Sonntag, 23. März 2014
Deutsche Stimme von Roger Moore verstorben
Eine sehr traurige Nachricht für deutschsprachige Bondfans: Wie auf der Seite der Deutschen Synchronkartei zu lesen ist, verstarb der Synchronsprecher von Bonddarsteller Roger Moore, Dr. Niels Clausnitzer bereits am 14. März. Clausnitzer verstand es, Moores Sinn für Ironie gekonnt ins Deutsche zu übertragen, genauso wie ernsthaftere und härtere Seiten des Schauspielers in Filmen wie THE WILD GEESE (Die Wildgänse kommen) oder THE NAKED FACE (Das nackte Gesicht). In letzteren verkörperte er akustisch einen Psychologen - im wahren Leben war Clausnitzer lange Jahre als Arzt für Psychotherapie tätig. Bekanntheit erlangte er auch durch seine Synchronisation von Max Wright in der TV-Serie Alf.
Mittwoch, 19. März 2014
Aston Martin kehrt zurück
Anlässlich des Umzugs der Ausstellung Bond in Motion vom Beaulieu Motor Museum ins Londoner Filmmuseum äußerten sich die Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli auch dazu, welches Auto in Bond 24 zu sehen sein wird. Nachdem der Aston, den Bond in CASINO ROYALE gewann, bei einem spektakulären Überschlag zerlegt wurde, und der aus SKYFALL in die Luft ging, erhält Bond im neuen Abenteuer einen neuen Aston Martin. (siehe ITN, auch commanderBond.net)
Bond in Motion in London öffnet offiziell am Freitag, den 21. März 2014.
Bond in Motion in London öffnet offiziell am Freitag, den 21. März 2014.
Neuer Link - James Bond Radio
Die Linkliste auf der rechten Seite ist um einen Beitrag reicher: James Bond Radio, ein wöchentlich aktualisierter Podcast.
Donnerstag, 6. März 2014
"You Ain't Seen Nothing Yet"
In einem Interview mit der Filmzeitschrift Empire teilte Drehbuchautor John Logan mit, dass der erste Entwurf (First Draft) des Drehbuches zu Bond 24 kurz vor der Fertigstellung sei. Dabei arbeite er eng mit Regisseur Sam Mendes und Daniel Craig zusammen. Bis auf die Aussage, dass das neue Bondabenteuer, dessen Dreharbeiten im Oktober beginnen sollen, an die Handlungsmotive von SKYFALL anknüpfen soll, erfährt man nicht viel neues. Zu einer Rückkehr von Quantum oder gar Blofeld äußert er sich verständlicherweise nicht. Hier ein paar Inspirationen für Logan.
Freitag, 28. Februar 2014
Start der Dreharbeiten für Bond 24 im Oktober
Der sich bereits im Dezember abzeichnende Start der Dreharbeiten im Oktober dieses Jahres wurde durch ein weiteres Interview von M-Darsteller Ralph Fiennes noch einmal bekräftigt: slashfilm.
Donnerstag, 27. Februar 2014
Apokalypse light
Pompeii
USA 2014
Regie: Paul Anderson
Darsteller: Kit Harington, Emily Browning, Kiefer Sutherland
POMPEII war einer der Filme, auf die ich mich seit dem ersten Teaser freute, denn ich mag große Katastrophen- und Sandalen-Epen, wie BEN HUR, TITANIC oder GLADIATOR. Eine große Erneuerung oder gar ein Meilenstein der entsprechenden Genres war nicht zu erwarten, aber zumindest doch gute, altmodische Unterhaltung mit soliden Effekten. Der Film des Briten Paul W.S. Anderson (unter anderem RESIDENT EVIL) hat alle Zutaten, die so ein Katastrophenspektakel braucht. Aber zündet die Mischung auch außerhalb des Vulkans?
Als einziger Überlebender seines Dorfes kommt Milo (Kit Harington) als Sklave über Londinium nach Pompeji, wo er als Gladiator gegen den hünenhaften und unbesiegten Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje, LOST-Fans als beeinduckender Mr. Eko bekannt) antreten soll. Der hofft auf einen letzten siegreichen Kampf, nach dem ihm die Freiheit winken soll. Natürlich verguckt sich der Sklave Milo in eine schöne Frau, die mehrere Klassen über ihm steht und eigentlich unerreichbar ist. Und dann sind da natürlich auch noch der ungeliebte Dritte (Kiefer '24' Sutherland) und die Naturgewalt, die ihren unheilschwangeren Lauf nimmt.
Bei Katastrophenfilmen gibt es eine Pflicht und eine Kür. Die "Pflicht" ist die gekonnte Einführung aller Charaktere und ihrer todgeweihten Welt, damit man beim Hereinbrechen des Unheils mit ihnen mitfiebern kann, beziehungsweise den Bösen ihr verdientes Ende wünscht. Und hier liegt die Schwäche des Films. Zum einen in Form des Hauptdarstellers Kit Harington, der es einfach nicht schafft, die Zuschauer auf seine Seite zu ziehen und Klischees durch Charisma auszugleichen. Seine Partnerin Emily Browning ist da schon glaubwürdiger. Kiefer Sutherland erfüllt sein Pflichtprogramm insofern, dass er als Gegenspieler alle Antipathien auf sich zieht.
Ein weiteres Problem ist, dass sich der Film viel zu wenig Zeit nimmt, um die Liebe zwischen Milo und Cassia glaubwürdig auszugestalten. Filme wie DOCTOR ZHIVAGO oder TITANIC sind nicht umsonst so lang. Man kauft den beiden ab, dass sie einander sympathisch finden und sich bei mehr Gelegenheiten auch ineinander verliebt hätten, aber die Liebe wirkt nicht gerade als Gegenpol zu der destruktiven Naturgewalt des Vulkans.
Deshalb nimmt man die Kür, die eigentliche Katastrophe, schließlich erstaunlich neutral wahr. Vom Leid der Opfer kommt wenig rüber. Aber zumimdest wirkt sie tricktechnisch oppulent und überzeugend. Auch die Gladiatorenkämpfe sind solide inszeniert und in 3D ganz ansehnlich. Das Drehbuch bietet ebenfalls einige gute Einfälle, aus denen man mit etwas mehr Filmzeit, einer ambitionierteren Regie und einem anderem Hauptdarsteller wesentlich mehr hätte herausholen können.
USA 2014
Regie: Paul Anderson
Darsteller: Kit Harington, Emily Browning, Kiefer Sutherland
POMPEII war einer der Filme, auf die ich mich seit dem ersten Teaser freute, denn ich mag große Katastrophen- und Sandalen-Epen, wie BEN HUR, TITANIC oder GLADIATOR. Eine große Erneuerung oder gar ein Meilenstein der entsprechenden Genres war nicht zu erwarten, aber zumindest doch gute, altmodische Unterhaltung mit soliden Effekten. Der Film des Briten Paul W.S. Anderson (unter anderem RESIDENT EVIL) hat alle Zutaten, die so ein Katastrophenspektakel braucht. Aber zündet die Mischung auch außerhalb des Vulkans?
Als einziger Überlebender seines Dorfes kommt Milo (Kit Harington) als Sklave über Londinium nach Pompeji, wo er als Gladiator gegen den hünenhaften und unbesiegten Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje, LOST-Fans als beeinduckender Mr. Eko bekannt) antreten soll. Der hofft auf einen letzten siegreichen Kampf, nach dem ihm die Freiheit winken soll. Natürlich verguckt sich der Sklave Milo in eine schöne Frau, die mehrere Klassen über ihm steht und eigentlich unerreichbar ist. Und dann sind da natürlich auch noch der ungeliebte Dritte (Kiefer '24' Sutherland) und die Naturgewalt, die ihren unheilschwangeren Lauf nimmt.
Bei Katastrophenfilmen gibt es eine Pflicht und eine Kür. Die "Pflicht" ist die gekonnte Einführung aller Charaktere und ihrer todgeweihten Welt, damit man beim Hereinbrechen des Unheils mit ihnen mitfiebern kann, beziehungsweise den Bösen ihr verdientes Ende wünscht. Und hier liegt die Schwäche des Films. Zum einen in Form des Hauptdarstellers Kit Harington, der es einfach nicht schafft, die Zuschauer auf seine Seite zu ziehen und Klischees durch Charisma auszugleichen. Seine Partnerin Emily Browning ist da schon glaubwürdiger. Kiefer Sutherland erfüllt sein Pflichtprogramm insofern, dass er als Gegenspieler alle Antipathien auf sich zieht.
Ein weiteres Problem ist, dass sich der Film viel zu wenig Zeit nimmt, um die Liebe zwischen Milo und Cassia glaubwürdig auszugestalten. Filme wie DOCTOR ZHIVAGO oder TITANIC sind nicht umsonst so lang. Man kauft den beiden ab, dass sie einander sympathisch finden und sich bei mehr Gelegenheiten auch ineinander verliebt hätten, aber die Liebe wirkt nicht gerade als Gegenpol zu der destruktiven Naturgewalt des Vulkans.
Deshalb nimmt man die Kür, die eigentliche Katastrophe, schließlich erstaunlich neutral wahr. Vom Leid der Opfer kommt wenig rüber. Aber zumimdest wirkt sie tricktechnisch oppulent und überzeugend. Auch die Gladiatorenkämpfe sind solide inszeniert und in 3D ganz ansehnlich. Das Drehbuch bietet ebenfalls einige gute Einfälle, aus denen man mit etwas mehr Filmzeit, einer ambitionierteren Regie und einem anderem Hauptdarsteller wesentlich mehr hätte herausholen können.
Dienstag, 25. Februar 2014
Unser Mann in Pullach
Von James Bond gibt es eine interessante Querverbindung zu Karl May: Im Roman Man lebt nur zweimal benutzt Blofeld den Namen Shatterhand zur Tarnung. Ian Fleming wurde dazu durch ein deutsches Lokal names Old Shatterhand inspiriert, benannt nach dem Helden aus der Feder Karl Mays. Aber die Verbindung funktioniert auch in die andere Richtung: Der Darsteller des Old Shatterhand in den entsprechenden Verfilmungen, Lex Barker, verkörperte in einer der zahlreichen Eurospy-Produktionen 1967 eine Art deutschen James Bond. Der Film mit dem Titel MISTER DYNAMIT - MORGEN KÜSST EUCH DER TOD sollte in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst entstehen und das Image dieses nicht gerade schillernden Geheimdienstes aufbessern, wie jetzt eine Studie zur Geschichte des BND schildert.
