Mittwoch, 27. März 2019

Auf dem Gipfel

                                         "Every Step off the way we'll find us,
                                   With the Cares of the World far behind us."
                                                                                                 (We Have All the Time in the World, Louis Armstrong)




Wodka Martini mit Sanduhr
Bond-Marathon #6: ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (1969)

Wenn man die Bondfilme der 1960er Jahre hintereinander sieht, dann wirkt ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE wie das, was SPECTRE sein wollte: Die epic conclusion einer ganzen Ära. Obwohl in beiden Fällen nicht im Voraus geplant, funktionieren die Anspielungen auf frühere Abenteuer sowohl innerhalb der Handlung als auch in der Titel-Animation im 1969er Film wesentlich besser.

Aber kann der Fan-Liebling in der Analyse seiner Einzelteile seine Position verteidigen?


Donnerstag, 7. März 2019

A Nightmare on Bond Street

                                           "The formula is safe with old double-o-seven.
                                       He's got a red-head in his arms."
                                                                                      (Herb Alpert, Casino Royale)


Bond-Marathon #005,5: CASINO ROYALE (1967)

8-mm-Schmalfilm-Version von CASINO ROYALE
CASINO ROYALE von 1967 gilt für den Großteil der Zuschauer und Fans nicht als echter James-Bond-Film. Und das, obwohl die einzelnen Zutaten sehr hochwertig sind. James Bond 007 wird hier vom oscar-prämierten David Niven verkörpert, der als britischer Gentleman schlechthin galt. Niven wurde von Ian Fleming persönlich für die Rolle vorgeschlagen und sogar in einem seiner Romane verewigt. Und er diente im Krieg in einer Spezialeinheit und war an der Rettung von Marlene Dietrich beteiligt. Den Gegenspieler gibt kein Geringerer als Orson Welles, der auch als Goldfinger im Gespräch war, aber sich als zu teuer erwies. Dazu kommt eine selten übertroffene Riege an Stars, eine wunderschöne Moneypenny, M und Q samt futuristischer Gadgets. Ein Song, der eine Oscar-Nominierung erhielt und nicht zuletzt eine Plakat-Kampagne, die an Kreativität die der letzten drei Bondfilme zusammen übertrifft. Der Film ist völlig übertrieben und eher eine Parodie, aber sind das etwa MOONRAKER oder DIE ANOTHER DAY nicht auch?

Ein zweiter Blick auf den verrücktesten Bondfilm aller Zeiten.


Mittwoch, 6. März 2019

Die unheimliche Macht der Fans

Hier möchte ich einen Film eines Freundes vorstellen, bei dem ich am Drehbuch mitgewirkt habe. Es geht ausnahmsweise mal nicht um Bond, sondern um die faszinierende Folge USS Callister der britischen Anthologieserie Black Mirror. Eine Serie, die sich zu meinem Favoriten in der jüngeren TV-Landschaft gemausert hat. Da auf diesem Kanal noch mehr erscheinen wird, würden wir uns über ein Like oder auch ein Abonnement freuen! Viel Spaß!







Der Film enthält ein paar Spoiler.

Donnerstag, 28. Februar 2019

Schmetterhände leben zweimal

Dr. Shatterhand in Ian Fleming 'You Only Live Twice'Zur Zeit berichten zahlreiche Filmportale, dass der Arbeitstitel von Bond 25 SHATTERHAND sein soll. Noch ist das bisher alles andere als offiziell, und dieser Titel geistert gerüchteweise schon seit geraumer Zeit durch die Medien (siehe dazu hier und hier). Trotzdem ist es ein Titel, der mehr oder weniger auf Ian Fleming zurückgeht und daher grundsätzlich eine Option für Bond 25 oder einen zukünftigen Bondfilm sein könnte.

Was spricht dafür, was dagegen?


Freitag, 22. Februar 2019

Soundtrack-Kritik: THE WORLD IS NOT ENOUGH

2019 begann mit einem dezenten 1999-Feeling. La-La Land Records schickte die Limited Edition der Filmmusik zu THE WORLD IS NOT ENOUGH. Ein 2-CD-Set mit einem sehr schön und informativ gestalteten Booklet, das Hintergründe zu Musik und Komponist liefert.

David Arnolds Musik für den 19. James-Bond-Film der Produktionsfirma EON war seine zweite Arbeit für Bond. Die auf 5000 Stück limitierte Sonderausgabe enthält einige sehr interessante Titel und auch Demoversionen, die vorher nicht veröffentlicht wurden.


Sonntag, 3. Februar 2019

Bond 25 in Norwegen, Italien und Griechenland?

Der neue James-Bond-Film kommt langsam in die heiße Phase, mit noch vier Wochen bis zum Drehbeginn. Nach Norwegen taucht nun auch Italien - hier speziell Matura - gerüchteweise auf, sowie das spanische Cadiz, das bereits in DIE ANOTHER DAY (Stirb an einem anderen Tag, 2002) Havanna doubelte. Auch diesmal sollen die beiden Locations den Handlungsort Tunesien darstellen. Dazu kommt ganz frisch Griechenland, mit dem SNFCC (Stavros Niarchos Foundation Cultural Center) in Athen.

Besetzungstechnisch werden in der Presse Emma Stone und Dakota Johnson genannt, beides US-Amerikanerinnen. Emma Stone erhielt 2017 für LA-LA LAND einen Oscar und arbeitete für die Miniserie Maniac bereits mit Cary Fukunaga zusammen.

Freitag, 1. Februar 2019

Think big in Japan

                                                   "This dream ist for you, so pay the price.
                                             Make one dream come true, you only live twice."
                                                                      (You Only Live Twice, Nancy Sinatra)

Sake, das Getränk in Man lebt nur zweimal
Bond-Marathon #005: YOU ONLY LIVE TWICE (1967)


Nach Terence Young und Guy Hamilton übernahm bei YOU ONLY LIVE TWICE (Man lebt nur zweimal) mit Lewis Gilbert ein neuer Regisseur das Ruder. Am Drehbuch arbeitete statt des bond-erprobten Richard Maibaum der Schriftsteller Roald Dahl, der für Eon Productions auch Ian Flemings Kinderbuch CHITTY CHITTY BANG BANG für die Leinwand adaptierte. Seine Version von Ian Flemings 11. Bondroman weicht erstmals stark von der Vorlage ab und fügt gewagte Science-Fiction-Elemente hinzu. Ein Vorgeschmack auf künftige Eskapaden der Reihe. Für Fans ist das bis heute ein Streitpunkt.


Dienstag, 22. Januar 2019

Höhenflüge unter Wasser

                                                     "His days of asking are all gone.
                                             His fight goes on and on and on."
                                                                                   (Thunderball, Tom Jones)


Bond-Marathon #004: THUNDERBALL (1965)

Von DR. NO über FROM RUSSIA WITH LOVE zu GOLDFINGER hatte es in Bezug auf die Weiterentwicklung fast aller filmischen Mittel jedesmal einen bedeutenden Sprung gegeben. Mit THUNDERBALL erreichte man in Bezug auf Aufwand und Größe einen Höhepunkt, den man in mancherlei Hinsicht nie wieder erreichte. Für viele Kritiker war das technische Spektakel aber auch zu viel des Guten. Auch für mich ist THUNDERBALL ein Film, mit dem ich irgendwie nie so richtig warm wurde. Dabei hat er eigentlich alles: Wunderbar verspielte Ken-Adam-Kulissen und -Gadgets, John Barry, wahrhafte Überlebensgröße, Sixties-Atmosphäre und jede Menge Exotik. Und eigentlich liebe ich auch diesen ganzen Unterwasser-Stuff.

