Sonntag, 23. April 2017

Die ungleichen Brüder

Die Darstellung der Figur James Bond durch Pierce Brosnan und Daniel Craig könnte unterschiedlicher kaum sein. Eine leicht versnobte Eleganz, Kultiviertheit sowie Hommage, fast schon Beschwörung früherer Glorie auf der einen Seite – physische Präsenz und ein cooles Überbordwerfen verkrusteter Klischees auf der anderen. Und doch ähneln sich ihre Amtszeiten in vielen Details so sehr, dass man sie wie Folien aufeinanderlegen könnte. Zumindest bisher.




Freitag, 21. April 2017

Franchise - meistbietend zu versteigern

Wie die New York Times berichtet, bemühen sich zur Zeit fünf Filmstudios um die Vertriebsrechte an den James-Bond-Filmen: Sony Pictures, Warner Bros., Universal Pictures, 20th Century Fox und Annapurna Pictures.

Mit Sony als Verleih arbeiteten die Produktionsfirmen Eon Productions und MGM seit CASINO ROYALE sehr erfolgreich zusammen. Produzentin Barbara Broccoli war bisher sehr auf langfristige Zusammenarbeiten und Loyalität zu Partnern bedacht, insofern dürfte Sony gute Karten haben. Und da man offenbar einen fünften und letzten Craig-Bond plant, wäre diese Entscheidung im Sinne der Kontinuität wohl auch am sinnvollsten.



Entgegen den allgemeinen Erwartungen bemühen sich Walt Disney Studios nicht um die Rechte, wahrscheinlich weil man mit dem Marvel Cinematic Universe sowie Star Wars bereits sehr gut aufgestellt ist. "Hallo Micky Maus", wird es bei Bond also nicht heißen. Allerdings ist mit Warner Bros., der Heimat von DC Comics, einer der größten Konkurrenten von Disney/Marvel dabei. Warner besitzt außerdem das 'Herr der Ringe'/'Hobbit'-Franchise sowie Harry Potter samt Ableger. Insgesamt eher dunklere und mythisch angehauchte Franchises. Da man sich mit SKYFALL äußerst erfolgreich dem Nolan'schen Batman angenähert hat, könnte das Studio hier punkten.

20th Century Fox hat die tricktechnisch führenden Avatar- und Alien-Reihen im Portfolio, sowie die X-Men. Universal ist die Heimat von Jason Bourne, der Fast & Furious sowie der Dinosaurier von JURASSIC WORLD. Derzeit versucht man, die Mumie mit Hilfe von Tom Cruise wieder zu beleben. In Bezug auf Actionszenen wären sie sicherlich nicht die schlechteste Wahl.

Als größte Überraschung sehen Filmseiten wie moviepilot die noch relativ unbekannten Annapurna Pictures: Die von Megan Ellison im April 2011 ins Leben gerufene Produktionsschmiede Annapurna Pictures zeichnet sich bisher vor allem durch ihr facettenreiches, weniger auf das Mainstreamkino ausgelegte Programm aus, mit Filmen wie HER, FOXCATCHER, JAHRHUNDERTFRAUEN und THE PHANTOM THREAD, dem neuen Film von Paul Thomas Anderson

Das Credo von Annapurna Pictures ist, anspruchsvolle und qualitativ hochwertige Filme zu produzieren, die von den großen Hollywood-Studios als zu riskant eingestuft würden. Erst kürzlich hat Milliardärs-Erbin Megan Ellison ihre Ambitionen in Richtung Blockbuster durch den Kauf der Terminator-Rechte bekundet. Als ambitionierte Powerfrauen könnten Ellison und Broccoli durchaus einen Draht zueinander finden.

Sonntag, 16. April 2017

Clifton James verstorben

George Clifton James, der Darsteller des Sheriff J.W. Nepomuk Pepper in den James-Bond-Filmen LIVE & LET DIE sowie THE MAN WITH THE GOLDEN GUN, ist mit 96 Jahren verstorben. Pepper war ursprünglich als Parodie eines Südstaaten-Sheriffs angelegt, erhielt aber ähnlich wie der Beißer einen zweiten Auftritt und wurde von einem Gegner zu einem Verbündeten.

James spielte eine ähnliche, als Hommage angelegte Rolle eines Sheriffs auch in SILVER STREAK (Trans-Amerika-Express, 1976) an der Seite von Richard Kiel, und in SUPERMAN II von Richard Lester. Außerdem wirkte er in Lesters JUGGERNAUT (18 Stunden bis zur Ewigkeit), THE UNTOUCHABLES und zahlreichen TV-Serien wie Hart aber herzlich. mit.

Im deutschen Fernsehen war er 1994 zusammen mit Sir Roger Moore und Lois Maxwell bei Gottschalk Late Night zu sehen.


