Dienstag, 3. Dezember 2019

Der große Abschied


                                                   "Dance into the fire
                                               To fatal sounds of broken dreams."
                                                                                                          (A View To A Kill, Duran Duran)
 


Bond-Marathon #15: A VIEW TO A KILL (1985)


A View To A Kill, Iceberg Submarine
Mit seinem siebten Bondfilm A VIEW TO A KILL (Im Angesicht des Todes, 1985) verabschiedete sich Sir Roger Moore nach 12 Dienstjahren von der Rolle des James Bond 007. Auch für Lois Maxwell, die als Miss Moneypenny mit drei verschiedenen Bonddarstellern flirtete, war es der letzte Auftritt. In gewisser Weise endete damit eine Kontinuität der Filme seit 1962.

Mit Roger Moore nahm aber nicht nur ein Gentleman-Spion seinen Hut, sondern auch eine gewisse augenzwinkernde Überlebensgröße, die ich mit dem nostalgischen Gefühl von Samstag-Abenden vor dem Fernseher verbinde. Zudem hatte man mit Roger Moore einen eigenständigen Bond geschaffen, der dem der 1960er ebenbürtig ist, mit eigener Automarke, Gewohnheiten und Auslegung. Nach Roger Moore orientierte sich wieder jeder Darsteller an Sean Connerys Darstellung. Obwohl der Konkurrenz-Bond Sag niemals nie an der Kinokasse unterlag, trug er so in gewisser Weise doch auf lange Sicht einen Sieg davon, indem der connery-eske Bond auch in der Eon-Filmreihe als der Bessere gefeiert wurde.





 A VIEW TO A KILL kulinarisch
Faux-Pas oder Kabinettstückchen?
A View to a Quiche

Gleich zu Beginn sichert 007 nicht nur einen Mikrochip aus einem sibirischen Militärstützpunkt, sondern auch eisgekühlten Beluga-Kaviar und Stolychnaja-Wodka.

Später im Film gibt es einen kulinarischen Moment, der bis heute eher kontrovers aufgenommen wurde: Bond backt für Stacey (Tanya Roberts) ein Quiche de Cabinet. Eine kleine Anspielung auf das Buch Real Men Don't Eat Quiche von Bruce Feirstein aus dem Jahr 1982, das Männlichkeits-Stereotypen auf die Schippe nahm. Feirstein schrieb zehn Jahre später übrigens GOLDENEYE. Bond isst nicht nur Quiche, sondern backt ihn sogar selbst.

Auf viele Zuschauer wirkt die Szene lächerlich, zumal Bond eher in Restaurants isst und auch zuhause eine Haushälterin hat. Aber warum sollte ein Agent und Alleskönner wie Bond nicht auch ein paar Rezepte auf Lager haben?





Im Vorfeld: Auf welche Elemente freue ich mich? Auf welche nicht? 

Wie bereits erwähnt hat der Film trotz all seiner Schwächen bei mir einen großen Nostalgie-Bonus. Gesehen habe ihn zum ersten Mal im April 1993 bei seiner TV-Premiere in der ARD, wo er einen Zuschauerrekord erzielte. (mehr zum Film hier in einer Besprechung zum 30. Jubiläum) Ich mag die Vortitelsequenz, das schurkische Duo Infernale, die Szenen untertage und das Finale auf der Golden-Gate-Brücke.

Aber natürlich sind die Schwächen vorhanden und nicht wegzudiskutieren. Roger Moore wirkt nicht mehr glaubwürdig als Super-Agent, um es so uncharmant zu sagen. Hielt sich das bei OCTOPUSSY noch einigermaßen im Rahmen, ist es hier leider offensichtlich und wird im Film ignoriert wie der berühmte rosa Elefant im Raum. Das schwächt leider viele an sich gute Szenen, vor allem mit Christopher Walken.


Bewertungen:

Einführungssequenz / Vortitelsequenz13/15

Bonds Mission im sibirischen Eis erinnert an die Eröffnungsszene von Der Spion, der mich liebte, erreicht aber nicht ganz deren Brillanz. Durch den Einsatz von Willy Bogner und den Bildern voVatnajökull-Gletscher in Island - der auch in DIE ANOTHER DAY zu sehen ist - ist sie aber trotzdem gelungen und spektakulär. 

