Mittwoch, 18. September 2013

Produkttest: 007 QUANTUM

Im September letzen Jahres, zum 50. Jubiläum der britischen Kino-Ikone, erschien erstmalig der Duft James Bond 007. Im April 2013 folgte Ocean Royale, und jetzt Quantum. Zu dem Duft heißt es auf Douglas.de:



Quantum ist ein Duft für Adrenalin-Situationen, der Sie auch dann cool bleiben lässt, wenn es mal brenzlig wird. Die Komposition entfaltet ihre Wirkung in zwei Phasen. Der erste Akkord verströmt raue Männlichkeit. Klassisch maskuline und elegante Noten vermitteln beeindruckende Selbstsicherheit. Kräftige Wacholderbeeren, anregender Vesper-Martini, erfrischende Klänge von Bergamotte und energetisierende Zitrusnoten – eine Kombination, die Abenteuerlust weckt. Die tiefgründigen Hölzer des Akkords stehen für Geduld und Scharfsinn – Tugenden, für die James Bond berühmt ist. Der zweite Hauptakkord fesselt dank edler Leder- und Veilchenakkorde mit purer Gelassenheit.

Der Duft gefällt mir von den drei bisherigen bisher am besten. Er ist männlich und elegant, und eine Spur orientalisch. Zudem hält er lange an. Er erinnert mich an ein Parfüm, das ich vor Jahren sehr gern verwendet habe, und das es leider nicht mehr gibt. Daher werde ich ihn oft und gern benutzen. Da der Duft sehr angenehm und edel wirkt, ist er auch für feierliche Anlässe geeignet. Durch die leichte Hölzer- und Bergamotte-Note finde ich ihn vor allem für die kommenden dunkleren und kühleren Jahreszeiten passend. Auch in meiner Umgebung kommt der Duft sehr gut an.

Der Flakon ist wie auch der der Vorgänger sehr schön designt. Die Riffeloptik wirkt elegant, das in 50 Jahren gereifte 007-Logo sowieso, und der Drehverschluß ist ein nettes und passendes Gadget. Das dunkle Grau und Rot wirken edel und gesetzt, und passen zum Duft. Wie die Flakons des ersten 007-Duftes, der goldenen Limitied Edition und von Ocean Royale dürfte auch dieser seinen Platz in den Regalen von Bondfans finden. Hier ein Link zum Quantum Fragrance Launch im britischen Goodwood mit Stuntman Ben 'The Stig' Collins.

James Bond 007 Quantum ist als Eau de Toilette in den Mengen 30 ml, 50 ml und 75 ml erhältlich sowie als Deodorant Stift, After Shave Lotion, Duschgel und Deodorant Spray (75 ml und 150 ml).

The Official James Bond 007 Fragrance Website

Donnerstag, 5. September 2013

Burning down the House

White House Down
USA 2013
Regie: Roland Emmerich
Darsteller: Channing Tatum, Jamie Foxx, Maggie Gyllenhaal

WHITE HOUSE DOWN zählt in diesem Sommer zu den Blockbustern, die zumindest an den US-Kinokassen hinter den Erwartungen zurückblieben und einige Zeitungen veranlassten, von einem 'Summer of Doom' zu sprechen. (Siehe Beitrag etwas weiter unten: Zwischen Formelhaftigkeit und Reizüberflutung) Dabei bietet der Film geballte Action für die Jungs und für die Mädels Tänzer, Model und 'sexiest man alive' Channing Tatum im John-Mc-Clane-Gedächtnisfeinripp. Liegt es an einer allgemeinen Zerstörungsmüdigkeit, oder in diesem Fall doch eher am Film selbst?



Was dem Actionthriller einiges an Zuschauerzahlen abgegraben haben könnte, ist auch das Zwillingsfilm-Phänomen. Immer wieder kommen Autoren und Produzenten relativ zeitgleich auf sehr ähnliche Konzepte. Letztes Jahr duellierten sich die Schneewittchen (siehe hier), dieses Jahr ist das Weiße Haus Ziel von Terroreinheiten. Vor einigen Wochen startete auch OLYMPUS HAS FALLEN mit Gerard Butler und Rick Yune. Dort waren es Nordkoreaner (was Kim Jong-un in seinem Heimkino sicher geschmeichelt hat), hier sind es ein frustrierter Amerikaner und ein böser Deutscher. Ob das tatsächlich klug von den Machern ist, wie einige Kritiken dem Film attestierten, oder einfach nur pragmatisch, darüber kann man sicher streiten. So bleibt man korrekt und tut auf dem internationalen Markt niemandem weh, zumal die Terroristen hier noch klischeehaftere Pappenheimer sind als beispielsweise die in TRUE LIES.

Aber mit einer gewissen Portion Naivität und Patriotismus sollte man in einem derartigen Film wohl rechnen, und immerhin wird das Ganze auch mit einem Schuß Ironie und Humor präsentiert. Emmerichs US-Präsident ist hier ähnlich wie schon in INDEPENDENCE DAY eher eine Art Wunschbild, einer der tatkräftig anpackt - wenn es sein muss auch mal in Turnschuhen, dem 'Industriellen Komplex' die Stirn bieten kann und auch am Ende seiner Amtszeit noch einen Friedensnobelpreis wert ist. Die Anleihen an DIE HARD und diverse Buddiemovies werden dabei ironisch kommentiert. Amüsant sind auch die Seitenhiebe auf die Entwicklung der modernen Technik. So kommunizieren die Verschwörer beispielsweise mit Pagern von gaaanz früher. (Dass der Begriff Blog schon wieder veraltet sein soll wusste ich dagegen auch noch nicht. Wie nenn ich denn das Ding hier jetzt?)

Mit Channing Tatum hat Emmerich ähnlich wie 1996 mit Will Smith einen aufstrebenden Star gefunden. Wie fast alle Emmerich-Helden ist er ein Vater, der um die Anerkennung seiner Kinder kämpft. In der Rolle der Tochter glänzt die 14jährige Joey King, die ihre Sache wirklich gut macht. Durch ihren Charakter, der manchmal an eine reale Lisa Simpson erinnert, vermittelt Emmerich dem Zuschauer nebenbei ein paar Fakten zum Weißen Haus. Jamie Foxx, den zuletzt Quentin Tarantino als Django von der Kette ließ, gibt einen menschlich glaubwürdigen Präsidenten. Maggie Gyllenhaal und James Woods runden das Ensemble ab.

Und so ist WHITE HOUSE DOWN unter dem Strich handwerklich überzeugendes und durchaus Spaß machendes Actionkino, dem man einen gewissen Erfolg schon gönnt. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr. Nach ANONYMOUS, der mir persönlich ausgesprochen gut gefallen hat, entwickelt sich Emmerich hier in keine Richtung wirklich weiter.

Offizielle Webseite zum Film

Dienstag, 3. September 2013

Vater von 'Little Nellie' verstorben

Der Erfinder und Pilot des berühmten Gyrokopters aus YOU ONLY LIVE TWICE, Commander Ken Wallis ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Wallis, ein ehemaliger Pilot der Royal Air Force, konstruierte und flog mehrere sogenannte Tragschrauber. Einen davon, den Wallis WA-116 Agile, flog er für Aufnahmen im fünften james-Bond-Film selbst. Hier ein Bericht über ihn sowie ein Interview über seine Mitarbeit bei Bond.

007 XXS kehrt zurück

007 XXS 50 Jahre Liebesgrüße aus Moskau von Danny Morgenstern (From Russia With Love) Nach dem Band 007 XXS - 50 Jahre James Bond jagt Dr. No erscheint dieses Jahr zum 50. Jubiläum von FROM RUSSIA WITH LOVE der zweite Band 007 XXS: 50 Jahre James Bond "Liebesgrüße aus Moskau". Erscheinungstermin ist der 10. Oktober. Am Samstag, dem 12. Oktober, findet im C1 Cinema in Braunschweig zudem eine Wiederaufführung des Films Liebesgrüße aus Moskau statt, mit Party und einer Einführung von Autor Danny Morgenstern. Stargast des Abends ist Nikki van der Zyl, die einige Bondgirls synchronisierte und Sprachtrainerin unter anderem für Gert Fröbe war.

Karten können unter der Homepage des C1 Cinemas oder in der Tanzschule Hoffmann in Braunschweig erworben werden.

Dienstag, 27. August 2013

Erste Details zu SOLO

Cover: James Bond SOLO, von William Boyd, ein 007 Roman
Deutsches Cover (amazon)
US-Verleger HarperCollins und die Seite The Book Bond haben eine erste detailiertere Handlungsangabe zum neuen James-Bond-Roman SOLO von William Boyd veröffentlicht, der in Deutschland am 1. Oktober im Berlin Verlag erscheint:











Es ist 1969 und James Bond 007 hat gerade seinen 45. Geburtstag gefeiert, als er ins Hauptquartier gerufen wird und einen ungewöhnlichen Auftrag erhält. In Zanzarim, einer westafrikanischen Nation, wütet ein erbitterter Bürgerkrieg, und M erteilt Bond den Auftrag, gegen die Rebellen vorzugehen, die das bestehende Regime bedrohen.

Kaum in Afrika angekommen begibt sich Bond auf die fieberhafte Suche nach den Drahtziehern hinter diesem brutalen Krieg - wobei er schnell feststellt, dass die Situation alles andere als überschaubar ist. Schritt für Schritt kommt Bond hinter die wahre Ursache für die Gewalt in Zanzarim und stößt auf eine Verschwörung, die jede Vorstellung übertrifft.