Samstag, 11. März 2017

Bond vs. King Kong

Mit KONG: SKULL ISLAND startet eine neue Verfilmung um die Figur King Kong in den Kinos, die schon im Jahr 1933 ihren ersten und bis heute beeindruckenden Auftritt hatte. Die diversen Verfilmungen des Stoffes spiegeln ihre Entstehungszeit jeweils sehr gut wider - vom Beginn der Tonfilm-Ära über die Katastrophenfilme der Siebziger als Vorläufer moderner Blockbuster, die Möglichkeiten moderner, digitaler Tricktechnik im neuen Jahrtausend bis hin zur Umarbeitung aller möglichen Stoffe zu Franchise-Vehikeln in der Gegenwart.

Und so gibt es natürlich auch einige bemerkenswerte Überschneidungen mit dem Bond-Universum, auf die hier aus Anlass des neuen Kong-Films näher eingegangen werden soll.





Von Skull Island nach Las Vegas

Was heute 'Cinematic Universes' sind, waren in den 1930er Jahren Monster. Sie garantierten Kasse, und jeder wollte ein paar davon sein Eigen nennen. Dracula, Frankensteins Monster, Wolfsmenschen, Mumien und Unsichtbare sowie deren Bräute und Söhne hielten die Welt in Atem, und machten Bela Lugosi und Boris Karloff zu Stars.

Anders als die anderen Monster - mit Ausnahme der Mumie - hatte KING KONG keine literarische Vorlage, sondern wurde direkt für die große Leinwand konzipiert. Die Geschichte hat trotzdem - oder gerade deshalb - etwas archetypisches und bis heute faszinierendes, und reflektiert in mehrfacher Hinsicht das Medium Kino an sich. Die manische Suche des Filmemachers nach immer größeren und beeindruckenderen Sensationen, deren hemmungslose Ausbeutung oder das Ritual der Eingeborenen, das das Monster besänftigen soll - Kino ist ja letztlich ebenfalls eine Art Ritual, das stellvertretend Ur-Ängste durchleben lässt und durch eine Katharsis besänftigen soll.

Der klassische Held in KING KONG war der US-Amerikaner Bruce Cabot. Die Rolle brachte ihm den Durchbruch und steht am Beginn seiner Karriere, mit Filmen wie Fritz Langs FURY, HATARI!, CAT BALLOU sowie zahlreiche Western an der Seite von John Wayne. Cabots Rollen wandelten sich langsam von Helden zu Schurken, und am Ende seiner Karriere stand schließlich sein finaler Auftritt als zwielichtiger Burt Saxby in DIAMONDS ARE FOREVER.

Saxby ist Blofelds rechte Hand im Film. Man sieht ihn zuerst in einem Casino in Las Vegas, als er mit Wint und Kidd spricht, und kurz darauf James Bond - verkörpert von Sean Connery - unbegrenzten Kredit beim Roulette einräumt. Später im Film wird er mit dem Oneliner "Tell him he's fired!" erschossen.

Kurz nach seiner Einführung sagt Plenty O'Toole: "You handle those cubes like a monkey handles coconuts". Später im Film sieht man einen Schausteller in einem Gorilla-Kostüm aus einem Käfig ausbrechen und Kinder erschrecken. Wenn man bedenkt, dass Regisseur Guy Hamilton und Autor Tom Mankiewicz einen feinen Sinn für groben Unfug hatten, könnte man diese Szenen durchaus als Anspielung auf Cabots berühmteste Rolle sehen.


iZeitlgeich zu KING KONG drehte Regisseur Ernest B. Schoedsack den Dschungel-Kulissen den Thriller THE MOST DANGEROUS GAME, in dem Fay Wray und andere auf der Insel eines Menschenjägers landen. Diese Geschichte lieferte die Inspiration für die Jagd auf Bond in OCTOPUSSY.


Mit THE SON OF KONG kam sensationelle sechs Monate später eine Fortsetzung in die Kinos, die zwar sowohl O'Brien als Trick-Techniker als auch Robert Armstrong als Carl Denham, Frank Reicher als Kapitän Englehorn und Noble Johnson als Eingeborenen-Häuptling gewinnen konnte, aber in Deutschland nie in die Kinos kam. Deutsche Uraufführung war erst 1993.

Armstrong und O'Brien sowie ein junger Ray Harryhausen wirkten 1949 auch an MIGHTY JOE YOUNG mit, der offiziell nichts mit King Kong zu tun hat, obwohl er in Deutschland unter dem Titel Panik um King Kong erschien.


Big in Japan

KING KONG war eine der Inspirationen für GODZILLA (ゴジラ, Gojira, 1954), und so dauerte es auch nicht lange, bis dieses ikonische Monster auf den Riesen-Gorilla traf. In KING KONG VS. GODZILLA (キングコング対ゴジラ Kingu Kongu Tai Gojira) begegnen sich diese beiden Urzeit-Monster, ebenso wie die beiden späteren Bondgirls Mie Hama und Akihiko Wakabayashi aus YOU ONLY LIVE TWICE (Man lebt nur zweimal, 1967). Mie Hama wandelt hier auf den Spuren von Fay Wray und ist Kongs 'love interest'.