Was also stimmt nicht - entweder mit mir oder mit dem Film? Bei jeder Sichtung versuche ich, das herauszufinden. Ob es diesmal klappt?



Samstag, 29. Dezember 2018

Ein Quantum Paranoia

Watergate, Vietnam, die Kennedy-Attentate - Das waren die Hintergründe des Paranoia-Kinos der 1970er. 'Denen da oben' traute man praktisch alles zu, was sich in den Filmen dieser Zeit zum Teil auf sehr phantasievolle und experimentelle Art wieder spiegelt. Vor allem das Attentat an John F. Kennedy in der Elm Street in Dallas wurde wie in Albträumen immer wieder in den verschiedensten Variantionen durchgespielt, genre- und länder-übergreifend: TARGETS (Bewegliche Ziele, 1968), DIRTY HARRY (1971), THE DAY OF THE JACKAL (Der Schakal, 1973), THE DAY OF THE DOLPHIN (Der Tag des Delfins, 1973), oder BLACK SUNDAY (Schwarzer Sonntag, 1977), um nur ein paar zu nennen. Alle diese Filme sind ziemlich pessimistisch, aber auch ziemlich ziemlich gut und sehenswert. Alles scheint hier möglich, aber nur in negativer Hinsicht. Der amerikanische Albtraum.

Auch der Mittelteil von Alan J. Pakulas sogenannter Paranoia-Trilogie - THE PARALLAX VIEW (Zeuge einer Verschwörung, 1974) - ist deutlich von dem tiefen Misstrauen gegenüber Politik und Wirtschaft gekennzeichnet. Als ich diesen Film vor kurzem wieder sah, fielen mir einige Parallelen zum 2008er Bondfilm QUANTUM OF SOLACE auf, der in diesem Jahr eine Dekade hinter sich gebracht hat. Nicht nur zu diesem Film speziell, sondern auch allgemein zu der gesamten Ära des politischen Paranoia-Kinos der 1970er.


Samstag, 22. Dezember 2018

Reflektionen in einem doppelten Bourbon

                                                  "Such a cold finger
                                             beckons you to enter into his web of sins."
                                                                    (Goldfinger, Shirley Bassey)


Bond-Marathon #003: GOLDFINGER (1964)

James Bond 007 - Goldfinger, Mint JulepNach DR. NO und FROM RUSSIA WITH LOVE nun der dritte Connery-Streich GOLDFINGER. Der sicher ikonischste Bondfilm von allen, bei dem praktisch jede Szene und jeder Dialog berühmt geworden ist. Dementsprechend schwierig ist es, sich diesem Werk so unverstellt wie möglich zu nähern und ihm neue Aspekte zu entlocken. Auf dieser Seite hier habe ich noch gar nicht viel zu GOLDFINGER geschrieben. Eine tiefergehende Analyse des Klassikers hatte ich 2014 für das Magazin des James-Bond-Cub Deutschland, gunbarrel, verfasst, das ich nur empfehlen kann.


Samstag, 8. Dezember 2018

Neues zu Besetzung und Drehorten

Lea Seydoux in Cannes 2016
Bond 25 wird offenbar nicht nur den mit CASINO ROYALE begonnenen Handlungsbogen der bisherigen Craig-Ära fortführen, sondern auch direkt an SPECTRE anknüpfen. Laut Daily-Mail-Journalist Baz Bamigboye, der bisher ein zuverlässiges Insiderwissen bewiesen hat, wird Lea Seydoux wieder in Bond 25 mitwirken. Die 33jährige französische Schauspielerin trat in SPECTRE als Psychologin Dr. Madeleine Swann auf und ging am Ende des Films eine Beziehung mit Bond ein, für die er seinen Job aufgab.

Regisseur Cary Fukunaga verriet zudem, dass er gern wieder mit Christoph Waltz als Blofeld/Oberhauser und Ben Wishaw als Q zusammenarbeiten möchte. Zu besetzende Rollen sind neben einer MI6-Agentin und einer weiteren mysteriösen Dame der obligatorische Bösewicht, für den laut Variety Rami Malek in Betracht gezogen wird, der dieses Jahr sehr erfolgreich in BOHEMIAN RHAPSODY zu sehen war.

NorwayToday berichtet zudem von Norwegen als geplantem Drehort.

Samstag, 1. Dezember 2018

Schachmatt in einem Zug

                                                  "I've seen places, faces,
                                                 And smiled for a moment."
                                                                      (From Russia With Love, Matt Monro)


Bond-Marathon #002: FROM RUSSIA WITH LOVE (1963)

'Liebesgrüße aus Moskau' grüne Feigen, weißer Joghurt, RakiNach der Besprechung zu DR. NO geht es nun endlich weiter mit FROM RUSSIA WITH LOVE (Liebegrüße aus Moskau) von 1963 - in diesem Jahr immerhin 55 Jahre alt. Zum Film hatte ich anlässlich des goldenen Jubiläums vor 5 Jahren schon mal eine Besprechung veröffentlicht. Auch diesen Film habe ich auf Bluray im Originalton angeschaut und werde ihn nach einer 15-Punkte-Bewertungsskala einordnen. Zwei Bewertungs-Elemente habe ich noch hinzugenommen: Drehorte und Helfer.



Dienstag, 30. Oktober 2018

Bonds Merchandising-Dilemma

Häufig ertappe ich mich dabei, in Elektronik- und Supermärkten, Gamerläden oder auch Spielwarengeschäften nach Film-Merchandising-Artikeln zu suchen. Zu Bond findet man dabei fast nie etwas. Selbst für DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL, einer 45 Jahre alten Defa-Produktion, gibt es in Richtung Weihnachtszeit mehr Artikel als welche mit einem wie auch immer gearteten 007-Bezug. In der Konsumwelt findet James Bond praktisch nicht statt, mit der einzigen Ausnahmen von Parfüms.

Blogbuster veröffentlichte hier eine Infografik zu den verschiedenen Einnahmequellen des Star-Wars-Franchise. Neben Computerspielen - die in letzter Zeit bei Bond auch in extremer Weise vernachlässigt werden - machen Spielzeuge mit Abstand den Löwenanteil aus. Bond hätte auf diesem Sektor auch ein enormes Potential, das man ebenso brachliegen lässt wie die Spiele.


Donnerstag, 20. September 2018

Regisseur und neuer Starttermin für BOND 25!

Weißer Rauch aus dem Hause EON! Nach dem Ausstieg von Danny Boyle ist das Spekulieren nun endlich vorbei: EON Productions gibt heute bekannt, dass der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Cary Jogi Fukunaga die Regie des neuen James-Bond-Abenteuers übernehmen wird. Die Dreharbeiten beginnen am 4. März 2019, und der Film soll am 14. Februar 2020 in die Kinos kommen. Ein Datum mit einem doppelten Novum: seit GOLDENEYE 1995 war jeder Bondfilm im Herbst oder Winter gestartet, und es gab noch nie einen Film mit einer runden Jahreszahl.