Die Figur des Mister Dynamit genannten BND-Agenten Bob Urban wurde von Karl-Heinz Günther erdacht. Ein Agent des eher bieder wirkenden Bundesnachrichtendienstes ist selbst unter der Schwemme der Bondkopien ein Unikat. Der Autor sah es so: "Der Hauptmarkt für solche Bücher ist Europa. Nimm einen BND-Agenten, sagte ich mir. (. . .) Über die armen Kerle in Pullach schreibt kein Schwein." (Quelle: Sueddeutsche) Günther war bereits erfolgreich mit einer Romanreihe um "Kommissar X" im Geschäft, der als Konkurrenz zu Jerry Cotton gedacht war und ebenfalls im Zuge der Eurospy-Welle mehrmals für die Leinwand adaptiert wurde.
Das Drehbuch für MISTER DYNAMIT folgt dem Schema des Bondfilms THUNDERBALL. Eine Nuklearwaffe wird entwendet und der Westen erpresst. Robert 'Bob' Urban, der beste Mann des BND, wird mit der Ermittlung beauftragt. Gedreht wurde in München und Spanien. Eddi Arent verkörperte als Pendant zu Q den Waffenmeister des BND.
Die Studie von Bodo Hechelhammer zeigt, dass BND-Chef Reinhard Gehlen sich von dem Filmprojekt ähnliche Synergie-Effekte erhoffte wie die, die dem britischen MI6 noch heute trotz TEMPORA und Co nicht viel anhaben können. So einfach war es in Deutschland nicht. Obwohl viele der Eurospy-Filme zu internationalen Erfolgen wurden, klappte es im Fall von MISTER DYNAMIT leider nicht.
Laut der Studie gab Produzent Theo Maria Werner an, dass die CIA seinem Film bereits Hilfe zugewiesen habe. Die Geheimdienste gegeneinander auszuspielen war dann doch eher das Spezialgebiet der Bondschurken. Der BND fragte beim CIA nach und erfuhr, dass es gar keine Hilfe gab. Damit platzte auch die Zusammenarbeit. Die zugesagten Drehgenehmigungen unter anderem für den Eingangsbereich des Nachrichtendienstes wurden zurückgezogen.
Ob der Flop des Filmes an der gescheiterten Zusammenarbeit mit dem BND lag, ist spekulativ. Zumindest blieb der Image-Gewinn für die Pullacher aus. Nichtsdestotrotz ein interessantes Kapitel aus der Zeit der Bonditis und der heißen Phase des Kalten Krieges.
Eine DVD des Films ist in Vorbereitung.
Die Figur des Mister Dynamit genannten BND-Agenten Bob Urban wurde von Karl-Heinz Günther erdacht. Ein Agent des eher bieder wirkenden Bundesnachrichtendienstes ist selbst unter der Schwemme der Bondkopien ein Unikat. Der Autor sah es so: "Der Hauptmarkt für solche Bücher ist Europa. Nimm einen BND-Agenten, sagte ich mir. (. . .) Über die armen Kerle in Pullach schreibt kein Schwein." (Quelle: Sueddeutsche) Günther war bereits erfolgreich mit einer Romanreihe um "Kommissar X" im Geschäft, der als Konkurrenz zu Jerry Cotton gedacht war und ebenfalls im Zuge der Eurospy-Welle mehrmals für die Leinwand adaptiert wurde.
Das Drehbuch für MISTER DYNAMIT folgt dem Schema des Bondfilms THUNDERBALL. Eine Nuklearwaffe wird entwendet und der Westen erpresst. Robert 'Bob' Urban, der beste Mann des BND, wird mit der Ermittlung beauftragt. Gedreht wurde in München und Spanien. Eddi Arent verkörperte als Pendant zu Q den Waffenmeister des BND.
Die Studie von Bodo Hechelhammer zeigt, dass BND-Chef Reinhard Gehlen sich von dem Filmprojekt ähnliche Synergie-Effekte erhoffte wie die, die dem britischen MI6 noch heute trotz TEMPORA und Co nicht viel anhaben können. So einfach war es in Deutschland nicht. Obwohl viele der Eurospy-Filme zu internationalen Erfolgen wurden, klappte es im Fall von MISTER DYNAMIT leider nicht.
Laut der Studie gab Produzent Theo Maria Werner an, dass die CIA seinem Film bereits Hilfe zugewiesen habe. Die Geheimdienste gegeneinander auszuspielen war dann doch eher das Spezialgebiet der Bondschurken. Der BND fragte beim CIA nach und erfuhr, dass es gar keine Hilfe gab. Damit platzte auch die Zusammenarbeit. Die zugesagten Drehgenehmigungen unter anderem für den Eingangsbereich des Nachrichtendienstes wurden zurückgezogen.
Ob der Flop des Filmes an der gescheiterten Zusammenarbeit mit dem BND lag, ist spekulativ. Zumindest blieb der Image-Gewinn für die Pullacher aus. Nichtsdestotrotz ein interessantes Kapitel aus der Zeit der Bonditis und der heißen Phase des Kalten Krieges.
Eine DVD des Films ist in Vorbereitung.
Samstag, 22. Februar 2014
Clooneys Eleven
The Monuments Men
USA, Deutschland 2014
Regie: George Clooney
Darsteller: Matt Damon, George Clooney, Bill Murray
Krieg und Kunst liegen eigentlich an entgegengesetzten Enden des Spektrums der menschlichen Existenz. Krieg bringt regelmäßig die schlechteste und destruktivste Seite des Menschen hervor, Kunst dagegen die schöpferischste und reflektive. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die fünfte Spielfilm-Regiearbeit von George Clooney, THE MONUMENTS MEN. Die Rettung speziell von Kunstgegenständen im zweiten Weltkrieg - beschrieben von Robert Edsel im gleichnamigen Buch - ist ein Aspekt des Krieges, der bisher in Filmen noch nicht thematisiert wurde.
Dabei erinnert die Geschichte an sich etwas an SAVING PRIVATE RYAN von Steven Spielberg, in dem eine Gruppe von Männern nach dem D-Day den dritten Sohn einer Mutter aus dem Kriegseinsatz zurückholen soll und auf ähnlich viel Unverständnis unter den regulären Soldaten stößt wie die "Monuments Men". Interessanterweise ist auch hier Matt Damon, der Darsteller des titelgebenden Soldat Ryan mit von der Partie. Im Gegensatz zum Spielberg-Film schlägt MONUMENTS MEN aber eher leisere Töne an. Man sieht hier weder drastische Kampfhandlungen noch bestialische Klischee-Nazis.
In Wirklichkeit waren es mehrere hundert Mitarbeiter der 'Monuments, Fine Arts, and Archives Section' , die in den befreiten Gebieten nach Kunstschätzen fahndeten und sie größtenteils den Besitzern wieder zurückgaben. Im Drehbuch ist es eine überschaubare Handvoll. Die Gruppe, die Regissseur Clooney hier um sich geschart hat, wirkt teilweise etwas zu sehr auf liebenswerte Kunst-Käuze getrimmt. Aber die Darstellerriege ist durchweg sehenswert. Auch aus der Vielzahl der Kunstwerke lädt die Story sozusagen pars pro toto eines mit besonderen menschlichen Wert auf. Dadurch geht es aber letzten Endes doch wieder mehr um Sinn und Wert eines Menschenlebens im Krieg, und weniger um den ideellen und abstrakten Wert von Kunstwerken - auch wenn sich die Dialoge ständig darum drehen.
Gedreht wurde fast komplett in Deutschland, wie etwa in den Wäldern am Wannsee, am und im Halberstädter Dom sowie in Babelsberg, wo das Schloss Neuschwanstein teilweise nachgebaut wurde. Schließlich führt die Handlung auch in die unterirdischen Salzwelten von Altaussee. (In denen der in Altaussee lebende Klaus Maria Brandauer übrigens vor einigen Jahren ein Theaterstück inszeniert hat. Selbst in der tiefsten Höhle findet sich ein Bondbezug... :) Mit Michael Brandner, Holger Handtke, Udo Kroschwald als Göring sowie Justus von Dohnányi (THE WORLD IS NOT ENOUGH) wirken auch einige deutsche Schauspieler mit.
Mit dem großen Thema Kunst versus Barbarei stellt sich natürlich auch die Frage, ob der Film selbst als Kunst funktioniert oder sogar als Kunstwerk gelten darf. Einige Szenen sind sehr schön und unaufdringlich komponiert. (Was mir persönlich gefallen hat wurde allerdings von anderen Kinozuschauern als Längen wahrgenommen.) Clooney hat die Mission der historischen Monuments Men natürlich etwas überhöht, was auch einigen Kritikern unangenehm aufgestoßen ist. Sicher war die Realität wie so oft um einiges banaler und profaner, aber dafür ist es eben auch Kino und nicht ZDF History. Bei den Themen Weltkrieg und Nationalsozialismus ist es scheinbar eh fast unmöglich, alles richtig zu machen. Im Gesamteindruck ist MONUMENTS MEN vielleicht nicht das große Oscar-Kino, das er gern wäre, aber dennoch ein sehenswerter und berührender Film über ein interessantes Kapitel des 2. Weltkriegs.
USA, Deutschland 2014
Regie: George Clooney
Darsteller: Matt Damon, George Clooney, Bill Murray
Krieg und Kunst liegen eigentlich an entgegengesetzten Enden des Spektrums der menschlichen Existenz. Krieg bringt regelmäßig die schlechteste und destruktivste Seite des Menschen hervor, Kunst dagegen die schöpferischste und reflektive. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die fünfte Spielfilm-Regiearbeit von George Clooney, THE MONUMENTS MEN. Die Rettung speziell von Kunstgegenständen im zweiten Weltkrieg - beschrieben von Robert Edsel im gleichnamigen Buch - ist ein Aspekt des Krieges, der bisher in Filmen noch nicht thematisiert wurde.
