Dienstag, 28. August 2012

Interview mit Stuntman Vi-Dan Tran (Skyfall)

Vi-Dan Tran (28) aus Aachen hat als Stuntman am neuen James-Bond-Film SKYFALL mitgewirkt. Vi-Dan, der auch eigene Filme dreht, trainiert bereits seit seinem elften Lebensjahr Wushu und hat darin Gold- und Silbermedaillen gewonnen. Ich konnte mit ihm ein Interview über die Dreharbeiten führen:

Wie kommt man an einen Job im neuen James-Bond-Film, und worum genau handelte es sich?

Ich kam eigentlich nur mit Glück an den Job. Ich bin schon seit einigen Jahren Stuntman und produziere sehr viele eigene Filme. Einige Stuntkollegen aus Berlin hatten die Information, dass die einige Asiaten für den Film gesucht haben. Ich habe mich darauf hin angeboten. Am Ende hat sich der Regisseur Sam Mendes zwei Jungs aus Berlin und mich ausgewählt.
Im Skyfall-Outfit

Wie waren die Dreharbeiten? Hast du mit einem der Hauptdarsteller des Films zusammengearbeitet, bzw. Sam Mendes oder die Produzenten kennengelernt?
Die Dreharbeiten waren sehr kurz. Ich glaube nur drei Drehtage hatten wir, aber dafür einen ganzen Monat Vorbereitung auf die Szene! Wir haben täglich außer Samstag und Sonntag Stunt- und Schießtraining gemacht. 

Ja, ich habe Daniel Craig und Sam Mendes kennengelernt. Daniel Craig strahlt eine wirklich sehr krasse Aura aus. Sam Mendes ist ein sehr interessanter Regisseur! Er arbeitet sehr guerilla und entscheidet einige Shots erst vor Ort. Er dreht sehr viel mit available light. Das fand ich richtig gut!

Unterscheiden sich Bonddreharbeiten von denen zu anderen Filmen?

Hm, eigentlich nicht. Es ist nur etwas größer als die deutschen Produktionen. 

Wie fügen sich die Szenen mit dir in den fertigen Film ein? Hast du genaueres über die Handlung erfahren?

Wir haben leider nichts von der Hanldung erfahren dürfen. Wir bekamen nur Informationen, was wir machen sollten und was in der Szene passierte. Wir spielten eigentlich nur im Finale eine Rolle. Wir sollten das Skyfall stürmen und Bond hält uns auf.

War es schon immer ein Traum, an einem Bondfilm mitzuwirken? Bist du Bondfan, und wenn ja, hast du einen Lieblingsfilm und -Darsteller?

Also ich habe einige Bond Filme gesehen, aber ich würde mich nicht als Bondfan bezeichnen. Aber es war eine sehr große Ehre, bei Skyfall mitgemacht zu haben! Ich bin bis heute sehr dankbar und kann es kaum fassen.

Wie geht es weiter nach James Bond? Was sind deine weiteren Pläne und Projekte? 

Ich möchte gerne dieses Jahr noch bei weiteren Holllywood-Produktionen mitwirken und bewerbe mich fleißig weiter. Desweiteren arbeite ich zurzeit an meinen eigenen Filmen und möchte in der Youtube-Szene mehr Fuss fassen. Schaut einfach mal vorbei und abonniert uns: www.youtube.com/user/T7pro

Ich bedanke mich herzlich bei Vi-Dan Tran für die Zeit, meine Fragen zu beantworten!

Donnerstag, 23. August 2012

Cronenbergs "Total Recall"

Zum Kinostart des Remakes des Science-Fiction-Klassikers TOTAL RECALL hier mal der Link zu Konzept-Entwürfen von David Cronenbergs Version des Originals, die der Künstler Ron Miller vor einiger Zeit online stellte. David Cronenberg plante ursprünglich eine Verfilmung von Philip K. Dicks Kurzgeschichte Erinnerungen en gros (We Can Remember It For You Wholesale), die sich näher an der Vorlage orientiert hätte als der letztendliche Film von Paul Verhoeven. Das Projekt wurde dann jedoch vorerst eingefroren, und Cronenberg realisierte stattdessen DIE FLIEGE, welche auch auf einer Science-Fiction-Kurzgeschichte beruht. Die Entwürfe deuten auf jeden Fall auf einen ernsteren und düstereren Film hin.












Dienstag, 21. August 2012

"Dr. No" kehrt ins Kino zurück

Pünktlich zum 50. Jubiläum von JAMES BOND 007 JAGT DR. NO zeigt das Kino C1 in Braunschweig den Klassiker auf der großen Leinwand, am Samstag, den 6. Oktober 2012 um 20:00 Uhr. Mit der gefährlichen Coolness von Sean Connery, Ursula Andress im atemberaubenden Bikini und den monströs-eleganten Bauten von Ken Adam wurde 1962 eine der erfolgreichsten und langlebigsten Filmreihen aller Zeiten aus der Taufe gehoben.

Präsentiert wird der Abend von Danny Morgenstern (James Bond XXL), der auch sein neustes Buch zum Thema Bond vorstellt. Roter Teppich, Wodka-Martini und eine Party nach dem Film im C1 sind geplant. Um der Veranstaltung den gebührenden Glamour zu verleihen, ist jeder Gast in Abendgarderobe gern gesehen. Karten gibt es im C1 oder in der Tanzschule Hoffmann in Braunschweig.

Sonntag, 19. August 2012

Wikileaks trifft Spectre

Die meisten der jüngeren Bondfilme sind im Kern von brisanten aktuellen Themen inspiriert, wie etwa Skrupellosigkeit von Massenmedien in TOMORROW NEVER DIES oder der Kampf um Ressourcen wie Öl und Trinkwasser in THE WORLD IS NOT ENOUGH und QUANTUM OF SOLACE. In SKYFALL geht es offenbar um die Macht von Informationen im Zeitalter ihren scheinbar völligen Verfügbar- und Kopierbarkeit, und ihrer zunehmenden Infragestellung als schützenswürdige und eigenständige Werte.