Nach ihrem internationalen Erfolg mit James Bond spielte Mie Hama noch einmal in einer japanischen King-Kong-Verfilmung mit, KING KONG ESCAPES! (deutscher Titel: King Kong, Frankensteins Sohn, 1967), in der der Riesengorilla auf einen ziemlich lächerlich aussehenden Roboter trifft. Hama spielt hier eine schurkische Agentin namens Madame Pyranha.

Trotz zahlreicher Rollenangebote aus Hollywood zog sich Mie Hama aus dem Filmgeschäft zurück und lebt heute auf einer Farm im ländlichen Japan.


Kong '76

Mitte der 1970er Jahre produzierte Dino De Laurentiis ein Remake des 1933er Originals. Ursprünglich wollte man den Film ebenfalls in den Dreißigern ansiedeln, was sich allerdings als zu teuer erwies. Deshalb entwickelte man lieber eine Neu-Interpretation, die aus heutiger Sicht ein interessantes Zeit-Dokument ist. Vor allem das Finale auf und im World Trade Center hat einen nostalgischen und melancholichen Touch. 

Obwohl der Film teils zu Recht eher negative Besprechungen erhielt, gibt es aber auch viele positive Aspekte an dem Remake. 

Für Bondfans am interessantesten ist sicher die Filmmusik von John Barry. KING KONG ist einer von Barrys ersten Scores, die die eher majetätische, von Streichern getragene Musik in der späteren Phase seines Schaffens repräsentieren. Diese eher ruhigere Musik brachte ihm zwei seiner Oscars ein - für OUT OF AFRICA und DANCES WITH WOLVES - wurde aber auch oft kritisiert. So erhielt er für THE LEGEND OF THE LONE RANGER 1981 sogar eine goldene Himbeere, und einige seiner Arbeiten wurden abgelehnt und ersetzt. Für mich ehrlich gesagt unverständlich. Es gibt keinen schlechten Barry-Soundtrack, und auch KING KONG gewinnt durch seine Musik ungemein an Atmosphäre.


Ausstellung im Empire State Building
Durch das nautische und das leicht mythologische Element des Soundtracks kann man auch eine ungefähre Vorstellung davon entwickeln, wie ein Barry-Score für THE SPY WHO LOVED ME ein Jahr später geklungen hätte. 1982 lieferte John Barry einen weiteren, wunderbaren Soundtrack für einen Film mit Jessica Lange ab - FRANCES - der ihr schauspielerisches Potential mehr ausschöpfte.

Ein weiterer Bondbezug ergibt sich durch Drehbuch-Autor Lorenzo Semple junior, der sieben Jahre später das Buch für NEVER SAY NEVER AGAIN schrieb. Ein Meisterwerk, das ihn unbedingt für Bond empfiehlt, ist seine Kong-Version nicht gerade. Dwan ist als Rolle ziemlich eindimensional, und in ihrer Unbedarftheit und Freizügigkeit auch leicht sexistisch. Dass dafür Britt Ekland aus THE MAN WITH THE GOLDEN GUN im Gespräch war, verwundert daher nicht wirklich. Immerhin haben KING KONG und NEVER SAY NEVER AGAIN gemeinsam, dass sie einer sehr attraktiven Blondine zu Weltruhm verhalfen - Jessica Lange und Kim Basinger.

Überhaupt ist in Semples KING KONG vieles eine Nummer profaner und dreckiger. Aus dem schüchternen, arbeitssuchenden Mädchen wird hier eine naive Pornodarstellerin (was zumindest angedeutet wird), aus dem heroischen Matrosen ein dem Alkohol zugetaner Hippie und aus dem visionären Filmemacher ein schäbiger Öl-Magnat. Und Kong wird nicht mehr am Time Square ausgestellt, sondern auf irgendeinem Freigelände in einer riesigen Tanksäule.

Aber das Script hat auch einige sehr schöne Ideen. Etwa, dass Skull Island ständig von einer Wolkenformation verhüllt ist, die durch den Atem riesiger Tiere entsteht. (Was mich als Kind ziemlich fasziniert hat, und auch in SKULL ISLAND verwendet wird.) Trotz ihrer Naivität bekommt Dwan durch ihre angedeutete Wehrhaftigkeit ("Du blöder Affe!"), ihre Sympathie und ihren Einsatz für Kong am Ende auch eine aktive Seite, wo Fay Wray nur Objekt und 'Scream-Queen' war. Das erinnert zum Teil schon an Peter Jacksons Version von 2005.

Und schließlich gibt es im 1976er KING KONG auch einen Auftritt von 'Mr. Tee Hee' Julius W. Harris aus LIVE AND LET DIE

1986 entstand eine Fortsetzung dieses Films mit dem Titel KING KONG LIVES und Linda Hamilton in der weiblichen Hauptrolle, der Kritiker und Fans jedoch noch weniger überzeugen konnte.