Mit einem Handlungsbogen von den Rebellen-Schlachtfeldern in Westafrika zu den geschlossenen Türen der Geheimdienstzentralen in London und Washington ist SOLO ein fesselnder Thriller mit packender Handlung, denkwürdigen Charakteren und atemberaubenden Wendungen genauso wie eine meisterhafte Studie über Macht und ihren Gebrauch - eine brillante Bereicherung des James-Bond-Kanons.

Das Original gibt es hier. Offenbar ist die Handlung diesmal etwas politischer und gesellschaftskritischer als man von Bondromanen gewohnt ist. Ich bin gespannt!

Montag, 26. August 2013

Zwischen Formelhaftigkeit und Reizüberflutung

Hollywood, Los AngelesNachdem in diesem Jahr einige Blockbuster floppten, die als relativ sichere Bank galten - darunter WHITE HOUSE DOWN, PACIFIC RIM und THE LONE RANGER - gibt es zunehmend Diskussionen darüber, was im aktuellen Sommer-Popcorn-Kino falsch läuft. (Siehe unter anderem SZ oder Zeit) Wenn selbst Steven Spielberg und George Lucas, die den Blockbuster in den Siebzigern aus der Taufe hoben, derzeitige Big-Budget-Produktionen kritisieren, muss wohl tatsächlich einiges schieflaufen. Stehen die Filmdinosaurier kurz davor, aufgrund ihrer übersteigerten Größe zu sterben?


Montag, 19. August 2013

Operation 'Bentley' beginnt!

Bentley Blower, James Bond 007 carHeute kam ein bei Amazon bestelltes Modell des Bentley 4½ Litre Supercharged „Blower“. Das ist das erste Auto, das James Bond in den Romanen fährt. Bond kaufte den schlachtschiffgrauen Wagen 1932 und lagerte ihn während des zweiten Weltkriegs ein. In Casino Royale wird er während einer Verfolgungsjagd schwer beschädigt, und in Moonraker dann vollends zerstört. In den Filmen sieht man den Wagen während Bonds Picknick mit Silvia Trench in FROM RUSSIA WITH LOVE sowie kurz in NEVER SAY NEVER AGAIN. In den kommenden Wochen werde ich über die Bauarbeiten berichten.

Freitag, 16. August 2013

Der weltbekannte Geheimagent

Oft wird festgestellt, dass James Bond insofern ein Paradoxon sei, dass er auf der einen Seite ein Geheimagent ist, für den eine gewisse Anonymität lebenswichtig ist, er aber auf der anderen Seite offenbar von jedermann und überall erkannt wird. So sagt Roger Moore des öfteren in Interviews: "Well, I mean, this is a man who is supposed to be a spy. And yet he turns up in bars and hotels around the world, and everyone says, 'Ah, Mr Bond, we've been expecting you.'" [...] "Everybody knows who he is and what he wants to drink."* Auch im "Honest Trailer" von SKYFALL wird der Punkt angesprochen. Aber ist dem wirklich so? Ist Bond als Geheimagent tatsächlich bekannt wie ein bunter Hund?



Im ersten James-Bond-Film DOCTOR NO ist Bond bei der Gegenseite noch unbekannt, insofern ist der Film in diesem Punkt realistisch. Er wird auch von niemandem erkannt, mit Ausnahme vielleicht von Felix Leiter, seinem CIA-Kollegen. Im Nachfolger FROM RUSSIA WITH LOVE ist Bond dagegen aufgrund seiner Aktivitäten gegen Dr. No bei S.P.E.C.T.R.E. schon bestens bekannt, und man setzt alle Hebel in Bewegung, um ihn zu beseitigen, was innerhalb der Filmwelt realistisch ist.

Im Kampf gegen GOLDFINGER startet Bond dann wieder bei null, und muss Goldfinger mit Namen vorgestellt werden. Hier erkennt ihn außer seinem Freund Felix niemand auf Anhieb. In THUNDERBALL hat Bond dann wieder mit S.P.E.C.T.R.E. zu tun, denen er natürlich mittlerweile ein Begriff ist. So ist es auch nicht unrealistisch, dass Badgirl Fiona Volpe sich über Bonds umwerfende Wirkung auf Frauen auslässt. Nachdem er drei von S.P.E.C.T.R.E.s groß angelegten Verbrechen vereitelte, wird am Anfang von YOU ONLY LIVE TWICE Bonds Tod vorgetäuscht, um wieder unerkannt operieren zu können. Trotzdem hätten ihn Helga Brandt un Mr Osato erkennen können. Hier haben wir sogar den umgekehrten Fall, dass der Gegner Bond eigentlich kennen sollte, aber seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.

Dasselbe in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE. Nachdem sich Bond und Blofeld im vorigen Film Auge in Auge gegenüberstanden, müsste Blofeld ihn hier eigentlich erkennen, tut es jedoch nicht. Auch hier haben wir eher den entgegengesetzten Fall des eingangs genannten Klischees.

In DIAMONDS ARE FOREVER gibt es dann eine von sehr wenigen Szenen, die das Klischee vermutlich begründet haben. Ein wieder wie Sean Connery aussehender Bond tauscht mit dem Diamantenschmuggler Peter Franks die Identität. Nachdem Franks jedoch aus dem Gewahrsam entkommen konnte, kommt es zum Kampf zwischen beiden vor der Wohnung des Schmugglergirls Tiffany Case. Bond steckt unauffällig seine Playboy-Mitgliedskarte in die Tasche des toten Franks. Tiffany findet sie und ruft: "Sie haben James Bond umgebracht!" Mal ganz abgesehen davon, dass das ein ironischer Gag in einem sehr ironischen Film ist, ist auch Tiffany Teil einer S.P.E.C.T.R.E.-Operation, und es könnte gut sein, dass Bond bereits in diversen Unterweltkreisen bekannt ist.

Von LIVE AND LET DIE an hat James Bond nun wieder mit Gangstern zu tun, mit denen er zuvor noch nie aneinandergeraten war, und die seinen Namen meistens zum ersten Mal hören. Mit Ausnahme von Beißer, der Bond allerdings eh nie formal begrüßt, Alec Trevelyan und General Ourumov in GOLDENEYE sowie Colonel Moon aka Gustav Graves in DIE ANOTHER DAY. In THE MAN WITH THE GOLDEN GUN kennen ebenfalls die meisten handelnden Personen Bond bereits, wobei Scaramanga und der Waffenhersteller Lazar sich berufsbedingt sehr gut im Bereich der Profi-Scharfschützen und Killer auskennen. Christopher Lee hat die Rolle zudem als ehemaligen Abwehr-Offizier angelegt.

Dass Bond beim KGB bestens bekannt ist, inklusive Details wie Trinkgewohnheiten, dürfte auch nicht verwundern. So kennt Major Anya Amasova Bonds Lieblingsdrink in THE SPY WHO LOVED ME (er allerdings auch ihren). Auch Georgi Koskov kennt Bond als besten Scharfschützen des MI6 in THE LIVING DAYLIGHTS, ebenso Valentin Zukovski in GOLDENEYE. Der letzte Gegenspieler, der bereits das meiste über Bond zu wissen scheint, ist Raoul Silva in SKYFALL, was aber durch dessen Identität als ehemaliger Agent und Hacker plausibel ist.

Und dann gibt es natürlich noch diverse Rezeptionisten oder Kellner in Restaurants und Hotels auf der ganzen Welt. Beispielsweise in Wien in THE LIVING DAYLIGHTS oder in Hongkong in DIE ANOTHER DAY. In letzterem wird Bond sogar mit Vollbart und im Pyjama erkannt. Aber die wenigsten von ihnen wissen wohl, dass Bond ein Geheimagent ist. James Bond ist auch nicht gerade ein seltener Name. Wer es wirklich auf Bond abgesehen hat, wird wohl eher nicht auf die Hilfe eines Concierge angewiesen sein.

Unter dem Strich bleibt nur die Szene mit Tiffany Case in DIAMONDS ARE FOREVER, in der Bond bekannter zu sein scheint, als es sein Beruf eigentlich zulassen sollte. Zum größten Teil stimmt das Klischee also nicht.

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* Siehe beispielsweise hier

Montag, 12. August 2013

Morgengrauen des Atomzeitalters

James Bond - Moonraker, Ian Fleming

James Bond 007 Moonraker, Ian Fleming, CoverMontage sind die Hölle für James Bond. Wenigstens in diesem Punkt ergeht es dem Doppelnull-Agenten wie den meisten von uns. Morgens durch das graue nebelige London ins Büro, nach einem Wochenende mit zuviel Alkohol und Zigaretten. Schießübungen mit dem Waffenmeister. Mittags Lunch in der MI6-Kantine. Dann die übliche Memos, Fluchtwege aus Ost-Berlin, die neuesten KGB-Waffen, etc. pp. Am Nachmittag ein bisschen herumtippen am eigenen Agentenratgeber. Und dann endlich das Klingeln des roten Telefons, der Ruf der weiten und gefährlichen Welt außerhalb des tristen London!