Fukunaga führte Regie bei SIN NOMBRE (2009), JANE EYRE (2011), der ersten Staffel von True Detective (2014) sowie dem mehrfach ausgezeichneten BEASTS OF NO NATION (2015) mit Idris Elba. Zu letzterem verfasste er auch das Drehbuch.




Sonntag, 16. September 2018

Mord unter'm Mangobaum

                                                         "Underneath the Mango Tree
                                                 Me honey and me make boolooloop soon."
                                                                                   (Under the Mango Tree, Diana Coupland)

Bond-Marathon #001: DR. NO (1962)

Nach der TV-Verfilmung von Casino Royale geht es nun endlich richtig los mit dem Marathon durch die Bondgeschichte, mit DR. NO (James Bond 007 jagt Dr. No) aus dem Jahr 1962. Zum Film und den zeitgeschichtlichen Hintergründen hatte ich mich bereits hier schon einmal ausgelassen. Für diesen Marathon habe ich mir ein spezielles Bewertungssystem erstellt, das ich an jeden Film anlege und dadurch zu einer hoffentlich weniger subjektiven Bewertung komme, als das normalerweise der Fall ist. Es orientiert sich an der gymnasialen 15-Punkte-Bewertung. Zum Teil habe ich die Filme jetzt seit ungefähr zwei Jahren nicht mehr gesehen und freue mich sehr darauf. Ich sehe sie auf Bluray und im Originalton.



Montag, 27. August 2018

Sterben Sie wohl, Mr. Bond

Während es in den vergangenen Monaten und sogar Jahren wenig bis gar keine offiziellen Informationen über den neuen Bondfilm gab, ist nach dem Ausstieg von Regisseur Danny Boyle gerade nichts älter als das Gerücht von gestern. Pressemeldungen überschlagen sich mit Spekulationen über die Hintergründe und Auswirkungen, und widersprechen sich teilweise diametral. Offiziell werden nur "kreative Differenzen" als Grund für Boyles Ausstieg angegeben. Inoffiziell reichen die Spekulationen von der Besetzung des russischen Gegenspielers mit dem Polen Tomasz Kot bis hin zu einem geplanten Tod von Bond am Ende der Geschichte von Bond 25. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass man Bond am Ende von Craigs finalem Film wirklich sterben lassen will?


Montag, 16. Juli 2018

35 Jahre OCTOPUSSY mit Maud Adams in Berlin

35 Jahre OCTOPUSSY in Berlin - Event des James Bond Club DeutschlandDa der Bondfilm OCTOPUSSY zum Teil in Deutschland gedreht wurde, war das diesjährige Event des James Bond Club Deutschland ein Heimspiel. Das 35jährige Jubiläum des Klassikers wurde am Samstag, dem 14. Juli, in Berlin gefeiert - mit dem Besuch der Drehorte, Original-Requisiten, einer Vorführung des Films und schließlich mit Stargast Maud Adams, die in OCTOPUSSY die Titelrolle verkörperte.




Montag, 4. Juni 2018

Ladehemmung

Bond-Marathon #000: CLIMAX! - CASINO ROYALE (1954)

In einigen Franchises gibt es Versuche einer Erstverfilmung, die heute eher als Kuriosität gelten. Bei STAR TREK wäre das der erste Pilotfilm Der Käfig (1965), bei LORD OF THE RINGS die Zeichentrick-Verfilmung von 1978. Bei James Bond ist es die TV-Adaption von Casino Royale aus dem Jahr 1954. Während bei Der Käfig aber beispielsweise die Effekte und das Drehbuch hochwertiger sind als die der meisten späteren Serienfolgen, lässt sich bei Casino Royale das Potential der späteren Filmen nur erahnen.

Man könnte sich sogar darüber streiten, ob die Adaption überhaupt als James-Bond-Film bezeichnet werden kann, da es sich nur eine Fernseh-Aufzeichnung handelt, und James hier nur Jimmy genannt wird. Aber trotz aller offensichtlicher Mängel würde man Casino Royale damit Unrecht tun, denn er hat auch einige überraschende Pluspunkte.


Freitag, 25. Mai 2018

OFFIZIELL: Universal neuer Verleihpartner

Danny Boyle auf der Berlinale 2017
Danny Boyle auf der Berlinale 2017
(wikipedia)
Endlich gibt es mal wieder etwas offiziell Bestätigtes: Universal Pictures treten in die Fußstapfen von Sony und übernehmen den internationalen Verleih der Bondfilme außerhalb Nordamerikas. (Für Nordamerika ist Annapurna Pictures zuständig, wie bereits vor einigen Monaten bekanntgegeben wurde.) Bestätigt werden außerdem Danny Boyle als Regisseur, John Hodge als Drehbuchautor sowie der Starttermin am 25. Oktober in Großbritannien, beziehungsweise am 8. November in den USA. Drehbeginn ist noch in diesem Jahr, am 3. Dezember 2018.

Universal beherbergt unter anderen das Bourne- und das Fast-and-Furious-Franchise. Nach der Verpflichtung von Vic Armstrong für BOND 25 lässt auch das auf großartige Actionszenen hoffen, die auch jüngere Zuschauer wieder ansprechen.

Sonntag, 29. April 2018

Parodien und Hommagen: CONDORMAN (1981)

CONDORMAN DVDVor 25 Jahren wurde ich zum Bondfan, als ich eine CD mit den Bond-Titelsongs anhörte, die zum 30jährigen Jubiläum 1992 erschienen war. Beim Hören kamen mir all die kultigen Szenen aus den Bondfilmen wieder in den Sinn. Eine Szene jedoch, die ich YOU ONLY LIVE TWICE oder THE SPY WHO LOVED ME zuordnete, konnte ich beim Ansehen der Filme nicht wiederfinden: Der Superspion ist mit seiner Begleitung in einem klapprigen Lastwagen unterwegs. Als Verfolger auftauchen, drückt er einen Knopf - die beiden rutschen nach unten in die Sitze eines Sportwagens, der daraufhin die Front des Lastwagens durchbricht.

Erst später stellte ich fest, dass die Szene zu der Bond- und Superhelden-Parodie CONDORMAN von 1981 gehört. Eine Disney-Produktion, die auch heute noch Spaß macht und zu den amüsantesten Bondparodien gehört.




Der Autor und Zeichner Woodrow Wilson ist der Schöpfer zahlreicher Superhelden, vor allem von Condorman, der sich durch den Einsatz extravaganter Gadgets auszeichnet. Da er den Spleen hat, seine Comics realitätsnah zu gestalten und entsprechende Stunts selbst auszuprobieren, verschafft ihm ein bei der CIA arbeitender Freund einen leichten Spionage-Job: Die Übergabe von Papieren in Istanbul. Dabei trifft Wilson die attraktive Russin Natalia und verliebt sich in sie. Er macht offenbar soviel Eindruck auf sie, dass sie kurz darauf überlaufen will und explizit von "Condorman" beschützt werden will.

Die CIA kann sich diese Chance nicht entgehen lassen und muss Wilsons phantastische Comic-Gadgets in die Realität umsetzen. Darunter oben erwähntes Condormobile oder ein Schnellboot mit Laserkanone.

Eine Bondparodie im Superheldenstil lag nach MOONRAKER (1979) wohl nahe, ist Bond hier doch mehr denn je fast übermenschlich cool, und eigentlich eine Parodie seiner selbst. Mit einem Budget von 14 Millionen Dollar und einem für Disney-Verhältnisse rasanten Tempo schafft CONDORMAN tatsächlich Momente, die sehr "bondig" wirken und mich und viele andere im Kindesalter sehr beeindruckten.