Beauty killed the Beast

2005 entstand schließlich mit Peter Jacksons KING KONG eine Neuverfilmung, die dem Original am ehesten das Wasser reichen kann und eine enorme Liebe zum Detail aufweist - wenn sie auch keine nennenswerten Bondbezüge hat.

Interessant sind die Veränderungen in den verschiedenen Geschlechterrollen und der Handlung im Verlauf von über 80 Jahren: Die weibliche Hauptrolle vom anfänglich buchstäblichen Opfer hin zur aktiv handelnden und selbstbewussten Frau; und der Held, der sich vom zwar auch eher simpel gestrickten, aber trotzdem zupackenden und mutigen Seemann zum langhaarigen Umweltschützer und schließlich zum intellektuellen Schriftsteller wandelt. 


Der visionäre Filmemacher Denham ist im Original ebenfalls ein heroischer Charakter, der auch am Schluß noch bewundert wird und den klassischen Schluss-Satz liefert. In ihm spiegeln sich die beiden Macher Merian C. Cooper und Ernest Schoedsack, die wie Denham Afrika bereisten und Dokumentarfilme mit Spielfilm-Elementen drehten. Sie haben im Original einen Kurzauftritt als Piloten, die auf Kong schießen. Dieser Charakter wandelte sich zum gierigen Kapitalisten ohne besondere Visionen im 1976er Film, der zur Strafe von Kong getötet wird. Was sicher der Nixon-Ära geschuldet ist. In der 2005er Version hat er schließlich komödiantische und schlitzohrige Elemente, die seine Skrupellosigkeit zwar abmildern, ihn aber auch nicht mehr als Macher und Erfolgsmenschen kennzeichnen.

King Kong wurde dagegen nicht nur rein optisch älter und abgekämpfter, sondern auch emotionaler und realistischer. Es wird interessant werden, wie sich KONG: SKULL ISLAND in diese Entwicklung einfügt.

Freitag, 10. März 2017

Purvis & Wade will return

Die Saure-Gurken-Zeit in Bezug auf Bond 25 scheint vorbei zu sein. Nach Meldungen um einen für die Produktion gekauften Hubschrauber aus dem Luftfahrtmuseum Wernigerode (siehe hier oder hier) und Dubrovnik als potentiellen Drehort meldet MI-6, dass das Autoren-Duo Neal Purvis and Robert Wade für einen Drehbuch-Entwurf engagiert wurde. Für Purvis und Wade wäre es die siebente Arbeit für das Bond-Franchise. Bei SPECTRE wurden sie dazu geholt, um das laut einigen Meldungen unbefriedigende Script von John Logan bondtauglicher zu machen. Ihr Debüt gaben sie 1999 mit THE WORLD IS NOT ENOUGH.

Während mit Bond 25 wohl erst 2018 zu rechnen ist, gibt es in diesem Jahr eine hochinteressante Doku über die Produktion von ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE und das Engagement von George Lazenby als James Bond auf dem Stremingportal Hulu, das in Deutschland leider nicht so einfach zu sehen ist:




Freitag, 10. Februar 2017

30 Jahre THE LIVING DAYLIGHTS mit Gaststars am Originaldrehort Wien

In diesem Jahr feiern mehrere große Klassiker und Meilensteine der Bondreihe ein Jubiläum, darunter auch das geniale Timothy-Dalton-Debüt THE LIVING DAYLIGHTS (Der Hauch des Todes) aus dem Jahr 1987. Unter den reizvoll in Szene gesetzten Schauplätzen des Films ist Wien, das hier sowohl den kauzigen 'Charme' des Ostens in Form von Bratislava als auch den geballten Glanz des Westens zu verkörpern schafft, welcher auf Cellistin Kara Milovy (Maryam D'Abo) überwältigend wirkt.

Um diesen großartigen Bondfilm sowie den imposanten Schauplatz Wien 30 Jahren später zu würdigen, veranstaltet der James Bond Club Deutschland vom 25. bis 28. Mai 2017 ein Event mit Besuch aller entsprechenden Drehorte sowie Gaststars aus dem Film. Weitere Informationen gibt es auf der Internetpräsenz des Bond Club Deutschland, der Facebookseite sowie im James-Bond-Forum.


Dritte Ausgabe des Club-Magazins gunbarrel

Zum dritten Mal ist das Magazin des James Bond Club Deutschlandgunbarrel, erschienen. Neben wie Berichten von Events und Originaldrehorten und Interviews, die das Fanherz höher schlagen lassen - unter anderen mit Brigitte Millar aus SPECTRE - gibt es auch einen kleinen Beitrag von mir zum 35. Jubiläum von FOR YOUR EYES ONLY (In tödlicher Mission, 1981). Da ich diesen Blog in den letzten Wochen leider etwas vernachlässigen musste, sei dieses Magazin unbedingt empfohlen!