Staatsfeind Nr. 1 ?
Im derzeit wieder aktuellen diplomatischen Gerangel um den australischen Programmierer und Wikileaks-Gründer Julian Assange springt einem die Brisanz des Themas förmlich ins Gesicht. Ob der ebenfalls blonde Bondgegenspieler Raoul Silva im Film rein private Ziele verfolgt, sich auch als Idealist sieht, der Geheimnisse zum Wohle des Volkes veröffentlicht oder das nur vorgibt, ist noch unklar. Letzteres hätte zumindest einen gewissen Reiz, da es Silva eine unheimliche Macht verleihen würde. Er könnte beispielsweise die öffentliche Meinung gegen den MI6 mobilisieren - etwas das Medienmogul Elliott Carver leider versäumt hat - oder Hacker weltweit für Flashmobs, Shitstorms oder ähnliches aktivieren.

Auf jeden Fall nutzt Silva offenbar eine japanische Geisterinsel als Server-Standort. Interessanterweise wurde der ehemalige Standort der Wikileaks-Server in einem futuristischen schwedischen Bunker in Berichten oft als reinrassige James-Bond-Location bezeichnet. Und es gab Überlegungen, die Server offshore auf eine ehemalige Flugabwehrplattform vor der britischen Küste oder auf ein Schiff in internationalen Gewässern zu verlegen. Die Enthüllungsseite, die sich selbst als Counter-Intelligence oder Geheimdienst des Volkes versteht, umweht also auf jeden Fall ein gewisser bondiger Hauch.

Doch so brandaktuell die gesamte Thematik auch ist, sie hat auch Wurzeln in den Romanen. Bonds literarische Nemesis, Ernst Stavro Blofeld, erkannte bereits im Telegrafenzeitalter die Macht von Information und Vernetzung. Im Roman Thunderball (dt. Sag niemals nie, oder Aktion Feuerball) heißt es über ihn:
"Er hatte in Warschau Maschinenbau und Elektrophysik studiert und mit 25 einen kleinen Posten bei der Zentrale der Post- und Telegrafengesellschaft angenommen - eine merkwürdige Wahl für einen begabten jungen Mann; aber Blofeld war zu dem Schluß gekommen, daß ein rasches, genaues Nachrichtensystem in dieser kleiner werdenden Welt Macht bedeutet. Im Krieg wie im Frieden die Wahrheit früher als die anderen gekannt zu haben: dieser Vorteil steckte seiner Meinung nach hinter jeder richtigen Entscheidung in der Geschichte." 
Heutzutage würde Blofeld wohl ein Netz von IT-Spezialisten und Whistleblowern aufbauen und seine Server auf einer geheimen Insel stationieren...

Montag, 13. August 2012

Willkommen in Österreich, 007!

Die Schauplätze der Eis- und Schneejagd in DER HAUCH DES TODES (1987)

Heute vor 25 Jahren war die Deutschlandpremiere des 15. James-Bond-Films DER HAUCH DES TODES (THE LIVING DAYLIGHTS). Drehort war neben Gibraltar, Marokko und Wien die Gegend um den österreichischen Weissensee, wo die Flucht von James Bond (Timothy Dalton) und Kara Milovy (Maryam d'Abo) über die tschechoslowakisch-österreichische Grenze inszeniert wurde. Letzte Woche habe ich die Drehorte besucht, mit Hilfe vom Norbert Jank, der Eismeister der größten präparierten Eisfläche Europas ist und bei den Dreharbeiten 1987 mitwirkte. Er überwachte die Arbeit auf dem Eis und koordinierte die Zusammenarbeit mit Einheimischen.

Die Crew um Regisseur John Glen suchte den Weissensee ursprünglich aus, um eine Actionsequenz mit Eisseglern zu realisieren, was dann jedoch aufgrund der Witterungsverhältnisse aufgegeben wurde. Anstelle dessen wurde der Aston Martin Vantage Volante auf das Eis geschickt. Der Weissensee war der ideale Drehort dafür, da er zuverlässig jedes Jahr zufriert, mit bis zu 60 cm Eisdicke.

Die Flucht vor der geballten tschechoslowakischen Staatsmacht beginnt im Film auf der Drautal-Straße kurz vor dem Festungsbergtunnel, einige Kilometer nördlich des Weissensees. Bond setzt hier mittels Laser und Raketen einen Polizeiwagen und eine Straßensperre außer Kraft. 


Interessanterweise fährt Bond in nördlicher Richtung durch den Tunnel, das heißt eigentlich vom See weg.






Die genaue Stelle, wo Bond mit dem Aston Martin auf den See fährt, gehört heute zu einer Pension, dessen Besitzer ebenfalls seinerzeit an den Dreharbeiten beteiligt war.




Für die Szene, als ein Auto-Rad mit blanker Felge das Eis aufsägt, wurde der Aston Martin mit einer Kreissäge ausgestattet. Die untergehenden Polizisten samt Auto wurden dann jedoch im Studio aufgenommen.


Als tschechoslowakische Grenze wurde eine Staudammauer mit Treppe aus Holz errichtet, die Bond als Sprungschanze dient. Ein Aston-Martin-Dummy landet dann in der nächsten Szene im Schnee auf der Naggler-Alm nahe des Sees, wo dann die anschließende Jagd und Rutschfahrt im Cellokasten realisiert wurde. Die Idee, den Koffer als Schlitten zu benutzen, stammt direkt von Regisseur John Glen, der, um die Produzenten davon zu überzeugen, selbst hineinstieg.