Dabei erinnert die Geschichte an sich etwas an SAVING PRIVATE RYAN von Steven Spielberg, in dem eine Gruppe von Männern nach dem D-Day den dritten Sohn einer Mutter aus dem Kriegseinsatz zurückholen soll und auf ähnlich viel Unverständnis unter den regulären Soldaten stößt wie die "Monuments Men". Interessanterweise ist auch hier Matt Damon, der Darsteller des titelgebenden Soldat Ryan mit von der Partie. Im Gegensatz zum Spielberg-Film schlägt MONUMENTS MEN aber eher leisere Töne an. Man sieht hier weder drastische Kampfhandlungen noch bestialische Klischee-Nazis.
In Wirklichkeit waren es mehrere hundert Mitarbeiter der 'Monuments, Fine Arts, and Archives Section' , die in den befreiten Gebieten nach Kunstschätzen fahndeten und sie größtenteils den Besitzern wieder zurückgaben. Im Drehbuch ist es eine überschaubare Handvoll. Die Gruppe, die Regissseur Clooney hier um sich geschart hat, wirkt teilweise etwas zu sehr auf liebenswerte Kunst-Käuze getrimmt. Aber die Darstellerriege ist durchweg sehenswert. Auch aus der Vielzahl der Kunstwerke lädt die Story sozusagen pars pro toto eines mit besonderen menschlichen Wert auf. Dadurch geht es aber letzten Endes doch wieder mehr um Sinn und Wert eines Menschenlebens im Krieg, und weniger um den ideellen und abstrakten Wert von Kunstwerken - auch wenn sich die Dialoge ständig darum drehen.
Gedreht wurde fast komplett in Deutschland, wie etwa in den Wäldern am Wannsee, am und im Halberstädter Dom sowie in Babelsberg, wo das Schloss Neuschwanstein teilweise nachgebaut wurde. Schließlich führt die Handlung auch in die unterirdischen Salzwelten von Altaussee. (In denen der in Altaussee lebende Klaus Maria Brandauer übrigens vor einigen Jahren ein Theaterstück inszeniert hat. Selbst in der tiefsten Höhle findet sich ein Bondbezug... :) Mit Michael Brandner, Holger Handtke, Udo Kroschwald als Göring sowie Justus von Dohnányi (THE WORLD IS NOT ENOUGH) wirken auch einige deutsche Schauspieler mit.
Mit dem großen Thema Kunst versus Barbarei stellt sich natürlich auch die Frage, ob der Film selbst als Kunst funktioniert oder sogar als Kunstwerk gelten darf. Einige Szenen sind sehr schön und unaufdringlich komponiert. (Was mir persönlich gefallen hat wurde allerdings von anderen Kinozuschauern als Längen wahrgenommen.) Clooney hat die Mission der historischen Monuments Men natürlich etwas überhöht, was auch einigen Kritikern unangenehm aufgestoßen ist. Sicher war die Realität wie so oft um einiges banaler und profaner, aber dafür ist es eben auch Kino und nicht ZDF History. Bei den Themen Weltkrieg und Nationalsozialismus ist es scheinbar eh fast unmöglich, alles richtig zu machen. Im Gesamteindruck ist MONUMENTS MEN vielleicht nicht das große Oscar-Kino, das er gern wäre, aber dennoch ein sehenswerter und berührender Film über ein interessantes Kapitel des 2. Weltkriegs.
Freitag, 14. Februar 2014
James Bond und der Zweite Kalte Krieg
Die Darstellung der Sowjetunion in den James Bond Filmen von 1977 - 1987
Das vorliegende Buch entstand als Bachelorarbeit im Zuge des Seminars Der zweite Kalte Krieg. Die Vereinigten Staaten und die UdSSR 1975-1988 an der Universität Tübingen 2011. Der Fokus liegt auf fünf Filmen: THE SPY WHO LOVED ME, FOR YOUR EYES ONLY, OCTOPUSSY, A VIEW TO A KILL und THE LIVING DAYLIGHTS.
Als "Zweiter Kalter Krieg" wird die letzte Phase des Kalten Krieges nach einer Phase der Entspannung in den Siebziger Jahren bezeichnet. Die Zeit der Détente, die in THE SPY WHO LOVED ME noch explizit angesprochen wird, war bereits 1979 zuende, mit dem Einmarsch der UdSSR in Afghanistan sowie dem NATO-Doppelbeschluss. Der westliche Boykott der Olympischen Spiele in Moskau, die Unterstützung der Mujaheddin und Reagans SDI-Programm taten ein übriges.
Dieser neue Rüstungswettlauf mit dem "Reich des Bösen" wurde natürlich auch indirekt in den Bondfilmen dieser Zeit thematisiert, wie das Buch sehr gut aufzeigt und analysiert. Im Fall von THE LIVING DAYLIGHTS auch ungewohnt direkt.
Bei der Betrachtung der Filme wird jeweils ein Aspekt näher beleuchtet: Die Politik der Détente in THE SPY WHO LOVED ME, die Konflikte in der Dritten Welt in FOR YOUR EYES ONLY, die verstärkte Konfrontation im Jahr 1983 in OCTOPUSSY, die Ökonomie des Kalten Krieges in A VIEW TO A KILL sowie die Situation in den Warschauer-Pakt-Staaten in THE LIVING DAYLIGHTS. Die Situation nach dem Ende des Kalten Krieges in GOLDENEYE und späteren Filmen wird ebenfalls kurz angesprochen.
So erhält man einen informativen Einblick in die späte Geschichte des Kalten Krieges und die vorsichtige Einbindung desselben in die Bondfilme. Dadurch ist das Buch sehr interessant und liest sich kurzweilig. Einziger Kritikpunkt sind einige Flüchtigkeitsfehler.
James Bond und der Zweite Kalte Krieg
Taschenbuch, 36 Seiten
Grin Verlag 2013
Das vorliegende Buch entstand als Bachelorarbeit im Zuge des Seminars Der zweite Kalte Krieg. Die Vereinigten Staaten und die UdSSR 1975-1988 an der Universität Tübingen 2011. Der Fokus liegt auf fünf Filmen: THE SPY WHO LOVED ME, FOR YOUR EYES ONLY, OCTOPUSSY, A VIEW TO A KILL und THE LIVING DAYLIGHTS.
Als "Zweiter Kalter Krieg" wird die letzte Phase des Kalten Krieges nach einer Phase der Entspannung in den Siebziger Jahren bezeichnet. Die Zeit der Détente, die in THE SPY WHO LOVED ME noch explizit angesprochen wird, war bereits 1979 zuende, mit dem Einmarsch der UdSSR in Afghanistan sowie dem NATO-Doppelbeschluss. Der westliche Boykott der Olympischen Spiele in Moskau, die Unterstützung der Mujaheddin und Reagans SDI-Programm taten ein übriges.
Dieser neue Rüstungswettlauf mit dem "Reich des Bösen" wurde natürlich auch indirekt in den Bondfilmen dieser Zeit thematisiert, wie das Buch sehr gut aufzeigt und analysiert. Im Fall von THE LIVING DAYLIGHTS auch ungewohnt direkt.
Bei der Betrachtung der Filme wird jeweils ein Aspekt näher beleuchtet: Die Politik der Détente in THE SPY WHO LOVED ME, die Konflikte in der Dritten Welt in FOR YOUR EYES ONLY, die verstärkte Konfrontation im Jahr 1983 in OCTOPUSSY, die Ökonomie des Kalten Krieges in A VIEW TO A KILL sowie die Situation in den Warschauer-Pakt-Staaten in THE LIVING DAYLIGHTS. Die Situation nach dem Ende des Kalten Krieges in GOLDENEYE und späteren Filmen wird ebenfalls kurz angesprochen.
So erhält man einen informativen Einblick in die späte Geschichte des Kalten Krieges und die vorsichtige Einbindung desselben in die Bondfilme. Dadurch ist das Buch sehr interessant und liest sich kurzweilig. Einziger Kritikpunkt sind einige Flüchtigkeitsfehler.
James Bond und der Zweite Kalte Krieg
Taschenbuch, 36 Seiten
Grin Verlag 2013
Mittwoch, 5. Februar 2014
Bondausstellung in Oberhausen
Am 21. Februar eröffnet im Oberhausener TOP SECRET eine Ausstellung rund um das Thema James Bond. Ehrengast der Eröffnung ist Dietmar Wunder, der deutsche Sprecher von Daniel Craig. Zu sehen sind zahlreiche Sammlerstücke wie beispielsweise der originale goldene Colt aus THE MAN WITH THE GOLDEN GUN. Mehr dazu hier, sowie hier ein älterer Bericht über die Ausstellung.
Freitag, 31. Januar 2014
James Bond Club Deutschland
Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für die Bondfilme, und deutschsprachige Schurken gelten als Highlights des Franchise. Mehr als Grund genug für einen deutschen Bond-Club. Nachdem der renommierte und langjährige Bondklub Deutschland (BKD) vor einiger Zeit aufgelöst wurde, formiert sich zur Zeit ein neuer deutscher Bond-Fanclub, mit Plänen für Internetseite, Club-Magazin sowie Drehort-Besuche und Events. Wer Bondfan ist und sich an dem Projekt beteiligen möchte (Webseiten- und Magazin-Design, Beiträge, Event-Vorbereitung, etc.) kann sich auf Facebook und hier im deutschen Bondforum informieren.
Montag, 27. Januar 2014
Hommage an eine vergangene Kunst
Der Blog Matte Shot widmet sich einem durch computergenerierte Effekte verdrängten Filmtrick - Matte Paintings. Speziell angestellte Künstler fertigten Gemälde von Hintergründen und anderen Ebenen an, die sich perfekt mit der live gedrehten Szenerie zusammengefügten. James Cameron gehörte beispielsweise zu ihnen. In Bondfilmen waren Matte Paintings meist unscheinbar, aber wirkungsvoll, wie etwa in FROM RUSSIA WITH LOVE, DIAMONDS ARE FOREVER (auch hier) oder THE SPY WHO LOVED ME. Hier mehrere Matte shots aus ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE.