Dienstag, 30. Juli 2013

Skyfall & The Living Daylights

Zur Zeit lese ich The Making of The Living Daylights von Charles Helfenstein, ein phantastisches Buch über einen phantastischen Bondfilm. Hochinteressant ist vor allem die frühe Planungsphase des Jubiläumsfilms, die im Herbst 1985 begann. Der langjährige Bonddrehbuchautor Richard Maibaum schrieb zusammen mit Michael G. Wilson eine Origin-Story, die schildert wie Bond zum Doppelnull-Agenten wurde. (Und das mehr als ein Jahrzehnt vor der Prequelmanie in Hollywood, und sogar noch vor einem jugendlichen Indiana Jones!) Doch Cubby Broccoli war dagegen und meinte, das Publikum wollte Bond als Profi sehen, nicht als Amateur. Maibaum und Wilson waren ihrer Zeit über 20 Jahre voraus. Erst lange nach Cubbys Tod wagten die Produzenten, Bonds Anfänge als Agenten zu zeigen. Aber auch SKYFALL hat einige erstaunliche Parallelen zu dem ersten Treatment von THE LIVING DAYLIGHTS.


Samstag, 27. Juli 2013

SOLO Cover Fan-Art

Am 26. September erscheint der neue James-Bond-Roman SOLO von William Boyd in Großbritannien (zum offiziellen Event siehe hier). Ein offizielles Cover gibt es noch nicht, man kann als Fan also seiner Phantasie noch freien Lauf lassen. :) Hier also mein Entwurf:


Fan art book cover for William Boyd's 'James Bond 007 - SOLO'


 
Fan Cover Art concept for William Boyd's 'James Bond 007 - SOLO'Hier noch ein früherer Entwurf. Nach dem, was man bereits über die Handlung weiß, löst ein Vorfall in Afrika Bonds unautorisierte Solo-Mission aus. Das soll hier durch die afrika-förmige Blutlache zum Ausdruck kommen. Ursprünglich sollten sich die Os und das L als 007 im Blut spiegeln, was sich jedoch grafisch nicht befriedigend lösen ließ.


Sonntag, 14. Juli 2013

Unter portugiesischer Sonne

Casino Estoril, Ian FlemingGroße Teile des 1969er Bondfilms ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE wurden in Portugal gedreht - darunter die Vortitelsequenz, das Zusammentreffen mit dem Verbündeten Draco sowie Bonds Hochzeit am Ende. Als erstes sieht man Bond in einem kleinen Küstenort mit seinem Aston Martin losfahren. Diese Szene entstand in Cascais, etwa 25 km westlich von Lissabon.Von hier steuert Bond seinen Wagen die Rua do Cabo entlang in Richtung Guincho Beach, während ihn Tracy's Mercury Cougar überholt.


Donnerstag, 11. Juli 2013

Regisseur und Starttermin offiziell bestätigt

Laut einer Pressemitteilung auf der offiziellen Seite 007.com wird Bond 24 am 23. Oktober 2015 in die britischen Kinos kommen, und am 6. November in US-Kinos. Sam Mendes übernimmt noch einmal die Regie und wird das von John Logan verfasste Drehbuch umsetzten. Die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson sagen dazu: "Nach dem außergewöhnlichen Erfolg von SKYFALL sind wir begeistert, wieder mit Daniel Craig, Sam Mendes und John Logan zu arbeiten." Mendes: "Ich bin sehr froh, dass mir die Produzenten Zeit für all meine Theaterverpflichtungen gaben, und es mir so ermöglichten, Bond 24 zu inszenieren. Ich freue mich sehr darauf, die Zügel wieder in die Hand zu nehmen und noch einmal mit Daniel Craig, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli zu arbeiten." Amy Pascal und Gary Barber von Sony: "EON, John Logan und Sam Mendes erschienen mit einem außergewöhnlichen Nachfolger für SKYFALL, und wir können es zusammen mit unseren Partnern bei MGM kaum erwarten, dieses neue Kapitel mit dem Publikum auf der ganzen Welt zu teilen."


(Kleines Nerd-Detail am Rande: Der Starttermin am 23. Oktober 2015 ist genau zwei Tage nach Martys Erscheinen in der Zukunft in BACK TO THE FUTURE II. Wir sollten also holografische Werbeanzeigen erwarten. :)

Montag, 8. Juli 2013

Deutsche Stimme von M verstorben

Die Schauspielerin und Synchronsprecherin Gisela Fritsch, die in insgesamt sieben James-Bond-Filmen Dame Judi Dench als Bonds Chefin M ihre Stimme lieh, ist bereits am vergangenen Mittwoch verstorben. Neben Dench sprach sie auch Ellen Burstyn, Susan Sarandon, Vanessa Redgrave oder Catherine Deneuve. 2006 erhielt sie den Deutschen Preis für Synchron für ihre Synchronarbeit im Film SPANGLISH.

Sonntag, 7. Juli 2013

Bondfilme im Kino

In den kommenden Wochen und Monaten werden in verschiedenen Kinos in Deutschland ältere Bondfilme zu sehen sein. Hier eine Übersicht der Orte und Termine:



19. Juli - Hamburg, RIALTO Lichtspiele

21:30 Uhr Vortrag von Danny Morgenstern (Autor von James Bond XXL)
21:45 Uhr DR. NO
23:30 Uhr EVERYTHING OR NOTHING - THE UNTOLD STORY OF 007 (OV)

(Die Dokumentation EVERYTHING OR NOTHING ist erstmals in einem deutschen Kino zu sehen)

20. Juli - Hamburg, RIALTO Lichtspiele

18:00 Uhr Vortrag von Danny Morgenstern
18:30 Uhr CASINO ROYALE
21:00 Uhr QUANTUM OF SOLACE
23:00 Uhr SKYFALL

7. August - Cineplex Pforzheim (im Zuge der Ausstellung in den Schmuckwelten Pforzheim)

20:15 Uhr OCTOPUSSY

7. September - Cineplex Pforzheim

20:15 Uhr GOLDENEYE


Zudem zeigen einige Open-Air-Kinos den jüngsten Bondfilm SKYFALL, darunter das Kino im Park Dortmund, am 8. August beim Seh-Fest Hannover, am 12. August im Open Air Kino Aachen sowie am 9. August im Freiluftkino Berlin-Friedrichshain.

Freitag, 5. Juli 2013

Roger, übernehmen Sie!

Vor 40 Jahren feierte der achte James-Bond-Film LIVE AND LET DIE offiziell Premiere am Londoner Odeon am Leicester Square, nachdem er in den Staaten bereits eine Woche zuvor angelaufen war. Roger Moore hatte zuvor sehr erfolgreich in einigen Fernsehserien mitgewirkt, aber der Sprung vom Fernsehen ins Kino war zu jener Zeit nicht selbstverständlich und gelang weniger Schauspielern als umgekehrt. Zudem fehlten viele Elemente, die Bond berühmt gemacht hatten – vom Smoking und Wodka Martini über Q und weltbedrohende Superschurken bis zur Musik von John Barry. Dazu kam auch noch, dass praktisch alle Schurken des Films Schwarze waren. Wie um Himmels willen sollte das gut gehen?


Montag, 1. Juli 2013

Erster Teaser Trailer zu 'Fleming'

BBC und Sky Atlantic haben den ersten Teaser sowie einige Bilder zu ihrer Miniserie über den James-Bond-Erfinder 'Fleming' veröffentlicht. Neben Dominic Cooper (THE DEVIL'S DOUBLE, MY WEEK WITH MARILYN) als Ian Fleming spielen Lara Pulver (SHERLOCK) als Flemings Freundin Anne, Annabelle Wallis, Lesley Manville, Anna Chancellor, Samuel West and Rupert Evans. Die Miniserie spielt im Nachkriegs-London und startet noch dieses Jahr. Noch mehr Bilder gibt es auf Daily Mail online.

Samstag, 29. Juni 2013

Das Theater um Mendes

Sam oder nicht Sam - Das ist die Frage. Im Zuge der Premiere der von ihm inszenierten Mucical-Version von Charlie and the Chocolat Factory sagte Sam Mendes in verschiedenen Interviews, dass er die Entscheidung für oder gegen einen weiteren Bondfilm noch nicht getroffen habe. Vor fast genau einem Monat berichteten zahlreiche Seiten noch, dass Mendes wahrscheinlich sogar für zwei weitere Bondfilme zurückkehren wird, während Mendes im März sagte, dass ihn die Aussicht auf weitere Bondfilme 'physically ill' mache. (Siehe Bericht hier) Mendes befinde sich bezüglich des 'B-Worts' noch in Verhandlungen, wolle sich aber erst entscheiden, wenn er seine Theaterverpflichtungen abgeschlossen habe.



Charlie and the Chocolat Factory, basierend auf dem Kinderbuch von Roald Dahl, der auch das Drehbuch zu YOU ONLY LIVE TWICE schrieb, soll bis 31. Mai 2014 laufen, womit sich Mendes' Entscheidung noch etwas hinziehen könnte. In früheren Interviews bezog sich Mendes außerdem auf seine Regie für King Lear, der im Januar 2014 starten soll. Meiner Meinung nach tun sich beide Seiten mit dieser Informationspolitik keinen Gefallen. Von einem Erfolgsregisseur sollte man die Fähigkeit erwarten, innerhalb eines vertretbaren Zeitfensters eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen zu können. Am Set eines millionenschweren Films sind derartige Entscheidungen ja tagtäglich gefragt. Mendes dagegen hält die Produzenten über Monate hinweg öffentlich hin, mit Aussagen à la "Beim Gedanken an einen weiteren Bondfilm wird mir schlecht", dann "Vielleicht überleg ich mir's ja doch noch", dann "Mal schauen, aber ich mach erst mal mein Theater". Die Produzenten machen die Produktion eines von Millionen Fans erwarteten Multimillionen-Dollar-Spektakels damit von einer einzelnen Person abhängig. Immerhin könnte sich Mendes ja schließlich doch noch gegen einen weiteren 007-Film entscheiden, womit die Suche nach einem Regisseur erneut anfangen würde. Ob der große Erfolg von SKYFALL, der zu einem gewissen Prozentsatz sicher auch auf die Berichterstattung um das 50jährige Jubiläum zurückzuführen ist, das wirklich rechtfertigt?