Wie Norbert Jank erzählt, wurde für die kurze Szene, in der der Aston Martin seine Ski-Ausleger an einem Baumstamm verliert, extra ein Baum per Hubschrauber an die entsprechende Stelle verpflanzt. Wie üblich bei Bond-Dreharbeiten, spielte Geld praktisch keine Rolle.

Das zeigt sich auch darin, dass der österreichische Grenzposten, den Bond und Kara rutschend passieren, zweimal identisch aufgebaut wurde. Einmal für die Szenen in Richtung Naggler-Alm mit den heranrasenden Verfolgern, und einmal mit Blick ins Drautal, an einer Nebenstraße westlich des Weissensees. Im Film wirkt der Anschluss nahtlos, wenn man jedoch an der entsprechenden Stelle steht und zurück blickt, fällt auf, dass das Hinterland anders aussieht als im Film. Eine kleine Meisterleistung von Schnitt, Kulissenaufbau und Script Continuity.

Mit Norbert Jank oberhalb des Drehortes
am See
Auch nach DER HAUCH DES TODES wurde auf  und in der sehr schönen, teilweise naturbelassenen Umgebung des Weissensee gedreht, beispielsweise 1988 für Jean-Jaques Annauds DER BÄR. Nach den Dreharbeiten zu dem James-Bond-Film wurde man auch in den Niederlanden auf den See aufmerksam. Man suchte nach einer Alternative für die "Elf-Städte-Tour", einem Schlittschuhwettlauf, der alljährlich auf den eisbedeckten Grachten ausgetragen wurde. Da diese nicht mehr zufroren, war der Weissensee eine perfekte Ausweichmöglichkeit, und die Tour findet nun seit 1989 jeden Winter dort statt.

An dieser Stelle nochmals ein großes und herzliches Danke an Norbert Jank, der die eine oder andere Anekdote erzählte und ohne den ich verschiedene Drehorte vermutlich nie gefunden hätte. Norbert Jank betreibt übrigens eine Pension am Weissensee, für Bondfans sicher die perfekte Adresse.

Samstag, 11. August 2012

Die 007 besten Flemingszenen im Film

Zum heutigen 48jährigen Todestag von Bonderfinder Ian Fleming hier mal meine Top 7 der besten filmisch umgesetzten Roman-Momente:

007 FOR YOUR EYES ONLY - Das Kielholen

Die Szenerie stammt eigentlich aus dem Roman Leben und sterben lassen, wurde jedoch in der Verfilmung von 1973 nicht verwendet. Da Carole Bouquet nicht tauchen konnte, musste man die Unterwasserszenen mit ihr mit Windmaschine und Zeitraffer im Studio nachstellen - eine der gelungensten Trickaufnahmen der Reihe.
Gut im Film eingearbeitet sind auch Bonds Begegnung mit Melina aus der Kurzgeschichte For Your Eyes Only (dt. Für Sie persönlich) - dort hieß das Mädchen allerdings Judy - sowie das Verwirrspiel um Kristatos und Columbo aus der Geschichte Risico (dt. Riskante Geschäfte). Ebenfalls aus der titelgebenden Kurzgeschichte stammt die Konfuzius-Weisheit: "Wer auf Rache aus ist, der grabe zwei Gräber."


Freitag, 27. Juli 2012

Realität versus Kino

Knapp eine Woche nach dem Amoklauf in einem Kino im US-amerikanischen Aurora und vor dem ersten Wochenende von THE DARK KNIGHT RISES in Deutschland wird zur Zeit wieder die Frage nach der Mitverantwortlichkeit der Medien an Gewaltakten gestellt. Die Frage an sich ist wahrscheinlich so alt wie Unterhaltungsmedien selbst. Bereits Goethe wurde beispielsweise Ende des 18. Jahrhunderts vorgeworfen, mit seinem Roman Die Leiden des jungen Werther eine Selbstmordwelle unter Jugendlichen ausgelöst zu haben.


Sonntag, 22. Juli 2012

Skyfall Fan-Art

Hin und wieder möchte ich hier auch eigene Plakat- und Buch-Cover-Entwürfe veröffentlichen. Obwohl ich sehr gern mit Photoshop arbeite, bin ich noch lange kein Meister unter den "Photoshöpfern". Nichtsdestotrotz freue ich mich über Kritik und Anregungen. Hier zwei schon etwas ältere Entwürfe zum neuen James-Bond-Streifen SKYFALL:



Mittwoch, 18. Juli 2012

Letzte Ausfahrt Feldstadt

Auf den Spuren von Octopussy in Berlin, Teil 1

Vor fast genau dreißig Jahren, am 10. August 1982, begannen in Berlin die Dreharbeiten für das 13. James-Bond-Abenteuer Octopussy. Drehorte hier waren der Kurfürstendamm, Checkpoint Charlie sowie der AVUS samt der Ausfahrt Hüttenweg. Auf letzterer wurde ein Teil der Verfolgungsjagd mit der deutschen Polizei gedreht, die sich James Bond auf dem Weg zum US-Stützpunkt im fiktiven Feldstadt liefert. Bis vor kurzem gehörte die Abfahrt zu den Bondlocations, die sich fast überhaupt nicht verändert haben. Allerdings wird sie samt Brücke zur Zeit erneuert, wie ich nach einer Wanderung durch den Grunewald zur besagten Stelle erfuhr. Der Vorteil der Bautätigkeit war zumindest, dass der entsprechende Autobahnabschnitt problemlos begehbar war.


Die Abfahrt Hüttenweg.












Die typischen T-förmigen Lichtmasten sind erstmal verschwunden.