Samstag, 25. Januar 2014
Hugo Drax und die London Bridge
Im James-Bond-Film MOONRAKER von 1979 kaufte der Milliardär Hugo Drax ein französisches Schloss, ließ es Stein für Stein abtragen und mitten in der kalifornischen Mojave-Wüste wieder aufbauen - Im Film tricktechnisch durch ein Matte Painting gelöst. Es wird erwähnt, dass Drax auch den Eiffelturm kaufte, aber die französische Regierung die Ausfuhrgenehmigung verweigerte. 1968 kaufte tatsächlich ein amerikanischer Millionär ein Londoner Wahrzeichen, ließ es Stein für Stein abtragen und mitten in der Mojave-Wüste wieder aufbauen - die London Bridge!
Dabei handelt es sich jedoch nicht um die berühmte Tower Bridge im Londoner Zentrum, auch wenn es Gerüchte gab, dass US-Millionär Robert McCulloch glaubte, eben jene zu erwerben. McCullochs Großvater hatte ein Vermögen mit dem Bau von Edisons Elektrizitätswerken gemacht. Robert machte sich seinerzeit einen Namen mit Kettensägen, erwarb 1963 ein Stück Wüste und gründete darauf die Stadt Lake Havasu City. Um diese Stadt attraktiver zu machen, kaufte er die London Bridge.
Die im 13. Jahrhundert errichtete alte London Bridge war ein imposantes Bauwerk mit bis zu siebenstöckigen Wohn- und Geschäftshäusern darauf. Ende des 18. Jahrhunderts musste sie jedoch dem Verkehr des Industriezeitalters angepasst werden. 30 Meter weiter entstand die neue London Bridge aus Dartmoor-Granit. Das erste Schiff, das sie passierte, war die HMS Beagle, Darwins berühmtes Expeditionsschiff. Doch sie war zu schwer und drohte zu versinken. Anstatt sie einfach abzureißen, entschlossen sich die Stadträte, sie zu versteigern.
Der Kettensägen-Tycoon kaufte sie für rund 2,5 Millionen US-Dollar. Ihre Steine wurden nummeriert und nach Arizona verschifft, wo sie eine Brücke am Stausee Lake Havasu verzierten. Die Einweihung war 1971. Noch heute wehen dort britische Flaggen.
Der Gag mit dem Eiffelturm in MOONRAKER ist auch eine augenzwinkernde Anspielung auf einen der berühmtesten Trickbetrugsfälle der Geschichte. Der Hochstapler Victor Lustig, der als Graf Lustig sogar Al Capone reinlegte, gab sich 1925 als stellvertretender Generaldirektor des Postministeriums aus und organisierte eine Versteigerung des Eiffelturms. Lustig gelang es tatsächlich, 50.000 Dollar von einem Schrotthändler zu bekommen und tauchte daraufhin unter. Als der Händler den Betrug bemerkte, war es ihm zu peinlich, um Lustig anzuzeigen.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um die berühmte Tower Bridge im Londoner Zentrum, auch wenn es Gerüchte gab, dass US-Millionär Robert McCulloch glaubte, eben jene zu erwerben. McCullochs Großvater hatte ein Vermögen mit dem Bau von Edisons Elektrizitätswerken gemacht. Robert machte sich seinerzeit einen Namen mit Kettensägen, erwarb 1963 ein Stück Wüste und gründete darauf die Stadt Lake Havasu City. Um diese Stadt attraktiver zu machen, kaufte er die London Bridge.
Die im 13. Jahrhundert errichtete alte London Bridge war ein imposantes Bauwerk mit bis zu siebenstöckigen Wohn- und Geschäftshäusern darauf. Ende des 18. Jahrhunderts musste sie jedoch dem Verkehr des Industriezeitalters angepasst werden. 30 Meter weiter entstand die neue London Bridge aus Dartmoor-Granit. Das erste Schiff, das sie passierte, war die HMS Beagle, Darwins berühmtes Expeditionsschiff. Doch sie war zu schwer und drohte zu versinken. Anstatt sie einfach abzureißen, entschlossen sich die Stadträte, sie zu versteigern.
Der Kettensägen-Tycoon kaufte sie für rund 2,5 Millionen US-Dollar. Ihre Steine wurden nummeriert und nach Arizona verschifft, wo sie eine Brücke am Stausee Lake Havasu verzierten. Die Einweihung war 1971. Noch heute wehen dort britische Flaggen.
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| Nummerierter Stein an der London Bridge in Arizona |
Dienstag, 14. Januar 2014
Barbara Broccoli in der Berlinale-Jury
| Barbara Broccoli währed der Skyfall-Premiere in Berlin (© bondandbeyond.de) |
Montag, 13. Januar 2014
Teaser und Bilder zu Penny Dreadful
Im Frühjahr dieses Jahres läuft die achtteilige Fernsehserie Penny Dreadful (englisch für Groschenheft) im TV. Geschrieben von John Logan (SKYFALL) und produziert von Sam Mendes und Logan, vereint sie vier Schauspieler aus dem Bondfranchise: Ex-007 Timothy Dalton als Sir Malcolm, Eva Green (CASINO ROYALE), Helen McCrory (SKYFALL) sowie Rory Kinnear, der Stabschef Tanner der Craig-Ära als Frankensteins Monster. Die Serie konzentriert sich auf auf die psychologischen Aspekte der Entstehung der berühmten Monsterfiguren der victorianischen Literatur. Erste Bilder zeigen Timothy Dalton und Eva Green am Set:
Mehr Bilder auf blairwitch.de. Ein zweiter Teaser-Trailer erschien vor wenigen Stunden:
Mehr Bilder auf blairwitch.de. Ein zweiter Teaser-Trailer erschien vor wenigen Stunden:
Donnerstag, 9. Januar 2014
Artus, Odysseus und Bond
Wann immer ein Film in den Olymp der erfolgreichsten aller Zeiten aufsteigt, stellt sich die Frage, welche universal menschlichen Themen er im kollektiven Unterbewusstsein angesprochen hat. Bei SKYFALL lohnt sich der Blick auf mythologische und klassische Erzähl-Elemente besonders, da man bei dem Film auch nach mehrmaligen Sehen immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten und versteckte Querverweise entdeckt. Manches erinnert an klassische Epen - vor allem Homers Odyssee und die Artus-Sage - anderes an Western oder den Film Noir.Sonntag, 5. Januar 2014
Streit um Sherlock Holmes
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| Holmes im Kampf mit Erzfeind Moriarty |
In den USA werden die Rechte an Casino Royale 95 Jahre nach Erscheinen auslaufen, das wäre 2048. In erster Instanz entschied der Richter, dass literarische Helden quasi zweimal leben: Einmal als Bestandteil der einzelnen Geschichten und einmal als Figuren selbst. In Bezug auf Bond dürfte interessant werden, dass Fleming sich in der Beschreibung seines Helden stark zurück hielt und erst sehr spät genauere biographische Daten lieferte. Aber wenigstens lagen zwischen dem ersten Erscheinen Bonds und Flemings Tod "nur" elf Jahre.
Dienstag, 31. Dezember 2013
Montag, 30. Dezember 2013
2014 - Die Vorschau
Laut eines Artikels des Hollywood Reporter sollen die Dreharbeiten für den 24. Bondfilm aus dem Hause EON bereits im Oktober 2014 beginnen. Dementsprechend sollten im Verlauf des Jahres die Synopsis, Drehorte, der Filmtitel sowie die Besetzungen von weiblichen Hauptrollen und Gegenspielern bekannt werden. Was das Jahr noch bieten wird, hier als Überblick:Januar
Am 29. Januar hat der erste Teil der Miniserie Fleming über das Leben des Bondschöpfers, The Man Who Would Be Bond, Premiere bei BBC America's Dramaville. Die vier Teile schildern Flemings Werdegang vom zweiten Weltkrieg bis zu dem Zeitpunkt, an dem er Casino Royale verfasst. Ian Fleming wird von Dominic Cooper verkörpert, seine spätere Frau Ann von Lara Pulver und John Godfrey - das spätere Vorbild für M - von Samuel West.
Februar
Fleming läuft im UK auf Sky Atlantic. Ein deutscher Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.
Am 17. Februar startet in Deutschland zudem JACK RYAN: SHADOW RECRUIT unter der Regie von Kenneth Branagh. Ein potentieller Agentenkonkurrent für Bond. Hier der Trailer.
PHILOMENA mit Dame Judi Dench kommt am 27. in die Kinos. In einem augenzwinkernden Teaser zum Film war Dench ein letztes Mal als M zu sehen. (siehe hier)
März
Die von Ralph Fiennes inszenierte Historienromanze THE INVISIBLE WOMAN kommt am 6. März in deutsche Kinos. Fiennes und Kristin Scott Thomas, die ihre Chemie bereits in THE ENGLISH PATIENT unter Beweis stellten, verkörpern Charles Dickens und seine heimliche Geliebte.
Am 17. März erscheinen die letzten beiden Ausgaben in der neu übersetzten Ian-Fleming-Reihe des Cross-Cult-Verlages, Der Mann mit dem goldenen Colt und Octopussy. Letztere ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die erstmalig 007 in New York in deutscher Übersetzung enthalten wird.
Am 21. März begeht der vierte Bonddarsteller, der Waliser Timothy Peter Dalton seinen 70. Geburtstag. Dalton wird 2014 zusammen mit Eva Green in der Horrorserie Penny Dreadful zu sehen sein. Ein genauer Starttermin steht noch nicht fest. Hier ein Teaser zur Serie. Geschrieben wurde Penny Dreadful übrigens von Bondautor John Logan. Produzent ist Sam Mendes, der offenbar auch einige Folgen inszenieren will.
April
Der April wird regnerisch: Darren Aranofskys NOAH kommt in die Kinos.
Juni
Im Juni stehen die Jubiläen zweier Bondfilme an: Am 13. Juni wird LICENCE TO KILL ein Viertel-Jahrhundert alt. Der 26. Juni markiert das 35. Jubiläum der Premiere von MOONRAKER.