Samstag, 24. Dezember 2016

Bond & Beyond wünscht...

...Allen Lesern und Bondfans ruhige und erholsame Feiertage sowie einen guten Start in das neue Jahr 2017!

Dienstag, 25. Oktober 2016

Ankunft in Lauterbrunnen

Im 1969er Bondfilm ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE kommt James Bond 007 mit dem Zug am Bahnhof Lauterbrunnen an, um von dort per Kutsche und Helikopter zum Piz Gloria weiter zu reisen - zusammen mit Fräulein Bunt und ihren Schergen.

Die entsprechenden Drehorte in der idyllischen Gemeinde im Kanton Bern sind auch heute noch leicht wieder zu erkennen, trotz einiger Modernisierungen und Umbauten, die auch aktuell vorgenommen werden.







Anfahrt auf das Lauterbrunnental aus Richtung Kleine Scheidegg
Vom Bahnhof Lauterbrunnen aus erreicht man mit der Berner Oberland-Bahn Interlaken. Von dort aus kann man mit der Wengernalpbahn die Kleine Scheidegg (dieser Bahnhof mit Blick auf die Eiger Nordwand ist aus dem Film NORDWAND bekannt) und Grindelwald erreichen, wo im Film die Weihnachtsmarkt-Szenen entstanden.







Die erste Einstellung in Lauterbrunnen im Film.













Warten auf Bond: Neben Irma Bunt wartet auch Secret-Service-Mann Shaun Campbell auf die Ankunft von 007. Er benutzt den uralten, aber immer noch todsicheren Agententrick, sich mit einer Zeitung zu tarnen.












Die markante Auffahrt, mit der Bond im Schlitten den Bahnsteig verlässt, und auch Campbell kurz darauf in seinem VW Käfer.







Heute kann man den Bahnhof leider nicht mehr direkt mit dem Auto befahren.

Direkt gegenüber der Mauer wurde gerade an dem Einstieg zu einer Unterführung gearbeitet, so dass das Gesamtbild dieses Bond-Drehortes wieder etwas verändert wird.





Später im Film sieht man noch einmal Lauterbrunnen, als Bond und Tracy auf der Flucht vor Irma Bunt und ihren Killern sind. Sie passieren zuerst die Kirche am Ortseingang.







Sie halten an einem erhöhten Parkplatz mitten im Ort, an dem die Filmcrew zwei Telefonzellen errichtete. Von hier aus versucht Bond, London anzurufen, wird jedoch vorher von den Verfolgern entdeckt und beschossen.




Der Parkplatz befindet sich zwischen dem Hotel Jungfrau und der Klüppelstube.








Schließlich verlassen Bond und Tracy Lauterbrunnen wieder in Richtung Schilthorn-Bahn.

Der im Hintergrund zu sehende Staubachfall inspirierte übrigens Goethe 1779 bei einem Aufenthalt im Pfarrhaus zu seinem "Gesang der Geister über den Wassern".







Sonntag, 24. Juli 2016

Ken Adam reloaded?

Auf der San Diego Comic Con wurden der Titel und der Teaser der neuen Star-Trek-Serie bekannt gegeben: Star Trek Discovery.





Das Design der Discovery mit einem großen, dreieckigen Hinterteil sowie der Asteroiden-Raumbasis erinnert dabei stark an Konzepte, die in den 1970er Jahren von Sir Ken Adam und Star-Wars-Designer Ralph McQuarrie für den unrealisierten Star Trek: Planet of the Titans, beziehungsweise der ebenfalls unrealisierten Classic-Nachfolgeserie Phase 2 entwickelt wurde, siehe beispielsweise hier oder hier.

Freitag, 22. Juli 2016

Bourne to be Bond

Der neue Jason-Bourne-Streifen mit dem Titel JASON BOURNE steht ins Haus, und so verwundert es nicht, dass sich sowohl Regisseur Paul Greengrass als auch Bourne-Darsteller Matt Damon in Interviews auch zum Bond-Franchise geäußert haben. Beide nicht besonders positiv, was sicher zum Teil auch daran liegt, dass die Frage nach Bond wohl in fast jedem Interview auftaucht und irgendwann nervt, wenn man eigentlich ein Konkurrenz-Produkt vermarkten will.

Die Aussagen von Greengrass und Damon werfen, obwohl sie etwas fragwürdig sind, interessante Fragen zum Franchise auf.




