Freitag, 22. Mai 2020

You Know My (Code-)Name

Ausweise in einer Ausstellung bei 'Bond in Motion' in London 
Von bestimmten Filmseiten wird immer wieder mal die Theorie ins Spiel gebracht, dass der Name 'James Bond' ähnlich wie die Dienstnummer 007 nur ein Code sei, der verschiedenen Agenten verliehen wurde. Damit könnte man vermeintlich eine Kontinuität in die über 50 Jahre alte Filmreihe bringen. Gegenargumente werden kunstvoll in erweiterte Theorien eingearbeitet, nach denen die Bond-Agenten selbst gar nicht wissen, dass sie nur ein Bond von vielen sind.

Obwohl auch die Produktionsfirma EON dieses Konzept nicht zu verfolgen scheint, geben die neueren Filme aber kurioserweise immer wieder Signale in diese Richtung - ob gewollt oder ungewollt. Vor allem die Ära Craig ist in gewisser Weise ein Zeitalter der großen Austauschbarkeit.


Montag, 18. Mai 2020

Auferstehung für Fortgeschrittene


                                                   "Skyfall is where we start,
                                              A thousand miles and poles apart."
                                                                                                               (Skyfall, Adele)
 


Bond-Marathon #24: SKYFALL (2012)

Ein Historiker bemerkte einmal sarkastisch, dass die US-amerikanische Nation von einem Zustand der jugendlichen Euphorie direkt in einen der Senilität übergegangen ist, ohne dazwischen den Zustand der Reife erreicht zu haben. In diesem Sinne könnte man Daniel Craig als den amerikanischen Bond bezeichnen. Nachdem er in CASINO ROYALE gerade erste Erfahrungen als Doppelnull-Agent gemacht hatte, ist er zwei Filme später schon wieder zu alt für dieses 'young men business' und muss sich unter allerlei Schmerzen und Schindereien den Weg zurück erkämpfen. Der Zustand dazwischen, in dem sowohl der Roman- als auch der klassische Filmbond seine größten und schönsten Abenteuer erlebte, interessiert in dieser Ära gar nicht mehr.

SKYFALL war der erste Bondfilm, den ich im Zuge dieses Blogs begleiteten und besprechen durfte (hier beispielsweise die Kritik nach dem Kinobesuch). Ich erinnere mich noch gut an den sehr bequemen Sessel bei der Pressevorführung im Sony Center, oder die Premiere dort mit den Mitwirkenden des Films. Im Kino 2012 habe ich den Film sehr genossen. Kann er diesem positiven Eindruck acht Jahre später noch standhalten?


Donnerstag, 7. Mai 2020

Global Play


                                                   "Another one with the golden tongue
                                               poisoning your fantasy."
                                                                                                               (Another Way To Die, Jack White & Alicia Keys)
 


Bond-Marathon #23: QUANTUM OF SOLACE (2008)




Nachdem CASINO ROYALE James Bond triumphal wiederbelebt und Daniel Craig als 007 eines neuen Jahrtausends etabliert hatte, gestaltete sich dessen Fortsetzung als nicht unbedingt geringere Herausforderung. Martin Campbell wollte sie nicht annehmen, daher brachte Craig den Deutsch-Schweizer Marc Forster ins Spiel. Wesentlich erschwert wurden die Dreharbeiten noch durch einen Autorenstreik, durch den Forster und Craig improvisieren musste.

Auf QUANTUM OF SOLACE lastete ein enormer Erwartungsdruck, dem der Film durch die dramaturgischen Probleme und gewagte bis experimentelle kreative Entscheidungen aus Sicht vieler Fans nicht gerecht wurde. Bis heute polarisiert das Werk, wobei ihn viele auch als herausragend sehen. Auch in meiner Bewertung schwankt der Film stark.