Nova SterlingDas Condormobile war sogar ein modifizierter britischer Luxus-Sportwagen: ein Nova Sterling mit hochfahrbarem Dach, der auch gut in einen Roger-Moore-Bond gepasst hätte. Die Stunts und Verfolgungsjagden wurden von Rémy Julienne koordiniert, der dann auch für FOR YOUR EYES ONLY arbeitete und an den weiteren Bondfilmen bis GOLDENEYE. Unter den Stunts ist ein Sprung vom Eiffelturm, ähnlich dem vier Jahre später in A VIEW TO A KILL. Gedreht wurde in Paris, Monte Carlo und Zermatt, sowie in den Pinewood Studios.

Condor-Girl Barbara Carrera hatte zwei Jahre später einen denkwürdigen Auftritt in einem Bondfilm - als Fatima Blush in NEVER SAY NEVER AGAIN. Der damalige CEO und Walt-Disney-Schwiegersohn Ron Miller bezeichnete ihren Charakter als "the sexiest in Disney history". Tatsächlich wirkt sie auf mich hier noch attraktiver als in ihrer Bondrolle.

Nova Sterling in CONDORMAN
Flammenwerfer à la SPECTRE
Ein Highlight neben der Action und der sehr aparten Miss Carrera ist außerdem Oliver Reed als Bösewicht. Anders als in derartigen Parodien üblich, spielt er ernsthaft und bedrohlich und vermeidet jegliches Over-acting, was ihn sogar angenehmer als einige 'offizielle' Bondgegenspieler macht. Reed war trotz seiner Alkoholprobleme ein Perfektionist und Profi, und erschreckte Carrera einmal sehr real, um ihr eine echte Reaktion zu entlocken. Neben Reed wirkt auch Vernon Dobtcheff (Max Kalba in THE SPY WHO LOVED ME) mit.

Die Story ist recht simpel und anspruchslos, aber nicht ohne Reiz. Auch in THE LIVING DAYLIGHTS (1987) gab es später einen russischen Überläufer, der unbedingt einen Superspion und dessen Gadgets für seine Flucht haben will. Und Bond schleust eine Dame in einem Superauto aus dem Ostblock heraus.

CONDORMAN floppte leider in den Kinos, und die von Disney bereits geplante Fortsetzung wurde damit aufgegeben. Zehn Jahre später produzierte Disney mit THE ROCKETEER wieder einen Film um einen Gadget-Superhelden, in dem auch Timothy Dalton mitwirkte, der aber leider ebenfalls an den Kinokassen enttäuschte. Erst mit der Übernahme von Marvel gelang dem Mäuse-Imperium der Durchbruch auf diesem Gebiet. (Womit man sich darüber streiten kann, ob Condorman und Rocketeer nun zum "MCU" gehören...)

Der Film wurde als VHS, Laserdisc und DVD veröffentlicht. Hierzulande leider in einer sehr dürftigen Version, ohne Extras und in sehr schlechter Bildqualität. Dazu noch mit riesigen schwarzen Balken rundherum, die den Flachbildschirm wieder zum Mäusekino machen. Eine Restaurierung im Bluray-Format wäre für diesen Disney-Klassiker sehr wünschenswert!

Donnerstag, 19. April 2018

Superhelden und Agenten

Vor achtzig Jahren, im Frühjahr 1938, erschien die erste Ausgabe von Superman. Damit erblickte der erste Superheld das Licht der Welt - ein Konzept, das die Populärkultur entscheidend prägte und bis heute enorm erfolgreich ist. Dass eine relativ naiv und pathetisch wirkende Verschmelzung von fast unbegrenzter Macht mit purem Edelmut ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine goldene Ära von Superhelden einläutete, verwundert aus heutiger Sicht nicht. Unter G.I.s waren die Geschichten um den stählernen Helden ebenso beliebt wie in Japan, bis hin zu Kaiser Hirohito.

Das Erfolgsrezept von Superhelden ist dabei noch deutlich älter als 80 Jahre  und wird heimlich auch von zahlreichen anderen Helden benutzt. Auch James Bond ist eigentlich ein Superheld!


Sonntag, 18. März 2018

Eon's unmögliche Mission

Nachdem mittlerweile Danny Boyle selbst bestätigt hat, dass er Ende des Jahres mit den Dreharbeiten zu BOND 25 beginnen wird, sobald das Drehbuch von John Hodge fertig ist und von EON abgenommen wurde, stellt sich die Frage, was der Ansatz von Boyle und Hodge sein wird. The Hollywood Reporter fragt, ob für Craigs Bond nach seinen vier Filmen überhaupt noch etwas zu tun übrigbleibt. Gemessen an der klassischen Bondformel gibt es da sicher noch zahlreiche Möglichkeiten.

Doch die entscheidende Frage für BOND 25 ist eine ganz andere.





Der To-Do-Liste von Craigs Bond hatte ich mich nach SKYFALL hier schon mal gewidmet: 7 Dinge, die Daniel Craig als Bond noch tun muss. Interessanterweise wurden vier davon in SPECTRE erledigt: Eine Szene in seiner Wohnung, eine Gadget-Armbanduhr benutzen, den Film mit der Leading Lady im Arm beenden (mehr oder weniger) und einen Countdown zu einer globalen Bedrohung stoppen (auch mehr oder weniger).

Übrig bleiben: eine Navy-Uniform tragen, Tauchen und Skifahren. Schön wäre vielleicht auch mal wieder ein Showdown in einem riesigen Schurkenversteck, mit sich bekämpfenden Armeen. Fans fällt hier sicher noch vieles mehr ein. Letztlich dürften das aber Dinge sein, die weder Daniel Craig noch Danny Boyle vorrangig interessieren. Ihnen geht es vermutlich eher um die Sachen, die Bond noch nie getan hat. Wie etwa... sterben. So richtig natürlich, nicht nur für zwei Sekunden, wie in DIE ANOTHER DAY oder CASINO ROYALE. In dieser Kategorie wären auch: Nachwuchs bekommen (wurde aber schon für QUANTUM OF SOLACE verworfen), das Gedächtnis verlieren, vor Gericht angeklagt oder von der Gegenseite korrumpiert werden.

Der Heldentod ist seit dem Marvel-Erfolg LOGAN sicher eine Option, die schon mal im Raum stand. Und wenn man die Serie nicht dauerhaft einstellen will (was mich bei dem von EON an den Tag gelegten Elan leider auch nicht mehr wundern würde), wäre es durch einen kompletten Reboot mit neuem Darsteller danach grundsätzlich möglich. In Science-Fiction-Franchises wie STAR TREK ruhen selbst die Hauptcharaktere ja mittlerweile niemals wirklich in Frieden und sterben fast routiniert. Eine im Voraus geplante Auferstehung per Reboot würde allerdings doch recht stark nach Zuschauer-Verarschung riechen.

Das eigentliche Novum, das EON anstrebt, dürfte aber ein gelungener und sehr guter Abschiedsfilm für eine Ära sein. Wenn man sich die Franchsie-Historie anschaut, ist ihnen das bisher nie geglückt. Selbst Ian Fleming scheiterte an der Aufgabe, seinem literarischen Ur-Kanon einen qualitativ hochwertigen Abschluss zu geben. The Man With The Golden Gun zählt eher zu den schwächeren Romanen.