Juli
Mit etwas Glück erfährt man im Juli bereits erste wichtige Besetzungen. Naomie Harris wurde beispielsweise bereits im Juli 2011 offiziell bestätigt.
Bondgirl Halle Berry ist ab 17. Juli in X-MEN: DAYS OF THE FUTURE PAST zu sehen, Sean Bean ab 24. in JUPITER ASCENDING.
September
Am 5. September wird der zweite Bonddarsteller George Robert Lazenby 75 Jahre alt.
Und am 17. September wird der für viele Fans und Kritiker beste Bondfilm GOLDFINGER ein halbes Jahrhundert.
Bondgirl Eva Green ist ab 18. September in Robert Rodriguez' SIN CITY: A DAME TO DIE FOR zu sehen.
Oktober
Wie bereits eingangs erwähnt beginnen laut einem Artikel im Hollywood Reporter im Oktober die Dreharbeiten für den 24. EON-Bondfilm. Falls dem tatsächlich so sein sollte, dürfte auch spätestens zur offiziellen Pressekonferenz vor Drehbeginn der Titel offiziell bekannt gegeben werden. Auch die Besetzung sollte spätestens ab hier bekannt sein.
November
Die Premiere von THE WORLD IS NOT ENOUGH jährt sich zum 15. Mal.
Laut wikipedia startet am 13. November zudem der Agententhriller NOVEMBER MAN, mit Pierce Brosnan und Olga Kurylenko in den Hauptrollen.
Dezember
Am 18. Dezember wird George Lazenbys einmaliger Einsatz als James Bond, ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE, 45 Jahre alt.
Und zum Schluss noch eine Ankündigung in eigener Sache. Für das neue Jahr habe ich mir einige Franchise-Marathons auf Bluray vorgenommen. (Das sind wenigstens Vorsätze, die man gern einhält :-) Darunter STAR WARS, ein kompletter STAR-TREK-Marathon inklusive aller Serien (der sicher länger als ein Jahr dauern wird) und natürlich alle Bondfilme in chronologischer Reihenfolge. Wenn alles klappt werde ich also in Abständen von zwei Wochen Rezensionen zu allen Filmen veröffentlichen.
Freitag, 27. Dezember 2013
Langer Trailer zur Biopic-Miniserie FLEMING
Mehr dazu auch hier. Fleming wird am 29. Januar im US-TV ausgestrahlt, und im Februar im britischen.
Sonntag, 22. Dezember 2013
Besuch bei Venini
Nachdem Bond in FROM RUSSIA WITH LOVE erstmals Venedig besuchte, kommt er 16 Jahre später an fast genau derselben Stelle wieder an, an der er Anfang der Sechziger den Blicken der Zuschauer entschwand. In MOONRAKER von 1979 legt er am Markusplatz an und geht zum Glasgeschäft von Venini, das sich bis heute an derselben Adresse, 314 Piazzetta Leoncini, befindet. Anders als Sean Connery drehte Roger Moore tatsächlich in der Lagunenstadt - was teilweise im Film sichtbare Massenaufläufe verursachte - und machte sogar mehrmals unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Wasser des Canal Grande.![]() |
| Piazetta dei Leoncini, der kleine Platz der Löwchen |
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| Venini im Sommer 2012 |
Die Innenräume des Geschäftes von Venini haben sich seit den Dreharbeiten mehrmals verändert. Zuletzt wurden die Räumlichkeiten 2009 renoviert. Die Darstellerin der Rezeptionistin bei Venini, Irka Bochenko, wurde später unter dem Pseudonym Iren Bo Musikerin, und nahm zum 50. Bond-Jubiläum mit Roger Moore die Single Happy Birthday, Mr. Bond auf (mehr dazu hier).
In der Nacht kehrt Bond zum Sitz von Venini zurück, und betritt das Gebäude vom Canal Grande aus per Gondel. Gedreht wurde diese kurze Szene an der kanalzugewandten Seite des Palazzo Pisani. Im Hintergrund erkennt man die Basilika Santa Maria della Salute, was für Venedigkenner darauf hinweist, dass hier geographisch etwas nicht ganz stimmen kann.
Bond dringt in ein Labor ein, das im Studio nachgebaut wurde, und erreicht im Kampf gegen Chang (Toshiro Suga) über den Innenhof des Konservatoriums wieder das Glasmuseum, das sich in der unteren Etage des Torre dell'Orologio, des berühmten Uhrenturms, befindet. Hugo Drax hat also nicht nur den Eiffelturm gekauft, sondern ist offenbar auch im Besitz dieses weltberühmten Wahrzeichens.
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| Hotel Danieli nahe des Markusplatzes |
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| Auf diesem Balkon stand Holly |
Schließlich besucht Bond seine CIA-Kollegin Holly Goodhead in ihrem Zimmer im renommierten Hotel Danieli. Das Hotel befindet sich ein paar hundert Meter östlich des Markusplatzes. Gedreht wurden diese Szenen nicht im Studio, sondern tatsächlich in der Suite del Doge des Hotels.
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| Blick auf den Markusplatz und den Uhrenturm vom Markusturm aus, das zweite Gebäude rechts neben dem Uhrenturm ist Venini - der gesamte Komplex gehört offenbar Drax |
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| Hier kommt kommt Bond in MOONRAKER an. |
Mittwoch, 18. Dezember 2013
Bond & Beyond wünscht...
... allen Lesern ruhige und erholsame Feiertage! Wem dabei langweilig werden sollte, hier ein kleines gesungenes Quiz. ;-)
Donnerstag, 5. Dezember 2013
Die Dramaturgie der Bondfilme: Midpoint und Goldener Schnitt
Filme unterliegen in gewisser Weise auch der Schwerkraft. Sie haben einen interessanten Aufhänger und ein spektakuläres Finale, aber oft neigen sie dazu, in der Mitte etwas durchzuhängen und sich in die Länge zu ziehen. Um diesem langen zweiten Akt eine Stütze zu geben und die Handlung aufzulockern, gibt es im sogenannten Midpoint oft einen entscheidenden Höhe- oder Tiefpunkt, oder einen bedeutenden Richtungswechsel in der Handlung oder der Tonalität. Solch ein Wendepunkt teilt den zweiten Akt dann noch einmal in zwei Unter-Akte. Eine Untersuchung der Mittelszenen der Bondfilme birgt einige sehr interessante Erkenntnisse!Montag, 25. November 2013
Wo Agenten einsam sterben
In diesem Beitrag geht es ausnahmsweise mal nicht um die Drehorte eines Bondfilms, dafür aber eines der Klassiker des Agententhrillers schlechthin, WHERE EAGLES DARE (Agenten sterben einsam) von 1968. In dem Film dringen Richard Burton und Clint Eastwood in das Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes ein, das sich in einer unzugänglichen Alpenfestung befindet. Ihr Auftrag ist, einen gefangenen US-General zu befreien, bevor dieser Details über die geplante Invasion der Alliierten preisgeben kann. Doch in diesem Film ist nichts so, wie es scheint.Action auf einem schneebedeckten Alpengipfel, der nur per Seilbahn oder Helikopter zugänglich ist - damit nahm der Film viel von dem ein Jahr später erscheinenden Bondfilm ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE vorweg. Zu viel?
Treibende Kraft hinter der Entstehung des Films war der Stiefsohn von Richard Burton, der den Schauspieler gern mal in einem klassischen Abenteuerfilm sehen wollte. Burton wandte sich daraufhin an Produzent Elliott Kastner, der wiederum Bestsellerautor Alistair MacLean mit dem Verfassen eines Drehbuches beauftragte. MacLean, von dem auch die Vorlagen zu THE GUNS OF NAVARONE und ICE STATION ZEBRA stammen, schrieb das Drehbuch und eine entsprechende Romanfassung dazu innerhalb von nur sechs Wochen. (Womit er mein persönlicher Held ist)
Der ungewöhnliche Filmtitel ist ein Zitat aus Shakespeares Drama Richard III. "The world is grown so bad, that wrens make prey where eagles dare not perch." (Auf deutsch: "Ich weiß es nicht - die Welt ist so verderbt, Zaunkön'ge hausen, wo's kein Adler wagt.")Für die Rolle des amerikanischen Lieutenant Schaffer konnte man Clint Eastwood gewinnen, der gerade durch die Dollar-Trilogie von Sergio Leone zum Star geworden war. Eastwood zögerte erst, die zweite Hauptrolle nach Burton zu übernehmen, konnte aber durch eine entsprechende Gage überzeugt werden. Später nannte Eastwood den Film oft scherzhaft "Where Doubles Dared", da für Richard Burton aufgrund seines Alkoholkonsums in vielen Szenen Stuntmen einspringen mussten. So auch in der Szene, als Smith und Schaffer an der Außenwand des Schlosses hoch klettern. Hier wirkt Eastwood weniger fit, allerdings nur, weil er im Gegensatz zu Burton selbst kletterte.
Für das fiktive Schloss Adler diente die reale Festung Hohenwerfen als Drehort, nahe dem Dorf Werfen im österreichischen Salzachtal. Gedreht wurde auch in Werfen selbst, unter anderem am Bahnhof. In der geschichtlichen Wirklichkeit gab es dagegen keinen SS-Stützpunkt in einem Schloss, nur ein Gefangenenlager für alliierte Offiziere - auf Schloss Colditz in Sachsen. Die Flucht eines Offiziers von diesem Schloss während eines Orchesterspiels inspirierte Fleming zu seiner Kurzgeschichte The Living Daylights (siehe Berlin Escape).Wenn man die Festung Hohenwerfen besucht, wird man allerdings etwas enttäuscht nach der entsprechenden Seilbahn suchen. Anders als im Film ist die Festung alles andere als unzugänglich und nur für Adler erreichbar. Ein breiter und gemütlicher Weg führt hinauf, sowie eine Zahnradbahn. Dem Originaltitel des Films macht die Festung aber trotzdem alle Ehre, denn es gibt dort eine sehr sehenswerte Flugshow mit Geiern, Weißkopfadlern und anderen Greifvögeln.
