME (Der Spion, der mich liebte, 1977) - engagierte Albert R. Broccoli ihn erst auf Empfehlung von Geheimdienst-Regisseur Peter Hunt. FOR YOUR EYES ONLY ist somit der bisher einzige Bondfilm, der ein Kino-Regie-Debüt darstellt. John Glen überzeugte den Produzenten schließlich derart, dass er auch die Regie für die vier darauffolgenden Bondfilme übernehmen durfte und damit das gesamte Jahrzehnt der 1980er prägte.

Aber kann der Film auch in der Craig-Ära noch überzeugen?


Sonntag, 11. August 2019

Anflug auf die Meta-Ebene

                                                    "Where are you? When will we meet?
                                             Take my unfinished life and make it complete!"
                                                                                                                                         (Moonraker, Shirley Bassey)
 


Bond-Marathon #11: MOONRAKER (1979)


Vor vierzig Jahren gelang es einem Bondfilm zum letzten Mal, zum weltweit erfolgreichsten Film des Jahres zu werden.* Davor schafften das nur drei Bondfilme mit Sean Connery. Und tatsächlich ist MOONRAKER wie eine Messe für Spezialeffekte und Stunts. 1979 gab es in puncto Aufwand und Sensationen nichts vergleichbares im Kino zu bestaunen. Seitdem dominieren andere Franchises das Box Office, gegen die selbst Event-Bonds wie CASINO ROYALE oder SKYFALL nicht mehr ankommen.

Nach MOONRAKER wurden die Bondfilme realitätsnaher und wieder getreuer der literarischen Vorlage. Sie wurden tiefsinniger und anspruchsvoller, überraschender und action-reicher, aber eins wurden sie nie wieder: Größer!



Freitag, 17. Mai 2019

Insel der dunklen Träume

                                                    "Lurking in some darkened doorway,
                                             Or crouched on a rooftop somewhere."
                                                                                                                                         (The Man with the Golden Gun, Lulu)
 


Bond-Marathon #9: THE MAN WITH THE GOLDEN GUN (1974)


Nach dem erfolgreichen Debüt von Roger Moore drängte die Produktionsfirma auf einen möglichst schnell gedrehten Nachfolgefilm. Man entschied sich für Ian Flemings letzten Roman The Man with the Golden Gun und ließ sich für die Dreharbeiten nur ein gutes Jahr Zeit.

Während das in den Sechzigern sehr gut funktionierte, macht sich hier der Zeitmangel häufig eher nachteilig bemerkbar. Aus Flemings schwächsten Roman wurde ein Film, der im Vergleich zu anderen Bondfilmen in vielen Aspekten eine Nummer kleiner wirkt.







Sonntag, 21. April 2019

Hochleben lassen

                                          "When you got a job to do you got to do it well,
                                                You got to give the other fella hell."
                                                                                                                                     (Live and let die, Paul McCartney & Wings)
 

Bond-Marathon #8: LIVE AND LET DIE (1973)


Immer wieder einmal gibt es Bondfilme, die stärker als andere in die Populärkultur einfließen und jugendliche Zuschauer eindringlicher prägten. LIVE AND LET DIE ist einer davon. Sowohl für Daniel Craig als auch Regisseur Sam Mendes war es beispielsweise der erste Bond im Kino, was man in der Vortitelsequenz von SPECTRE deutlich spürt. Aber auch in der Kommodo-Waran-Szene in SKYFALL.

Der Film hat nicht nur einen zum Meme gewordenen Titel - der ein berühmtes Zitat aus Schillers Wallensteins Lager variiert - und einen grandiosen Titelsong dazu, sondern auch eine einzigartige Atmosphäre und zahlreiche ikonische Einfälle, Stunts und Figuren.