Montag, 24. Juni 2013

7 Dinge, die Daniel Craig als Bond noch tun muss

Es gibt Dinge, die ein Bond tun muss. Einiges davon hat Craigs Bond schon erledigt, oder sogar auf kreative Weise neu definiert - sich mit "Bond, James Bond" vorstellen, gegen einen Schurken im Casino antreten, eine Autojagd mit dem Aston Martin oder der Flirt mit Moneypenny. Bei manchen stimmt nur die Reihenfolge noch nicht ganz, aber es gibt auch Dinge, die Craigs Bond noch tun muss, um sich in die Riege der klassischen Bonds einzureihen.







007  In seiner Wohnung oder Büro agieren

Nur zweimal sah man Bond bisher in seinem Londoner Domizil - Sean Connery und Roger Moore in ihrem jeweils ersten Bondfilm. Beide Male war es sehr hilfreich, um den jeweiligen Bondtyp zu definieren. Craigs Bond besuchte in SKYFALL immerhin sein Elternhaus, und man sah auch erstmalig seine Garage. Nachdem im letzten Film seine Wohnung samt Mobilar verkauft wurde, wäre jetzt eine gute Möglichkeit, seine neue Wohnung zu zeigen. Da er als Jetsetter sicher wenig Zeit für eine komplette Neueinrichtung hat, könnte man praktischerweise auch seine Haushälterin aus den Romanen einführen - die "schottische Perle" May. Ebenso interessant wie seine Wohnung ist auch sein Büro, das man nur in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE sowie als digitale Version in DIE ANOTHER DAY sah.

006  Navy-Uniform anhaben

James Bond bekleidet den Rang eines Royal Naval Reserve Commander, CMG. In bisher nur drei Filmen sah man 007 in der entsprechenden Uniform: YOU ONLY LIVE TWICE, THE SPY WHO LOVED ME und TOMORROW NEVER DIES (Interessanterweise alles Filme, deren Erschungsjahr auf 7 endet). Es ist zwar kein klassisches Element, aber es erdet die Figur nach all ihren Eskapaden immer ein bisschen. Craig in Uniform hätte was. Außerdem hätte Bond dann endlich mal wieder die Möglichkeit, eine Kopfbedeckung an einen Garderobenhaken zu werfen. (mehr zur Uniform hier)

005  Ski fahren

Die ultimativen Skiszenen enthält zwar bereits ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE, aber seitdem gab es in Bondfilmen immer wieder atemberaubende Schnee-Action. Nach George Lazenby durfte Roger Moore in drei Filmen skifahren und sogar snowboarden, Pierce Brosnan dann in THE WORLD IS NOT ENOUGH. Toll wäre natürlich noch einmal eine Mitwirkung von Willy Bogner.

004  Tauchen

Ähnlich wie bei den Skijagden wurden Unterwasserszenen bereits mit THUNDERBALL definiert. Aber zu Bonds Charakter gehört eine gewisse maritime Affinität. Fleming ließ Bond immer wieder ausgedehnte und gefährliche Tauchgänge unternehmen, wie beispielsweise in Leben und sterben lassen. Zudem wäre es auch wieder eine Möglichkeit, den Ladies Craigs muskulösen Körper zu zeigen.

003  Eine Gadget-Armbanduhr benutzten

Mittlerweile scheint das Handy die Armbanduhr als Universalgadget abgelöst zu haben. Trotzdem sind gut ausgestattete Uhren für mich ein Bestandteil der Gesamtfaszination von Bond, und letztlich ja irgendwo auch männlicher und stilvoller als Handys. Und es muss ja auch nicht gleich ein Laser oder eine Minibombe sein, vielleicht etwas dezentes.

002  Den Film mit der Leading Lady im Arm beenden

Die finale Szene mit dem Bondgirl nach der Explosion des Schurkenverstecks, die Abblende mit dem hingehauchten "Oh, James!", ist eines der Bondklischees überhaupt. Spätestens in THE WORLD IS NOT ENOUGH wirkte das irgendwie erzwungen, und man hat das in den Craig-Filmen bisher sicher absichtlich vermieden. Nachdem die Schlusszenen der letzten drei Filme jeweils feierlich betonten, dass Bond nun endlich der Alte ist, wäre es aber auch mal an der Zeit, das einfach zu zeigen. Wie sang schon Tom Jones: "It's not unusual to have fun with anyone".

001  Einen Countdown stoppen / Die Welt retten

Wie der Punkt davor ist das wohl eins dieser Klischees, die Mike Myers und andere dankbar auf's Korn nahmen. Die wahre Meisterschaft eines Autors zeigt sich meiner Meinung nach allerdings nicht darin, solche zum Klischee gewordenen Genre-Konventionen einfach wegzulassen, sondern sie auf kreative Weise zu variieren und mit neuer Bedeutung aufzuladen - Gib dem Publikum, was es will, aber nicht so, wie es will. In Bezug auf den Final Countdown und/oder ein globales Bedrohungsszenario wären die Autoren hier gefordert. Aber auch hier wäre es auf jeden Fall schön, Bond nach einer ausführlichen Neudefinitionsphase auch endlich in klassischen Gefilden ankommen zu sehen.

Freitag, 21. Juni 2013

Der "inoffizielle" Schurke

Der heute vor 70 Jahren im österreichischen Bad Aussee geborene Klaus Maria Brandauer reihte sich 1983 in die Reihe charismatischer deutschsprachiger Bondgegenspieler ein - neben Lotte Lenya, Gert Fröbe und Curd Jürgens. Irvin Kershner, Regisseur des Remakes NEVER SAY NEVER AGAIN, wollte die Rolle des Schurken Largo realistischer und moderner anlegen, ohne Augenklappen und Narben. Sean Connery persönlich überredete Brandauer am Telefon zu der Rolle mit der Aussicht auf "a lot of money and a lot of fun". Doch gerade dieser Spaß sollte während der problematischen Produktion des Konkurrenzbond größtenteils fehlen.


Der Schauspieler und Regisseur am Wiener Burgtheater debütierte 1972 mit dem Streifen THE SALZBURG CONNECTION, bereits ein - wenn auch bescheidener - Agententhriller. Nach einigen Fernsehrollen folgte 1981 schließlich der filmische Durchbruch mit der Klaus-Mann-Verfilmung MEPHISTO. Brandauers leidenschaftliche Spiel und Intensität begeisterten Kritiker, er wurde als einer der größten lebenden Schauspieler Europas gehandelt. Sean Connery wurde auf den Österreicher aufmerksam und überredete ihn zur Mitarbeit an dem von Produzent Kevin McClory von langer Hand vorbereiteten Remake des 1964er Bondfilms THUNDERBALL.

Der eindeutig von Mafiabossen inspirierte Emilio Largo ist im Roman einer der wenigen Gegenspieler, die körperlich normal und sogar attraktiv sind. Laut Flemings Beschreibung könnte er ein römischer Centurio sein. In der ersten Verfilmung, bei der sich McClory den Produzentenjob mit Broccoli und Saltzman teilte, gab man ihm dann doch einen Makel in Form einer Augenklappe. Der Sizilianer Adolfo Celi spielte Largo dann auch eher als den gesetzten älteren Herren, der als Gegenspielertyp in der Sechzigern vorherrschte.

Kershner und Connery wollten den Maximilian Largo in der Neuverfilmung bewusst anders anlegen. Kershner sah ihn eher als machthungrigen Geschäftsmann: "I wanted the antagonist to be contemporary, and a contemporary antagonist to me was a greedy businessman. The corporations have gotten away with murder and they're changing our world. [...] He should also be a believable, powerful antagonist who could be said to be insane, but is not. If he's insane then he can make no choices. I wanted someone who could make choices, and his choice was power."* (Dieser Ausspruch hätte genausogut von Mark Forster für den Charakter des Dominic Greene stammen können...)

Obwohl Kershner Brandauers Arbeit und seine Balance zwischen Wahnsinn und Cleverness lobte, gestaltete sich die Zusammenarbeit nicht einfach, vor allem aufgrund des unausgereiften Drehbuchs und der ständigen rechtlichen Interventionen durch Eon: "But I had problems directing [Brandauer] because he was always testing the director. He's a very bright man. And he was constantly putting me through the hoop, and I'd have to jump." Autor Dick Clement, der zeitweise an einer Überarbeitung des Drehbuches mitwirkte, erinnerte sich, dass sich beispielsweise Szenen zwischen Largo und der von Kim Basinger gespielten Domino ewig hinzogen: "They were really ponderous scenes. It was as if the actors didn't trust the script at that point, with some reason." Laut Clement wirkte sich das dürftige Drehbuch negativ auf die Schauspieler aus: "Brandauer, who can be a very fine actor, was doing the sort of things that actors do when they don't trust the text; in other words falling back on every trick that they've ever done."*

Nichtsdestotrotz erwies sich Brandauers Largo als einer der wenigen Aspekte des Films, die von Kritikern einhellig gelobt wurden. Das People Magazin schrieb beispielsweise: "It's the kind of performance that should be shown in acting classes - understated, tense and full of intelligence. He becomes one of the screens most convincing psychotics." Seine Art der Darstellung sollte sich auf die "offizielle" Bondreihe auswirken. (Zu den Auswirkungen von NEVER SAY NEVER AGAIN auf die Eon-Reihe, speziell des Gegenspielers, möchte ich noch in einem gesonderten Beitrag eingehen) Der Film bedeutete auch den endgültigen Durchbruch für Klaus Maria Brandauer, der 1990 in THE RUSSIA HOUSE auch noch einmal mit Connery zusammenarbeitete. Er erhielt mehr amerikanische Kritikerpreise als jeder andere deutschsprachige Filmschauspieler.