Die Festung war nach dem Film auch Drehort für die Kinderserie Frankensteins Tante, dem Mehrteiler THE 10TH KINGDOM sowie der Komödie JUST MARRIED.
Die Seilbahnstation sowie Szenen auf der Seilbahn wurden mehr als 50 km weiter östlich am Feuerkogel nahe des Traunsee gedreht. Der Fluss, in den Burton, Eastwood an die anderen gegen Ende des Films springen, ist demnach nicht die Salzach, sondern die Traun.
Szenen, in denen die Seilbahn auf das Schloss zu fährt, sowie die in den Felsen eingearbeitete Seilbahnstation unterhalb der Festungsmauern wurden mit Hilfe eines großen Modells des Schlosses gelöst, das sich auf dem Studiogelände von MGM befand. Das Zusammenspiel von Modellaufnahmen, Kulissenbau in Originalgröße sowie Hintergrundgemälden schafft eine perfekte Illusion - vor allem in der berühmten Szene, als Burton und Eastwood von der Seilbahn aus mit Spitzhacken das Dach der Bahnstation erklimmen.
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| Modell von Schloss Adler auf dem MGM-Studiogelände* |
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| Die Original-Seilbahnkabine aus dem Film auf dem Feuerkogel |
Das Schloss Adler an sich weckt auch Assoziationen an den von Ian Fleming beschriebenen Gloria-Klub im Roman, der von Schloss Mittersill inspiriert war. (Mehr dazu hier) Mit der Besetzung von WHERE EAGLES DARE hätte man auch gut einen Bondfilm bestreiten können. Richard Burton als britischer Geheimagent, Eastwood als sein blonder amerikanischer Kollege. Anton Diffring hätte einen guten Blofeld geben können, und Olga Lowe eine passable Irma Bunt. Mit Terence Mountain wirkte sogar ein Schauspieler aus ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE mit.
Ungewöhnlich für Filme dieser Zeit ist der von der Britin Mary Ure verkörperte Charakter der Mary Ellison. Ure (die übrigens mit Robert 'Red Grant' Shaw verheiratet war) ist zu keinem Zeitpunkt ein reines Love-Interest, das beschützt werden muss, sondern nimmt aktiv an der Action teil und rettet eher die männlichen Protagonisten aus so mancher Situation.![]() |
| Blick zum Feuerkogel und Modellaufnahme mit Blick auf das Schloss aus dem Film |
Inwieweit der Film von 1968 Entscheidungen in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE beeinflusst hat, ist mir nicht bekannt. Das Innere von Blofelds Klinik wirkt zumindest weit weniger urig und traditionell alpin als im Roman beschrieben, und grenzt sich damit deutlich von einer Schloss-Atmosphäre wie in WHERE EAGLES DARE ab. Auch auf eine Blondine à la Mary Ure hat man verzichtet, obwohl Tracy im Roman blond ist und auch fast ausschließlich Blondinen gecastet wurden.
* Bild mit freundlicher Genehmigung von TheStudioTour.com
Mittwoch, 20. November 2013
Neue Welt, alte Feinde?
Gedanken zu einer möglichen Rückkehr von Ernst Stavro Blofeld
In den letzten Tagen meldeten verschiedene Medien, dass der langjährige Rechtsstreit zwischen MGM, der Bondproduktionsfirma Danjaq und Kevin McClory und seinen Erben um die Rechte an THUNDERBALL und dessen Figuren endgültig beigelegt wurde. (Siehe beispielsweise BBC News oder Filmstarts. Näheres zum Rechtsstreit auch hier) Damit wäre nun endgültig der Weg frei für eine erneute filmische Nutzung der Figur. Doch wäre eine Neuinterpretation wirklich eine gute Idee?
Nachfolgend möchte ich die Für und Wider eines Benutzens von Blofeld in der heutigen Zeit aus meiner Sicht erörtern.
In den letzten Tagen meldeten verschiedene Medien, dass der langjährige Rechtsstreit zwischen MGM, der Bondproduktionsfirma Danjaq und Kevin McClory und seinen Erben um die Rechte an THUNDERBALL und dessen Figuren endgültig beigelegt wurde. (Siehe beispielsweise BBC News oder Filmstarts. Näheres zum Rechtsstreit auch hier) Damit wäre nun endgültig der Weg frei für eine erneute filmische Nutzung der Figur. Doch wäre eine Neuinterpretation wirklich eine gute Idee?
Nachfolgend möchte ich die Für und Wider eines Benutzens von Blofeld in der heutigen Zeit aus meiner Sicht erörtern.
Sonntag, 17. November 2013
50 Years of Bond Cars
A Top Gear Special
Im letzten Jahr erschien eine Sonderausgabe der BBC-Reihe Top Gear über die 50jährige Geschichte der Bondautos, moderiert von Richard Hammond. Bondfans ist Top Gear nicht unbekannt. Die Kultfigur The Stig, ein komplett schwarz oder weiß gekleideter Rennfahrer mit Helm, dessen Identität ein gut gehütetes Geheimnis war, ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Reihe. 2010 bekannte jedoch der Renn- und Stuntfahrer Ben Collins, der Stig in weiß gewesen zu sein. Collins war auch Stuntfahrer in QUANTUM OF SOLACE und SKYFALL.
Das Special zu den Bondautos bietet einige sehr interessante Einblicke und Stunts.
Neben den wichtigsten Autos der Reihe kommen auch zahlreiche Mitwirkende zu Wort, wie Daniel Craig, Sir Roger Moore, Michael G. Wilson oder Guy Hamilton, aber auch Stuntmen wie Vic Armstrong, Robbie Madison (Motorradstunts in SKYFALL) oder Collins. Daniel Craig und Roger Moore verraten, welches ihre Lieblingsautos in den Bondfilmen sind. Moderator Richard Hammond fährt alle vorgestellten Fahrzeuge selbst, zum Teil an originalen Drehorten, wie den Pinewood-Studios oder der Bergstrecke aus GOLDENEYE. Dazu gibt es Insider-Information über die Dreharbeiten. Unter den Wagen ist auch das erste Auto, Bonds "Lokomotive" aus den Romanen, den aus heutiger Sicht sehr bullig wirkenden Bentley Blower.
Getestet werden auch zwei bekannte Gadgets - die Unsichtbarkeit des Aston Martin Vanquish aus DIE ANOTHER DAY sowie die Tauchfunktion des Lotus Esprit aus THE SPY WHO LOVED ME. Ersteres mit Flatscreens, ähnlich dem Werbespot für Mercedes vor einiger Zeit. Für den Tauchgang wurde ein Lotus Excel entsprechend umgerüstet, was sehr gut funktioniert und aussieht.
Für Bond- und Autofans eine lohnenswerte DVD.
Im letzten Jahr erschien eine Sonderausgabe der BBC-Reihe Top Gear über die 50jährige Geschichte der Bondautos, moderiert von Richard Hammond. Bondfans ist Top Gear nicht unbekannt. Die Kultfigur The Stig, ein komplett schwarz oder weiß gekleideter Rennfahrer mit Helm, dessen Identität ein gut gehütetes Geheimnis war, ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Reihe. 2010 bekannte jedoch der Renn- und Stuntfahrer Ben Collins, der Stig in weiß gewesen zu sein. Collins war auch Stuntfahrer in QUANTUM OF SOLACE und SKYFALL.Das Special zu den Bondautos bietet einige sehr interessante Einblicke und Stunts.
Neben den wichtigsten Autos der Reihe kommen auch zahlreiche Mitwirkende zu Wort, wie Daniel Craig, Sir Roger Moore, Michael G. Wilson oder Guy Hamilton, aber auch Stuntmen wie Vic Armstrong, Robbie Madison (Motorradstunts in SKYFALL) oder Collins. Daniel Craig und Roger Moore verraten, welches ihre Lieblingsautos in den Bondfilmen sind. Moderator Richard Hammond fährt alle vorgestellten Fahrzeuge selbst, zum Teil an originalen Drehorten, wie den Pinewood-Studios oder der Bergstrecke aus GOLDENEYE. Dazu gibt es Insider-Information über die Dreharbeiten. Unter den Wagen ist auch das erste Auto, Bonds "Lokomotive" aus den Romanen, den aus heutiger Sicht sehr bullig wirkenden Bentley Blower.
Getestet werden auch zwei bekannte Gadgets - die Unsichtbarkeit des Aston Martin Vanquish aus DIE ANOTHER DAY sowie die Tauchfunktion des Lotus Esprit aus THE SPY WHO LOVED ME. Ersteres mit Flatscreens, ähnlich dem Werbespot für Mercedes vor einiger Zeit. Für den Tauchgang wurde ein Lotus Excel entsprechend umgerüstet, was sehr gut funktioniert und aussieht.
Für Bond- und Autofans eine lohnenswerte DVD.
Montag, 11. November 2013
Steven Soderbergh über seinen Lieblingsbondfilm
Über slashfilm bin ich auf Steven Soderberghs Seite Extension 765 aufmerksam geworden, auf der der Regisseur (OUT OF SIGHT, OCEAN'S ELEVEN und zuletzt BEHIND THE CANDELABRA mit Michael Douglas) zu seinem Lieblings-Bondfilm Stellung nimmt. Welcher das ist, ist keine große Überraschung, da auch zahlreiche andere Regisseure wie beispielsweise Christopher Nolan dieses Werk schätzen. Es ist auch mein Lieblingsbond, und wurde von CASINO ROYALE nicht vom Spitzenplatz verdrängt. Soderbergh geht in dem lesenswerten Artikel auf die Stärken aber auch einige Schwächen ein:
Ich kann eigentlich in allen genannten Aspekten uneingeschränkt zustimmen.