Die Untermalung von Bonds Snowboard-Einlage mit den Beach Boys ist natürlich einer dieser Gags, die vielen Leuten die Hand ins Gesicht treibt. Ich fand ihn nie so schlimm, zumal es - anders als Bond im Gorillakostüm beispielsweise - eigentlich nicht Teil des Filmgeschehens ist. Ich habe es immer als ironischen Kommentar dazu gesehen, dass Bond in diesem Moment sozusagen das Snowboard erfindet. (Ausgeführt wurden die Stunts tatsächlich vom kalifornischen Snowboard-Entwickler Tom Sims.) Zudem lernt Bond später im Film ja dann ein echtes California Girl kennen.

Titelanimation11/15
Hat einige gute Ideen und Stilmittel auf der Höhe der Zeit, wie Eisskulpturen und den Einsatz von Neonfarben mit Schwarzlicht. Auch das Timing und die im Feuer tanzenden Darstellerinnen passen gut zum Titelsong.

Die Köpfe, die sich in Eis verwandeln, und das Feuer erinnern an den Titel von Leben und sterben lassen, das ist insofern eine schöne Anspielung an Rogers Erstling. Die trampolinspringenden Skispringer und die stilisierten Bilder von Bond rufen dagegen Erinnerungen an Der Spion, der mich liebte wach.


Allow me to intruduce myself...
Heiner Lauterbach synchronisierte
Max Zorin (wikipedia)

Einführungsszene von Bond: 7/15
Relativ unspektakulär innerhalb der Vortitelsequenz. Man sieht erst Bonds Gesicht in Großaufnahme mit Skibrille und Kapuze. Erst nach der Action ist James dann richtig zu sehen, mit Wodka und Beluga im Gepäck.

Einführungsszene des Haupt-Bondgirls8/15
Ebenfalls nicht so herausragend. Bond und Tibett beobachten Staceys Ankunft im Helikopter.

Einführungsszene des Gegenspielers10/15
Bond, M und Q beobachten Zorin und May Day während des Pferderennens.

Einführungsszene des Haupt-Henchman12/15
Ähnlich wie bei Zorin. May Day darf dann ein wild gewordenes Pferd beruhigen. Eine gute Szene, die den Verdacht des Bio-Hackings bei Mensch und Tier gut visualisiert.



Darstellung von James Bond12/15

Mir fehlen in dem Film härtere Szenen, wie etwa Bonds Tritt an Loques Auto in In tödlicher Mission oder die Begegnung mit Orlov in Octopussy. Immerhin hat Roger Moore viele ernsthaftere Szenen, die mir gut gefallen. Wie seine Reaktion auf den Tod von Tibbett. "Sie machen mir Spaß, Mr. Bond!" - "Sie mir nicht unbedingt." 

Auch wenn Roger Moore mein Lieblingsdarsteller ist und ich den Film mehr schätze als viele Fans und Kritiker, so muss man doch sagen, dass er sich damit keinen Gefallen getan hat. Moore bemerkte selbst schon während der Dreharbeiten, dass sein siebter Auftritt ein Fehler war. Man thematisiert Bonds Reife zwar stellenweise subtil, aber nie so offen wie NEVER SAY NEVER AGAIN oder später SKYFALL. Das war zu dieser Zeit ebenso ein Tabu wie ein Bond am Beginn seiner Karriere. Dadurch dass man so tut, als sei Bond von der Fitness her in seinen Vierzigern, steht der gesamte Film und Moores Darstellung von Anfang etwas auf verlorenem Posten. Obwohl seine Darstellung an sich wirklich gut ist.

Gibt es Szenen, in denen Bond weniger sympathisch erscheint?
Nein. Wobei ich sie mir hier fast wünschen würde.

Darstellung des Gegenspielers: 15/15

Christopher Walken ist als Max Zorin einer der besten Gegenspieler überhaupt. Er reiht sich ein in die überlebensgroßen Bondschurken, deren Duelle mit Bond einfach Spaß machen. Trotzdem gelingt ihm auch eine glaubwürdige Darstellung eines echten Psychopathen und Narzissten mit Größenwahn.

Sein Agieren in der Mine, bei dem ihm das Erschießen seiner Untergebenen sichtlich Spaß macht, war für die Moore-Ära grenzwertig und mutig. Roger Moore hasste diese Szenen so sehr, dass er seine Mitarbeit am Film bereute. Diese Szene ist sicherlich von Brian De Palmas SCARFACE inspiriert; man kann sie aber auch als ironischen Kommentar über die beginnende Computerspiel-Ära sehen. Zu A VIEW TO A KILL gab es erstmalig ein begleitendes Computerspiel. Genauergenommen sogar zwei, ein Textadventure und ein Actionspiel.