Ein alter Bekannter am Hüttenweg :)








Interessanterweise wäre Bond hier in der Realität zwar nicht zum US-Army-Stütztpunkt Feldstadt, aber immerhin zur Alliierten-Kommandatur im amerikanischen Sektor in Dahlem gekommen. Dort befindet sich heute das Alliierten-Museum mit Oupost-Kino, einem Stück Mauer und einem Grenzwachturm, sowie der originalen Kontrollbaracke vom Checkpoint Charlie. Dort befindet sich heute nur noch eine originalgetreue Replik der ersten Baracke aus den Sechziger Jahren.

Zu bestaunen gibt es ebenfalls einen "Rosinenbomber" aus der Zeit der Berliner Luftbrücke, der allerdings nur sonntags begehbar ist, sowie den Speisewagen eines französischen Militärzuges. Der Besuch des Museums ist übrigens kostenlos. Derzeit gibt es Pläne, das Alliierten-Museum aus Platzgründen in das Flughafengebäude Tempelhof zu verlegen.


Alles Roger!
Das originale Wachhäuschen vom Checkpoint Charlie. Mitte der Achtziger wurde es mit einem Überdach für die wachhabenden Soldaten versehen. (rechts der Abtransport 1989, Quelle: wikipedia)



Sonntag, 15. Juli 2012

Dial Q for Queries

Nachdem sich Barbara Broccoli in diversen Zeitungsinterviews bis vor kurzem noch zierte, Ben Wishaw als Neubesetzung des Waffenmeisters Q zu bestätigen, wirkte die entsprechende offizielle EON-Meldung am Donnerstag dann ein bisschen wie eine Pseudo-Sensation - die feierliche Bekanntgabe dessen, was jeder irgendwie schon wusste. Wenigstens wurde die Meldung mit dem ersten offiziellen Foto von Wishaw als Q garniert.

Die Neu-Interpretation des legendären Gadget-Tüftlers könnte zum Prüfstein für den mit Casino Royale eingeläuteten Reboot der Franchise werden. Vor allem bei den Kritiken zu Quantum of Solace war die Abwesenheit der Ikonen Q und Miss Moneypenny ein wesentlicher Stein des Anstoßes. Aber gerade jene Kritiker, die das Wegrationalisieren dieser traditionellen Zutaten bemängeln, sind oft auch diejenigen, die im nächsten Atemzug betonen, wie unersetzbar Desmond Llewelyn und Lois Maxwell in jenen Rollen seien. Klingt ein bisschen nach der Quadratur des Kreises, und ist es wohl letztendlich auch. "Gebt uns Q und Moneypenny zurück, aber bitte weder als Kopie der 'Originale' noch als zu radikale Neuinterpretation"...


Samstag, 7. Juli 2012

Saul Bass

Eine sehr schöne Hommage an den genialen und legendären Titel- und Plakatdesigner Saul Bass (1920 - 1996):


Es wäre interessant gewesen, was Bass mit seinem minimalistischen Stil für einen Bondtitel kreiert hätte...

(Quelle)

Freitag, 29. Juni 2012

Der Grimm der Schwestern

Snow White and the Huntsman
USA 2012
Regie: Rupert Sanders
Darsteller: Charlize Theron, Kristen Stewart, Chris Hemsworth, Bob Hoskins

In schöner Regelmäßigkeit haben in der Filmwelt zwei oder mehrere Kreative fast zur selben Zeit fast dieselbe Idee. So kommt es dann, dass zwei oder mehr Filme zum gleichen Thema miteinander konkurrieren müssen (z.B. 1492 - Conquest of Paradise und Christopher Columbus, Red Planet und Mission to Mars, Dante´s Peak und Vulcano, Tombstone und Wyatt Earp, The Illusionist und The PrestigeArmageddon und Deep Impact - während der Produktionsphase von letzteren hatte auch Roland Emmerich zufällig die Idee von Astronauten, die einen Meteoriten zerstören müssen...)

Dieses Jahr ist Schneewittchen-Zeit: Neben Snow White startete auch Tarsem Singhs Spieglein, Spieglein mit Julia Roberts als nur noch zweitklassige Pretty Woman, mal abgesehen vom Low-Budget-Trittbrettfahrer Grimm´s Snow White. Über die Auslöser solcher Ideen-Kumulationen könnte man wohl eine eigene filmwissenschaftliche Abhandlung schreiben. Das originale Märchen wurde bisher schon vielfach interpretiert, von süßer Zwergenromantik à la Disney über Comedian-Vehikel wie 7 Zwerge. Der ernsthaft-düstere Ansatz von Snow White and the Huntsman mit Anleihen bei Vampir- und anderen Mythen ist mal etwas erfrischend anderes. Die Grundthematik des Märchens - wahre Schönheit, Jugendwahn, Vergänglichkeit - ist in Zeiten von Botox, Facelifting und Stammzellentherapie wohl auch aktueller denn je.

Snow White ist das Spielfilm-Debüt des Werbefilmers Rupert Sanders. (Im Vergleich zur deutschen Filmlandschaft ist es schon erstaunlich, welche Chancen jungen Regisseuren in Hollywood geboten werden.) Der Film bietet auf jeden Fall kurzweilige Unterhaltung und solide Schauwerte. Vor allem die Kreaturen des dunklen Waldes sind sehr einfallsreich und handwerklich überzeugend umgesetzt. Hier fühlt man sich zum Teil an Herr der Ringe und Avatar erinnert. Auch die typischen Märchenklischees werden geschickt umschifft. Die sonst so knuffigen Zwerge sind hier beispielsweise rauhe und fluchende Kerle. Schön auch, Bob Hoskins mal wieder zu sehen, hier in der Rolle des Oberzwergs.