Sir Sean Connerys offizieller Schwanengesang DIAMONDS ARE FOREVER hat durchaus seine Fans, aber selbst bei denen ist er nie auf den ersten drei Plätzen. Obwohl es Connery hier schaffte, seiner Darstellung noch einmal eine neuartige, sehr selbstironische Note zu verleihen - die gewissermaßen das gesamte Jahrzehnt definierte und vorwegnahm - ist der Film verglichen mit seinen früheren Filmen eher enttäuschend.

Mit NEVER SAY NEVER AGAIN hatte er mehr als eine Dekade später die einmalige Chance, sich doch noch mit einem denkwürdigen Feuerwerk von der Rolle zu verabschieden, doch irgendwie sollte es nicht sein. Auch dieser Film zählt eher zu der Kategorie "Ganz nett, aber...". Immerhin kann man EON nicht dafür verantwortlich machen.

Bei Sir Roger Moore hätte potentiell jeder Bondfilm seit MOONRAKER der Abschiedsfilm sein können, hätte er bei den Gagenverhandlungen nicht letztlich eingewilligt. FOR YOUR EYES ONLY wäre da wohl der perfekte Kandidat für einen Ausstieg gewesen. Auch OCTOPUSSY hat großartige Momente und hatte immerhin das historische Duell Moore gegen Connery für sich entschieden. Aber Roger Moore ließ sich noch auf einen weiteren Film ein, der dann weder Fans noch Kritiker sonderlich begeisterte, obwohl er noch einmal alle Kernelemente seiner Ära enthielt.

Valentin de Boulogne: Die vier Zeitalter des Menschen
Pierce Brosnan ist schließlich der Darsteller, bei dem die Abschiedsvorstellung wohl am wenigsten glückte. Und das, obwohl man hier einen großen Aufwand betrieb und mit einem zusätzlichen Jahr aus dem eingefahrenen Rhythmus ausbrechen und etwas mehr Abstand gewinnen konnte.

Während die Debüts der jeweiligen Darsteller zu den größten Erfolgen und Meilensteinen der Reihe gehören, scheint der finale Film einer längeren Ära eines Bonddarstellers grundsätzlich unter einem schlechten Stern zu stehen - egal wie viel Aufwand man hineinsteckt, und egal wie viel Zeit man vergehen lässt, um Abstand von eingefahrenen Routinen zu bekommen. Es wirkt fast so, als könne man dem Zahn der Zeit nicht entkommen, der unsichtbaren Betriebsblindheit und dem ewigen Kreislauf, der unerbittlich nach Erneuerung ruft. Und vielleicht ist das auch gut so, denn eine zur Last gewordene Ära war ja schließlich auch immer der fruchtbare Boden, auf dem Klassiker wie THE LIVING DAYLIGHTS oder CASINO ROYALE gedeihen konnten.

Vielleicht war EON deshalb so offen für das frische Input eines Außenstehenden, und vielleicht ist das tatsächlich die beste Entscheidung, um diesem 'Fluch' des enttäuschenden Abschlussfilms zu entgehen. Für die bisherigen Stammautoren Neal Purvis und Robert Wade ist diese Praxis natürlich wenig erfreulich, aber als Teil des Systems hätten sie vielleicht auch nichts besseres abliefern können, trotz aller Bemühungen.

Nachdem bereits SPECTRE deutliche Zeichen von zyklischer Ermüdung zeigte (siehe dazu auch hier), wird es spannend sein zu sehen, wie BOND 25 diesem 'Franchise-Fluch' zu entkommen versucht. Daniel Craig ist der Bond, der zahlreichen festgefahrenen Klischees gerade dadurch entging, dass er nicht den ausgetretenen Pfaden folgte. Die 'unmögliche Mission' eines seiner Ära würdigen Abschiedsfilms wäre ihm daher durchaus zuzutrauen. Ich wünsche es ihm auf jeden Fall.

Dienstag, 27. Februar 2018

Lewis Gilbert verstorben

Er war der Meister der überlebensgroßen Bond-Epen: Der britische Regisseur Lewis Gilbert verstarb kurz vor seinem 98. Geburtstag in Monaco. Seine Karriere begann mit Dokumentarfilmen für die Royal Air Force im 2. Weltkrieg. Der Krieg als Thema zieht sich auch durch einige seiner Spielfilme, wie SINK THE BISMARCK! (1969). Nach dem erfolgreichen und oscar-nominierten Film ALFIE (Der Verführer läßt schön grüßen, 1966) mit Michael Caine engagierte ihn Albert R. Broccoli für die Regie des fünften Bondfilms YOU ONLY LIVE TWICE. Der Film wurde durch die gigantischen Vulkan-Interieurs von Ken Adam und die surreale Geschichte von Roald Dahl zum Inbegriff des phantastischen Bondfilms.

Zehn Jahre später inszenierte Lewis Gilbert mit THE SPY WHO LOVED ME einen weiteren Bondfilm, der einem ähnlichen Handlungsmuster folgt, aber gleichzeitig etwas glaubwürdiger angelegt ist. SPY bedeutete nicht nur den endgültigen Durchbruch von Roger Moore in der Bondrolle, sondern auch einen Meilenstein im Weiterbestehen des Franchises. Mit MOONRAKER folgte man zwei Jahre später ein drittes Mal einer Geschichte um entführtes High-Tech-Equipment durch einen größenwahnsinnigen Superschurken, wobei die Elemente hier größtenteils sich selbst parodieren. MOONRAKER war lange Zeit der erfolgreichste Film der Reihe.

Die drei Bondfilme von Lewis Gilbert sind eine Klasse für sich und ragen selbst innerhalb des eh schon durch spektakuläre Attraktionen geprägten Bondfranchises noch einmal heraus. Sie fesselten Millionen Zuschauer sowohl vor der Leinwand als auch vor dem Bildschirm, und mehr als andere Beiträge der Reihe auch ein jüngeres Publikum. Sie prägten ganze Generationen von Fans und schufen überdurchschnittlich viele der weltbekannten ikonischen Bilder der Bondwelt.

Auch mein erster Bondfilm war Man lebt nur zweimal im Fernsehen (siehe hier), und Der Spion, der mich liebte und Moonraker gehören zu meinen frühen und prägenden Bonderlebnissen. Danke dafür, Lewis Gilbert!

Montag, 26. Februar 2018

Event zu 35 Jahre OCTOPUSSY in Berlin

Octopussy-Event in Berlin vom James Bond Club Deutschland 2018
Der James Bond Club Deutschland präsentiert zum 35. Jubiläum von OCTOPUSSY ein besonderes Event am 14. Juli in Berlin, einem der Drehorte des 13. James-Bond-Abenteuers. Stargast ist Titelheldin Octopussy in Person der schwedischen Schauspielerin Maud Adams. Hier wird es ein 'Meet & Greet' mit Autogrammstunde und Fotomöglichkeiten geben.

Weitere Highlights des Events sind eine geführte Bustour zu allen Film-Locations, ein Besuch des Spionagemuseums Berlin und eine Kinovorführung des Jubiläumsfilms OCTOPUSSY.

Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter: Events@James-Bond-Club.de. Anmeldeschluß ist der 30. Juni 2018.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Macht Boyle doch Bond?