For me there’s no question that cinematically ON HER MAJESTY’S SECRET SERVICE is the best Bond film and the only one worth watching repeatedly for reasons other than pure entertainment (certainly it’s the only Bond film I look at and think: I’m stealing that shit). Shot to shot, this movie is beautiful in a way none of the other Bond films are—the anamorphic compositions are relentlessly arresting—and the editing patterns of the action sequences are totally bananas; it’s like Peter Hunt (who cut the first five Bond films) took all the ideas of the French new wave and blended them with Eisenstein in a Cuisinart to create a grammar that still tops today’s how fast can you cut aesthetic, because the difference here is that each of the shots—no matter how short—are real shots, not just additional coverage from the hosing-it-down school of action, so there is a unification of the aesthetic of the first unit and the second unit that doesn’t exist in any other Bond film. And, speaking of action, there are as many big set pieces in OHMSS as any Bond film ever made, and if that weren’t enough, there’s a great score by John Barry, some really striking sound work, and what can you say about Diana Rigg that doesn’t start with the word WOW?
Ich kann eigentlich in allen genannten Aspekten uneingeschränkt zustimmen.
Sonntag, 10. November 2013
Kalter Krieger mit Schattenseiten
Eine Rezension zu William Boyds SOLO
Zur Zeit fährt Ian Fleming Publications dreigleisig. Zum einen hat man mit dem letzten Buchprojekt Carte Blanche die Figur Bond quasi rebootet und in die Gegenwart geholt. Zum anderen hat man den Autoren Steve Cole beauftragt, die von Charlie Higson etablierte Young-Bond-Reihe weiterzuführen. (Mehr dazu auf The Book Bond) Und schließlich wurde Flemings Ur-Bond mit Devil May Care und jetzt mit SOLO in seiner Zeit fortgesetzt. Man lebt also nur dreimal - in den Sechzigern, als Teenager in den Vierzigern und in der Gegenwart. Die dankbarste Aufgabe mit den meisten Freiheiten hatte sicherlich Jeffery Deaver, sozusagen die künstlerische Carte Blanche. Beim Fleming-Bond dagegen gilt es, den in den Fünfzigern erschaffenen Agenten mit den Erwartungen heutiger Leser zu verbinden, die Bond nur aus Filmen kennen - was teilweise weit auseinander klafft. Ist William Boyd dieser Spagat gelungen?
SOLO gliedert sich in zwei Teile: Im ersten erhält Bond den Auftrag, den sich hinziehenden Bürgerkrieg zwischen den afrikanischen Staaten Dahum und Zanzarim für die dem Empire angenehmere Seite zu beenden. Bond wäre nicht Bond, wenn er nicht auch diese ungewöhnliche Aufgabe erfolgreich meistern würde. Doch zu einem Preis, der beinahe sein Leben bedeutet. Schwer verwundet sinnt er dann im zweiten Teil auf Rache, und die Agententätigkeit auf Solo-Pfaden führt ihn nach Washington, D.C., und schließlich noch einmal nach Afrika.
SOLO spielt 1969, dem Jahr, in dem der Filmbond gerade in den Alpen weilte und dort seinem Erzfeind Blofeld auf die Schliche kam. Das Jahr von Woodstock, Vietnam-Protesten und der Mondlandung. Boyd hätte genügend Aufhänger gehabt, um die Nostalgie-Karte voll auszuspielen, was der Vermarktung des Buches sicher zugute gekommen wäre. Doch er schickt den Spion Ihrer Majestät ausgerechnet in afrikanische Fantasiestaaten, die bei den wenigsten Lesern Wiedererkennungswerte, geschweige denn nostalgische Gefühle aufkommen lassen dürften.
Aber damit agiert Bond auch weit außerhalb seiner Komfort-Zone, was der Handlung eine gewisse Einzigartigkeit und Spannung verleiht. Ich fand die Frage schon immer interessant, welche Rolle Bond im zweiten Weltkrieg gespielt haben möge, und wie er als Agent in einem realen Krieg handeln würde. Beide Aspekte werden im Buch beleuchtet. Obwohl Bond teilweise ziemlich fragwürdig handelt - Stichwort Einbruch, Diebstahl, etc. - wirkt seine Vorgehensweise insgesamt durchaus nachvollziehbar und einfallsreich.
Fiktive Staaten sind natürlich immer so eine Sache, und man fragt sich, wem reale Staaten und politische Situationen von 1969 heute noch weh tun würden. Doch der Bürgerkrieg im Roman basiert auf dem Biafra-Krieg zwischen Nigeria und dem autonomen Biafra mit Zehntausenden von Toten, und da Bond nachhaltig in den Verlauf des Krieges eingreift, finde ich die Entscheidung für einen fiktiven Hintergrund absolut nachvollziehbar. Afrika lag als Handlungsschauplatz für Boyd sicher nahe, da er seine Kindheit zum Teil dort verbrachte und den Biafra-Krieg hautnah miterlebte. In vielen seiner Romane hatte er diese Erfahrungen auch schon verarbeitet. (Darunter A Good Man in Africa, der mit Sean Connery verfilmt wurde.)
Positiv ist mir auch aufgefallen, dass Boyd nicht wie Faulks der Versuchung erliegt, das gesamte Flemingsche Helfer-Arsenal aufzufahren, mit Felix Leiter, René Mathis und einigen anderen. Leiter taucht in den Staaten natürlich auf, aber seine Rolle ist ähnlich ambivalent wie in den neueren Filmen. Ein Satz wie "Den Verbündeten ausspionieren - das tun wir doch alle" wirkt erstaunlich tagesaktuell.
Insgesamt betrachtet empfand ich den Roman als spannend und gelungen. Boyd vertraut dem sorgfältigen Aufbau seiner Geschichte und verwendet nicht zwanghaft spannungserzeugende Pageturner am Ende jedes Kapitels. Punkte-Abzug gibt es allerdings am Ende. Hier habe ich ehrlich gesagt mehr erwartet - Mehr Mut und Konsequenz bei der Auflösung der politischen Verwicklungen. Fleming hat den politischen Hintergrund des Kalten Krieges und den beruflichen Hintergrund seines Helden meistens nur oberflächlich reflektiert, und man merkt Boyd an, dass er sich mit diesem Aspekt des Roman-Bonds nicht wirklich anfreunden kann. Man merkt es daran, dass sein Bond oft übertrieben brutal reagiert, oder auch am Subtext, wenn Bond für seine Rache durch einen gestohlenen Ausweis quasi die Identität eines Vampirs annimmt.
In Interviews betonte Boyd auch oft, dass er Flemings Bücher für sexistisch, rassistisch, etc. pp. hält. Ich glaube, dass es Boyd schwerfiel, für Bond als Spion des Empires mit unreflektierter Loyalität echte Empathie aufzubringen, und er deshalb auch verstärkt nach menschlichen Aspekten in den Fleming-Romanen suchte, wie etwa Bonds Flugangst, seine Internatszeit oder seinen Alkoholkonsum. (Siehe hier) Das will ich Boyd auch nicht vorwerfen, aber es verhindert eben auch, das sein Bondroman unter dem Strich wirklich herausragend ist. Als Autor muss man seinen Protagonisten lieben, und ich glaube, diese Liebe fiel Boyd teilweise schwer. Daher schwimmt sein Roman am Ende ein bisschen und wirkt etwas unentschlossen.
Was bleibt als Fazit... Boyd hat die schwierige Aufgabe, das Flemingsche Vermächtnis weiterzuführen, auf jeden Fall befriedigender bewältigt als Sebastian Faulks. SOLO ist spannend und bringt Bond in Situationen, die seine Fähigkeiten vollends fordern, gerade weil Boyd nicht Flemings ausgetretenen Pfaden folgt, sondern eine eigene Interpretation entwickelt. Die ganz große Begeisterung blieb allerdings leider aus - zumindest für mich persönlich. Weiter empfehlen würde ich das Buch insgesamt trotzdem.
Zur Zeit fährt Ian Fleming Publications dreigleisig. Zum einen hat man mit dem letzten Buchprojekt Carte Blanche die Figur Bond quasi rebootet und in die Gegenwart geholt. Zum anderen hat man den Autoren Steve Cole beauftragt, die von Charlie Higson etablierte Young-Bond-Reihe weiterzuführen. (Mehr dazu auf The Book Bond) Und schließlich wurde Flemings Ur-Bond mit Devil May Care und jetzt mit SOLO in seiner Zeit fortgesetzt. Man lebt also nur dreimal - in den Sechzigern, als Teenager in den Vierzigern und in der Gegenwart. Die dankbarste Aufgabe mit den meisten Freiheiten hatte sicherlich Jeffery Deaver, sozusagen die künstlerische Carte Blanche. Beim Fleming-Bond dagegen gilt es, den in den Fünfzigern erschaffenen Agenten mit den Erwartungen heutiger Leser zu verbinden, die Bond nur aus Filmen kennen - was teilweise weit auseinander klafft. Ist William Boyd dieser Spagat gelungen?SOLO gliedert sich in zwei Teile: Im ersten erhält Bond den Auftrag, den sich hinziehenden Bürgerkrieg zwischen den afrikanischen Staaten Dahum und Zanzarim für die dem Empire angenehmere Seite zu beenden. Bond wäre nicht Bond, wenn er nicht auch diese ungewöhnliche Aufgabe erfolgreich meistern würde. Doch zu einem Preis, der beinahe sein Leben bedeutet. Schwer verwundet sinnt er dann im zweiten Teil auf Rache, und die Agententätigkeit auf Solo-Pfaden führt ihn nach Washington, D.C., und schließlich noch einmal nach Afrika.
SOLO spielt 1969, dem Jahr, in dem der Filmbond gerade in den Alpen weilte und dort seinem Erzfeind Blofeld auf die Schliche kam. Das Jahr von Woodstock, Vietnam-Protesten und der Mondlandung. Boyd hätte genügend Aufhänger gehabt, um die Nostalgie-Karte voll auszuspielen, was der Vermarktung des Buches sicher zugute gekommen wäre. Doch er schickt den Spion Ihrer Majestät ausgerechnet in afrikanische Fantasiestaaten, die bei den wenigsten Lesern Wiedererkennungswerte, geschweige denn nostalgische Gefühle aufkommen lassen dürften.