Heimliche Hauptdarstellerin ist die Oscar-Preisträgerin Charlize Theron als Königin Ravenna, die hier auch ohne entstellendes Make-up als Monster überzeugt. Kristen Stewart variiert mehr oder weniger nur einen Gesichtsausdruck, und macht als Charakter leider auch keine größere Entwicklung durch. Sie ist bereits am Anfang tough und kann allein aus ihrem Verließ entkommen, und am Ende ist sie noch tougher und führt in Jeanne-d´Arc-Manier den Angriff auf das Schloss der bösen Königin an. Dass moderne Märchenverfilmungen die weiblichen Charaktere aktiver und offensiver anlegen, ist an sich gut und notwendig, aber mittlerweile nimmt es auch seltsame Züge an, wenn die männlichen im Gegenzug zu Schwächlingen degradiert werden.

Chris Hemsworth´s "Huntsman" verdient kaum die Bezeichnung männlicher Protagonist. Ein trinkender, nicht sonderlich heller Trauerkloß, den Schneewittchen öfter retten muss als umgedreht. Am Ende bewundert er ihre Rüstung und reitet ein paar Meter hinter ihr her. Kein Wunder, dass Johnnie Depp, Viggo Mortensen und Hugh Jackman die Rolle ablehnten. Und auch die restlichen männlichen Figuren sind eher schwache, teilweise hinterlistige Pappenheimer, mal abgesehen von den buchstäblichen Zwergen. In anderen Märchenfilmen herrscht ein ähnlicher Trend. In Disneys Verwünscht beispielsweise muss die Prinzessin im Finale ihr hilflos zappelndes männliches Love Interest aus den Klauen der bösen Königin befreien. Was irgendwann mal als erfrischende Umkehrung bestehender Klischees begann, wird offenbar zum neuen Standard. Über die pädagogische Wirkung kann man sicherlich besorgt sein.

Etwas befremdlich mutet auch an, dass im Film die Protoganisten analog zum unübersetzten Filmtitel mit "Snow White" und "Huntsman" angesprochen werden, anstelle dem wohl etwas uncoolen Schneewittchen und Jäger - uncool in ersterem Falle wahrscheinlich vor allem durch den verniedlichenden Diminutiv. Etwas peinlich ist diese Entscheidung des deutschen Verleihers/Synchronstudios aber vor allem, wenn man an die Verdienste von Jakob und Wilhelm Grimm um die deutsche Sprache denkt.

Abgesehen von diesen beiden Kritikpunkten, die dem breiten Publikum sicher nicht negativ auffallen werden, bietet der Film spannende und handwerklich gut umgesetzte Unterhaltung sowie eine schön böse Charlize Theron, und ist insofern durchaus sehenswert.

Sonntag, 17. Juni 2012

Agent Provocateur - Wieviel Fleming ist in SKYFALL?

Der nachfolgende Text ist größtenteils Spekulation anhand dessen, was bisher an Bild- und Filmmaterial sowie Interviews zum neuen James-Bond-Film veröffentlicht wurde, könnte dadurch aber auch massive Spoiler zur Filmhandlung enthalten. Wer sich diverse Überraschungen im Kino erhalten möchte, sollte es sich deshalb überlegen, weiterzulesen. (Und da ich selbst trotz aller guten Vorsätze immer alle Spoiler lese, meine ich das wirklich ernst ;)


Mittwoch, 13. Juni 2012

Was kostet die Welt(herrschaft)?

Witschaftsstudenten der Internetseite Centives haben sich die Evil Overlord Liste, die Peter Anspach 1997 erstellte, vorgenommen und die jeweiligen Kosten ausgerechnet. Auf der Spaßliste führt Anspach 100 Punkte an, die man als Superschurke unbedingt tun oder auch lassen sollte - und ist wohl eher an entsprechende Hollywoodautoren adressiert. Insgesamt kosten alle Punkte auf der Liste zusammen leider mehrere Millionen Dollar, weshalb die großen Filmschurken wohl auch weiterhin die üblichen, tödlichen Fehler machen werden.

Einige Zeit zuvor hatte Centives neben den Kosten für einen Todesstern die Kosten eines typischen Schurken-Hauptquartiers im Stile von Blofelds Vulkan in You Only Live Twice oder Strombergs Atlantis in The Spy Who Loved Me errechnet. Wenn man sich mit einem einigermaßen sicheren Bau wie dem MI6-Hauptquartier zufrieden gibt, ist man bereits mit 240 Millionen Dollar dabei. Ob da auch eine Abschussvorrichtung für Qs Spezialboot dabei wäre, ist allerdings fraglich. Außerdem sieht Atlantis oder Scaramangas Insel einfach mal wesentlich cooler aus als diese Lego-Burg an der Themse.

Das komplette Paket inklusive Piranhas und Lohn für einen brauchbaren Henchman kostet unter dem Strich über 17 Milliarden Dollar, plus 15 Millionen laufende Betriebskosten pro Jahr. (Und einen anständigen Henchman sollte man sich schon leisten. Was herauskommt, wenn man sparen will und seinen Cousin nimmt, sieht man in Quantum of Solace.) Umgerechnet wären das über 13 Milliarden Euro plus 12 Millionen. Immer noch weniger als ein Euro-Rettungsschirm, und immerhin 35 Privatpersonen auf der Welt könnten sich das leisten!

Es gibt allerdings auch zwei Möglichkeiten, etwas preiswerter an ein brauchbares Schurkenversteck zu kommen. Entweder man engagiert Ken Adam als Architekt, oder man erwirbt eine bereits vollständig erschlossene Immobilie, wie diese U-Bootbasis in einem Berg in Norwegen. inklusive Notstromsystem, Werkstätten und unterirdischem Tunnelsystem. Laut io9.com kann man dieses schöne Anwesen bereits für den Schnäppchenpreis von 17,5 Millionen Dollar erwerben, also umgerechnet 14 Mio. €. Für Weltherrschafts-Aspiranten könnte soetwas für den Anfang durchaus geeignet sein, wenn man mal von der allseits bekannten Lage absieht...