Bond & Beyond gratuliert mit einem abgewandelten Largo-Zitat: Sie waren ein fabelhafter Gegenspieler! Hier noch ein Überblick über Fernsehsendungen anlässlich des Geburtstages von Klaus Maria Brandauer in den nächsten Tagen:

Sonntag, 23. Juni
3sat, 11:55: "Ich bin's am Ende immer selbst"

BR-aplha, 23:35: "Heut abend: Klaus Maria Brandauer"
Zu Gast bei Joachim Fuchsberger

Montag, 24. Juni
MDR, 22:50: "Mephisto"

Dienstag, 25. Juni
3sat, 20:15: "Die Auslöschung"
Nikolaus Leytners Alzheimer-Drama "Die Auslöschung" ist die Geschichte einer großen Liebe, die auf den Prüfstand kommt, als beim Mann eine schwere Demenzkrankheit diagnostiziert wird. In den Hauptrollen Klaus Maria Brandauer und Martina Gedeck.

Sonnabend, 29. Juni
BR-alpha, 19:30: Klaus Maria Brandauer - Der Spieler

Hier auch noch ein Überblick über Sendungen im österreichischen Fernsehen.


* alle Zitate aus The Battle for Bond, Robert Sellers, 2008, Tomahawk Press

Montag, 17. Juni 2013

Biographisches Ranking der Bondfilme

Hier mal eine Aufstellung der Bondfilme nach dem Alter des jeweiligen Hauptdarstellers, zusammen mit den Originalromanen. Auffällig ist, dass die meisten Filme im Alterszeitraum 40 bis 50 entstanden sind, während der Buchbond in seinen Dreißigern am aktivsten war.






Die Altersangaben für die Bücher habe ich der Chronologie von John Griswold entnommen, mit dem Geburtsjahr 1920 aus John Pearsons Biographie. Im Roman Moonraker ist zu lesen, dass Bond noch acht Jahre hat, bis er 45 ist. Das würde heißen, dass er 1953 37 war (und immerhin schon der Dienstälteste der Doppelnull-Abteilung). Allerdings schrieb Fleming im Nachruf auf Bond im Roman You Only Live Twice, dass Bond schon einmal sein eigenes Alter nach oben korrigiert hatte.

Interessanterweise erwähnt Fleming in Moonraker auch, dass einem Agenten mit 45 automatisch der Doppelnull-Status entzogen und ihm ein Schreibtischjob zugewiesen wird. Dem Filmbond wird mit 45 auch die Lizenz entzogen, allerdings wegen einer privaten Vendetta. Rein alterstechnisch realistisch ist wohl auch das Szenario um einen beruflich nicht mehr ganz geeigneten Bond in SKYFALL. Für Roger Moore ging die Agentenkarriere mit 46 aber gerade erst los.

Für den originalen Romanbond war mit 44 tatsächlich Schluß. In Colonel Sun war er noch 45, in Christopher Woods Romanen zu THE SPY WHO LOVED ME und MOONRAKER 57 und 59. Die Romane John Gardners waren dann jenseits von Gut und Böse, mit einem Bond in den Sechzigern. Roger Moore dürfte mit A VIEW TO A KILL wohl die rote Laterne auf absehbare Zeit behalten. Selbst David Niven war als Sir Bond im Ruhestand in CASINO ROYALE von 1967 ein Jahr jünger.

Falls Bond 24 2015 erscheinen sollte, wäre Craig immer noch im selben Alter wie Moore in seinem zweiten Film. Rein statistisch läge er also noch locker im Mittelfeld.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Der Fluch der bösen Tat

The Place Beyond The Pines
USA 2012
Regie: Derek Cianfrence
Darsteller: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes

Wer hat sich nicht irgendwann mal gefragt, wie stark man nach seinen Eltern, speziell seinem Vater, kommt? Ob man letztendlich dazu verdammt ist, dessen Fehler, wie offensichtlich sie einem auch erscheinen mögen und wie sehr man sie vermeiden wollte, im eigenen Leben zu wiederholen? Derek Cianfrence' Film THE PLACE BEYOND THE PINES geht diesen zutiefst menschlichen Fragen anhand zweier eher unterschiedlicher Männer nach, dargestellt von Ryan Gosling und Bradley Cooper.


Gosling spielt den zwischen Sehnsucht und Aggression schwankenden Motorradstuntfahrer Luke, der seinen Lebensunterhalt auf einem herumziehenden Jahrmarkt verdient. Nachdem er erfahren hat, dass der Sohn seiner früheren Geliebten Romina (Eva Mendes) von ihm ist, will er das rastlose Leben aufgeben und für seine Familie da sein. Vor allem auch, weil er in seiner eigenen Kindheit erfuhr, wie es ist ohne den Vater aufzuwachsen. Doch die Gelegenheitsjobs werfen natürlich nicht genug ab, um eine ernsthafte Konkurrenz für Rominas neuen Partner zu sein. Und so entschließt er sich eines Tages, sein Talent als Stuntfahrer für Banküberfälle zu nutzen. Eine Entscheidung, die gravierende Folgen für sein Leben und das anderer haben wird.

Dem gegenüber steht der junge Streifenpolizist Avery Cross (Bradley Cooper), der ebenfalls sozusagen vom Bösen in Versuchung geführt wird, auf den ersten Blick aber bessere Entscheidungen trifft als Luke. Bradley Cooper wirkt hier ungewohnt seriös und ernst. Neben Gosling und Cooper beeindrucken auch Eva Mendes, Rose Byrne (die übrigens für die Rolle der Vesper in CASINO ROYALE in der engeren Wahl war, um mal den obligatorischen Bogen zu Bond zu spannen) und der bedrohlich-charismatische Ray Liotta, einer meiner Lieblingsschauspieler.

Auf den ersten Blick erinnert die Geschichte an DRIVE, in dem Gosling ebenfalls einen auf Abwege geratenen wortkargen Stuntman verkörpert. Auch die Melancholie der Bilder weckt diese Assoziation. Doch sein Charakter ist hier ambivalenter. Überhaupt geht der Film eher experimentell mit seinen Hauptfiguren um, und folgt ihren Handlungen und deren Konsequenzen, ohne sie zu werten. Keine der Figuren ist klar in sympathisch und unsympathisch getrennt, man kann mit jeder mitfühlen. Auch der neue Liebhaber und Konkurrent des Protagonisten - ein Charakter, der in den meisten Filmen quasi zum Abschuss freigegeben ist - hat hier seine Szenen.

Und der Film nimmt einige überraschende Wendungen, die ich hier nicht verraten möchte. Wer einen stylishen Cop-jagt-Bankräuber-Thriller erwartet, wird das eine oder andere Mal verwundert sein. Oder auch enttäuscht? THE PLACE BEYOND THE PINES ist einer dieser Filme, bei denen ich nicht mit einer klaren Gut-Schlecht-Wertung aus dem Kino kam. Einiges muss man erst "sacken lassen", doch der Film wirkt für mich positiv nach. Ich bin kein Fan von Noten und Sternchen, doch ich würde dem Film ein klares Prädikat 'Sehr sehenswert' geben.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Bomben, Clowns und Zarenschätze

OCTOPUSSY wird 30

Am 6. Juni 1983 feierte der 13. James-Bond-Film OCTOPUSSY in London Premiere. Dominiert wurden die Schlagzeilen um den Film vor allem durch den sogenannten "Konkurenzbond" NEVER SAY NEVER AGAIN, (Sag niemals nie) der jedoch erst Monate später startete. Obwohl sich beide Film um entwendete Nuklearwaffen drehen, sind sie im Ansatz doch sehr unterschiedlich. Das Produktionsdesign von NEVER SAY NEVER AGAIN ist modern und mit dem Videospielduell sogar futuristisch, während viele Handlungselemente von OCTOPUSSY bewusst an Abenteuer aus vergangenen Zeiten erinnern. Bond & Beyond wirft einen Blick auf die Inspirationen und Zutaten des 007-Thrillers.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Übernimmt Sam Mendes doch die Regie für Bond 24?

Nachdem Sam Mendes noch vor wenigen Wochen verlauten ließ, dass ihn der Gedanke, sich wieder mit den Figuren und Themen von Bond zu beschäftigen, "physisch krank" mache, scheint eine Rückkehr auf den Regiestuhl nun doch wahrscheinlich. Wie die Seite Deadline berichtet, seien die Produzenten offenbar bereit, zu warten, bis Mendes seine Arbeit an den beiden Theaterproduktionen "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "König Lear" beendet hat. Damit würde sich der Starttermin des neuen Bondabenteuers auf 2015 bis 2016 verschieben. Auch Daily-Mail-Journalist Baz Bamigboye berichtet über Mendes' "dramatische Rückkehr". Nach Christopher Nolan wurden in den letzten Tagen noch weitere potentielle Regisseure genannt, mit denen sich die Bondproduzenten offenbar trafen.