Henchmen: 15/15
Alison Doody (wikipedia)
Grace Jones als May Day ist einer der ikonischsten Killer-Charaktere des Franchise. Die Figur funktioniert nicht für jeden. Ich finde sie insgesamt sehr gelungen, kultig und bedrohlich, und mag auch ihren Abgang.

Patrick Bauchau als Scarpine ist für mich ein kleines Highlight im Film. Auch May Days Todesengel sind gut, darunter die Irin Alison Doody, die später auch mit Pierce Brosnan (TAFFIN) und Sean Connery (INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE) drehte.

Bondgirl: 7/15
Tanya Roberts ist sehr attraktiv, aber es fehlt eine glaubwürdige Chemie mit Roger Moore. Da wirken die Szenen mit Fiona Fullerton als Pola Ivanova überzeugender.

Helfer: 14/15
Patrick Macnee als Tibbett ist eins der Highlights des Films. Sein Spiel zusammen mit Roger Moore macht einfach Spaß. Auch David Yip, der auch in INDIANA JONES sowie in einem deutschen Tatort auftrat, wirkt sympathisch.




MI-6

Briefing-Szene: 13/15
Das Gebäude links ist das MI-6-Hauptquartier im Film
Bei Universal Exports darf man mal die Büros verlassen, sich in Schale schmeißen und einen Tag beim Pferderennen verbringen. Das ist eine sehr schöne Idee, die das trockene Vermitteln von Informationen visuell attraktiv und abwechslungsreich gestaltet, und den Darstellern sichtbaren Spaß beim Drehen erlaubt. (Die Frage ist nur: Sind sie noch in London oder schon in Frankreich?)

Dass die Geheimdienstler nicht nur über die Staatsfeinde reden, sondern sie auch in echt und in Action beobachten, ist im Franchise einmalig. Eine von vielen dramaturgischen Ideen, die den Film für mich gar nicht so müde und verbraucht erscheinen lassen.

Moneypenny-Szene: 11/15
Ein gelungener Ausstieg für Lois Maxwell, zumal sie noch einmal außerhalb des Büro-Settings agieren darf.

Q-Szene: 7/15
Auf die Laborszene verzichtet man hier, dafür darf Q eine Art Roboterhund präsentieren, und am Ende Bond stalken.


Dramaturgische Struktur

Ist das auslösende Ereignis stark und interessant genug? 5/15

007 stellt einen im Westen entwickelten Mikrochip bei Agent 003 in Sibirien sicher. Das ist als Auslöser der Story visuell und dramaturgisch nicht so stark wie etwa die Episode um 009 und das Fabergé-Ei im Vorgängerfilm. Story-technisch ziemlich unklug ist auch, dass damit Bedrohungsszenario aufgebaut wird - eine EMP-Attacke - das dann im Film gar keine Rolle spielt.

Das sind so Momente, in denen man merkt, dass die Drehbücher innerhalb des Zwei-Jahres-Rhythmus manchmal mehr Entwicklungszeit gebraucht hätten.

Finale allgemein: 14/15
Aus den Tiefen der Erde in schwindelerregende Höhen. Ich liebe es.

Gibt es eine Steigerung des Sensationswertes bis hin zum Finale, das alles andere überschattet? 12/15



Endkampf Bond - Henchman: 11/15

Bonds und Staceys Transportmittel der Wahl im
Amberly Bergbaumuseum
Der wird dem Zuschauer in gewisser Weise verweigert, obwohl der Fight auf dem Filmplakat groß angekündigt wurde, mit der Tagline Has James Bond finally met his match? und der Rücken-an-Rücken-Pose mit Grace Jones. Die Frage ist hier wohl, ob man May Day's Überlaufen als glaubwürdig empfindet, oder als billigen Trick, um einem echten Kampf zu entgehen. Da die verletzte Liebhaberin bei Grace Jones etwas hölzern wirkt, war es für viele Zuschauer wohl eher letzteres. Ich finde ihren Abtritt allerdings doch überzeugend und stimmig.

Bis dahin ist die Verfolgung in den überfluteten Schächten spannend und reizvoll.

Endkampf Bond - Schurke: 14/15
Der Kampf auf der Golden Gate Bridge ist spektakulär, und gelungene Kombination aus Rückprojektion, echten Stunts auf der Brücke und Studio-Nachbauten. Wie bei allen Actionszenen im Film sind die Stuntman aber auch oft zu erkennen. Hier der legendäre Martin Grace. Insgesamt aber einer der ikonischsten Showdowns des Franchise.