Aber damit agiert Bond auch weit außerhalb seiner Komfort-Zone, was der Handlung eine gewisse Einzigartigkeit und Spannung verleiht. Ich fand die Frage schon immer interessant, welche Rolle Bond im zweiten Weltkrieg gespielt haben möge, und wie er als Agent in einem realen Krieg handeln würde. Beide Aspekte werden im Buch beleuchtet. Obwohl Bond teilweise ziemlich fragwürdig handelt - Stichwort Einbruch, Diebstahl, etc. - wirkt seine Vorgehensweise insgesamt durchaus nachvollziehbar und einfallsreich.
Fiktive Staaten sind natürlich immer so eine Sache, und man fragt sich, wem reale Staaten und politische Situationen von 1969 heute noch weh tun würden. Doch der Bürgerkrieg im Roman basiert auf dem Biafra-Krieg zwischen Nigeria und dem autonomen Biafra mit Zehntausenden von Toten, und da Bond nachhaltig in den Verlauf des Krieges eingreift, finde ich die Entscheidung für einen fiktiven Hintergrund absolut nachvollziehbar. Afrika lag als Handlungsschauplatz für Boyd sicher nahe, da er seine Kindheit zum Teil dort verbrachte und den Biafra-Krieg hautnah miterlebte. In vielen seiner Romane hatte er diese Erfahrungen auch schon verarbeitet. (Darunter A Good Man in Africa, der mit Sean Connery verfilmt wurde.)
Positiv ist mir auch aufgefallen, dass Boyd nicht wie Faulks der Versuchung erliegt, das gesamte Flemingsche Helfer-Arsenal aufzufahren, mit Felix Leiter, René Mathis und einigen anderen. Leiter taucht in den Staaten natürlich auf, aber seine Rolle ist ähnlich ambivalent wie in den neueren Filmen. Ein Satz wie "Den Verbündeten ausspionieren - das tun wir doch alle" wirkt erstaunlich tagesaktuell.
Insgesamt betrachtet empfand ich den Roman als spannend und gelungen. Boyd vertraut dem sorgfältigen Aufbau seiner Geschichte und verwendet nicht zwanghaft spannungserzeugende Pageturner am Ende jedes Kapitels. Punkte-Abzug gibt es allerdings am Ende. Hier habe ich ehrlich gesagt mehr erwartet - Mehr Mut und Konsequenz bei der Auflösung der politischen Verwicklungen. Fleming hat den politischen Hintergrund des Kalten Krieges und den beruflichen Hintergrund seines Helden meistens nur oberflächlich reflektiert, und man merkt Boyd an, dass er sich mit diesem Aspekt des Roman-Bonds nicht wirklich anfreunden kann. Man merkt es daran, dass sein Bond oft übertrieben brutal reagiert, oder auch am Subtext, wenn Bond für seine Rache durch einen gestohlenen Ausweis quasi die Identität eines Vampirs annimmt.
In Interviews betonte Boyd auch oft, dass er Flemings Bücher für sexistisch, rassistisch, etc. pp. hält. Ich glaube, dass es Boyd schwerfiel, für Bond als Spion des Empires mit unreflektierter Loyalität echte Empathie aufzubringen, und er deshalb auch verstärkt nach menschlichen Aspekten in den Fleming-Romanen suchte, wie etwa Bonds Flugangst, seine Internatszeit oder seinen Alkoholkonsum. (Siehe hier) Das will ich Boyd auch nicht vorwerfen, aber es verhindert eben auch, das sein Bondroman unter dem Strich wirklich herausragend ist. Als Autor muss man seinen Protagonisten lieben, und ich glaube, diese Liebe fiel Boyd teilweise schwer. Daher schwimmt sein Roman am Ende ein bisschen und wirkt etwas unentschlossen.
Was bleibt als Fazit... Boyd hat die schwierige Aufgabe, das Flemingsche Vermächtnis weiterzuführen, auf jeden Fall befriedigender bewältigt als Sebastian Faulks. SOLO ist spannend und bringt Bond in Situationen, die seine Fähigkeiten vollends fordern, gerade weil Boyd nicht Flemings ausgetretenen Pfaden folgt, sondern eine eigene Interpretation entwickelt. Die ganz große Begeisterung blieb allerdings leider aus - zumindest für mich persönlich. Weiter empfehlen würde ich das Buch insgesamt trotzdem.
Freitag, 8. November 2013
Bondfilme im Bechdel-Test
Gerade im Netz gefunden: Schweden: Bechdel-Test zeigt Sexismus im Kino auf. Dieser Test wurde 1985 von einer Cartoonistin erfunden, um zu zeigen, ob Frauen in den entsprechenden Filmen ernst genommen werden. Einige schwedische Kinos wollen nun keine Filme mehr zeigen, die den Test nicht bestehen, und nehmen ihn damit vermutlich ernster, als er ursprünglich gemeint war. Dem dürfte ein Großteil der Filmgeschichte zum Opfer fallen, inklusive der gesamten LORD-OF-THE-RINGS- und STAR-WARS-Franchises. Wie sieht es bei den Bondfilmen aus? Der Test besteht aus drei relativ einfachen Fragen:
1. Kommt in dem Film mehr als eine Frau vor, und haben sie einen Namen?
Hier können praktisch alle Bondfilme punkten. Es gibt meistens zwei größere Rollen für Frauen. Und sie haben nicht nur Namen, sondern auch noch sehr ausgefallene, wie Pussy Galore oder Xenia Onatopp. Damit sind Bondfilme in diesem Punkt schon einmal wesentlich weniger sexistisch als beispielsweise Filme wie DAS BOOT oder TWELVE ANGRY MEN (Die 12 Geschworenen).
2. Sprechen die Frauen miteinander?
Da wird es schon schwieriger. Bei den meisten Bondfilmen, vor allem den älteren, fallen mir tatsächlich wenige Szenen ein, in denen Frauen miteinander sprechen. In GOLDFINGER unterhalten sich die Frauen von Pussys Flying Circus, in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE redet Irma Bunt mit den Patientinnen. Auch in OCTOPUSSY gibt es Frauengespräche.
Seit den Neunzigern gibt es dann in den meisten Filmen auch grundsätzliche Gespräche zwischen M und Moneypenny. In THE WORLD IS NOT ENOUGH auch zwischen Elektra King und M. Wobei man sich bei M streiten könnte, ob das als echter Name zählt.
Ein echter Filter ist dann
3. Reden die Frauen miteinander über etwas anderes als Männer?
Wenn die Bondgirls miteinander reden, dann tatsächlich meistens über James, und es fallen Sätze wie "Ich liebe James von ganzem Herzen". Auch Rosa Klebb und Tatiana unterhalten sich in FROM RUSSIA WITH LOVE eigentlich über Bond. Ausnahmen sind die bereits erwähnten Filme. Pussy Galore redet mit ihren Pilotinnen über die bevorstehende Narkotisierung von Fort Knox, Irma Bunt und die Piz-Girls reden über ihre Allergien, und Octopussy und Magda haben Schmuggel als Thema (beide werden sogar von Schwedinnen verkörpert, was die schwedischen Kinobesitzerinnen besonders freuen dürfte). In FOR YOUR EYES ONLY gibt es mehrere Gespräche zwischen Bibi und ihrer Trainerin über Sport und Sponsoring. Schlechter schneidet ausgerechnet ein Film wie THE LIVING DAYLIGHTS ab, in dem Bond sich auf eine einzige Frau konzentriert.
M und Moneypenny sprechen ab GOLDENEYE dann eigentlich auch nur über Bond. "Don't ask!" - Don't tell!" Mit Elektra redet M immerhin über die Vergangenheit. Erwähnen könnte man hier auch die Besprechung in SKYFALL, zwischen M und Clair Dowar.
1. Kommt in dem Film mehr als eine Frau vor, und haben sie einen Namen?
Hier können praktisch alle Bondfilme punkten. Es gibt meistens zwei größere Rollen für Frauen. Und sie haben nicht nur Namen, sondern auch noch sehr ausgefallene, wie Pussy Galore oder Xenia Onatopp. Damit sind Bondfilme in diesem Punkt schon einmal wesentlich weniger sexistisch als beispielsweise Filme wie DAS BOOT oder TWELVE ANGRY MEN (Die 12 Geschworenen).
2. Sprechen die Frauen miteinander?
Da wird es schon schwieriger. Bei den meisten Bondfilmen, vor allem den älteren, fallen mir tatsächlich wenige Szenen ein, in denen Frauen miteinander sprechen. In GOLDFINGER unterhalten sich die Frauen von Pussys Flying Circus, in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE redet Irma Bunt mit den Patientinnen. Auch in OCTOPUSSY gibt es Frauengespräche.
Seit den Neunzigern gibt es dann in den meisten Filmen auch grundsätzliche Gespräche zwischen M und Moneypenny. In THE WORLD IS NOT ENOUGH auch zwischen Elektra King und M. Wobei man sich bei M streiten könnte, ob das als echter Name zählt.
Ein echter Filter ist dann
3. Reden die Frauen miteinander über etwas anderes als Männer?
Wenn die Bondgirls miteinander reden, dann tatsächlich meistens über James, und es fallen Sätze wie "Ich liebe James von ganzem Herzen". Auch Rosa Klebb und Tatiana unterhalten sich in FROM RUSSIA WITH LOVE eigentlich über Bond. Ausnahmen sind die bereits erwähnten Filme. Pussy Galore redet mit ihren Pilotinnen über die bevorstehende Narkotisierung von Fort Knox, Irma Bunt und die Piz-Girls reden über ihre Allergien, und Octopussy und Magda haben Schmuggel als Thema (beide werden sogar von Schwedinnen verkörpert, was die schwedischen Kinobesitzerinnen besonders freuen dürfte). In FOR YOUR EYES ONLY gibt es mehrere Gespräche zwischen Bibi und ihrer Trainerin über Sport und Sponsoring. Schlechter schneidet ausgerechnet ein Film wie THE LIVING DAYLIGHTS ab, in dem Bond sich auf eine einzige Frau konzentriert.
M und Moneypenny sprechen ab GOLDENEYE dann eigentlich auch nur über Bond. "Don't ask!" - Don't tell!" Mit Elektra redet M immerhin über die Vergangenheit. Erwähnen könnte man hier auch die Besprechung in SKYFALL, zwischen M und Clair Dowar.
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