Matt Damon sagte zum Thema Bond: "Ich mag Bourne lieber als Bond. [Was sicher logisch ist, wenn man ihn spielt.] Bourne verkörpert moderne Werte - Bond die aus den 1960er Jahren. Daniels Bond hat ihn ein bisschen aufgewertet und ihn mehr in die Gegenwart katapultiert, aber klassischerweise ist der Charakter ein Frauenfeind, der gerne Martinis schlürft und Leute umbringt - was ihm total egal ist. Bourne dagegen ist ein Serien-Monogamist - und er quält sich für die Dinge, die er getan hat. Zudem empfindet er Empathie und Mitleid für andere Leute. Und natürlich würde er einen Kampf gegen Bond gewinnen."

Worum es in JASON BOURNE geht und welche Zielgruppe anvisiert wird, zeigt der Trailer recht deutlich: Bourne schlägt und schießt mit nacktem, muskulären Oberkörper Gegner nieder. Action eben, wie sie ein junges, männliches Publikum mag. Die meisten werden in den Film gehen, um Bourne als 'perfect weapon' siegen zu sehen, nicht um ihn nach einem Mord nachdenklich am Fenster stehen zu sehen. Gewalt wird einerseits kommerzialisiert und ästhetisiert, gleichzeitig aber aus Publicity-Zwecken kritisiert. Diese Doppelmoral erkennt man schon am letzten Satz, Bourne würde gegen Bond gewinnen. Er ist also ein besserer Kämpfer und Killer, aber gleichzeitig ein besseres Vorbild für heutige Männer, weil er nach jedem Kampf ein paar Krokodils-Tränen über seine Opfer vergießt und "sich quält". Ein beeindruckendes Beispiel für die typische Hollywood-Moral - eine riesige Party geben, auf der man sich über Alkoholmissbrauch echauffiert.

Da frage ich mich, was ehrlicher ist: Wenn Sean Connery oder Roger Moore einen Schurken mit einem ironischen Oneliner und gehobener Augenbraue in die Ewigkeit schicken, oder wenn ein Auftragskiller, dessen Ausbildung trotz allem als Coolness inszeniert wird (und der in dem Punkt offensichtlich auch mit dem Bond-Franchise konkurrieren will), nach jedem Gewaltakt plakativ erschrocken ist.

Abgesehen davon haben (vermeintlich) kaltschnäuzige Helden eine ebenso lange Tradition wie empathische, von Philip Marlowe und Dirty Harry und Dr. House bis hin zu Deadpool. Sie haben ihre eigene Faszination und auch ihre eigene Berechtigung. Winnetou ist aufgrund seiner Aufrichtigkeit sicher kein faszinierenderer und vielschichtigerer Charakter als Harry Callahan. Dass Bond nicht ganz aus Stein ist, zeigt sich in vielen Romanen und Filmen sehr deutlich. Und dass Craigs Bondfilme die Figur aus den 1960ern "ein bisschen aufgewertet" haben ist angesichts ihres Erfolges auch eine etwas seltsame Untertreibung. Jason Bourne ist immerhin selbst eine Figur von 1980, ebenfalls aus der Phase des Kalten Krieges und über 35 Jahre alt.

Ähnlich äußerte sich auch Regisseur Paul Greengrass, dem eigenen Angaben zufolge auch schon die Regie eines Bondfilms angeboten wurde: "Ich persönlich sehe in den Bondfilmen Werte über Grossbritannien, über die Welt, Männlichkeit und die Macht vermittelt, die ich nicht teile. Ganz im Gegenteil. Bourne ist dagegen in Skepsis verankert. Es gibt die und es gibt uns. Und Bourne ist einer von uns, während Bond für die arbeitet. Und als Junge, der früher in der Klasse immer gern mit Brötchen geworfen hat, gehöre ich sicherlich zu denen, die auf der Seite von Bourne stehen."

Eine ähnliche Kritik habe ich mal zu Star Trek im Gegensatz zu Star Wars gelesen. In Star Trek sind im Prinzip die "Staatsdiener" die Helden, die Beamten, die Offiziere und die militärischen Befehlsempfänger. Vertreter des offiziellen Systems, während es in Star Wars die Rebellen sind, die gegen das "offizielle System" aufbegehren. "Die" und wir. Sicher ist es auch kein Zufall, dass Bond und Star Trek aus den Sechzigern stammen, während Bourne und Star Wars deutlich von den weltgeschichtlichen Umbrüchen nach Vietnam gekennzeichnet sind.

Die Frage ist in diesen Filmen nur: Ist das 'offizielle System' aus Prinzip schlecht? Was ist, wenn in Star Wars die Rebellen gewinnen und ihr eigenes 'offizielles System' aufrichten? Oder wenn alle Bournes dieser Welt alle bösen Politiker und Geheimdienstleute beseitigt haben? Würde Bourne dann nicht losgehen, um jemanden wie Goldfinger unschädlich zu machen? Unter der glitzernden Oberfläche von Girls und Martinis ging es auch bei Bond immer gegen antisoziale Persönlichkeiten, die ihre Macht aus ihrem Reichtum herleiteten. "In Skepsis verankert" zu sein bedeutet hier letztlich, in pubertärem Rebellentum zu stagnieren. Brötchenwerfen forever.