Wirkt die Auflösung nach dem Finale befriedigend? 8/15
Roger Moore wirft das Handtuch - buchstäblich.

Ist Bonds ermittlerische Vorgehensweise glaubwürdig und zielführend? 11/15
Solide Arbeit von 007. Die Gadgets sind eher geerdet und unterstützen die Ermittlungsarbeit, wie etwa eine Brille mit Polfiltern oder ein Nachdruck eines Schecks. Das Abhören von Zorin und Sicherstellen des Tonbands ist gut, ebenso wie das Recherchieren geologischer Details in der Identität eines Journalisten. Natürlich stützt sich Bond auch sehr auf die Arbeit von Anderen, wie des Privatdetektivs oder Staceys, aber insgesamt wirkt es doch plausibler als in anderen Filmen.



Allgemein


Bond-Feeling: 14/15
Ist für mich hier noch sehr klassisch vorhanden.

Fleming-Feeling: 7/15
Manche Momente sind gar nicht so weit weg von den Büchern. Wie etwa Bonds Ausharren unter Wasser, während Zorin und May Day am Ufer stehen.

Humor: 8/15
Einige Gags sind etwas zu albern und auch wenig neu, wie etwa der Renault, der sich während der Verfolgungsjagd zerlegt. Aber es wirkt auf mich weniger frappierend als im Vorgängerfilm. 

Dialoge: 13/15
Gefallen mir streckenweise richtig gut. "You amuse me, Mr. Bond." - "That's not mutual."; "I love an early morning ride." - "I'm an early riser myself"; "The bubbles tickle my... Tchaikovsky!"; ...


Spannung: 7/15
Hier fehlt dem Film leider etwas der rote Faden, der die einzelnen Teile der Handlung zusammenhält. Da wird am Anfang ein russischer Erstschlag durch elektromagnetische Strahlung beschworen, dann geht es um Wettmanipulation und Erdöl. Spannung entsteht vor allem durch das gelungene Spiel von Christopher Walken, das nichts Gutes verheißt.

Logik/Schlüssigkeit der Story: 12/15

Abgesehen von den verschiedenen Story-Elementen, die insgesamt nicht immer schlüssig zusammenpassen, ist der Plot hier erstaunlich geerdet. Die Auslösung eines künstlichen Erdbebens durch die Flutung der San-Andreas-Verwerfung erscheint grundsätzlich machbar, wenn man etwa an durch Fracking ausgelöste Erdbeben denkt, und war auch schon der Plan von Lex Luthor in SUPERMAN (1978).



Produktions-Design: 12/15
Das deutsche Model Elke Ritschel
gewann einen Auftritt im Film
(Bericht in der CINEMA)
Solide Arbeit von Peter Lamont. Das Innere des Eisberg-U-Boots oder des Luftschiffes wirken bondtypisch. Die Mainstrike-Mine ist eines meiner Lieblingssets von Peter Lamont, obwohl es oft dafür kritisiert wird, zu realistisch zu wirken. Für mich hält es eine gelungene Balance zwischen Realismus und imposanter Größe. Zudem ist es sehr schön ausgeleuchtet.

Spezialeffekte: 13/15
Vor allem das Finale ist eine sehr gelungene Mischung aus Originalaufnahmen der Brücke und einem Studionachbau des oberen Pfeilers.



Action/Stunts: 12/15
Interessant sind auch hier einmal mehr eher unscheinbare Stunts. Beispielsweise waren die Gletscherszenen in der Vortitelsequenz sehr gefährlich, da schwimmende Eisberge schnell kippen und große Wellen erzeugen können. Insofern war das Einsteigen in das U-Boot nicht weniger gefährlich als die Ski-Action. Einer meiner Lieblingsstunts ist auch Bonds kurze Landung auf einem Pariser Bus mit dem Renault. Phantastisch auch der Sprung vom Eiffelturm und die Stuntarbeit am Luftschiff und auf der Golden-Gate-Brücke.

Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn die Arbeit der Stuntleute anerkannt wird, allerdings sind sie hier dann doch oft zu eindeutig zu erkennen.


Bildgestaltung: 11/15
Teilweise gelingen hier sehr schön komponierte Bilder. Wie etwa die Explosion in der Gletscherlandschaft zu Beginn, oder die Aufnahme durch die Regale mit Kältenebel aus den Reagenzgläsern in Zorins Geheimlabor unter dem Stall.