Dienstag, 12. Juni 2012

Boyd über Bond

Auf der Seite news tank äußert sich William Boyd über seine Herangehensweise an Bond. Der schottische Schriftsteller und Drehbuchautor (unter anderem Chaplin) wurde von Ian Fleming Publications beauftragt, einen James-Bond-Roman zu schreiben, der im Herbst 2013 erscheinen soll und im Jahr 1969 angesiedelt ist.

Boyd erklärt: "He is a middle-aged man, a middle-aged spy, and that’s one of the things that interests me" und "I’m a realistic novelist and what interests me about Bond is the human being. There will be no mountains filled with atom bombs or global plagues, no gadgets, no superpowers or preposterous enemies – there will be an entirely believable psychopath, not a preposterous psychopath." - "And similarly with love affairs – in my novel they will be entirely believable."

Das heißt also ein 45jähriger James Bond mit glaubwürdigen Liebesbeziehungen, keine Gadgets, keine mit Atombomben oder Biowaffen gefüllte Berge und keine absurden Psychopathen. Der von Fleming in seinen Büchern beschriebene war bereits realistischer und menschlicher angelegt als der Bond der Filme, so realistisch allerdings auch wieder nicht. Ich habe kein Problem mit einem realistischeren Ansatz bei Bond, den ja auch bereits Jeffery Deaver verfolgte. Was mich bei solchen Aussagen über die so cartoonhafte Überzeichnung der Filme nur immer wieder wundert ist, dass a) bereits in den Fleming-Büchern ziemlich absurde Gegenspieler - wie der Dr.-Fu-Manchu-inspirierte Doktor No - sowie Weltbedrohungsszenarien mit A- und B-Waffen vorkommen, und b) die reale Welt der Politik und Spionage zum Teil nicht minder cartoonhaft wirkt. Wer jemals ein Spionagemuseum besucht hat, weiß welche phantasievollen und teils kuriosen Gadgets von realen Agenten benutzt wurden. Ein James Bond, der ohne Gadgets agiert, ist in dem Sinne eigentlich eher unrealistischer. Auch "bombengefüllte Berge" sind kein völliges Phantasieprodukt, wenn man nur an die unterirdischen Bunkeranlagen der Nationalsozialisten denkt, in denen an "Vergeltungswaffen" gearbeitet wurde, sowie die modernen Gegenstücke diverser Staaten. Und jemand wie Gaddafi beispielsweise mit seiner Theatralik und seinem weiß getünchten Gesicht würde als Filmbösewicht wohl auch eher absurd und grotesk, um nicht zu sagen unglaubwürdig, wirken. Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich auf Boyds Bond-Interpretation.

Montag, 11. Juni 2012

TV-Tipps

Dienstag, 12. Juni

"Lili Marleen" (Deutschland 1980)

RBB, 23:55
Zum 30. Todestag von Rainer Werner Fassbinder sind zur Zeit einige Filme von ihm im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen, darunter auch eine Reihe auf ARTE. In Fassbinders Kriegsdrama Lili Marleen, das lose auf der Autobiografie von Lale Andersen beruht, ist Giancarlo Giannini in der Rolle des Juden Robert zu sehen. In Casino Royale und Quantum of Solace spielte Giannini René Mathis.


Mittwoch, 13. Juni

"The Quest - Die Herausforderung" (USA 1995)

Kabel 1, 22:30 Uhr
Mit diesem Martial-Arts-Abenteuer hat sich B-Actionmime Jean-Claude Van Damme zum ersten Mal als Regisseur versucht, mit eher mäßigem Erfolg. Für die Rolle des Lord Dobbs konnte er Sir Roger Moore gewinnen. Obwohl Sir Roger seinen gewohnten Charme versprüht, äußerte er sich in seiner Autobiografie über die Dreharbeiten eher kritisch.

Sonntag, 10. Juni 2012

Richard Sammel

Gerade hab ich ein sehr interessantes Interview mit Richard Sammel im Internet entdeckt, bekannt aus Filmen wie Das Leben ist schön, OSS 117 - Der Spion, der sich liebte, Inglourious Basterds und Casino Royale, wo er Adolph Gettler verkörperte. Dass Sammel ursprünglich auch für die Rolle des Hans Landa in Inglourious Basterds vorsprach, und auch für die des Le Chiffre in Casino Royale, war mir bisher nicht bekannt. Sammel als Le Chiffre ist eine sehr interessante Vorstellung. Im Interview gibt er auch einige sehr nützliche Tips für Nachwuchs-Schauspieler.

Donnerstag, 7. Juni 2012

SKYFALL Costume Videoblog



Die Szenen im Casino sehen sehr stimmungsvoll und bondlike aus, und erinnern mich etwas an die Casinosequenz in The Man With The Golden Gun, die ebenfalls in Macao spielte (damals allerdings noch zu Portugal gehörend). Vielleicht Absicht, und eine von mehreren etwas dezenteren Hommagen als in Die Another Day?

Ich glaube, hier sieht man die sehr langen Fingernägel von Severine, die in einen TVMovie-Interview bereits erwähnt wurden. Laut wikipedia waren solch lange Nägel im China der Qing-Dynastie üblich, sind es in einigen asiatischen Ländern noch heute und sollen anzeigen, dass der Träger keiner körperlichen Arbeit nachgehen muss. Bond mit einer reichen, geheimnisvollen Frau auf einem Schiff in Asien... Mit etwas Phantasie könnte man sich an einen anderen Film mit Roger Moore erinnert fühlen...