Boyle auf der Berlinale 2017
Einen Bondfilm hat er bereits gedreht: Der britische Regisseur Danny Boyle (TRAINSPOTTING, SLUMDOG MILLIONAIRE), anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2012. Daniel Craig holte in diesem kurzen Spot die Queen persönlich ab und sprang mit ihr über der Eröffnungsfeier aus einem Hubschrauber. Dadurch war Danny Boyle dann auch als Regie-Kandidat für SKYFALL und SPECTRE im Gespräch, aber in Interviews äußerte er damals kein Interesse an einem Bondfilm.

Laut dem Fachblatt VARIETY scheint Boyle nun aber wieder für Bond 25 im Gespräch zu sein. Und gemäß DEADLINE wandte sich Boyle mit einer eigenen Idee für den wohl finalen Craig-Bond an die Produzenten, welche TRAINSPOTTING-Autor John Hodge nun zu einem Drehbuch ausarbeitet. EON scheint diese Idee so vielversprechend zu finden, dass man Hodge Zeit einräumt. Bisher hatte man bereits selbst ein Drehbuch den beiden Stammautoren Purvis und Wade in Auftrag gegeben. Falls man sich für Boyle und seine Story entscheidet, wäre das Purvis-Wade-Script wohl hinfällig, beziehungsweise vielleicht eine Option für einen späteren Film. Einen ähnlichen Vorgang gab es kürzlich bei STAR TREK, wo Quentin Tarantino mit einer eigenen Idee an Paramount herantrat und damit offenbar auf Interesse stieß. (Siehe auch hier.)

EON hätte damit die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Drehbüchern, wobei Boyle als Regisseur sicher nur für seine Idee zur Verfügung stehen würde. Der Nachteil der Boyle-Version könnte dabei eine Verzögerung der Produktion sein.
Musikalisch wäre die Wahl für Boyle interessant, da er anders als Sam Mendes keinen Hauskomponisten mitbringt. Er arbeitet häufig mit der britischen Band Underworld zusammen, die sicher ein Kandidat für den Titelsong wären. Ansonsten arbeitete er mit John Murphy, A.R. Rahman, Daniel Pemberton und auch David Arnold (für A Life Less Ordinary). Neben einer Rückkehr von Arnold wäre für mich vor allem Pemberton interessant, der mit CODENAME U.N.C.L.E. bereits auf den Spuren des jungen John Barry wandelte.

Dienstag, 2. Januar 2018

Happy New Year!

BOND & BEYOND wünscht allen Fans unseres Agenten ein wunderschönes Jahr 2018 voller Gesundheit, Erfolg, Liebe und natürlich bondigen Momenten - hoffentlich auch in Form von Neuigkeiten zu BOND25!

Begleitet wird dieses Jahr von vier Jubiläen, davon ein rundes: FROM RUSSIA WITH LOVE (55 Jahre), LIVE & LET DIE (45 Jahre), OCTOPUSSY (35 Jahre) sowie QUANTUM OF SOLACE (10 Jahre).


Freitag, 22. Dezember 2017

Happy End!

BOND & BEYOND wünscht allen Lesern und Bondfans einen schönen und erholsamen Jahresausklang!


Montag, 18. Dezember 2017

Was von Fleming übrigbleibt

Der jüngste Bondfilm SPECTRE war in gewisser Weise ein Novum. Ähnlich wie FOR YOUR EYES ONLY, der erste Filmtitel nach einer Kurzgeschichte, oder NEVER SAY NEVER AGAIN, der erste selbst-ausgedachte Titel ohne Fleming-Bezug, ist SPECTRE eine Kapitel-Überschrift im Roman Thunderball.* Ursprünglich war es auch ein Arbeitstitel dieses Romans. Nach den Kurzgeschichten von Ian Fleming wären die Kapitel und Arbeitstitel eine weitere Quelle für mögliche Filmtitel.

Welche Möglichkeiten gibt das Werk von Fleming noch her?




Mittwoch, 13. Dezember 2017

Das Imperium hat gewonnen

Als STAR WARS vor 40 Jahren in die Kinos kam, war es ein ebenso mutiges wie innovatives Projekt. Ein Film, an den niemand in der Filmindustrie wirklich glaubte. Eine Liebeserklärung an trashige Space Operas, gesehen mit den Augen eines Kindes, das den Trash als epische Größe wahrnimmt. Es war somit eine Ode an das kindliche Staunen, inmitten des Pessimismus und der Paranoia des New Hollywood.

Doch unschuldig und weltfremd war STAR WARS deshalb noch lange nicht. George Lucas wurde für seine Geschichte durch den Vietnamkrieg inspiriert, und das Vorbild für Imperator Palpatine war Richard Nixon. Damit behandelte der Film ähnliche Themen wie die Thriller und Dramen des New Hollywood, nur auf eine völlig andere Weise.

Obwohl der mittlerweile achte Film um die Skywalker-Familie optisch und dramaturgisch an die alten Filme anknüpft, wirkt er aus filmgeschichtlicher Sicht mittlerweile wie eine Pervertierung des ursprünglichen Gedankens.




Ende der 1960er Jahre befand sich das alte Studiosystem Hollywoods in kreativer Erstarrung. Es produzierte dieselben Western, Musicals und Monumentalfilme, mit denen es seit Jahren Geld gemacht hatte, und war unfähig, sich verändernden Zuschauer-Interessen anzupassen. Wie ein Fluß, der sich kurz vor der Mündung in ein Delta verzweigt und sich scheinbar mit überbordender Weite gegen die endende Länge zu wehren versucht, pumpten die Studios immer mehr Geld in immer längere und pompösere, aber letztlich belanglose Filme. (Ironischerweise ereilte das New Hollywood ein gutes Jahrzehnt später mit Filmen wie HEAVEN'S GATE dasselbe Schicksal.)

Was wäre passiert, wenn es einen gleichbleibend riesigen Markt für all die Western, Musicals und Monumentalfilme selbst in ihrer lächerlichsten Form gegeben hätte; wenn die Zuschauer der 1970er Jahre dieser Art Film nie müde geworden wäre, sondern sich im Gegenteil in einem vernetzten Fankult scheinbar endlos daran ergötzt hätte? Die nach Meinung vieler Kritiker fruchtbarste Phase der Filmgeschichte mit Werken wie THE GODFATHER, TAXI DRIVER oder CHINATOWN hätte vermutlich nie stattgefunden. Und damit auch nicht erneute Gegenströmungen wie eben... STAR WARS.

Diese Situation existiert heute jedoch. Bereits vor Jahren kritisierten Filmemacher wie Steven Spielberg und Steven Soderbergh die aktuelle Filmindustrie, die nicht mehr nur in Trilogien denkt, sondern in Franchises mit Phasen von zehn bis zwanzig Filmen. Spielberg prophezeite eine Implosion der Industrie ähnlich dem des Studiosystems, die aber auszubleiben scheint. Eine starr kapitalistische Industrie hat mit Marvel und Star Wars die perfekten, ewig zu funktionieren scheinenden Goldesel gefunden. Eigentlich ein Albtraum: Der perfekte Todesstern, der jede Konkurrenz plattmacht. Eigentlich...