Darunter der Norweger Morten Tyldum, dessen Film HEADHUNTERS von 2011 die Produzenten beeindruckte. Laut comicbookmovie.com sagte Tyldum, dass er sich mit Barbara Broccoli und Michael Wilson traf und über eine Verfügbarkeit für Bond 24 sprach. Variety berichtete zudem über Shane Black (IRON MAN 3, KISS KISS BANG BANG), Ang Lee (LIFE OF PI, BROKEBACK MOUNTAIN), Tom Hooper (THE KING'S SPEECH, LES MISÉRABLES), David Yates (HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS) und Nicolas Winding Refn (DRIVE, BRONSON). Drehbuchautor John Logan soll die Bücher für die nächsten beiden Bondfilme schreiben. Broccoli und Wilson produzieren zur Zeit einen Film außerhalb des Franchise, THE SILENT STORM von Corinna Villari-McFarlane.


Es bleibt also spannend. Ich persönlich würde eine möglichst zügige Vorbereitung von Bond 24 begrüßen und wäre einem neuen Regisseur gegenüber nicht abgeneigt. Ein Regisseur aus Skandinavien wäre sicher interessant und würde vielleicht auch entsprechende Locations ins Spiel bringen.

SKYFALL Concept Art

Auf der Seite des Künstlers Chris Rosewarne sind einige Entwürfe für SKYFALL zu finden, darunter das MI6-Hauptquartier, das Hochhaus in Shanghai, Szenen der eröffnenden Motorradjagd sowie Strandhaus und -Bar in der Türkei. Unter Props sind einige Requisiten, wie Patrice' Gewehr.

Auf der Seite von Ivan Girard findet man Entwürfe für Silvas Gesicht ohne die Kieferprothese. Tim Browning hat ebenfalls Concept Art veröffentlicht, darunter eine Variation der Strandbar, die Skyfall Lodge oder Silvas Geisterinsel, sowie auch Entwürfe für Bonds Gadgets wie die Signaturwaffe. Interessant ist hier ein Entwurf für die Statue auf Silvas Insel im unzerstörten Zustand.

(siehe auch comicbookmovie.com)

Dienstag, 28. Mai 2013

Ian Fleming

Vor 105 Jahren, am 28. Mai 1908, kam Ian Lancaster Fleming in London zur Welt, als zweiter von vier Söhnen des konservativen Abgeordneten Valentine Fleming und seiner Frau Eve. Durch Flemings Großvater, dem Bankier Robert Fleming, war die Familie wohlhabend geworden. 1917 fiel sein Vater an der Westfront, woraufhin Winston Churchill persönlich einen Nachruf in der Times schrieb. Ians Kindheit und Jugend standen im Schatten dieser beiden überlebensgroßen Männer, sowie auch seines großen Bruders Peter, der ein anerkannter Reiseschriftsteller war. Fleming konnte erst relativ spät aus diesem Schatten hervortreten, dafür aber umso nachhaltiger.


Wie seine spätere Schöpfung James Bond verbrachte er seine Kindheit teilweise in Schottland, auf Glenborrodale Castle (siehe hier) und wurde wegen eines "Vorfalls" mit einem Mädchen vom Eton College verwiesen. 1927 zog er nach Kitzbühel, wo er unter anderem Skifahren lernte und seine erste Liebe kennenlernte. Viele Erlebnisse aus dieser Zeit flossen in den Roman On Her Majesty's Secret Service ein. Später arbeitete er als Journalist bei Reuters und berichtete aus Moskau über einen Schauprozess. Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs trat Fleming in den Marine-Geheimdienst ein und wurde zum persönlichen Assistenten des Direktors John Godfrey, dem Fleming mit der Figur des M. ein Denkmal setzte. Nach dem Krieg erwarb er ein Haus auf Jamaika und arbeitete vorerst wieder als Journalist. 1952 schreibt er auf Jamaika schließlich seinen ersten Roman Casino Royale. (Mehr dazu hier)

Ian Fleming gab dem verbrecherischen Ernst Stavro Blofeld, der der Chef des Syndikats SPECTRE ist und Bonds Frau ermordet, dasselbe Geburtsdatum. Laut dem Roman Thunderball erblickte Blofeld am 28. Mai 1908 in Gdingen das Licht der Welt, womit er heute ebenfalls 105 werden würde.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Schloss Mittersill - Inspiration für Blofelds Alpendomizil

Innenhof des Schlosses
Im Roman On Her Majesty's Secret Service von 1963 residiert Bonds Erzfeind Ernst Stavro Blofeld in einem Gebäudekomplex auf dem Alpengipfel Piz Gloria, der zugleich Allergieklinik und Club für skifahrende Aristokraten ist. Beides ist allerdings nur Tarnung für Blofelds eigentlichen Plan, die biologische Kriegsführung gegen Großbritannien. Inspiriert wurde Ian Fleming dafür durch Schloss Mittersill, das vor und nach dem zweiten Weltkrieg ein exklusiver Sport- und Skiclub für die High-Society war. Nach 1938 wurde es jedoch von den Nazis für obskure pseudowissenschaftliche Zwecke benutzt.


Freitag, 17. Mai 2013

Christopher Nolan für Bond 24?

Wie die Daily Mail heute vermeldete, haben die Bond-Produzenten mit Christopher Nolan Kontakt aufgenommen, vermutlich für die Regie des nächsten Bondfilms nach SKYFALL, vielleicht aber auch für spätere Filme. Zur Zeit befindet sich Nolan in der Vorproduktion für den Science-Fiction-Film INTERSTELLAR mit Matthew McConnaughey und Michael Caine, der sich um Zeitreisen durch Wurmlöcher dreht und im November 2014 starten soll. Obwohl die Daily Mail eine verlässlichere Quelle ist als die Sun beispielsweise, ist eine Regie Nolans für den vierten Craig-Bond aus diesen terminlichen Gründen eher fraglich. Trotzdem ein paar Gedanken über Nolan und Bond:

Christopher Nolans Batman-Trilogie hat bereits deutliche Spuren im modernen Blockbusterkino hinterlassen, auch bei Bond. Er verbindet eine spektakulär überlebensgroße Inszenierung mit dem Fokus auf Charaktere und philosophische Fragestellungen, vergleichbar vielleicht mit den Epen von David Lean. Bei Batman konnte Nolan nur gewinnen, nachdem Joel Schumacher seinen letzten Franchise-Beitrag als unerträglich alberne Travestie inszenierte. Aber bei Bond? Nachdem SKYFALL im weltweiten Box-Office sogar Nolans erfolgreichsten Film THE DARK KNIGHT RISES knapp überholt hat, würde es für Nolan ziemlich schwer werden, hier seinem Ruf als Franchise-Erneuerer gerecht zu werden. Zumal sich Sam Mendes stilistisch bereits stark an Nolan orientierte, inklusive der Dialogzeile "A storm is coming".* Würde man Bérénice Marlohe mit Marion Cottillard ersetzen, und Albert Finney mit Michael Caine, würde SKYFALL wohl gänzlich wie ein Nolan-Film wirken.

Andererseits ist Nolan aber auch ein sehr intelligenter Regisseur, der sich sicher auch bewusst ist, dass er dieses philosophisch angehauchte "Bämm-Bämm-Kino" à la INCEPTION oder THE DARK KNIGHT nicht bis in alle Ewigkeit so weiterführen kann, mit ähnlicher Besetzung und Inszenierung. Insofern wäre Bond eine Chance zur Weiterentwicklung. Nolan könnte zeigen, dass er nicht nur 'düster' kann. Was Nolan so oder so bei Bond einbringen könnte, wäre ein intelligenter und trotzdem glaubwürdiger Plot mit dem oder anderem Twist am Ende. Dafür besteht meines Erachtens noch ein großes Potential bei Bond. Und auch ein starker und charismatischer Gegenspieler, der Bond bis an die Grenzen fordert und über die Franchise-Grenzen hinaus popkulturelle Relevanz hat, wäre wohl im Nolan-Paket mit enthalten. Zudem hat Nolan immer wieder betont, ein großer Bondfan zu sein, was sich auch an den zahlreichen Anspielungen in seinen Filmen zeigt. Ich denke, er hätte ein gutes Gespür dafür, was in Bonds Welt möglich und für Fans wünschenswert wäre.

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* Man könnte den Satz von Bond auch als Anspielung auf Camerons THE TERMININATOR verstehen, in dem die Protagonisten am Ende ebenfalls aus Alltagsgegenstände Waffen basteln.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Happy Birthday, Pierce!

Getty Images
Vor 60 Jahren erblickte Pierce Brendan Brosnan das Licht der Welt - womit er genauso alt ist wie der Geheimagent, den er als fünfter Schauspieler verkörperte. Brosnan verbrachte seine Kindheit in einer Kleinstadt in Irland. Nach der Scheidung seiner Eltern in seinem vierten Lebensjahr lebte er bei Verwandten. Im Alter von elf Jahren sah er mit seinem Stiefvater in einem Londoner Kino schließlich GOLDFINGER, der einen enormen Eindruck hinterließ. Gut dreißig Jahre später sollte Brosnan selbst die Rolle der Kino-Ikone James Bond übernehmen und erfolgreich in ein neues Jahrtausend führen. Doch der Charakter brachte ihm nicht nur Glück.



