Samstag, 7. Mai 2022

Willkommen im Limbus, Mr. Bond

Im Interview mit Variety anlässlich einer Theaterpremiere sagte Bondproduzentin Barbara Broccoli vor einigen Tagen auf die Frage, ob es schon einen Nachfolger für Daniel Craig gebe, dass der Prozess der Darstellersuche sehr viel Zeit in Anspruch nehmen werde. Es ginge nicht nur darum, einen geeigneten Schauspieler zu finden, sondern im Zusammenhang damit auch um die gesamte Neu-Ausrichtung des Franchise. Man sollte daher wohl im großen Jubiläumsjahr 2022 keine bedeutenden Neuigkeiten erwarten.

Eigentlich sollte der Casting-Prozess kein derartig weltbewegender Prozess sein. Die Vorgaben für die Rolle werden in den Romanen gemacht und sind relativ klar umrissen. Damit wäre dann ein Zurück zum Ursprung gegeben - etwas, was die Bondreihe bisher fast immer bei einer Neubesinnung gemacht hat, und das sehr erfolgreich. Zuletzt mit Casino Royale
. Aber auch andere Aussagen von Broccoli lassen erahnen, dass man mindestens eine Franchise-Pause wie die zwischen Lizenz zum Töten und GoldenEye oder den letzten beiden Craigstreifen erwarten sollte.

Sonntag, 1. Mai 2022

Vorwärts in die Vergangenheit?

Aston Martin DB5 vor Big Ben
Nach dem Ende der Craig-Ära und der kreativen Sackgasse, in die sie das Franchise befördert hat, liest man immer wieder den Wunsch von Zuschauern und Fans, zukünftige Bondfilme doch in der Vergangenheit - vorzugsweise den 1960er Jahren - anzusiedeln. Zum einen sollte dadurch das Problem gelöst werden, Bonds Tod im nächsten Film dramaturgisch zu verarbeiten - in der Vergangenheit war er ja eben noch lebendig. Zum anderen sollen sich die Bondfilme dadurch wieder 'bondiger' anfühlen, mit dem Hintergrund des Kalten Krieges und seiner binären Weltsicht, und natürlich weniger komplizierten sexuellen Interaktionen zwischen Mann und Frau. 

Aber kann man den Umständen unserer Zeit, die letztendlich buchstäblich toxisch für Bond wurden, wirklich so einfach entkommen?