Natürlich war Star Wars schon seit dem unerwarteten Mega-Erfolg des ersten Films dieser Widerspruch in sich. Das Hippie-Märchen, das wie Karl Marx auf LSD vom letzten Gefecht der Unterdrückten gegen das faschistische System träumte, entwickelte sich durch sehr cleveres Merchandising schnell selbst zum Imperium. Schien Lucas damals noch kühn, als er andeutete, dass sein Film eigentlich nur der Auftakt eines Neunteilers sein sollte, wirkt er heute schon fast rührend bescheiden, wenn Disney bereits die nächsten 15 Jahre mit einen Star-Wars-Film jedes Jahr verplant hat, oder die nächste Marvel-Phase mit 20 Filmen. Star Wars ist das neue Weihnachten, Marvel das neue Ostern, Pfingsten und Allerheiligen.

Dieser imperiale Gestus erschöpft sich leider nicht nur in diesem industriell-maschinell wirkenden Film-Output und dem allgegenwärtigen Extrem-Marketing, sondern auch in der kompletten Ausbeutung von Kinobetreibern. Disney verlangt für die neue Episode statt der bisherigen 55 bis 60 % der Ticket-Erlöse unverschämte 70 %, und fordert dazu noch eine vierwöchige Laufzeit im größten Saal. Eine Firmenpolitik, die mit einer erschreckenden Arroganz den wirtschaftlichen Ruin kleiner Kinos in Kauf nimmt. Eben jene Kinos, die vor langer Zeit einmal die billigen Weltraumopern zeigten, die Star Wars überhaupt erst inspirierten. Die wahren Rebellen sitzen mittlerweile nicht mehr in X-Wings, sondern in den Kinos, die sich gegen diese Politik zur Wehr setzen.

Die Filmgeschichte wurde immer vorangetrieben von Zuschauern, die nach etwas Neuem verlangten, und von Visionären, die sich von den Fesseln des Zeitgeistes lösen konnten. George Lucas war einmal einer von ihnen. Doch wo sind die heute? Ist es Hollywood tatsächlich gelungen, sich die perfekten Popcorn-Konsumenten heranzuzüchten? Kritiker dieser Entwicklung werden schnell ausgebuht und als Spielverderber hingestellt. Wenn ein James Cameron, der weit mehr für den modernen Blockbuster getan hat als Abrams und Co., die vermeintlich fortschrittliche Frauenfigur von WONDER WOMAN kritisiert, erntet er einen Shitstorm, als wäre er irgendein Provinzkritiker.

Mittlerweile fühle ich mich seltsam fremd in dieser Kinolandschaft, und das nicht als Arthouse-Cineast, sondern als Liebhaber gut gemachter Blockbuster-Unterhaltung. Natürlich könnte man einwenden, dass auch die Bondserie zu diesen scheinbar perfekten Goldeseln gehört, und vielleicht fühlten sich manche Kritiker angesichts des unfassbaren Erfolges der Bondfilme Mitte der Sechziger und des unermüdlichen Zwei-Jahres-Rhythmus über Jahrzehnte hinweg ebenso befremdet. Allerdings beherrschte die Bondmania selbst in ihrer Hochzeit von gerade mal 5 bis 6 Jahren nicht die komplette Filmindustrie und verwandelte sie nicht in eine Monokultur.

Mittwoch, 29. November 2017

Quo Vadis, 007?

Bis auf den Umstand, dass Daniel Craig für den 25. EON-Bondfilm als James Bond zurückkehren wird, und dieser 2019 in die Kinos kommen soll, gibt es bisher nicht viele offiziell bestätigten Neuigkeiten. Produzentin Barbara Broccoli klärte das letztens: “So, to me, that’s the crucial thing… We’ve got our Daniel; we’ve got to find the director. We’re working on the script and we’ll see…" (Express), und fügte hinzu: "Hopefully by the beginning of the year we’ll have more news on all those fronts.”

Einige Meldungen deuten diese Aussage dahingehend, dass es Anfang des neuen Jahres einige große Ankündigungen bezüglich Bond 25 geben wird. Im günstigsten Falle wohl Regisseur, Hinweise zur Handlung oder vielleicht sogar schon ein Titel. Barbara Broccoli machte die Aussage anlässlich der Premiere des von ihr produzierten Thrillers THE RYTHM SECTION. Auf die Frage hin, ob auch 007 mal in Irland im Einsatz sein könnte, sagt sie: “Let’s see, maybe we’ll try and get Bond here at some point. I must say, having experienced it, I would love to come back.”

Welche Neuigkeiten wären hier eigentlich zu erwarten, angesichts der jüngsten Entwicklungen und Gerüchte?


Donnerstag, 9. November 2017

Karin Dor (1938 - 2017)

Bereits am Montag verstarb die bekannte Schauspielerin Karin Dor in einem Münchner Pflegeheim mit 79 Jahren.

International bekannt wurde Karin Dor, die eigentlich Kätherose Derr hieß, als erstes deutsches Bondgirl an der Seite von Sean Connery in YOU ONLY LIVE TWICE (Man lebt nur zweimal, 1967). Hier verkörperte sie eine Killerin im Auftrag von S.P.E.C.T.R.E. names Helga Brandt, die erst zum Schein auf Bonds Charme eingeht, ihn dann aber mit einem Kleinflugzeug abstürzen lässt. Über die Filmreihe hinaus berühmt wurde ihre Sterbeszene, in der Blofeld sie in einen Pool voller hungriger Piranhas fallen lässt.




Erste große Rolle hatte Dor in den typischen Heimatfilmen der 50er Jahre. Darauf folgten Rollen in Edgar-Wallace-Verfilmungen, wie DIE BANDE DES SCHRECKENS (1969), DER GRÜNE BOGENSCHÜTZE (1961) zusammen mit Gert Fröbe, DER FÄLSCHER VON LONDON (1961), DIE WEISSE SPINNE (1963) oder DER UNHEIMLICHE MÖNCH (1965) zusammen mit Ilse Steppat (ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE). Bei diesen Filmen lernte sie Regisseur Harald Reinl kennen, den sie später heiratete.

In ICH, DR. FU MAN CHU spielte 1965 sie an der Seite von Christopher Lee und Francesca Tu, die ebenfalls in MAN LEBT NUR ZWEIMAL mitwirken sollte als Osatos Sekretärin, sowie Tsai Chin, die ebenfalls dort als Ling zu sehen war und zusätzlich in CASINO ROYALE als Madame Wu.

1962 hatte sie eine Hauptrolle in DER SCHATZ IM SILBERSEE, der eine erfolgreiche Welle von Karl-May-Verfilmungn auslöste und zudem das Genre des Eorowestern mit initiierte. In WINNETOU - 2. TEIL spielte sie die tragische Liebe von Winnetou, Ribanna. Und schließlich noch einmal in WINNETOU UND SHATTERHAND IM TAL DER TOTEN (1968).

Nach ihrem weltberühmten Auftritt im 5. James-Bond-Film erhielt sie eine Hauptrolle in Alfred Hitchcocks Spionagethriller TOPAS (1969) als Kubanerin Juanita de Cordoba. Auch hier erlangte ihre Sterbeszene Berühmtheit. Hitchcock vertrat oft die Ansicht, dass man Morde wie Liebesszenen inszenieren sollte, und Liebesszenen wie Morde. Dementsprechend wirkt Juanitas Tod durch ihren Liebhaber hier sehr poetisch, indem sich bei ihrem Sturz ihr Kleid wie eine Blüte öffnet. Für die männliche Hauptrolle wollte Hitchcock ursprünglich Sean Connery haben, mit dem er bereits in MARNIE zusammengearbiet hatte.