Da der DB5 Bonds Privatwagen ist, könnte es sein, dass man hier auch Bonds private Garage sieht? Für die Abteilung Q sieht es dann doch etwas zu kramig aus.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Django Unchained Trailer

Und da ist er, der erste Trailer zu Tarantinos neuestem Streich. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, worauf ich mich mehr freue - auf den Film oder auf den Soundtrack...

Dienstag, 5. Juni 2012

60 Jahre Queen

Zum The Queen's Diamond Jubilee BBC Concert traten auch drei Bondveteranen auf: Sir Tom Jones, Sir Paul McCartney und Dame Shirley Bassey. Der Tiger - der früher einmal selbst als Bond in Erwägung gezogen wurde und mittlerweile rein optisch einen guten Bösewicht abgeben würde - sang zwar nicht Thunderball, versprüht aber immer noch ebenso viel Power und Charme wie eh und je. Ebenso Bassey, die passenderweise Diamonds Are Forever sang, und McCartney mit Live And Let Die. Wie genial wäre doch eine Rückkehr von einem der drei, oder vielleicht sogar einem Duett von Bassey und Jones, zu Bonds Golden Jubilee! (Wobei ich auch sehr gut mit einem zweiten Einsatz von Duran Duran oder a-ha leben könnte... :)





Und als bondige Zugabe noch Grace 'Mayday' Jones mit Slave to the Rythm. Die mittlerweile 64jährige Jamaikanerin wirkte nicht zuletzt durch ihre über vierminütige Hula-Hoop-Performance so topfit, als könnte sie Roger Moore immer noch zum Frühstück verspeisen. Insgesamt kann man die Veranstaltung nur als äußerst gelungen bezeichnen. Die Briten verstehen es einfach mal, zu feiern...

Der schwarze Kanal

Seit fast zwei Wochen ist das Teaserplakat zum neuen Bond SKYFALL nun online, und ich möchte meinen neuen Blog mal dazu missbrauchen, dazu ein paar Gedanken zu äußern.

Das positivste Signal, das das Plakat in Richtung Fans sendet, ist wohl die Verwendung der ikonischen Maurice-Binder-Gunbarrel. Nach deren Neu-Definition in Casino Royale und der Positionierung am Ende des Films bei Quantum of Solace ist die Gunbarrel-Sequenz wohl mehr denn je zu einem Symbol für den klassischen Bond geworden, den sich viele Fans zurücksehnen.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Filmstadt Prag

Letzte Woche habe ich Prag besucht und das zum Anlass genommen, einige Filmlocations, vor allem von Casino Royale, zu besuchen. Bereits vor der Wende (hier Samtene Revolution genannt) wurden hier internationale Produktionen gedreht, wie Amadeus oder Yentl. Aber vor allem seit Brian De Palmas Mission: Impossible 1996 sind in Prag immer wieder internationale Filmteams zu Gast, was vor allem den preiswerten Barrandov Filmstudios zu verdanken ist. Einige Hinterlassenschaften kann man neben original mittelalterlichen Schaustücken im Pulverturm besichtigen, darunter Gegenstände und Waffen aus Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Luther, Der König von Narnia oder Heath Ledgers Rüstung aus Ritter aus Leidenschaft. Obwohl Prag eine der schönste Städte Europas ist, doubelt es dabei oft andere Städte, wie beispielsweise London, Wien, Zürich, Moskau und sogar Miami.

Bond erledigt in Prag in Casino Royale (2006) seinen zweiten Tötungsauftrag, der ihn in den Doppelnullstatus befördert. Gedreht wurde im Danube House an der Moldau im nördlichen Prag, einem sehr modernen, nach energiesparenden Aspekten errichteten Bürokomplex, der im Film ungemütlicher wirkt als in der Realität. MI6-Verräter Dryden hat hier sein Büro in der sechsten Etage.

Die an ein Schiff erinnernde Fassade wurde vom Chilehaus in Hamburg inspiriert.

Der Establishing Shot des Films wurde vom gegenüber liegenden Nile House aufgenommen. Leider kann man als nicht angemeldeter Besucher mittlerweile nicht mehr mit dem Fahrstuhl in die oberen Etagen fahren. Vielleicht hat sich die Firma in der sechsten Etage über die hin und wieder auftauchenden Nerds beschwert, die dort Fahrstuhl und Treppenhaus fotografieren. Vielleicht war aber auch Dryden nicht der einzige Dunkelmann, der dort sein Büro hat. ;-)

Links eine Einstellung aus dem Teaser-Trailer, die aus dem fertigen Film geschnitten wurde.

In der unmittelbaren Nachbarschaft des Danube House befindet sich das Ministerium für Transport (vorn), das im Film allerdings ein Gebäude fast auf der anderen Seite der Welt im sonnigen Miami darstellt. Während ersteres mit Schnee und dampfenden Gullys in eisige Kälte gehüllt wurde, hat man das Ministerium mit Palmen und amerikanischen Taxis versehen. (Für die darin arbeitenden Beamten war das Vorfahren von James Bond im Taxi sicher ein unvergessliches Abenteuer :-)

Im Film beherbergt das Ministerium die Körperwelten-Ausstellung, der Bond einen Körperspender beschert. Entsprechende Innenaufnahmen wurden allerdings wiederum in den Innenräumen des Vitkov-Monuments gedreht. Zur Zeit gastiert Körperwelten auch wieder in Prag, diesmal aber in einem Ausstellungsgelände im Norden Prags.

Ein weiter Drehort ist das Kloster Strahov in der Nähe der Prager Burg. Der Philosophische Saal der Bibliothek stellt in einer kurzen Szene die Innenräume des House of Commons in London dar, die M mit ihrem Assistenten Villiers wütend durchschreitet. Ms Worte "Christ, I miss the Cold War!" sind hier also nicht ganz fehl am Platz.