Nach der Schule besuchte Brosnan eine Schule für Kunst und Design und arbeitete als Straßen- und Zirkuskünstler. Nach einem Studium der Theaterwissenschaften wurde Tennessee Williams auf ihn aufmerksam und besetzte ihn in einem Stück. Der Durchbruch als Schauspieler kam schließlich 1982 mit der Fernsehserie Remington Steele. Doch die Erfolgsserie sollte sich vier Jahre später als Karrierehindernis erweisen. Pierce Brosnan sollte Roger Moore als Bond ersetzen und wurde bereits offiziell der Presse vorgestellt, aber eine Vertragsverlängerung in letzter Sekunde band ihn weiterhin an die Fernsehserie. Timothy Dalton übernahm die Rolle. Kurz darauf ereilte Brosnan ein weit schwererer Schicksalschlag - seine Frau Cassandra Harris, die im Bondfilm FOR YOUR EYES ONLY mitgespielt hatte, verstarb an Krebs.

Doch es gab eine zweite Chance für Pierce Brosnan, nachdem ein Rechtstreit den dritten Dalton-Bond verzögerte und dieser ausstieg. Nach erfolgreichen Rollen in AROUND THE WORLD IN 80 DAYS (1989) und MRS. DOUBTFIRE (1993) neben Weltstars wie Christopher Lee, Peter Ustinov oder Robin Williams übernimmt er 1994 die Rolle des James Bond. GOLDENEYE wird zum Mega-Erfolg und zerstreut alle Kritikerstimmen über die Filmfigur. Bond eröffnet Brosnan endgültig die Tür nach Hollywood. Er dreht mit Tim Burton (MARS ATTACKS!, 1996), Barbra Streisand (THE MIRROR HAS TWO FACES, 1996), Richard Attenborough (GREY OWL, 1999), John Boorman (THE TAILOR OF PANAMA, 2001) und Roman Polanski (THE GHOST WRITER, 2010). 2001 wird er vom People Magazine zum Sexiest Man Alive gekürt, was ihn mit Ur-Bond Sean Connery verbindet.

Nach vier Bondfilmen, die sehr erfolgreich an der Kinokasse waren und eine neue Generation von Fans begeisterten, ereilt Brosnan ein ähnliches Schicksal wie zuvor Tim Dalton - ein Rechtsstreit zwingt das Franchise zu einer mehrjährigen Pause und die Produzenten zum Umdenken. Ein Anruf enthebt ihn vom Amt des Weltretters. Zu der Figur hat er heute ein zwiespältiges Verhältnis - zum einen ist er dankbar, zum anderen bedauert er aber auch, dass sich sein Bond nie von vorgegeben Zwängen befreien durfte: "It never felt real to me. I never felt I had complete ownership over Bond." - "For me, the Bond that I played was caught in a time warp between what had gone before and what Daniel does now. I always felt the restraints of the storytelling and it just didn’t have enough bite to it. It was in the writing."

Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit malt Brosnan und engagiert sich im Umweltschutz, wo er hauptsächlich für den Schutz der Meeresfauna kämpft. In LOVE IS ALL YOU NEED von der dänischen Regisseurin Susanne Bier spielte er 2012 einen Witwer. In seinem neuesten Filmprojekt HOW TO MAKE LOVE LIKE AN ENGLISHMAN übernimmt er neben Kristin Scott Thamos und Jessica Alba die Rolle eines sexsüchtigen Literaturprofessors, der seinen Lebenswandel überdenken muss.

BOND & BEYOND wünscht alles Gute und noch viele gute und erfolgreiche Rollen!

Donnerstag, 9. Mai 2013

Starfall

Star Trek Into Darkness
USA 2013
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch

STAR TREK ist eigentlich ein Franchise, das buchstäblich unendlich viele Möglichkeiten bietet. Man kann sich im Gegensatz zu Bond beispielsweise effektetechnisch völlig austoben; man hat zahllose phantastische Welten, Wesen und Technologien zur Verfügung und schließlich auch die Möglichkeit, aktuelle und klassische Menschheitsthemen spielerisch in utopisch-übersteigerten Metaphern zu behandeln. Da wirkt es fast schon wie eine besondere Kunst, solch ein Universum uninteressant werden zu lassen, wie das unter Rick Bermans Ägide zunehmend der Fall war. Vor vier Jahren gelang es J.J. Abrams, wieder breite Zuschauerschichten für diese unendlichen Weiten zu begeistern. Nach dem zweiten Film hatte ich nun trotz guter Unterhaltung wieder das Gefühl vieler ungenutzter Möglichkeiten.



Dabei beginnt der Film ungemein vielversprechend und unterhaltsam. Man sieht die Crew bei der Rettung einer sehr exotischen Welt, bei der sie in Konflikt mit der obersten Direktive der Sternenflotte gerät. Der Vulkanier Spock befindet sich in einem buchstäblichen Vulkan, während Kirk und Pille von erzürnten Aliens verfolgt werden. Die oberste Direktive, die das Nicht-Einmischen in die Angelegenheiten sogenannter Pre-Warp-Zivilisationen vorschreibt, ist eine dieser Möglichkeiten, die Stoff für tiefergehende Stories bieten würde. Wenn man sich vor Augen führt, dass solch ein Einmischen in der Menschheitsgeschichte fast immer verbunden war mit einem Auslöschen, macht so eine Direktive durchaus Sinn. Andererseits könnte man es auch moralisch verwerflich finden, Schwächere einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Aber der Film nutzt dieses eingeführte moralische Dilemma im weiteren Verlauf nicht.

Die Einführung des von Benedict Cumberbatch verkörperten Gegenspielers John Harrison ist ebenfalls sehr gelungen. Allerdings wird auch hier ein Konflikt etabliert, der sich später in galaktischen Nebeln verflüchtigt. Der charismatische Cumberbatch, dessen Stern auch nach INTO DARKNESS steigen dürfte, ist schauspielerisch ein echtes Highlight. Harrison greift das Sternenflottenhauptquartier an und flüchtet daraufhin zur klingonischen Heimatwelt Qo'noS. Die Enterprise bekommt den Auftrag, ihn aufzuspüren.

Die Auflösung der wahren Identität des Antagonisten, um die abrams-typisch ein großes Geheimnis gemacht wurde, war dann für mich der erste Tiefpunkt des Films, denn die Macher gehen hier den einfallslosesten und mutlosesten aller Wege. Dazu kommt, dass der Background von Harrison in der veränderten Zeitlinie des Abrams-Universums keinen echten Sinn ergibt und auch kein starkes Motiv liefert. Von da an ist INTO DARKNESS zunehmend nur noch eine mäßig kreative Kopie gewisser älterer Filme - das allerdings, ohne den Impact der Originalszenen zu erreichen.

Dafür, dass Abrams nach eigenen Angaben von den meisten bisherigen Star-Trek-Filmen nicht allzu viel hält, bedient er sich doch reichlich an deren Erfolgsmustern. In diesem Aspekt wirkt INTO DARKNESS ein bisschen wie die STAR-WARS-Prequel, bei denen Lucas ebenfalls versuchte, einen narrativen "Reim" auf die alten Filme herzustellen. Vermutlich spekuliert Abrams darauf, dass die "Nicht-Trekker" sich an diese Filme eh nicht so gut erinnern werden, während er für die Fans ein paar Brocken hinwirft, wie eine Anspielung auf Tribbles oder einen dramaturgisch völlig unnötigen Kurzauftritt von Leonard Nimoy. Vom Sternenflotten-Geheimdienst Sektion 31 hätte man gern noch ein bisschen mehr gesehen und erfahren. Und auch logisch bleibt vieles offen.

Wie Sophie Albers in ihrer Kritik auf stern.de bemerkt, erinnert die Handlung oft etwas an SKYFALL (Der ja selbst wiederum an diverse Nolan-Filme erinnert). Vor allem die Gefangenschaft des Gegners und das Ende. Wahrscheinlich zählen Schurken in langen Mänteln, die sich gern gefangennehmen lassen, um ein bisschen zu posen, ebenso zum Zeitgeist wie fliegende Funken auf den Filmplakaten. Und natürlich müssen männliche Helden am Ende so richtig weinen, weil das ja so anziehend auf weibliche Zuschauer wirkt und die Kassen vielleicht noch ein bisschen mehr klingeln lässt.

In der zweiten Hälfte tritt STAR TREK INTO DARKNESS kreativ auf der Stelle. Und das trotz sehr guter Tricktechnik und durchweg sehenswerter Darsteller. Neben Cumberbatch glänzen auch Peter ROBOCOP Weller und Karl Urban. Auch die restliche Crew macht ihre Sache sehr gut und ist den Originalen wirklich würdig. Vielleicht ist es für Star Trek das Beste, wenn J.J. Abrams jetzt nach der gelungenen Einführung der Charaktere zur "Konkurrenz" wechselt. Für den nächsten Film wäre ein Regisseur zu wünschen, der mehr aus den Charakteren herausholt und aus dem Kosmos Neues hervorbringt, statt Altes aufzutauen.

Donnerstag, 25. April 2013

Generation Moore

Ein persönlicher Rückblick auf 20 Jahre Bondfan-Dasein

Meinen ersten Bondfilm sah ich mit neun Jahren in einem Schwarz-Weiß-Fernseher. Das war "Man lebt nur zweimal", 1986 im ersten deutschen Fernsehen. Obwohl mich der Film natürlich völlig fasziniert hat, wurde ich erst sieben Jahre und ein paar Bondfilme später zu einem waschechten James-Bond-Fan - im April 1993. Warum erst dann, und was war letztendlich der Auslöser dafür? Und warum heißt dieser Beitrag trotzdem 'Generation Moore'?