Diese Aussagen belegen aber auch, dass Bond von manchen Leuten immer als "Frauenfeind" oder "Staatsterrorist" wahrgenommen werden wird, wie es der Filmkritiker Georg Seeßlen ausdrückt. Egal, ob er eine Frau als Boss respektiert, um eine geliebte Frau trauert, seinen besten Freund rächt oder von den eigenen Leuten fast erschossen wird und mit seinem Beruf hadert. Man kann nie genug Weihrauch auf dem Altar der 'Political Correctness' darbringen, und es stellt sich die Frage, ob Bond als Filmfigur solchen Vorstellungen von 'Modernität' wirklich immer hinterher laufen muss. Eine große Portion Eskapismus und Selbstironie halte ich da eher für existentiell wichtig.

In Deutschland startet JASON BOURNE übrigens am 11. August.

Sonntag, 5. Juni 2016

Como Royale

Vor fast genau zehn Jahren - am 30. Mai 2006 - wurde am Comer See die berühmte Schlussszene von CASINO ROYALE mit dem noch berühmteren Satz The Name is Bond. James Bond. gedreht. Nachdem er die Telefonnummer von Mr. White (Jesper Christensen) auf dem Handy von Vesper (Eva Green) entdeckt hat, stellt Bond den mysteriösen Hintermann auf dessen Anwesen.

Gedreht wurde dafür auf dem Anwesen der Villa Gaeto nahe der Ortschaft San Siro.




Mittwoch, 1. Juni 2016

Wo Bond auf Star Wars trifft

Villa Del Balbianello, Lake Como, zu sehen in Casino Royale und Star Wars - Attack of the ClonesWährend sich in den Medien die Gerüchte um Daniel Craigs Rücktritt als Bonddarsteller häufen, hat sein famoses Debüt als 007 in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. Drehort für CASINO ROYALE waren neben Tschechien, den Bahamas und Venedig zwei Villen am Comer See. Villa del Balbianello in Lenno an der Westküste des Sees stellte ein Sanatorium dar, in dem Bond sich nach der Folter erholt. Das Anwesen auf der Spitze der Halbinsel Lavedo war 2002 auch schon als außerirdisch schöne Kulisse für STAR WARS: ATTACK OF THE CLONES zu sehen.




Star Wars - Attack of the Clones: Anakin und Padmé auf Varykino
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In beiden Filmen spielen hier romantische Schlüsselszenen einer Liebesgeschichte, deren tragischer Verlauf die Entwicklung von zwei der berühmtesten Figuren der Filmgeschichte katalysiert: Darth Vader und James Bond 007.

In Episode 2 der Sternenkrieger-Saga trägt die Villa den Namen Varykino, befindet sich auf dem Planeten Naboo und ist der Sommersitz der Familie Naberrie. Varykino ist eine Anspielung auf den Filmklassiker DOCTOR ZHIVAGO aus dem Jahr 1965, wo der Wintersitz der Familie Gromenko so hieß. Laut Star-Wars-Enzyklopädie gehörte das Anwesen auf Naboo dem Poeten Omar Berenko, was die Anspielung auf Omar Sharifs berühmteste Rolle noch etwas weiterführt. Während Schiwago und Lara auf dem Wintersitz Zuflucht vor den Revolutionären suchen, verstecken sich Anakin und Padmé auf dem Sommersitz vor Attentätern.

Später heiraten sie hier heimlich. Fans können es ihnen gleichtun und hier ihre eigene Hochzeit zelebrieren, ganz im Star-Wars-Stil mit echten Sturmtruppen, siehe hier.

Eine Szene, in der Anakin und Padmé mit einem Wassergleiter am Anwesen ankommen, fiel der Schere zum Opfer.

Star Wars: Anakin Skywalker, Padmé Amidala, C3PO und R2D2 am Comer See
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James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer SeeJames Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer SeeDie Terrasse, auf der man die beiden küssen sieht, ist dieselbe, auf der Bond in CASINO ROYALE mit René Mathis (Giancarlo Giannini) spricht, und wo Mathis dann per Taser von zwei Geheimdienstleuten außer Gefecht gesetzt und mitgenommen wird.


James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer See
James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer See
Im Angesicht des Sees
Bis zum 16. Jahrhundert befand sich auf der Halbinsel ein Benediktiner-Kloster. Zwischenzeitlich wurde das Anwesen zu einem Treffpunkt für Freimaurer, war dann für über 30 Jahre verlassen, bis es ein amerikanischer General erwarb und restaurieren ließ.

James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer See

James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer See

James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer See



James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer SeeJames Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer SeeDirekt über der Terrasse befindet sich die Loggia Durini, von der aus man den Comer See von zwei Seiten bewundern kann. Das Gebäude ist im Establishing Shot der Sanatoriumssequenz zu sehen, nach dem Gespräch mit Mathis kehrt der Film zur see-
abgewandten Front der Loggia zurück.