Nach diesen Karrierehöhepunkten war sie häufiger und Serien zu sehen und konzentrierte sie sich auf Theaterrollen.

Mein Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden.

Montag, 18. September 2017

Schurken mit Superwaffen

Nordkoreanisches Propaganda-PlakatDieses Jahr feiern einige Bondfilme Jubiläen. Auch der wohl umstrittenste Bondfilm aller Zeiten, DIE ANOTHER DAY (Stirb an einem anderen Tag), wird 15. Neben den bizarren Übertreibungen und Fehlern, die man dem Film zu Recht anlasten kann, gibt es aber auch einige gute Ideen, Schauwerte und phänomenale Stunts, die man nicht übersehen sollte.

Und obwohl das Drehbuch letztendlich nur noch ein Schatten des ursprünglichen Konzeptes ist, wie hier erörtert, zeigt auch der fertige Film eine weltpolitische Situation, die zwar metaphorisch überhöht, aber trotzdem erstaunlich vorausschauend ist. Vor allem angesichts der Meldungen Anfang September dieses Jahres, dass Nordkorea im Besitz einer Wasserstoffbombe ist.



Montag, 28. August 2017

Mr. Whites Hütte

James Bond - Spectre: Hütte von Mr. White am Altausseer SeeWer die Dreharbeiten zum letzten Bondfilm SPECTRE mit verfolgt hat, erinnert sich bestimmt noch an die Bilder mit den Filmklappen. Die zweite davon zeigte den winterlichen Altausseer See, wo vom 5. und 8. Januar 2015 gedreht wurde. Vor allem am Jagdhaus Seewiese am nordöstlichen Ende des Sees.

Im Film trifft Bond hier auf den 'Blassen König', wie Mr. White innerhalb der Organisation genannt wird. Er ist in Ungnade gefallen und versteckt sich an diesem Ort, der in der Realität gar nicht so abgeschieden ist, sondern ein beliebtes Ziel von Wanderern.



Spectre Filmklappe am Altausseer See
Im Gegensatz zu den Drehorten Obertilliach und Sölden sicherte sich Altaussee vertraglich zu, im Film namentlich genannt zu werden. Im Film wird der Ort dann während der Spectre-Konferenz in Rom erwähnt. Und so zählt der Altausseer See zu den glücklichen Bond-Locations, die nicht nur ihre optischen Reize ausspielen dürfen, sondern auch mit ihrem guten Namen punkten können.

In der Realität würde es weniger Sinn machen, sich an einem touristisch erschlossenen, österreichischen See zu verstecken. Zumal White sich damit auch im Heimatland des Erzfeindes Oberhauser befindet.

James Bond - Spectre: Hütte von Mr. White am Altausseer SeeDas ehemalige Jagdhaus der Familie Hohenlohe Schillingsfürst auf der Seewiese befindet sich heute im Besitz des Red-Bull-Milliardärs Dietrich Mateschitz und wurde zu einer Jause umgebaut. Zur Zeit renoviert Mateschitz am See eine weitere Jausenstation.

Der Bonddrehort ist ideal für einen Halbtages-Ausflug. Von Altaussee aus kann man es Bond gleich tun, und von der Anlegestelle Madlmaier aus mit dem Schiff quer über den See zum Jagdhaus fahren. Jeden Montag, vom 3. Juli bis 28. August, gibt es um 18 Uhr auch eine Sonderfahrt "Auf den Spuren von James Bond", bei der ein Experte von den SPECTRE-Dreharbeiten erzählt. (Dafür anmelden kann man sich hier.)

Walking arround Lake Altaussee from SpectreRund um den See herum führt auch ein breiter und idyllischer Weg von 7,5 km Länge, mit Ausblicken auf die Trisselwand, den Altausseer Hausberg Loser sowie bei gutem Wetter auf das Dachsteinmassiv. Das kürzere Wegstück führt am oberen, nördlichen Ufer entlang von der Altausseer Kirche bis zum Jagdhaus.




James Bond - Spectre am Altausseer See

Am unteren, südlichen Uferwerg dagegen passiert man das Hotel, in dem im Januar 2015 Daniel Craig, Sam Mendes, Kameramann Hoyte van Hoytema und Mitglieder der Crew wohnten: Das Hotel Seevilla. Hier residiert man mit einem wunderschönen Blick auf den See.

Hotel Seevilla in Altaussee, Daniel Craig

Hotel Seevilla in Altaussee, Daniel Craig

Hotel Seevilla in Altaussee, Daniel Craig

Vom Hotel aus wandert man rund eine Stunde lang bis zum Jagdhaus und kann sich dann dort stärken. Auf der Speisekarte stehen zünftige lokale Gerichte, die für Jausenstationen typisch sind. Das heißt, als Veganer oder Vegetarier hat man hier eher schlechte Karten und muss auf Kaiserschmarren und ähnliches zurückgreifen. Auch bondtypisches wie einen Wodka Martini gibt es leider nicht. Aber davon abgesehen speist man hier ausreichend und lecker.









Den Bondbezug gibt es dafür in Form einiger Fotos von den Dreharbeiten im Innenraum, denen man auf dem Weg zur Toilette begegnet.




Die Ablegestelle in Richtung Altaussee zurück ist nur ein paar Schritte entfernt.



In der Nähe von Altaussee befinden sich auch die Salzwelten, ein Erlebnis-Bergwerk. Hier erfährt man etwas über die dort gelagerte Nazi-Raubkunst, die Gegenstand des Films THE MONUMENTS MEN ist. In den Salzwelten inszenierte Klaus Maria Brandauer (NEVER SAY NEVER AGAIN), der im nahegelegenen Bad Aussee wohnt, vor einigen Jahren ein Theaterstück.


Ebenfalls in der Nähe ist der Toplitzsee, Bondfans bekannt aus dem Film GOLDFINGER. Bond bietet im Film dem Gegenspieler Auric Goldfinger einen Goldbarren an, der angeblich aus dem versenkten Nazi-Goldschatz am Grund des Toplitzsees stammt. Dieser Goldschatz war Gegenstand mehrerer Tauchgänge und Schatzsuchen vor Ort, bisher allerdings erfolglos. Man fand nur Kriegsgegenstände und Kisten mit gefälschten Banknoten. Über den Mythos des Schatzes und die erfolglose Suche kann man sich an Schautafeln an der Fischerhütte am See informieren.

Gerd Fröbe spielte bereits 1959 in einem Film mit, der sich mit dem Mythos des Nazi-Goldschatzes beschäftigt: DER SCHATZ VOM TOPLITZSEE. GOLDFINGER spielt so gesehen auch auf Fröbes Filmographie an.

Lake Toplitz, known from Goldfinger

Den Toplitzsee, der zwischen Kammer- und Grundlsee liegt, überqueren kann man übrigens mit den als Plätten bezeichneten lokalen Booten, mit der im Film SPECTRE auch James Bond zu Mr. White unterwegs ist.

Plätte wie im Film Spectre zu sehen
Als "Plätte" bekanntes typisches Boot auf dem Altausseer See
Autor Martin Funke am Jagdhaus Seewiese
Der Wanderer am Ziel
Jagdhaus Seewiese aus Spectre, Dietrich Mateschitz


Siehe auch: SPECTRE-Drehort Obertilliach