Leider kann man den Saal als Besucher nicht betreten. Der Philosophische Saal und auch der benachbarte Theologische Saal sind vor allem durch Gemälde und Stuckverzierungen an der Decke sehr sehenswert, die im Film allerdings außerhalb des Bildausschnitts gehalten wurden.


Schließlich wurden neben dem Ruzyne Airport noch im Foyer des Nationalmuseums am oberen Ende des Wenzelsplatz gedreht, wo die Lobby eines Hotels in Venedig entstand. Dort wird aber leider noch bis 2016 renoviert, und man kann das Gebäude nur für Konzerte betreten.

In Mission: Impossible von 1996 diente das Foyer als Setting für einen Empfang der US-Botschaft in Prag am Anfang des Films. Hunt und sein Team beschatten hier den vermeintlichen Verräter Golitsyn.


Das Palais Liechtenstein auf der Kampa-Halbinsel direkt an der Karlsbrücke diente für Außenaufnahmen der Botschaft. Es wird in der Realität sogar tatsächlich für Staatsempfänge genutzt. Am Seitenausgang beobachten Tom Cruise und Kristin Scott Thomas Golitsyn.

Brian De Palmas Film wurde seinerzeit für vieles kritisiert. Jim Phelps´ Seitenwechsel, Gegenverkehr im TGV, style over substance, etc. pp. Vieles stimmt sicherlich, allerdings finde ich gerade den leicht übertriebenen visuellen Stil immer wieder genial. Auch wie De Palma Prag fotografiert, ist äußerst gelungen, irgendwo zwischen kafkaesk und kommunistisch, mit vollem Einsatz aller Nebelmaschinen.

Wenn man vom Seitenausgang des Palais ein Stück die Moldau entlang geht, findet man das Tor, an welchem dann Agentin Sarah und Golitsyn erstochen werden, und über das Hunt dann klettert, um vor der Polizei zu flüchten (rechts). Ebenfalls in der Nähe befindet sich die Treppe zur Karlsbrücke, von der Phelps stürzt. Hunt beobachtet das von der Treppe aus, und sieht schließlich von dort ein Auto auf dem Kampa-Platz explodieren (links).












Das Restaurant Akvarium, dessen Wassermassen sich auf den Altstädter Ring ergießen, existiert leider nicht wirklich, sondern wurde im Studio nachgebaut. Allerdings wäre es wohl eine clevere Geschäftsidee gewesen, ein solches Restaurant nach dem Film wirklich zu bauen.

Auch der neuste Teil der Mission:Impossible-Reihe wurde in Prag gedreht. Tom Cruise und Jeremy Renner stürzen im Auto von der Mané-Brücke, nahe der Karlsbrücke, und werden von Gangstern beschossen. Der Schauplatz im Film ist allerdings Moskau. Und der Innenhof der Prager Burg durfte den Kreml doubeln. Neben Ethan Hunt und James Bond kämpfte sich auch Jason Bourne durch Prag, das in Die Bourne Identität aber wiederum Zürich darstellen soll (was schon etwas seltsam ist, da Zürich an einem See und nicht an einem Fluss liegt, den man im Hintergrund sieht). Geht man vom Kampa-Platz etwas weiter zum benachbarten Park findet man dort Bänke, und auf einer von diesen nächtigte Bourne bevor er zwei Schweizer Polizisten zusammenschlug, die ihn weckten.

Interessanterweise werden die wenigsten Filme, die in Prag gedreht wurden, der Stadt wirklich gerecht, am ehesten vielleicht noch Mission: Impossible. Aber seit 1996 ist sehr viel von dem grauen "Ost-Charme" verschwunden, und die meisten der teilweise wunderschönen Jugendstil-Fassaden wurden renoviert. Prag hätte es mittlerweile wirklich verdient, ein offizieller Hauptschauplatz in einem Bondfilm und einfach mal es selbst zu sein.

Dienstag, 22. Mai 2012

Skyfall? Done!

Der Teaser-Trailer ist seit gestern online. Manchmal vermisse ich die gute alte Zeit, als man diese Trailer noch unvorbereitet im Kino sah...


Der Trailer wirkt beim erstmaligen Sehen leicht befremdlich, ist aber nichtsdestotrotz sehr gelungen. Er beginnt mit einer Art psychologischem Verhör. Ähnlich wie beim berühmt-berüchtigten Rorschachtest soll Bonds Unterbewusstsein per freien Assoziieren erforscht werden, während M, Tanner und der von Ralph Fiennes dargestellte Mallory das ganze durch eine einseitig verspiegelte Fensterscheibe verfolgen. Sehr clever ist dabei, dass auch dem Zuschauer scheinbar zusammenhanglose Bilder präsentiert werden, die dieser frei assoziieren darf. Gemessen an vorherigen Bond-Teasern ist dieser Trailer geradezu revolutionär. Allerdings muss man sagen, dass er handwerklich insgesamt doch etwas Nolan-esque wirkt. Christopher Nolan ist mittlerweile in der Filmlandschaft ein ebensolcher Alpha-Rüde, wie es seinerzeit Steven Spielberg in den 1980ern war. Man darf gespannt sein, inwieweit sich das auch im fertigen Film niederschlägt.

Montag, 21. Mai 2012

3 - 2 - 1 ... Lift-up!

So, hiermit eröffne ich einen Blog zum Thema James Bond sowie Filme allgemein. Da im deutschsprachigen Raum Blogs zum Thema Bond noch nicht so weit verbreitet sind wie im englischen, hoffe ich doch, ein paar Leser zu finden. :-)