James Bond 007 - Casino Royale; Drehort Comer SeeIm Inneren der Loggia findet man zwei symmetrisch gegenüber liegende Räume, eine Bibliothek und einen Musikraum. Erstere beherbergt eine der vollständigsten und wertvollsten bibliographischen Sammlungen, die Gebirgs- und Polarexpeditionen gewidmet ist. Im Musiksaal ist eine Sammlung historischer Karten und Drucke zu sehen.





James Bond 007 - Casino Royale; Comer See, Bond und VesperJames Bond 007 - Casino Royale; Comer See, Bond und VesperDer Rasen vor der Treppe der Loggia ist Schauplatz des Gespräches zwischen Bond und Vesper (Stichwort: Kleiner Finger).




James Bond 007 - Casino Royale; Comer See, Bond und Vesper
Hier taucht schließlich auch der Schweizer Banker Mendel (Ludger Pistor) auf und überbringt das Geld.







Blick von der Loggia in Richtung Anlegestelle



Roman "Casino Royale" von Ian Fleming
Im Shop der Villa kann man übrigens ein Exemplar des Romans Casino Royale erwerben, für den bescheidenen Obolus von 55 Euro. Aber was tut der Fan nicht alles für den Erhalt eines Drehortes. :)


Hier kommt man von Lenno aus via Boot an der Halbinsel an. Man kann sie allerdings auch zu Fuß erreichen, wenn man sich nicht davor scheut, bei italienischen Temperaturen steil bergauf zu wandern.



Einer von zwei Glockentürmen, Überreste des Klosters

Blick von der Loggia Durini auf die Loggia Segré. Dort befindet sich der Eingang für Fußgänger.



Zu den Drehorten von CASINO ROYALE in Venedig siehe hier und hier.

Montag, 11. April 2016

For Your Eyes Only: Jubiläums-Event in Cortina

Vor 35 Jahren kam FOR YOUR EYES ONLY in die Kinos. Die fünfte Tödliche Mission von Sir Roger Moore begeisterte vor allem mit Actionszenen, die man so noch nie gesehen hatte, darunter eine Jagd per Ski und Motorrad durch einen Eiskanal. Um das Jubiläum dieses Klassikers angemessen zu würdigen, lädt der James Bond Club Deutschland in Zusammenarbeit mit dem James Bond Club Schweiz zu einem besonderes Event ein: Unter dem Titel FOR YOUR EYES ONLY - 35 Years of Bonding in Cortina vom 1. bis 3. Juli an den Originalschauplätzen in Cortina d'Ampezzo! Stargäste sind unter anderen John Moreno (Bonds Kontaktmann Luigi Ferrara), John Wyman (Erich Kriegler) und Stunt-Veteran Rémy Julienne, der mit dem Film erstmals für Bond arbeitete und bis GOLDENEYE im Einsatz war. Hier das Programm:

- 2-Tage-Location-Tour in und um Cortina d'Ampezzo (inkl. Bus-Transfer und Imbiss)
- Dinner am Samstag
- Meet & Greet mit den Stars
- Professionelle Fotoshootings
- Autogramme und Goodies
- Diverse Überraschungen


Da die Anmeldungen aus organisatorischen Gründen zentral an einer Stelle zusammenlaufen sollen, haben wir uns darauf geeinigt, dass sich alle Teilnehmer über den JAMES BOND CLUB SCHWEIZ anmelden.
Sendet daher bitte eine Mail an den Schweizer Eventmanager Peter Hermann unter der Angabe der teilnehmenden Personen (bitte mit Namen):

events@jamesbondclub.ch

Nähere und aktuelle Informationen auch auf der Facebookseite des Events.




Montag, 21. März 2016

Der Problembeseitiger

Der vierte James-Bond-Darsteller Timothy Peter Dalton wird heute 70 Jahre. Er steuerte zwar "nur" zwei Beiträge zum Bond-Universum bei, aber es sind zwei, die es in sich haben. Dalton ist der Bond der Widersprüche. Die breite Masse der Kinozuschauer kennt oft noch nicht einmal seinen Namen, und in TV- und Filmzeitschriften fällt meist nur als Kommentar, dass er beim Publikum nicht besonders gut ankam. Er gilt eher als Fußnote, als unsicherer Übergang zwischen Moore und Brosnan. Dagegen ist sein Ansehen bei den Fans ungleich höher. Gerade der Umstand, dass er seine Rolle verhältnismäßig ernst nahm, kommt bei vielen Fans, die Bond ja ebenfalls ernster nehmen als Durchschnittszuschauer, sehr gut an. Aber auch zwischen seinen beiden Bondfilmen gibt es Widersprüche. THE LIVING DAYLIGHTS zeigt vielleicht den 'most sophisticated' Bond überhaupt. Einen, der klassische Musik genießt und gute Restaurants in Karachi kennt.