In seinem Buch Generation Golf von 2000 beschreibt Florian Illies das Gefühl, am Samstag Abend als frisch gebadeter Zwölfjähriger Wetten, daß ..? zu gucken, wobei schon die Eurovisionshymne zu Beginn zu den Höhepunkten des Wochenendes zählte: "Es war damals selbstverständlich, daß man Wetten, dass ..? mit Frank Elstner guckte, niemals wieder hatte man in späteren Jahren solch ein sicheres Gefühl, zu einem bestimmten Zeitpunkt genau das Richtige zu tun." Obwohl ich die Achtziger auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs verbrachte und das Piratenschiff in der Badewanne eher selbstgebaut als von Playmobil war, kenne ich dieses feierlich-kribbelige Samstag-Abend-Gefühl nur zu gut, und verbinde das vor allem mit den Bondfilmen (die Komödien mit Bud Spencer und Terence Hill oder Louis De Funés zählen vielleicht noch dazu). Man kam tatsächlich immer frisch aus der Badewanne, es gab Salzstangen oder idealerweise Chipsletten, und mein Vater bemerkte bei jeder zweiten Szene, wie wenig das Gezeigte in der Realität funktionieren würde.

Obwohl ich mit dem bereits erwähnten "Man lebt nur zweimal" sowie "Goldfinger" und "Diamantenfieber" auch Conneryfilme sah, konnte ich mit Roger Moore doch wesentlich mehr anfangen. "Der Spion, der mich liebte" und "Moonraker" waren einfach die Bondfilme schlechthin, und in "Octopussy" jagte Bond auch mal durch Karl-Marx-Stadt. Zudem hatte Moore diese wahnsinnig coolen Digitaluhren. In einer Zeit, in der man von Uhren mit Taschenrechner träumte, stellte das jede Rolex in den Schatten. Auch der tauchende Lotus machte auf mich wesentlich mehr Eindruck als der schnöde Aston Martin.

Im Kino lief Bond als Klassenfeind natürlich leider nicht, dafür gab es die Olsenbande, Ray-Harryhausen-Klassiker wie "Sindbads gefährliche Abenteuer" oder Winnetou-Filme. Nach 1989 eröffnete sich dann die große glitzernde Filmwelt außerhalb der DDR-Grenzen, und Videotheken schossen wie Pilze aus dem Boden. Mein Lieblings-Franchise war BACK TO THE FUTURE, zumal man sich als Zwölfjähriger zum ersten Mal in West-Berlin ein bisschen fühlte wie Marty McFly im Hill Valley des Jahres 2015. Dann kam "Star Trek - Das nächste Jahrhundert". Bond hatte 1989 nicht viel zu bieten; sogar GHOSTBUSTERS II erregte eher mein Interesse als LICENCE TO KILL.

Die Kassette des Anstoßes
Die Initialzündung kam schließlich 1993. In Kaufhäusern konnte man CDs anhören, und als Filmfan fiel mir irgendwann die Doppel-CD The Best of James Bond - 30th Anniversary Collection in die Hände. Beim Anhören entfaltete sich plötzlich das Bonduniversum in seiner ganzen Faszination vor meinem geistigen Auge. Mir kamen Szenen in den Sinn wie der finale Fort-Knox-Kampf in GOLDFINGER, die Krematoriumsszene aus DIAMONDS ARE FOREVER, der Titel mit den brennenden Totenköpfen aus LIVE AND LET DIE oder Beißer und Stromberg in THE SPY WHO LOVED ME. Da ich noch relativ weit vom ersten eigenen CD-Player entfernt war, kaufte ich mir die Kompilation zunächst als Kassette. Von da an gab es kein Zurück mehr, und es begann eine Zeit des Sammelns und des regelmäßigen Kopfschüttelns seitens der Verwandschaft.

selbst gebastelte VHS-Cover anno 1993
Ich begann, die Bondfilme im TV aufzunehmen oder als VHS-Kassetten zusammen zu kaufen, und entdeckte auch bald den Buch-Bond. In den lokalen Bibliotheken gab es einige Fleming-Ausgaben, neben den recht reißerisch aufgemachten Romanen von John Gardner. Der erste Fleming war Moonraker (zu deutsch "Mondblitz"), der bis heute mein Lieblingsbondroman ist. Mit den VHS-Kassetten, vor allem mit THE LIVING DAYLIGHTS, der mich nachhaltig beeindruckte, verbrachte ich so manchen Nachmittag nach der Schule. Aus heutiger Sicht hatte diese Zeit die größte Magie - mit dem Entdecken eines dreißigjährigen Franchises und noch nicht gesehen Perlen wie ON HER MAJESTYS SECRET SERVICE und den Romanen, sowie der immensen Vorfreude auf einen neuen Film, der alles bisher dagewesene in den Schatten zu stellen versprach.


Artikel der Zeitschrift Kinohit 1993, in dem ich erwähnt werde :)
Obwohl Brosnan offiziell noch nicht im Rennen war, hatte er bereits 20 % der Stimmen
Und dann kam er schließlich - GOLDENEYE! Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Teaser-Trailer erinnern, den man - heute unvorstellbar - völlig unvorbereitet im Kino sah, und der mich förmlich weggeblasen hat. Seitdem hat nie wieder ein Trailer eine derartige Begeisterung und eine so ungeheure Vorfreude auf einen Film ausgelöst. Ich halte den Teaser heute noch für den besten des gesamten Franchise - die Musik, Brosnan und vor allem die bis dato völlig neuartig stroboskop-artig ineinander geschnittenen Szenen...

Den Film als solchen sah ich dann im Dezember 1995 - trotz Erkältung mit Husten und Heiserkeit. Bei so viel Vorfreude war das Filmerlebnis an sich natürlich ein bisschen ernüchternd. Erst die Panzerjagd brach das Eis und löste allgemein herzhaftes Lachen und die bondtypische Begeisterung im Kinosaal aus.


Zwei Jahre später ging die Vorfreude wieder los, und ich fuhr spontan 50 km ins nächstgelegene Kino, um den Teaser zu sehen. TOMORROW NEVER DIES empfand ich schließlich als Verbesserung gegenüber GOLDENEYE. Pierce Brosnan wirkte lockerer, die Musik von David Arnold war endlich bondwürdig, und die Actionszenen konnten mit TRUE LIES und Co. mithalten. Zum Filmstart 1997 war Pierce Brosnan dann auch im eingangs erwähnten Wetten, daß ..? zu Gast und küsste als Saalwette 27 Chefsekretärinnen. Von den über 50 % Marktanteil der Show träumt man heute sicher.

Bei THE WORLD IS NOT ENOUGH machte ich zum ersten und letzten Mal den Fehler, den Roman zum Film noch vor dem Filmstart zu lesen, was zu einem eindeutigen Überraschungs-Defizit im Kino führte. Trotzdem mochte ich auch diesen Film sehr. Den Song von Garbage und vor allem David Arnolds Untermalung der eröffnenden Themse-Bootsjagd hörte ich im Auto sehr gern, was nicht immer zu einem StVO-gemäßen Fahren animierte.

Zeitungsausschnitte und Kinokarten aus den Neunzigern,
sowie eine Eintrittskarte der Bond-Ausstellung 1998 in Hildesheim

DIE ANOTHER DAY war schließlich der erste Bondfilm, dessen Entstehung ich online mitverfolgte, vor allem im deutschen Bondforum. Die Zeiten, in denen man den ersten Trailer zufällig im Kino sah, Titel und Bösewicht zufällig in der Zeitung las und den Song zum ersten Mal zufällig im Radio hörte, waren damit vorbei. Nach den üblichen Gerüchten - "Beyond the Ice" als Titel, Robbie Williams als Bondnachfolger, Mel C als Song-Interpretin, Bonds Sohn als Bösewicht sowie dem obligatorisch und bedrohlich alle zwei Jahre auftauchende Konkurrenzbond "Warhead 2000 A.D." - formierte sich langsam die Story des großen Jubiläumsbonds. Erste Fotos des vollbärtigen Brosnan lösten wilde Spekulationen aus, ebenso Gerüchte um Folter und ein unsichtbares Auto.

Die Premiere erlebte ich erstmals auf dem Potsdamer Platz in Berlin mit, mit torartig aufgebauten Laser-Robotern made in Germany. Der Film an sich war dann allerdings ein eher seltsames Erlebnis. Allerdings gefiel er mir beim zweiten Mal schon etwas besser. Insgesamt wurde DIE ANOTHER DAY 2002 auch von vielen Kritikern wesentlich positiver wahrgenommen als später.

Wieder verschwand Bond in einem filmlosen schwarzen Loch, nur um abermals wie ein Phönix aus der Asche zu entsteigen. Diesmal mit einem wahr gewordenen Fantraum: Einer dem Original würdigen Verfilmung des ersten Bondromans Casino Royale! Doch wenn die Brosnan-Ära eins gelehrt hatte, dann die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Aber CASINO ROYALE erwies sich als Triumph, der auch mich restlos überzeugte. Mit QUANTUM OF SOLACE folgte ein Film, für den ich bis heute eine Art Hassliebe empfinde, und schließlich SKYFALL, dessen Entstehung und Premiere ich mit diesem Blog begleiten durfte.

Das waren die ersten zwanzig Jahre. Stay tuned to 2033! ;-)