Locations

Drehorte: 14/15

Die Vortitelsequenz, eine Mischung aus Gletscherlandschaften in der Schweiz und in Island, ist bereits sehr beeindruckend. Paris wird nach dem Kurzauftritt in Feuerball erstmals zum Hauptdrehort. Ähnlich wie in San Francisco nutzt man hier aber eher Touristen-Hotspots. Die kennt man bereits aus zahlreichen anderen Filmen, auch wenn sie hier wirklich spektakulär genutzt werden.

Eingang der Mine im Amberley Chalk Pit Museum
Wunderschön ist das Schloss Chantilly, mit dem nach Feuerball und Moonraker zum dritten Mal ein französisches Schloß nahe Paris genutzt wird. (In Moonraker befindet sich das Schloss in Kalifornien, wohin die Handlung dann auch hier geht.) Gelungen ist auch die Kombination des englischen Amberly-Bergbaumuseums mit Studioaufnahmen in Pinewood und der Gegend von San Francisco. Oder auch das Dunsmuir House in Oakland, das als klassisches Horrorhaus in BURNT OFFERINGS (Landhaus der toten Seelen, 1976) oder PHANTASM (Das Böse, 1979) zu sehen war, als Staceys Heim.

Lokalkolorit: 11/15
In Paris und San Francisco teils ganz gut, wenn auch wieder mit den üblichen gestellten Klischees angereichert.

Kombination: 12/15
Hauptsächlich werden Paris und San Francisco durch schwindelerregende Stunts auf ihren jeweiligen Sehenswürdigkeiten verbunden, was zu der Aussicht passt, die der Originaltitel verspricht. Der Übergang des Films von Frankreich nach Kalifornien ist hier sehr gelungen. Nach Zorins Gespräch mit Gogol auf der Rennbahn folgt seine Konferenz mit den Geschäftsleuten, und der Rauswurf eines von ihnen etabliert nicht nur überraschend Zorins Transportmittel, sondern auch den veränderten Handlungsort.



Musik

Titelsong: 15/15

Nach vier Balladen in Folge (mit Never Say Never Again sogar fünf) endlich mal wieder etwas anderes. Und was für ein Song! Definitiv in meinen ewigen Top 5. Duran Duran gehören zu den wenigen Interpreten, die etwas eigenes ablieferten, was trotzdem sehr bond-like klingt.

Die Lyrics sind die vielleicht kryptischsten der Reihe.

Allgemein: 15/15
Eine meiner Lieblings-Soundtracks. John Barry gelingt es wieder sehr schön, den Titelsong auch in ruhigen Momenten einzuweben. Etwa in Wine with Stacy. Grandios aber auch als Fanfare, als Bond Stacey von der brennenden City Hall rettet.

Für May Day komponierte John Barry ein eigenes kurzes Motiv, ebenso jeweils für die Actionszenen, für das er eine E-Gitarre verwendet, sowie für Suspenseszenen, wie etwa in Airship to Silicon Valley. Barrys majestetische Musik passt gut zu den imposanten Luftaufnahmen der Golden-Gate-Brücke und verleiht dem Film eine epische Note.

Zum Einsatz kommt auch wieder klassische Musik, wie Vivaldi oder Tschaikoswki. Das Stück, mit dem Bond Pola in Chinatown begeistert, ist dasselbe wie bei Beißers Begegnung mit Dolly in MOONRAKER, und insofern ein kleines Easteregg.



Fazit - Gewonnen oder verloren?


A VIEW TO KILL macht mir immer wieder Spaß, so auch diesmal. Ein Außenseiter-Favorit, bei dem man meistens hochgezogene Augenbrauen à la Roger Moore erntet, wenn man ihn verteidigt. Ich mag einfach die Atmosphäre des Films. Oft wird dem Nachfolger THE LIVING DAYLIGHTS vorgeworfen, noch zu sehr in der Moore-Ära verhaftet zu sein.

Umgekehrt ist es aber auch so, dass A VIEW TO A KILL bereits vieles aus der Dalton-Ära vorausschattet. Wie etwa die eher geerdete Stimmung, den moderaten Einsatz von Gadgets oder die psychopathische Gewalt des Gegenspielers, die John Glen in LICENSE TO KILL noch einmal steigerte. Diese ernsteren Elemente sind mit der typischen Verspieltheit und Albernheit der Ära Moore verbunden. Auch wenn OCTOPUSSY sicherlich der klügere Ausstieg für Roger Moore gewesen wäre, möchte ich Im Angesicht des Todes als Film doch nicht missen.


Gefühlt: 12/15
Errechnet: 11,31/15

Also etwas mehr als 75  % und eine 2: Die Leistungen entsprechen den Anforderungen voll.





James Bond will return in

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